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Station für Pendelseilbahnen
Die Erfindung betrifft eine Station für Pendelseilbahnen, insbesondere mit gemauertem bzw. betoniertem Stationsgebäude. Derartige Staticnsgebäude müssen im allgemeinen mit aus Stahlbeton gefertigten Wänden ausgeführt werden, da sie durch verschiedenste Kräfte belastet werden : Es werden die durch die Tragseile ausgeübten Belastungen über Scheiben oder Transportbänder zu Verankerungen oder Spanngewichten geführt, die sich meist in den Seitenwänden des Stationsgebäudes befinden. Weiters liegen die Tragseile nahe der Einfahrt auf Unterstützungen, sogenannten Tragseilschuhen auf, die bewirken, dass die Kabinen während des Einsteigens der Fahrgäste in annähernd der gleichen Lage gehalten werden und die weiters auch die vom Wind auf die Seile und Wagen ausgeübten Kräfte aufnehmen.
Die von den Tragseilschuhen aufgenommenen Belastungen werden ebenfalls in die Seitenwände übertragen. Die Tragseile liegen darüber hinaus auch auf Unterstützungen auf, die von der Rückwand der Wagenhalle getragen sind. Weiters werden die von den Zugseilen ausgeübten Kräfte über Rollen in die Rückwand eingeleitet.
Um alle diese Belastungen aufnehmen zu können, müssen die Wände des Stationsgebäudes überdimensioniert werden. Weiters muss die Montage der maschinellen Einrichtung in Übereinstimmung mit dem Aufbau des Stationsgebäudes erfolgen, was den Bauablauf erschwert.
Durch die Erfindung werden die oben angeführten Nachteile vermieden. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erzielt, dass zur Aufnahme der von den Seilen ausgeübten Kräften eine von den Stationswänden getrennte Stahl- oder Stahlbetonkonstruktion vorgesehen ist, an welcher ein Ausleger schwenkbar angeordnet ist, der einen Tragseilschuh trägt, der den Wagen beim Ein- bzw. Aussteigen der Fahrgäste in der gleichen Lage hält. Vorzugsweise kann das Fundament der Tragkonstruktion mit den Maschinenfundamenten, Spannschachtwänden und Mauerfundamenten eine bauliche Einheit bilden.
Dadurch werden verschiedene Vorteile erzielt : Die Wände des Stationsgebäudes brauchen nur für die Dachlasten und eigenen Windlasten dimensioniert zu werden. Weiters kann die Montage der maschinellen Einrichtung unabhängig vom Aufbau des Stationsgebäudes erfolgen, wodurch der Bauablauf vereinfacht und verkürzt wird. Die Tragkonstruktion, die die Seilkräfte aufnimmt, kann vorgefertigt werden und ist nicht mehr von der Genauigkeit abhängig, mit der der Bau des Stationsgebäudes ausgeführt ist.
Die Unterstützungsschuhe auf dem Einfahrtsbinder und nahe der Hallenrückwand können zu einem Einzigen vereinigt werden, der von einem an der Stahl- oder Stahlbetollkonstruktio ! 1 schwenkbar befestigten Ausleger getragen wird.
Weiters wird die Führung der Trag- und Zugseile übersichtlicher, einfacher und somit sicherer und lässt sich leichter überwachen und instandsetzen. Auf der Tragkonstruktion können ferner andere bei der Seilbahn vorhandene Teile, wie Krane und Führerstände sowie Einrichtungen, die zum Abfangen der Seile bei Montagearbeiten benötigt werden, angeordnet werden.
Die bereits für andere Bauteile vorhandenen Betonmasse, z. B. die der Maschinenfundamente, Spannschächte und Mauerfundamente lassen sich als Fundament der erwähnten Tragkonstruktion mitverwenden, wodurch der notwendige Raum kleiner gehalten werden kann und damit die Bauzeit verkürzt und Kosten gespart werden.
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Der Gegenstand der Erfindung ist an Hand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Fig. 1 zeigt.. eine Talstation, in der sich sowohl der Antrieb als auch die Spanneinrich- tungen für das Zug- und Tragseil befinden ; Fig. 2 zeigt eine Bergstation, in der das Zugseil umgelenkt wird und die Tragseile fest verankert sind.
