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Verfahren zur Behandlung von Flüssigkeiten oder Gasen
EMI1.1
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300 m2/g, sie kann aber auch mehr als 1000 m2/g, z. B. 1200 m2/g, betragen. Diese Oberfläche wird durch Stickstoffadsorption nach der Methode von Brunauer-Emmett-Teller ermittelt. Welche spezifische
Oberfläche gewählt wird, hängt von dem Anwendungszweck ab. Wenn eine weitgehende Entfärbung ver- langt wird, muss sie bedeutend grösser sein als beispielsweise bei Verwendung als Filterhilfe.
Im Vergleich zu den üblichen Aktivkohlen, die mit Dampf oder mit Sauerstoff aktiviert werden müs- sen, hat der erfindungsgemäss als Aktivkohle eingesetzte Gasruss den besonderen Vorteil, dass er keine spezielle Aktivierung benötigt, sondern schon vom Anfang an voll wirksam ist. Von den bekannten Gas- russsorten unterscheidet sich der Gasruss durch sein ausserordentlich grosses Filtrationsvermögen, das bei- spielsweise bei einer 10% gen wässerigen Russsuspension eine mehr als viermal so grosse Filtriergeschwin- digkeit gegenüber dem normalen Russ ergibt.
Der Gasruss ist im allgemeinen sehr rein und praktisch frei von teerartigen oder flüchtigen Bestand- teilen ; der Hauptbestandteil neben Kohlenstoff ist Sauerstoff. Der Sauerstoffgehalt kann bis zu 20% be- tragen. Die Ausbeute an Russ mit hohem Entfärbungsvermögen ist geringer als die von Russ, der für Filter- zwecke dienen könnte ; sie variiert zwischen 3 und 20%.
Zur Erzeugung eines derartigen Russes, der als Adsorptionsmittel hervorragend geeignet ist, kann die teilweise Verbrennung in der Weise ausgeführt werden, dass in den Verbrennungsgasen kaum noch Methan verbleibt. Bei der Erzeugung von Russ auf üblichem Wege wird Methan gewöhnlich in einem Anteil von wenigstens halo, bezogen auf das verbrennbare Gas, erhalten. Ein weiteres Merkmal des Produktes ist sein hohes wirkliches spezifisches Gewicht, das im allgemeinen über 1, 9 liegt. Beim Behandeln mit Benzin wird auch bei sehr kleiner Teilchengrösse kaum irgendein Extrakt erhalten. Die Teilchen neigen jedoch zur Klumpenbildung.
Im allgemeinen ist es günstig, die Reaktion bei einer hohen Temperatur auszuführen, beispielsweise bei mindestens 10000C, und gegebenenfalls unter Druck, der auch bis zu 40 atü ausmachen kann. Normalerweise hat der Zusatz von grösseren Dampf- oder Wassermengen während der Verbrennung einen günstigen Einfluss. Die so erhaltenen Gase können nach dem Abkühlen in Anbetracht ihres hohen Druckes beispielsweise für Stadtgasanlagen verwendet und durch Rohrleitungen über grosse Entfernungen geführt werden. Das sonst notwendige Komprimieren des Endproduktes wird auf diese Weise vermieden. Zweckmä- ssig wird die Verbrennung in einer sehr kurzen Zeit ausgeführt, so als ob es eine explosionsartige Verbrennung wäre.
Es ist wünschenswert, den Prozess kontinuierlich auszuführen und ihn innerhalb von 30 sec vollständig zu beenden, um sowohl ein gutes Produkt als auch die richtige Ausbeute an kohlenstoffhaltigem Material zu erzielen. Es ist auch erwünscht, die Reaktion bei mindestens 100 C ablaufen zu lassen, wobei sogar Temperaturen bis zu 30000C sich als vorteilhaft erwiesen haben.
