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Verfahren und Vorrichtung zum Strecken eines Trockenfilzes für die Papierherstellung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Strecken eines Trockenfilzes für die
Papierherstellung. Bei den bekannten Verfahren wird der Trockenfilz als ein endloses Band in anfänglich befeuchtetem Zustand über eine Vielzahl von Rollen geführt und dabei zu seiner Behandlung einem Längs- zug und einer Erwärmung unterworfen. Eine solche Behandlung, die nachstehend der Gattung nach als "Strecken" bezeichnet wird, bewirkt ein kombiniertes Längsstrecken und Normalisieren des Filzes.
In der Papierherstellung werden Trockenfilze in Form von endlos gewebten Bändern benützt. Obwohl solche Trockenfilze, die aus Baumwolle, Asbest, synthetischen Fasern oder Kombinationen dieser Ma- terialien zusammengesetzt sind. keiner Form von Walken unterworfen werden und daher keine Filze im technischen Sinne darstellen, werden sie dennoch üblicherweise als"Trockenfilze"bezeichnet.
Trockenfilze werden in den verschiedensten Breiten und Längen hergestellt. Als günstig hat sich er- wiesen, bei der Herstellung der Filze in der Endstufe die Filze zu strecken. Diese Behandlung dient dazu, die Filze masshaltiger zu machen, gleichzeitig wird die ganze Substanz des Filzes normalisiert, d. h. die in den Teilfäden während des Webprozesses erzeugten örtlichen Spannungen werden nach und nach ausgeschaltet.
Die in der Papierherstellungsindustrie verwendeten Trockenfilze erreichen manchmal Breiten von
8 m und Längen bis zu 150 m und das Strecken derselben stellt wegen ihres grossen Gewichtes ein erhebliches Problem dar. Das einzige bekannte Verfahren zum Strecken eines solches Trockenfilzes besteht darin, ihn gründlich mit Wasser zu befeuchten, wobei er in Form eines endlosen Bandes über eine Vielzahl von Rollen geführt wird, von denen eine oder mehrere erwärmt und eine oder mehrere beweglich sind, und an dem Filz einen Längszug anzulegen. Auch ist es bekannt die Filze während des Trocknens in der Schussrichtung und in der Kettenrichtung zu spannen.
Die vorhandenen Maschinen zum Strecken von Trockenfilzen für die Papierherstellung bestehen z. B. aus einem 18 m langen oder auch längeren Rahmen, an dessen Enden aufrechte Rahmen vorgesehen sind, die eine Reihe von Rollen tragen. In Lagern, die entlang dem horizontalen Rahmen einstellbar beweglich sind, sind eine oder mehrere Streckrollen angeordnet, über die eine Bucht geführt ist, so dass der Filz einer Zugspannung unterworfen werden kann. Nur die unterste Rolle einer jeden Rollenreihe besitzt einen wesentlich grösseren Durchmesser und wird mit Dampf erhitzt. Der Trockenfilz erstreckt sich in langen horizontalen Lagen von 3 bis 15 m Länge zwischen den Rollenreihen und über die Streckrollen.
Nachdem der Filz eingelegt und seine Enden vereinigt sind, so dass er als endloses Band läuft, wird er befeuchtet und unter einem entsprechenden Längszug laufen gelassen, bis er durch die erhitzten Rollen getrocknet ist.
Die vorerwähnten Streckmaschinen haben unter anderem den Nachteil, dass sie langsam arbeiten.
Die Trockenzeit auf solchen Maschinen beträgt gewöhnlich mehr als 8 Stunden je Trockenfilz. Ein anderer Nachteil ist der starke Durchhang in den vorerwähnten langen horizontalen Lagen des Trockenfilzes, die sich zwischen den zwei Rollenreihen und über die Streckrollen erstrecken ; dieser Durchhang begünstigt die Bildung von Längsfalte und-kniffen, da der Trockenfilz fortlaufend über die Rollen läuft.
