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Klinge oder Lamelle
Gegenstand der Erfindung ist eine Klinge oder Lamelle auf der Unterseite von rotierenden Tellern an
Maschinen zum Einebnen, Verstreichen, insbesondere Glätten von Decken, Innen- und Aussenwänden so- wie auch Bodenoberflächen bzw. deren Belägen, solange sich diese noch im verformbaren Zustande be- finden.
Es handelt sich dabei um die Oberflächenbearbeitung von Verputz, Mörtel, Gips und andern Belägen mit und ohne Zuschlagstoffen aus Kunststoffen.
Es sind Schleifwerkzeuge bekannt, deren um senkrechte Achsen rotierende Scheiben auf ihrer Unterseite schräggestellte elastische Lamellen aufweisen. Bei diesen Schleifwerkzeugen geht es aber um eine spanabhebende Verformung von Marmor- oder Glasflächen, wobei aber nicht die Klingen oder Lamellen das eigentliche Arbeitsmittel sind, sondern eine Schleifflüssigkeit.
Weiters ist eine Vorrichtung bekannt, bei der keine elastischen Klingen vorhanden sind, sondern so- genannte Vorschneide-und Durchdrückmesser, die auf der Stirnfläche eines Ringes befestigt sind und schon infolge der s-förmigen senkrechten Querschnittsform nicht elastisch wirken können, vielmehr eine Starre annehmen, damit sie einen nach unten gerichteten Druck auf das in einer Trommel befindliche Gemisch aus Stoffen zur Herstellung eines mosaikartigen Fussbodenbelages ausüben können. Der Stoff des Fussbodenbelages wird durch einen siebartis durchbrochenen, d. h. mit Löchern versehenen Boden der Trommel mittelsderDurchdrückmesserhindurchgedruckt, eheerzum Belegen eines Fussbodens verwendbar ist. Es sind also starre Messer vorgesehen, die nicht zum Glätten diesen.
Für den in der Einleitung beschriebenen Zweck weist erfindungsgemäss jede Klinge aus Edelbandstahl oder blattförmigem Kunststoff als völlig ebenes Blatt in viereckiger Form, vorzugsweise Parallelogrammform, eine derartige federnde Eigenschaft auf, dass sie bei Entspannung an der Arbeitskante einen der Belastung entsprechenden aber gleichbleibenden Druck auf die einzuebnende Fläche von Decken, Wänden, Böden ausübt.
Hiebei entsprechen die Klingen aus Edelbandstahl von zirka 0, 1 bis 0,3 mm Stärke hinsichtlich der bei der Benutzung wirksamen Elastizität angenähert Kunststoffklingen mit einer Blattstärke von etwa 1 bis2 mm.
Es hat sich gezeigt, dass die Klingen bei einer bestimmten Elastizität eine grössere Leistungsfähigkeit und Glättwirkung ergeben, als wenn sie vollkommen starr oder nur wenig elastiscn ausgebildet sind. Bei der erfindungsgemässen Maschine dienen die schräggestellten elastischen Lamellen zum Einebnen oder Glätten und auch Spachteln von Decken, Innen-und Aussenwänden sowie auch Bodenoberflächen bzw. deren Belägen, insbesondere Steinholzfussböden, solange sich diese noch verformen lassen. Zum Polieren von Marmor- oder Glasflächen ist die Maschine ungeeignet und auch nicht dafür vorgesehen.
Bei der Bearbeitung von Belägen aus Kunststein u. dgl. hat es sich als besonders vorteilhafte erfinderische Massnahme erwiesen, wenn jede benutzte Klinge auf der Arbeits - oder Unterseite mit einem dichten Filz, Schaumgummi od. dgl. überklebt ist, um bei ganz dünnen Schichten des Belagmaterials die Poren zu verschliessen. Es genügt dabei, wenn nur der der Abnutzung unterliegende Teil der Unterseite einer Klinge mit Filz überzogen ist.
Um auch mit kleinen, nur einreihig bestückten Tellern sowohl einen grossen Flächenbereich bestreichen und vorstehende Kanten von auf der zu bearbeitenden Fläche angebrachten Gegenständen noch unterfahren zu können, wird die Klinge in Parallelogrammform ausgeführt, wobei ihre parallelen Seiten-
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kanten, die zur Senkrechten der Arbeitskante einen Winkel von 15 bis 200 bilden, radial weiter nach aussen rücken.