Bei dem beschriebenen Prozess ist ein wirksames Zerstäuben oder Verdampfen des Materials und Vermischen mit dem oxydierenden Gas sehr wichtig. Es ist auch von Vorteil, die Reaktionsteilnehmer vorzuerhitzen, wobei man auch auf Temperaturen von 300 bis 5000C gehen kann. Durch die Anwendung von reinem Sauerstoff oder von mit Sauerstoff angereicherter Luft erhält man nach der Reaktion ein Gas mit einem höheren Verbrennungswert oder ein als Synthesegas, z. B. zur Erzeugung von synthetischem Ammoniak geeignetes Gas. Schliesslich ist es oft erwünscht, die Reaktion unter hohem Druck zu bewirken, zumindest bei einem Druck von mehr als 2 Atmosphären, z. B. bis 40 atü.
Vor oder während der Umsetzung der gas-oder dampfförmigen Kohlenwasserstoffe mit dem Oxydationsmittel wird oft Wasserdampf zugeführt, wobei die Reaktionstemperatur, vorausgesetzt dass sie über 10000C liegt, nicht kritisch ist. Über z. B. 17000C lässt sich die Reaktionsdauer im allgemeinen schon abkürzen. Bei Verwendung von reinem Sauerstoff, aber auch bei Verwendung einer grösseren Menge des Oxydationsmittels, kann die Reaktionszeit ebenfalls verkürzt und/oder die Temperatur herabgesetzt werden. Durch Vorversuche lässt sich ermitteln, wie weit einer oder mehrere der Reaktionsteilnehmer vorerhitzt werden sollen.
Diese Vorerhitzungstemperaturen sind unter anderem abhängig von der Qualität der herzustellenden Adsorbentien, von der Erhitzungsdauer, von dem vorhandenen Oxydationsgrad der organischen Stoffe, von der Zusammensetzung dieser organischen Flüssigkeiten oder Gase, von dem Umstande. welches Oxydationsmittel verwendet wird, und von vielen andern Faktoren. Dadurch hat man es etwas in der Hand, Modifikationen vorzunehmen und auf diese Weise das Endprodukt zu beeinflussen. Im allgemeinen ist es nicht notwendig, über 6000C vorzuerhitzen. Weiters empfiehlt es sich, die Ausbeute an Kohlenstoff nicht zu weit im Gegensatz zu der normalen Russerzeugung zu treiben, weil eine hohe Ausbeute mit einer Qualitätsverminderung einhergeht. Daher kann man im allgemeinen unter einer Ausbeute von 100/0, bezogen auf das Ausgangsmaterial, bleiben.
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Als Ausgangsmaterial für die Russerzeugung können die verschiedenartigsten Kohlenwasserstoffe ver- wendet werden, u. zw. sowohl gasförmige und flüssige als auch feste, unter anderem Steinkohlengas, Erd- gas, Mineralöl, leichte und schwere Heizöle, Roherdöl, Teer, Aspahlt, Nebenprodukte von der Gas- und
Kohlegewinnung usw. Vor der näheren Beschreibung der erfindungsgemässen Anwendung der hiefür geeig- neten Materialien seien einige Beispiele für die Herstellung dieser Produkte angegeben.
Bei der teilweisen Verbrennung kann auch ein Katalysator verwendet werden.
Ein zur Anwendung des erfindungsgemässen Verfahrens geeigneter Russ kann sowohl im trockenen als auch im nassen Zustande abgeschieden werden, u. zw. im ersten Falle mit Hilfe von Zyklonen und/oder
Staubfilter, im zweiten Falle durch Einspritzen von Wasser in das nach der Reaktion erhaltene Gemisch aus Gas und Kohlenstoff. Anschliessend kann man eine Paste mit einem sehr hohen Wassergehalt durch
Filtrieren der Suspension, z. B. durch ein kontinuierlich arbeitendes Filter, abscheiden. Dieser Wasserge- halt, der bis zu 93% betragen kann, lässt sich aus der Paste kaum durch Abquetschen entfernen, doch kann für den Erfindungszweck ein hoher Prozentsatz des Wassers durch Elektroosmose entfernt werden.