Es ist kein Verfahren bekannt, bei dem Längsfalten und-kniffe vermieden werden können.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, dass die Hauptursache für die Bildung der erwähnten Längs-
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falten und-kniffe im Querdurchhang zu sehen ist, der in den nicht unterstützten horizontalen Bahnen des Trockenfilzes entsteht. In jeder solchen nicht unterstützten horizontalen Bahn bzw. Lage ist das Ge- wicht des Trockenfilzes, besonders im gut durchfeuchteten Zustand, sehr erheblich und verursacht nicht nur einen Längsdurchhang (in der Richtung der Kette), sondern auch einen Querdurchhang (in der Rich- tung des Schusses). Die geradlinige Entfernung zwischen den Kanten des querdurchhängenden Trocken- filzes ist also wesentlich geringer als die Breite des Trockenfilzes ohne Querdurchhang gemessen.
Wenn der Trockenfilz auf eine Rolle aufläuft, versucht diese, den Querdurchhang ; wenn dieser Durchhang aber zu stark ist, wie dies bei langen, nicht unterstützten horizontalen oder im wesentlichen horizontalen La- gen der Fall ist, bewegen sich die Kanten nicht zur vollen Breite des Trockenfilzes auseinander, und es entstehen längsgerichtete Falten beim Auflaufen auf die Aufnahmerollen, was den Trockenfilz in nicht behebbarer Weise beschädigt und für seinen Verwendungszweck unbrauchbar macht. Mit einigem Erfolg sind Zwischenstützen zur Verkürzung der erwähnten nichtunterstützten Längen eingeführt worden, doch treten noch immer Schäden durch Längsfalten auf, wenn auch die Gefahr solcher Schäden verringert worden ist.
In einer bekanntgewordenen Maschine ist zwar schon versucht worden den Filz in zwei im wesentlichen vertikalen Bahnen zu führen, doch ist diese Maschine nur für Wollfilze geeignet und dient vor allem zum Querdehnen der Filzbahnen.
Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren und eine Maschine zum Strecken von Trockenfilzen für die Papierherstellung zu schaffen, bei der Schäden an den Trockenfilzen durch Längsfalte nicht auftreten. Die Maschine soll ausserdem den Vorgang beschleunigen und eineverbesserte Konstruktion darstellen, die für das genannte Verfahren geeignete Merkmale aufweist.
Das erfindungsgemässeverfahren zum Strecken eines Trockenfilzes für die Papierherstellung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Führung des Trockenfilzes in den Aus- und Rückläufen in mehrfach zickzackförmigen, gedrängt angeordneten, lotrecht stehende Mittelebene aufweisenden Schleifen über glatte Rollen erfolgt, so dass ein Querdurchhang praktisch ausgeschaltet ist, jedoch eineschrumpfmöglichkeit in Richtung der Rollenlängsachsen besteht.
Nach einem weiteren Kennzeichen werden bei dem erwähnten Verfahren die lotrecht stehende Mittelebenen aufweisenden Schleifen des Auslaufes in an sich bekannter Weise innerhalb der Schleifen des Rücklaufes geführt.
Die Erfindung umfasst auch eine Vorrichtung zur Durchführung des genannten Verfahrens, die dadurch gekennzeichnet ist, dass diese eine Vielzahl senkrecht von übereinander liegenden Rollenpaaren aufweist, wobei über die Rollen ein Trockenfilz endlos in zwei durchschossenen gefalteten Formationen geführt ist, wenigstens eine Rolle in an sich bekannter Weise für den Längszug des Filzes einstellbar ist, und mehrere Rollen geheizt sind.
In der Zeichnung stellt die Fig. l eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispieles der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Strecken und Normalisieren von Trockenfilzen für Papierherstel-
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Mechanismus zum Verändern des Abstandes der Rollen eines Rollenpaares zum Zwecke des Spannens des
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Weise eine Führungseinwirkung auf den Filz erreicht werden. Die oberen Rollen d sind in ihrer obersten Stellung dargestellt. während ihre unterste Stellung bei d'strichliert gezeigt ist ; dort ist auch die entsprechende Bahn des Filzes zu sehen, wenn sich die Rollen in dieser unteren Stellung befinden.
Wie man sieht, beträgt die horizontale Komponente der Neigung der Filzlage zwischen den Rollen a und c etwa ein Sechstel der gesamten Länge der Bahn, so dass der Filz im wesentlichen lotrecht geführt ist.
