<Desc/Clms Page number 1>
Reaktionstestgerät
Die Erfindung bezieht sich auf ein Rekationstestgerät, worunter ein Gerät zum Prüfen der menschli- chen Reaktionsfähigkeit verstanden wird, wie sie zur psychiatrischen Untersuchung des jeweiligen Zustan- des von Personen, z. B. nach einem Verkehrsunfall, verwendet werden. Den bisherigen Untersuchungsme- thoden und Reaktionstestgeräten haften durchwegs verschiedene Mängel an, welche sich in der Praxis der Gerichte als schwerwiegend erwiesen haben. Meistens besitzen diese Geräte den Mangel, dass es nicht möglich ist, den Befund sofort in objektiver Weise einwandfrei aktenmässig festzuhalten.
Beispielsweise ist ein Testgerät bekanntgeworden, welches auf photographischem Wege die Reaktions- zeit, aber keine Fehlleistung festzuhalten gestattet. Bei diesem Apparat wird bei der Betätigung einer
Taste durch den Prüfer ein Lichtsignal zum Aufleuchten gebracht, womit gleichzeitig ein Galvanometer auf einer nach Hundertsteln geeichten Skala zu laufen beginnt.
Der Prüfling muss seinerseits durch einen Tastendruck das Lichtsignal zum Verlöschen und das Gal- vanometer zum Stillstand bringen. Gleichzeitig löst er damit ein mit"Blitz"belichtetes Photo der Skala mit Zeiger aus, so dass die Reaktionszeit festgehalten wird. Dieses an sich sehr brauchbare Gerät ist aber im Aufbau sehr kompliziert und kann nicht für einen hinsichtlich verschiedener Farben und akustischer Si- gnale differenzierten Reaktionstest verwendet werden.
Ein anderes bekanntes Reaktionstestgerät besitzt eine erste Grupps von durch den Tester einschaltba- ren, verschiedenen, optischen und bzw. oder akustischen Signalen, mit deren Einschaltung jeweils ein
Zeitmesser in Gang gesetzt wird, und eine zweite Gruppe von entsprechenden Signalen, denen Schalter zugeordnet sind, mit deren Betätigung durch den Prüfling der dem eingeschalteten Signal der ersten Grup- pe zugeordnete Zeitmesser stillgesetzt wird.
Auch dieses Gerät entspricht aber in mehrfacher Hinsicht noch nicht den strengen Anforderungen. die heute an ein solches Gerät gestellt werden. Beispielsweise muss der Tester die gedrückte Taste solange ge- drückt und den zugeordneten Kontakt geschlossen halten, bis der Prüfling die zugeordnete Ausschalttaste drückt. Andernfalls werden falsche Messergebnisse erhalten. Ferner sind als Zeitmesser Geräte mit längs einer Zeitskala wanderndem Zeiger verwendet, der durch den Prüfling gestopt wird. Es ist also stets eine
Ablesung und schriftliche Protokollierung des Messergebnisses erforderlich, was wieder Irrtümer des Prüfers nicht ausschliesst, so dass das Messergebnis kein unanfechtbares Dokument darstellt, wie es z. B. in einem
Gerichtsverfahren gebraucht wird.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Reaktionstestgerät der vorstehend erwähnten Art, welches jedoch die genannten Nachteile des bekannten Gerätes nicht mehr aufweist. Das Zeitmessgerät kann durch einen beliebig kurzen Tastendruck des Testers in Betrieb und durch einen weiteren Tastendruck des Prüf- lings ausser Funktion gesetzt werden, wobei das Zeitmessgerät den zeitlichen Abstand dieser kurzzeitigen
Tastenbetätigungen festhält. Ferner wurde durch die Erfindung die Aufgabe gelöst, ein einwandfreies schriftliche Dokument über eine Mehrzahl gemessener Reaktionszeiten zur Verfügung zu stellen, das vom
Gerät automatisch angefertigt wird und somit durch keine Irrtümer des Testers verfälscht sein kann, was in einem gerichtlichen Verfahren von grösster Wichtigkeit ist.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass das Zeitmessgerät ein elektrischer Schreiber, vor- zugsweise Funkenschreiber mit einer Mehrzahl von Schreibelektroden ist, die in einem ersten Stromkreis liegen, und dass ein zweiter Stromkreis für jede Schreibelektrode einen Einschaltkontakt, ein die Einschaltung dem Prüfling anzeigendes optisches Signal und einen in Serie mit dem Einschaltkontakt liegen- den Ausschaltkontakt enthält, wobei durch die Einschaltkontakte über in Serie liegende erste Relais je ein
<Desc/Clms Page number 2>
Selbsthaltekontakt und je ein weiterer Kontakt gesteuert sind, welch letzterer je ein zweites Relais an Spannung legen, welches über je einen im Schreibelektrodenkreis liegenden Kontakt die zugehörige Schreibelektrode in Funktion setzt.
Der Antriebsmotor für den elektrischen Schreiber liegt zweckmässig in einem dritten, die Arbeitskontakte der zweiten Gruppe von Relais enthaltenden Stromkreis. Nach einer bevorzugten Ausführung arbeitet der elektrische Funkenschreiber mit Hochspannung, der die Schaltkontakte und Relais enthaltende Stromkreis mit Niederspannung und der Motorstromkreis mit Netzspannung.
Es hat sich für den Testvorgang als zweckmässig erwiesen, wenn die den Einschaltkontakten zugeord- neten optischen Signale neben den vorzugsweise als Leuchttasten ausgebildeten Ausschaltkontakten, jedoch in anderer Reihenfolge oder Anordnung vorgesehen sind.