Beispiel l : Schweres Heizöl mit einem spezifischen Gewicht von 0, 96 und einer Viskosität nach
Redwood von 2700 sec bei 350C wird mit 0, 74 Nm3 reinem Sauerstoff je kg Öl unter Zufuhr von 0, 35 kg
Dampf teilweise oxydiert, wobei alle drei Komponenten in einem Reaktionsgefäss auf 2900C vorerhitzt werden. Aus dem austretenden Gasstrom wird der Kohlenstoff mittels Wasser unter Erzielung einer Aus- beute von 0, 04 kg je kg Öl, bezogen auf trockenes Material, ausgefällt.
Beispiel 2 : Unter Einhaltung derselben Gewichts - und Temperaturverhältnisse wird die Reaktion gemäss Beispiel 1, jedoch unter einem Druck von 15 at, durchgeführt. Man erhält wieder 0, 04 kg Koh- lenstoff je kg Öl, bezogen auf trockenes Material.
Beispiel 3 : Nach dem Verfahren des Beispiels 1 werden 0, 8 Nms Sauerstoff und 0, 4 kg Dámpf je kg Öl, welche Komponenten auf 3500C vorerhitzt sind, eingesetzt. Man erhält so etwa 0, 036 kg Kohlenstoff je kg Rohmaterial, bezogen auf trockenes Material.
Beispiel 4 : Schweres Heizöl wird verdampft oder zerstäubt und auf 3000C vorgewärmt. Es trifft sodann, gegebenenfalls mit Wasserdampf vermischt, mit auf bis zu 4000C vorerhitzte und bis auf 90% Sauerstoffgehalt angereicherter Luft zusammen, u. zw. in einem solchen Verhältnis, dass nach vollzogener Reaktion der Methangehalt niedrig ist, z. B. unter 1% liegt. Der bei dieser Reaktion gebildete Kohlenstoff wird mit Hilfe von Zyklonen abgeschieden. Gegebenenfalls wird durch ein Glasfasergewebe filtriert.
Beispiel 5 : Bei der Arbeitsweise nach Beispiel 4 wird an Stelle von Luft auf 2000C vorermtzter Sauerstoff in einer solchen Menge verwendet, die 0, 8 Nms/kg Heizöl nicht überschreitet, wobei etwa dieselbe Menge Wasserdampf zugeführt wird. Die Mengenverhältnisse werden hier ebenfalls so gewählt, dass das Gas nach der innerhalb 10 sec beendeten Reaktion kein Methan oder nur sehr wenig Methan enthält. Das erhaltene Gas kann als Stadtgas verwendet werden. Der abgeschiedene Kohlenstoff hat eine spezifische Oberfläche von 900 m2/g.
Beispiel 6 : Für die Reaktion werden sowohl das Heizöl als auch der Sauerstoff auf einen Druck von 20 at gebracht und bis auf 300 C vorerhitzt. Während der Reaktion wird eine Temperatur von 17000C aufrechterhalten. Der abgeschiedene Kohlenstoff hat eine spezifische Oberfläche von 1150 m2/g. Das bei der Reaktion erhaltene Gas enthält etwa 50% Wasserstoff und ist als Synthesegas für die Ammoniakerzeugung geeignet.
Beispiel 7 ; Man arbeitet gemäss Beispiel 2, jedoch wird der Kohlenstoff nicht auf trockenem Wege, sondern mit Hilfe von Wasser abgeschieden. Zu diesem Zwecke muss reines Wasser verwendet werden und vorzugsweise so viel als möglich im Kreislauf geführt werden.
Beispiel 8 : Die nasse Russpaste mit 93% Wasser, die gemäss Beispiel 7 mit Hilfe von Filtern abgeschieden worden ist, wird der Elektroosmose unterworfen. Die Russpaste wird in einer Schicht von 20 bis 25 mm Dicke auf einem Metallnetz von 3 mm Maschenweite aufgetragen. Auf diese Masse wird eine elektrisch leitende Platte aufgelegt und diese Platte mit dem positiven Pol einer Gleichstromquelle verbunden, während das Netz mit dem negativen Pol verbunden wird. Durch die Paste wird 5 h lang Strom bei einer Spannung zwischen den beiden Polen von 2 1/2 bis 3 Volt durchgeleitet. Auf diese Weise wird der Wassergehalt der Paste so herabgesetzt, dass 67 - 750/0 des Wassers beseitigt werden. Durch diese Behandlung wird der Russ zu festen Teilchen zusammengebacken, die gegebenenfalls leicht getrocknet werden können.