Der vorher erwähnte Schrägstellungswinkel muss umso grösser sein, je grösser der Winkel ist, den die
Spannkante der Klinge mit dem vom äusseren Eckpunkt der Spannkante gezogenenTellerradius einschliesst ; dieser Winkel vonl0 bis30 wird inAufsicht auf die Unterseite eines Tellers von der geneigten Fläche einer Klinge oder mehrerer nebeneinander angeordneter Klingen bedeckt, so dass der innereEckpunkt derSpann- kante in bezug auf den äusseren Eckpunkt derselben in Drehrichtung vorauseilt. Das gilt in gleicher Weise für den Winkel, den die Arbeitskante einer Klinge mit dem vom Eckpunkt der Arbeitskante nach innen gezogenen Radius einschliesst, mit dem Unterschied, dass dieser Winkel bei zunehmender Abnutzung einer Klinge kleiner wird.
Es kann insbesondere bei grösseren Tellerflächen zweckmässig sein, an Stelle einer einreihigen Klingenanordnung in Umfangsrichtung eines Tellers zwei oder mehr Klingen nebeneinander anzuordnen.
Vorzugsweise sind auf der Unterseite des Tellers die Klingen nach gleichen Tellersektoren ausgelegt und befestigt, wobei in jedem Sektor längs der in der Drehrichtung vorderen, im wesentlichen radialen Sektorkante dieKlingen inReihe hintereinander angeordnet und 11l jeder nachtolgendenSektorrelhestets um eine Klinge weniger amTeller vorgesehen sind bzw. dass in jedem Tellersektor die Bestückung mit Klingen in umgekehrter Weise erfolgt.
Dabei muss darauf geachtet werden, dass seitliche Parallelogrammkanten nicht unmittelbar aufeinander folgen, sondern versetzt zueinander iJ Umfangsrichtung verlaufen, damit dadurch bei der Rotation eines Tellers keine Riefen entstehen können.
Zur Gewichtserleichterung ist es erfindungsgemäss vorteilhaft, einen Teller zwischen den zur Befestigung dienendenRippen zu durchbrechen und darüber hinaus den Teller aus Leichtmetall herzustellen.
Da sowohl die Neigung der Klingen als auch ihre Elastizität an das zu bearbeitende Oberflächenmaterial in bezug auf dessen Elastizität angepasst werden muss, sind Massnahmen zur Möglichkeit der Ver- änderung der genannten Grössen zu treffen. Die Klingen sind daher auswechselbar am Teller befestigt. Es können schwach keilförmige Unterlagstreifen mit gewünschtem Keilwinkel vorgesehen werden. Es können auch mehrere Klingen aufeinandergelegt werden, wobei zweckmässig die am Umfang gelegene Reihe stärker bestückt ist als die übrigen Reihen.
Es besteht auch die Möglichkeit,mit derLänge der Klingen und der davon abhängigen Schrägstellung auf dem Teller nach Erfahrungswerten zu variieren.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Ansprüchen. In der Zeichnung zeigen Fig. l eine elastische Klinge gemäss der Erfindung ; Fig. 2 einen senkrechten Schnitt nach der Linie A - B von Fig. l ; Fig. 3 eine Draufsicht auf einen kleineren rotierenden Teller, der mit zehn Klingen bestückt ist ; Fig. 4 eine vollständige Seitenansicht auf den Teller nach Fig. 3 ; Fig. 5 einen belasteten Teller mit einer Klinge in einer unvollständigen Seitenansicht, Fig. 6 eine Druntersicht auf einen grösseren Teller mit abwechselnder Klingenfolge in Umfangsrichtung zu einem und zwei Stück und insgesamt 15 Klingen bei einfacher Anordnung ; Fig. 7 das Arbeitsende einer Klinge, die mit Schaumgummi beklebt ist ;
Fig. 8 das Arbeitsende von drei aufeinandergelegten Klingen, die noch unbenutzt sind und Fig. 9 dieselben Klingen wie in Fig. 8, aber nach einiger Zeit der Abnutzung.