Um die Vielfalt der Testmöglichkeit noch zu steigern, ist es zweckmässig, neben den optischen Signalen noch ein oder mehrere akustische, vom Tester einschaltbare Signale vorzusehen, denen je ein Ausschalter zugeordnet ist, wobei die Schaltung und Funktion jener der optischen Signale entspricht.
Weitere Merkmale und Vorteile des Erfindungsgegenstandes gehen aus dem nachstehend an Hand der Zeichnung näher erläuterten Ausführungsbeispiel der Erfindung hervor.
Die Zeichnung zeigt in Fig. 1 ein solches Gerät in Draufsicht und Fig. 2 ein Schaltbild des Gerätes.
Das dargestellte Testgerät (Fig. 1) besitzt ein kastenförmiges Gehäuse 1, das auf der Vorderseite, welche dem Prüfling gegenüber zu liegen kommt, eine pultartig abgeschrägte Fläche 2 aufweist. An der Oberseite sieht man ein Mehrfach-Funkenschreibgerät mit einem Schreibband 3 und sechs Funkenschreibelektroden 4. Das Schreibgerät erhält seinen Antrieb durch einen Synchronmotor 5. Auf der dem Tester zugewandten Seite des Gehäuses 1 befinden sich sechs Schalttaste Tl-T6, die mit Kontrollämpchen Kl - K6 (Fig. 2) kombiniert sind. Auf der schrägen, dem Prüfling zugewandten Fläche sind dagegen zwei übereinanderliegende Reihen von Leuchtfeldern vorgesehen.
In der oberen Reihe befinden sich die Leuchtfelder LI - L5, welche verschiedene Farben und Symbole zeigen ; beispielsweise zeigt Ll eine grüne, L2 eine rote, L3 eine orange Farbe, L4 einen nach rechts gerichteten Pfeil und L5 einen nach links gerichteten Pfeil. Das Feld L6 ist eine durch ein Gitter verdeckte Öffnung, hinter der sich ein Summer S (Fig. 2) befindet. Darunter befindet sich eine Reihe von Leuchttasten LT1-LT6, welche die gleichen Farben bzw.
Symbole zeigen, jedoch in völlig anderer, ungeordneter Reihenfolge angebracht sind.
Aufbau und Wirkungsweise dieses Testgerätes wird nachstehend an Hand des Schaltschemas Fig. 2 näher erläutert.
EMI2.1
anschliessbarz. B. 6V gespeist. Der zweite Stromkreis, der unmittelbar am Netz liegt, speist den Synchronmotor 5 für den Antrieb des Schreibbandes 3 des Funkenschreibers Fu und der dritte Stromkreis wird durch einen
Transformator Tr2 gespeist, dessen Sekundärseite Hochspannung von z. B. 10000 V für die Elektroden des Funkenschreibers liefert.
Mit Einschaltung des Hauptschalters HS leuchten die Lämpchen Bl-B5 auf, welche in die Schalttasten LT1-LT5 eingebaut sind.
Die eigentlichen Signalstromkreise enthalten je eine Einschalttaste Tl-T6, welche mit je einem Kontrollämpchen Kl - K6 kombiniert ist, eine damit in Serie liegende Ausschalttaste LT1-LT6 und ein Relais A - F, welche Relais bei Ansprechen je zwei Arbeitskontakte al - fl und a2-f2 schliessen, wovon die ersteren das Relais unter Spannung halten, auch wenn die Einschalttaste Tl - T6 losgelassen wird. Die Kontakte a2-f2 liegen in Serie mit je einem weiteren Relais G-M, die beim Ansprechen je zwei Kontakte gl - ml bzw. g2 - m2 schliessen. Erstere legen den Motor 5, letztere je eine Funkenschreibelektrode an die zugehörige Spannung.
Zu den Relais A - E sind die Lämpchen der Leuchtfelder LI - L5 parallel geschaltet. Zum Relais F parallel liegt ein Summer oder anderes akustisches Signal S.
Der Testvorgang geht nun wie folgt vor sich : der Tester schliesst durch Druck auf z. B. die Taste Tl denSignalstromkreis mit dem Relais A, wobei das zugehörige Kontrollämpchen Kl und ebenso das Leuchtfeld Ll aufleuchtet, der Bandantriebsmotor 5 zu laufen beginnt und der Funkenschreiber in der zum Kontakt g2 gehörigen Zeile eine Linie aufzuschreiben beginnt.
Der Prüfling hat nun die Aufgabe, so rasch als möglich jene Ausschalttaste, z. B. LT1 zu drücken, welche der vom Tester betätigten Einschalttasie, z. B. Ll entspricht. Drückt er die richtige Schalttaste, z. B. LT1, so wird der Stromkreis zu den Relais A und G kurzzeitig unterbrochen, das Schreibband stillgesetzt und der Funkenschreiber abgeschaltet. Die Zeitdauer zwischen der Einschaltung und der Ausschaltung, also die Reaktionszeit des Prüflings, ist daher am Schreibband durch die Länge des geschriebenen Striches ablesbar. Drückt der Prüfling dagegen eine falsche Taste, z. B. LT2, so werden die Relais A bzw. G nicht stromlos und der Strich wird weitergeschrieben, bis der Prüfling seinen Irrtum erkannt hat und die richtige Taste betätigt.
<Desc/Clms Page number 3>
EMI3.1