Die erfindungsgemässe Anwendung von Gasruss als Aktivkohle umfasst hauptsächlich die folgenden Gebiete :
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a) Entfärbung, b) Ionenaustausch, c) Katalyse, d) Adsorption allgemein.
Zu a) : Es ist bekannt, dass zur Entfärbung von Flüssigkeiten im allgemeinen nicht dieselben Entfärbungsmittel verwendet werden sollen. Für Öle beispielsweise werden oft anorganische pulverförmige Materialien benutzt, z. B. aktivierte oder. nicht aktivierte Erden, Tonerde oder deren Verbindungen, Silikate usw., dagegen für Wasser enthaltende Flüssigkeiten Aktivkohle, Entfärbungsharze usw. Gewöhnlich sind aber für verschiedene Öle oder wässerige Flüssigkeiten nur einige wenige anorganische Materialien oder Aktivkohlensorten geeignet.
Oft ist es vorteilhaft, Gemische dieser Entfärbungsmittel zu verwenden oder sie nacheinander zu gebrauchen. Ein gutes Entfärbungsvermögen des Materials ist jedoch noch keine Garantie dafür, dass das Material auch praktisch brauchbar ist. Es kann beispielsweiseunüberwindliche Schwierigkeiten beim technischen Gebrauch hervorrufen : Trüber Durchgang durch die Filterpressen, Verlegung derselben usw. In der Technik werden immer solche Entfärbungsmittel von Bedeutung sein, die für den jeweiligen Anwendungszweck geeignet sind und z. B. einen grossen wirtschaftlichen Vorteil versprechen.
Zu b) : Es wurde gefunden, dass die beschriebenen Russerzeugnisse oft ein grosses Kationenaustauschvermögen haben, u. zw. wegen ihrer offenen Oberflächen, die mit geeigneten polaren Gruppen beladen sind. Dies sind zumeist schwach saure Gruppen mit einem streng selektiven Charakter. Abgesehen davon können die vorliegenden Produkte leicht granuliert oder stückig gemacht werden, wodurch Körnchen, Kügelchen od. dgl. erhalten werden, die nach dem Trocknen oder leichtem Kalzinieren bei mittleren Temperaturen, erforderlichenfalls nach Zugabe eines Bindemittels, genügend resistent sind. Die so erhaltenen gekörnten schwach sauren Ionenaustauscher haben grosse technische Bedeutung. Es ist wichtig, dass diese Materialien immer wieder gebraucht und regeneriert werden können, was mit den nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelten Produkten ohne weiteres geschehen kann.
Zu c) : Es wurde auch gefunden, dass die vorgenannten Gasrusse gute katalytische Eigenschaften besitzen.
Besonders auf dem Gebiet der technischen Katalyse wird die Verwendung von Höchstleistungskatalysatoren immer angestrebt und empirische Methoden dienen dabei als Richtschnur. Die vorliegenden Produkte sind auch für die Erzeugung von galvanischen Elementen vom Leclanchetypus von Bedeutung.
Zut) : Alles was vorstehend zu a) ausgeführt wurde, gilt auch für die Adsorption im allgemeinen. Ausser der in Flüssigkeiten erfolgenden Adsorption erweisen sich die Produkte auch für die Adsorption von Gasen als hervorragend brauchbar. Eine wichtige Anwendung ist die Adsorption von Stoffen, die für den Geruch und/oder den Geschmack ausschlaggebend sind, beispielsweise im Falle von schlecht schmeckendem Trinkwasser.