Gemäss der Fig. 1 befindet sich in der Wagenhalle 1 der Wagen 2, dessen Laufwerk 3 auf dem Tragseil 4 aufruht und der durch das Zugseil 5 bewegt wird. Das Tragseil 4 liegt auf einem
Unterstützungsschuh 6 auf, wodurch es an dieser Stelle in seiner Lage gehalten wird und sich während des Besteigen des Wagens durch die Fahrgäste nicht absenken kann.
Der Unterstützungsschuh 6 befindet sich an einem Ausleger 7, der durch Gelenke 7a und 7b von der Tragkonstruktion 8 schwenkbar getragen ist. Der Ausleger 7 ist von Gelenken getragen, da- mit er bei Einleitung der auf die Seile und Wagen ausgeübten Windkräfte in die Stahlkonstruktion keine
Biegebeanspruchungen durch horizontale Kräfte erfährt.
In der Tragkonstruktion 8 ist eine Scheibe 9 gelagert, an der das Tragseil zum Spanngewicht umgelenkt ist. An Stelle der Ablenkscheibe 9 können zum Ablenken des Tragseiles auch Transport- bänder bekannter Ausführung dienen.
Das Zugseil 5 ist über die Ablenkscheibe 10 zur Antreibscheibe 11 geführt. Diese kann in bekannter Weise mit dem Zugseilspanngewicht zusammenwirken. Auf der Tragkonstruktion ist weiters mit einem Ende eine Kranschiene 12, ein Führerstand 14 sowie ein Bolzen 13 befestigt, der zum
Abfangen der Seile bei Montagearbeiten dient. Weiters ist am Ausleger eine Auflauffeder 15 ange- ordnet.
Damit werden sämtliche von den Seilen herrührenden Kräfte in das Fundament 16 abgeleitet.
Dieses kann auch als Fundament für die Antriebseinrichtung und als Abstüztung des aufsteigenden Mauer- werkes der Gebäudewände und zur Aufnahme der Spannschächte dienen. Die Wände des Stationsgebäudes lassen sich dadurch in geringster Stärke ausführen, da sie nur zur Aufnahme der Dachlasten und der eige- nen Windlasten berechnet sein müssen.
Aus Fig. 1 ist ersichtlich, wie gedrängt sich alle seilbahntechnischen Einrichtungen unterbringen lassen. Der Führerstand 14 ist seitlich der Tragkonstruktion 8 angeordnet, wodurch gute Sicht in Richtung der Trassenmitte gewährleistet ist. Auch ist aus Fig. 1 zu sehen, dass die Verbindungswege von der Wagenhalle zum Führerstand und zum Maschinenraum über die Treppen 17 und 18 sehr kurz sind.
Weiters kann auch neben der Wagenhalle ein Kassenraum vorgesehen werden.
In Fig. 2 ist eine Bergstation dargestellt (die Bezugsziffern 1-8,13 und 16 beziehen sich auf schon an Hand der Fig. 1 beschriebene Einrichtungen). Dabei sind die beiden Tragseile auf den Trommeln 20 fest verankert, während das Zugseil von der Scheibe 21 umgelenkt ist. Auch hier sind die Seilkräfte in das Fundament 16 abgeleitet, wodurch die Wände des Stationsgebäudes von diesen Kräften entlastet sind.
Die Tragkonstruktion kann als Stahlgerüst oder ganz oder teilweise aus Stahlbeton ausgeführt sein.
Aus den beiden Ausführungsbeispielen ist ersichtlich, dass die die Seilkräfte aufnehmenden Teile unabhängig vom Stationsgebäude montiert werden können. Der Aufbau der maschinellen Anlage und des Gebäudes können somit unabhängig voneinander erfolgen, wodurch eine Verkürzung der Bauzeit möglich ist. Bei günstigen klimatischen Verhältnissen kann das Stationsgebäude selbst auch nahezu entfallen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Station für Pendelseilbahnen, insbesondere mit gemauertem bzw. betoniertem Stationsgebäude, dadurch gekennzeichnet, dass zur Aufnahme der von den. Seilen ausgeübtem Kräfte eine von deu Stationswänden getrennte Stahl- oder Stahlbetonkonstruktion vorgesehen ist, an welcher ein Ausleger (7) schwenkbar angeordnet ist, der einen Tragseilschuh (6) trägt, der den Wagen (2) beim Ein-bzw.
Aussteigen der Fahrgäste in der gleichen Lage hält.