Die vorstehend beschriebene Vorrichtung kann so ausgebildet sein, dass die normalen nicht unter- stützten Bahnen des Trockenfilzes zwischen benachbarten Rollen nicht länger als 4,5 m und so steil geneigt sind, dass sie im wesentlichen lotrecht verlaufen. Eine Vorrichtung, die acht obere Rollenpaare und sieben untere Rollenpaare hat, nimmt einen Trockenfilz von mehr als 150 m Länge auf, wobei die Zugbzw. Längeneinstellung, die durch ein Rollenpaar gegeben ist, sich in der Grössenordnung von 9 m bewegt.
Wird an jedem Ende der Vorrichtung eine Zugeinstellung für zwei Rollenpaare vorgesehen, so ist für alle Zugerfordernisse für die grösseren jetzt hergestellten oder geplanten Trockenfilze Vorsorge getroffen.
Die Vorrichtung bedarf auch einer Einrichtung zum Heizen einer oder mehrerer Rollen während des Streckens zum Trocknen der Trockenfilze. Bei den vorhandenen Maschinen, in denen der Trockenfilz in langen horizontalen Bahnen geführt ist, die in der Grössenordnung von 15 m liegen können, geht die dem
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teren Rollen a zugeführt werden kann, durch die verhältnismässig gedrängte Anordnung der Führung des
Trockenfilzes gut erhalten. Ferner wird durch das Erhitzen einer grösseren Zahl von Rollen ein häufiges Wiederzufuhren der Hitze zu dem bewegten Trockenfilz gewährleistet, der infolgedessen verhältnismässig rasch getrocknet wird.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht an alle konstruktiven Einzelhei- ten des oben beschriebenen Ausführungsbeispiels gebunden, insoweit als diese Einzelheiten abgeän- dert werden können, ohne von dem in den angeschlossenen Ansprüchen gegebenenumfang der Er- findung abzuweichen. Es können z. B. eine zweite einstellbare Führungsrolle an dem andem Ende der Vorrichtung vorgesehen und weitere Zwischenrolle angeordnet werden, wenn dies für eine gute Führung des Trockenfilzes über die Rollen während des Streckens notwendig wäre. Gewöhnlich wird eine solche Rolle an jedem Ende für den erwähnten Zweck ausreichen.
Das Anheben der Streckrollen könnte auch durch andere Mittel als durch den dargestellten Stahlseil- und Rollenscheibenmechanismus bewirkt werden, obwohl dieser Mechanismus den Vorteil der Einfachheit für sich hat und in der Regel völlig zufriedenstellend arbeiten wird.
Die erfindungsgemäss ausgebildete Vorrichtung hat den Weiteren Vorteil, dass durch die Anordnung von Antriebsrollen und Zug- und Führungseinrichtungen an jedem Ende der Vorrichtung zwei Trockenfilze gleichzeitig einer an jedem Ende der Vorrichtung behandelt werden können, vorausgesetzt, dass die Summe der Längen der zwei Filze die Gesamtlängskapazität der Vorrichtung nicht überschreitet. DieMotore h können zusätzlich Rollen a in der unteren Rollenreihe antreiben, wie dies strichliert in Fig. 1 angedeutet ist.
Das Grundprinzip der Erfindung liegt in der Erkenntnis, dass durch die Vermeidung langer horizontaler Bahnen, wie sie in den bisher bekannten Vorrichtungen verwendet werden, Schäden durch Falten und Kniffe in der Längsrichtung des Trockenfilzes während der Streckungs- und Normalisierungsbehandlung ausgeschaltet werden. Die verhältnismässig kurzen Bahnen des Trockenfilzes zwischen den oberen. und unteren Rollen verlaufen fast lotrecht, so dass der Querdurchhang des Trockenfilzes unter der Wirkung der Schwerkraft, der bisher die Hauptursache von Längsfalten und-kniffen des Trockenfilzes gewesen ist, auf ein vernachlässigbares Mass verringert ist.
Die hier beschriebene verbesserte Streckmaschine kann selbstverständlich mit dem gleichen Erfolg auch in beiden Richtungen betätigt werden, die Motore h können während des Streck- und Trockenvorganges mehrmals umgesteuert werden, um zu gewährleisten, dass der Schuss im fertig bearbeiteten Trockenfilz gerade und nicht im Bogen verläuft.
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