Obwohl dies ausserhalb des Rahmens der vorstehend genannten Anwendungszwecke liegt, muss auch die Eignung der Kohlenstoffprodukte mit einer spezifischen Oberfläche über 800 m/g für feine lithographische Druckfarben, für Lacke und in der Gummiindustrie hervorgehoben werden.
Ausser den Anwendungszwecken für die Entfärbung und Adsorption, bei welchen die erfindungsgemä- ssen benutzten Produkte die normale Aktivkohle bzw. Adsorptionsharze ersetzen können, bestehen noch Anwendungsgebiete, bei welchen die letztgenannten Produkte nicht verwendet werden können, entweder weil mit ihnen nicht dieselben Resultate erreicht werden können oder aus wirtschaftlichen Gründen im Hinblick auf ein unzureichende Adsorptionsvermögen. Dies betrifft im besonderen die Entfärbung von Ölen und Zuckersäften und Sirupen ; weiters sind für die Beseitigung von unerwünschtem Geruch und Geichmack die erfindungsgemäss benutzten Adsorbentien im allgemeinen unübertroffen. Es gibt jedoch Fälle, in welchen die anzuwendenden Russe in einer speziellen Weise eingesetzt werden müssen, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erreichen. In einigen Flüssigkeiten, z.
B. in Wasser, lassen sie sich mitunter schwer verteilen und zeigen eine Tendenz zur Klumpenbildung, so dass sich ihre Wirkung nicht im vollen Ausmass entfalten kann.
Gemäss der Erfindung können der Flüssigkeit aber auch Emulgiermittel zugesetzt werden, also "Netz- nittel", die eine ausserordentlich feine Verteilung des Russes bewirken. Durch Versuche muss festgestellt werden, welche Art des Emulgiermittels und welche Menge desselben am besten geeignet ist, wobei vorzugsweise darauf zu sehen ist, dass es keine toxischen Eigenschaften hat. Die Produkte können sowohl
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ionogen als auch nicht ionogen sein. Oft sind lösliche Phosphate oder sogar Alkalien brauchbar. Die be- sten Resultate wurden aber unter anderem mit Substanzen auf Basis von Sorbit, Saccharoseestern oder
Fettalkoholen erreicht.
In trockenem Zustande oder in einem Zustande, in welchem der durch teilweise Verbrennung erhal- tene Gasruss noch als Fluidum, also wie eine Flüssigkeit oder ein Gas wirkt, ist er sehr voluminös, was besonders bei der Beförderung und auch beim Gebrauch Schwierigkeiten hervorrufen kann. Das Produkt lässt sich jedoch leicht in eine weniger voluminöse Form in der Weise umwandeln, dass man die losen
Kohlenstoffteilchen unter Druck in grössere Agglomerate, z. B. in Kügelchen, Körnchen od. dgl. über- führt. Ein oftmaliges Rollen des Gefässes, in welchem sich der Russ befindet, genügt für diesen Zweck ; durch Zusatz einer geeigneten Flüssigkeit, z. B. Wasser, aber auch von festen Stoffen wie Ton und manch- mal von Gas, z. B. Schwefeldioxyd, wird diese Agglomeration begünstigt.
Man kann auch eine solche
Flüssigkeit verwenden, die bei Anwendung des Kohlenstoffproduktes keine Nachteile hervorruft, z. B. eine
Flüssigkeit derselben Zusammensetzung wie das zu reinigende Medium, oder aber eine Flüssigkeit, die das richtige" Netzmittel" darstellt.
Als festes Material sei auch Ätzkalkpulver erwähnt, das bei der Anwendung des Russes im nachfol- genden Beispiel 11 gebraucht wird. Weiters können andere Adsorbentien, Entfärbungserden, das Reaktionsprodukt von z. B. starker Schwefelsäure und kohlenstoffhaltigem Material (Collactivit), das Verkokungsprodukt des Säureteers von der Mineralölraffination mit Schwefelsäure usw. verwendet werden.