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allen Figuren bezeichnet 1 die Klinge oder Lamelle. mit der der rotierende Teller 2 nach Fig.Elektromotor angebrachten Handgriff versehen werden, damit die Maschine bequem von Hand mittels der Klingen an der Unterseite des Tellers über die zu bearbeitende Fläche bewegt werden kann. Die Maschine mit dem grösseren Teller 2 nach Fig. 6 wird zweckmässig mit einem verlängerten Stiel versehen, damit sie auch über Bodenflächen aus plastischen Massen ohne Betreten der gerade verlegten Beläge verschoben werden kann.
Dieser Vorgang ist aus Fig. 4 vor Arbeitsbeginn und aus Fig. 5 während einer Zeit der Benutzung zu ersehen ; denn die Klingen sind so elastisch, dass sie sich mehr oder weniger biegen, was von dem Gewicht abhängt, durch das die Klingen belastet werden. In manchen Fällen, z. B. bei der Bearbeitung von Kunststeinbelägen od. dgl. hat es als zweckmässig sich erwiesen, die Unterseite der Klingen 1 mit Filz 7, Schaumgummi od. dgl. zu bekleben, der sich natürlich mit der Zeit abnützt, anderseits infolge seiner Nachgiebigkeit immer der Klingenarbeitskante die eigentliche Flächenberührung überlässt.
Die Unterseite der Klingen, die mit Filz od. dgl. beklebt sind, ist mit 6 bezeichnet. Der Filz 7 braucht,
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wie dargestellt, nur die für die Abnutzung vorgesehene Klingenlänge bedecken. Es soll noch darauf hin- gewiesen werden, dass die Spannhöhe x nach Fig. 4 sich bei Belastung auf die Höhe y verringert.
Wie in den Fig. 4 und 5 ersichtlich ist, sind die Klingen 1 mittels Schrauben 15 an der Unterseite eines Tellers 2 befestigt, wozu die Klingen 1 Löcher 3 besitzen, die zum leichteren Auswechseln der Klingen bajonettartig ausgeführt sein können, was auch für etwa unterzulegende keilförmige Streifen zur
Neigungswinkeländerung angewendet werden kann. In Fig. 1 ist der Parallelogrammwinkel a mit etwa 150 angedeutet. Die Klingenstärke ist in Fig. 2 mit S angegeben. In den beiden Fig. 3 und 6 ist der Umdrehungspfeil z eingetragen. Fig. 6 lässt die ausserradiale Ausrichtung der Klingen 1 erkennen, welche entweder durch den Winkel ss an der Spannkante ö oder durch den Winkel y an der Arbeitskante 4 ange- geben werden kann. Die über den Umfang eines Tellers 2 hinausreichenden Arbeitskanten sind in beiden
Fig. 3 und 6 ersichtlich.
Die bei grösseren Tellern 2 zur Gewichtserleichterung vorgesehenen Ausschnitte
9 sind in Fig. 6 dargestellt, woraus auch erkennbar ist, dass auf der äusseren Umfangsreihe zehn Klingen und auf der inneren Umfangsreihe nur fünf Klingen 10 auf der Tellerunterseite befestigt sind. Die Befestigungschrauben sind fortgelassen. Die Fig. 8 und 9 zeigen drei übereinandergelegte Klingen la, lb, lc bei Ar- beitsbeginn in Fig. 8 und nach einiger Benutzungszeit in Fig. 9.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Klinge oder Lamelle auf der Unterseite von rotierenden Tellern an Maschinen zum Einebnen, Verstreichen, insbesondere Glätten von Decken, Innen-und Aussenwänden sowie auch Bodenoberflächen bzw. von deren Belägen u. dgl., solange sich diese noch im verformbaren Zustand befinden, dadurch gekennzeichnet, dass sie (1, 10) als völlig ebenem Blatt in viereckiger Form, vorzugsweise Parallelogramm-Form, eine derartige federnde Eigenschaft aufweist, dass sie bei Einspannung an der der Arbeitskante (4) gegen- über befindlichen Kante mittels lösbarer Festspannbacken, Schrauben (15) od. dgl. mit der Arbeitskante einen der Belastung entsprechenden gleichbleibenden Druck auf die einzuebnende Fläche von Decken, Wänden, Böden ausübt (Fig. 1 bis 6).