Ein sehr geeigneter gasförmiger Zusatz ist Schwefeldioxyd. In dem bereits genannten Beispiel 11 kann es an Stelle von Schwefelsäurelösungen benutzt werden. Die obgenannten Zusätze müssen vorzugweise mit dem Kohlenstoff gut vermischt werden, insbesondere wenn das Produkt agglomeriert werden soll.
Gemäss der Erfindung ist die Anwendung dieses Russes besonders vorteilhaft in der Zuckerindustrie, wenn in der zu behandelnden Flüssigkeit unlösliche Kalziumverbindungen gebildet werden oder auch wenn sie dieser Flüssigkeit zugesetzt werden. Der Gebrauch einer besonderen Art von Filterhilfen ist daher gänzlich überflüssig. Im besonderen gibt die örtliche Ausfällung von Kalziumsulfat, Kalziumsulfit (cas) und Kalziumkarbonat gute Resultate, die den summierten Adsorptionseffekt des Kohlenstoffs und den dieser Kalziumsalze bei weitem übertreffen.
Es hat sich gezeigt, dass die Filtration keinerlei Schwierigkeiten macht, wenn man durch ein Immediumfilter filtriert, selbst wenn der Russ nicht stückig gemacht oder granuliert ist. In diesem Filter wird die Flüssigkeit in einem aufwärts gerichteten Strom durch ein körniges Material, beispielsweise Sand oder fein gemahlene Kohle, hindurchgeführt.
Es folgen einige Beispiele für die Anwendungsweise des Russes.
Beispiel 9 : Die nach den Beispielen 1, 6 und 7 erhaltenen Russsorten wurden bezüglich ihrer Entfärbungseigenschaften durch Behandlung von affinierten Lösungen kubanischen Rohzuckers mit diesem Russ überprüft.
Die Lösung hatte jeweils eine Konzentration von 610 Brix und eine Temperatur von 70oC, die Berührungsdauer mit dem Russ betrug 20 min. Zu Vergleichszwecken wurde ein Versuch im Anschluss an die erstgenannten Versuche so weit als möglich unter denselben Bedingungen angestellt, wobei eine gute Aktivkohle benutzt wurde. Die erhaltenen Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle angegeben, in welcher die Zahlen 1, 6 und 7 Versuche mit dem Entfärbungsmittel nach den Beispielen 1, 6 und 7 bedeuten, während die Zahl 4 einen Versuch mit einer der besten Sorten handelsüblicher Aktivkohle bedeutet.
EMI5.1
<tb>
<tb>
Zusatz <SEP> von <SEP> Feststoff <SEP> Entfärbung <SEP> in <SEP> % <SEP> Restfarbe <SEP> in <SEP> 0/0
<tb> bezogen <SEP> auf <SEP> Lösung
<tb> 4 <SEP> 4
<tb> 1 <SEP> 6 <SEP> 7 <SEP> Aktivkohle <SEP> 1 <SEP> 6 <SEP> 7 <SEP> Aktivkohle
<tb> 0, <SEP> 2% <SEP> 31 <SEP> 35 <SEP> 36 <SEP> 33 <SEP> 69 <SEP> 65 <SEP> 64 <SEP> 67
<tb> 0, <SEP> 6% <SEP> 65 <SEP> 70 <SEP> 73 <SEP> 68 <SEP> 35 <SEP> 30 <SEP> 27 <SEP> 32
<tb> 2% <SEP> 94 <SEP> 96 <SEP> 96 <SEP> 92 <SEP> 6 <SEP> 4 <SEP> 4 <SEP> 8
<tb>
Beispiel 10 : Kubanischer Rohzucker wird in Wasser bis zu einer Konzentration von 60 Brix aufgelöst, auf 900C erwärmt und mit 1%Russ, hergestellt nach Beispiel 6, vermischt. Nach 15 min Berüh-
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rungsdauer wird die Lösung durch eine Filterpresse filtriert.
Das Filtrat ist hell und bis auf 60% entfärbt. Wird das Experiment mit einer Aktivkohle von guter Handelsqualität wiederholt, so ergibt sich eine Entfärbung von nicht mehr als 40%, bloss die Filtration erfolgt rascher.
Beispiel 11: Aus einer Rohrzuckerfabrik stammende, dunkelbraune Melasse, die kaum filtriert und entfärbt werden kann, wird auf 550 Brix gebracht und mit 2% Russ, hergestellt gemäss Beispiel 7,
EMI6.1
so95% der Farbe der Melasse entfernt, die Filtration verursacht überhaupt keine Schwierigkeiten.
Beispiel 12 : Wird der Flüssigkeit gemäss Beispiel 11 an Stelle von Kalk und Schwefelsäure als
Filtrationshilfsmittel 4% Hyflocel (eine raffinierte Diatomeenerde) zugesetzt, so verläuft wohl die Filtra- tion ohne Schwierigkeiten, aber die Entfärbung ist dann geringer (ungefähr 600/0).
Beispiel 13 : Flusswasser, das durch industrielle Verunreinigungen einen schlechten Geschmack und schlechten Geruch erhalten hat, wird pro Liter mit 6 mg Russ, hergestellt nach Beispiel 3, vermischt und sodann filtriert. Der schlechte Geruch und Geschmack verschwinden dabei vollständig. Zu diesem
Zweck ist es jedoch notwendig, der Russsuspension vorher auf je 100 g Russ 20 g Berol EMU 07, d. i. ein Emulgiermittel auf Fettalkoholgrundlage, zuzufügen.
Beispiel 14 : Wie bereits erwähnt, zeigen die erfindungsgemäss eingesetzten Produkte in Bei- spiel 10 eine langsamere Filtration als Aktivkohle, was in der Praxis eine Erschwerung sein kann. Zur
Behebung dieses Übelstandes wird gemäss dem vorliegenden Beispiel auf 1 Teil Russ 1 Teil Wasser zugesetzt und in bekannter Weise pelletiert. Die pelletierten Körner werden getrocknet und danach auf einem Walzenstuhl bis zur Feinheit der Aktivkohle zerkleinert, welche in Beispiel 10 benutzt wurde (300 mol). Die Filtriergeschwindigkeit ist der Geschwindigkeit von Aktivkohle gleich. Die Entfärbung bei 2% Zusatz beträgt 90%.
Die Russe können für viele andere Flüssigkeiten ausser den in den Anwendungsbeispielen genannten verwendet werden, unter anderem für andere wässerige Flüssigkeiten, aber auch für Öle und Fette vegetabiler, animalischer, mineralischer und synthetischer Herkunft. Im besonderen können sehr gute Resultate für Kohlehydrate enthaltende Flüssigkeiten allgemein erzielt werden, wie z. B. für Saccharose, Glukose, Maltose enthaltende Flüssigkeiten, für Sorbit enthaltende Lösungen, Lösungen von Proteinderivaten, Aminosäuren usw., von organischen Säuren und Salzen, von Glyzerin, weiters für Olivenöl, Ricinus- öl, Erdnussöl, Kokosöl, Maisöl, Fischöl usw., organische Flüssigkeiten wie Aldehyde, Alkohole, usw.
In wässerigen Lösungen können die Russe ausser derEntfärbungswirkung und der Adsorptionswirkung im allgemeinen auch eine Pufferwirkung ausüben. Erforderlichenfalls können sie in wirksamer Weise mit den hiefür geeigneten Kationen durch Ionenaustausch beladen werden. Für Öle und Fette können sie für sich allein oder im Gemisch mit viel weniger anorganischen Adsorbentien, als im Falle von Aktivkohle notwendig ist, angewendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Behandlung von Flüssigkeiten oder Gasen, z. B. zur Entfärbung, zum Ionenaustausch, zur Katalyse und/oder zur Adsorption im allgemeinen, durch Behandlung mit Aktivkohle, dadurch gekennzeichnet, dass man als Aktivkohle einen nach an sich bekannten Methoden hergestellten Gasruss mit einer Oberfläche von 300 bis 1200 m2/g verwendet.