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Verfahren zur Herstellung von Damenstrümpfen
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Damenstrümpfen, bei welchem eine Schlauchware am Fuss zugestrickt oder zugenäht, die derart erhaltenen, rohweissen Strümpfe auf Metallstrumpfformen aufgezogen und auf diesen geformt und/oder gefärbt werden.
In dieser Weise wurden bislang insbesondere nahtlose Damenstrümpfe aus verformbaren Gewirken oder Gestricken aus linearen Superpolymeren behandelt. Die einzelnen weissen Rohstrümpfe, die gegebenenfalls bereits in diesem Zustande schon auf ihre Güte überprüft worden waren, wurden jeder fürsich auf eine Metallform aufgezogen, die erforderlichenfalls heizbar war. Der auf die Strumpfform aufgezogene Einzelstrumpf wurde gefärbt bzw. in einem geeigneten Behälter so verformt, dass Spitze, Ferse und Wade die gewünschte Form erhielten. Die rohweisse Ware wurde entweder in einem zusätzlichen Arbeitsgang oder gleichzeitig während des Formens gefärbt. Nach dem Färben und/oder Formen wurden die einzelnen Strümpfe von ihrer Form abgezogen und mussten darauf, gegebenenfalls nach einer nochmali gen Güteprü- fung, gepaart werden.
Bedingt durch die Temperatur und den Feuchtigkeitseinfluss beim Formen und/oder Färben und auch durch klimatische Einflüsse beim späteren Lagern vor dem Vorgang des Paarens fallen die einzelnen Strümpfe trotz genauester Einstellungen der Wirk- oder Strickmaschinen in verschiedenen Längen und Grössen an und müssen von Hand entsprechend sortiert werden. Bei diesem Sortieren werden die von der
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paart. Dieses Paaren erfolgt dadurch, dass die Paarerin aus einem Packen Einzelstrümpfe sich jeweils einen Strumpf herausgreift und diesen mit etwa 8-12 verschieden langen Strümpfen vergleicht, die vor ihr auf dem Tisch liegen. Beispielsweise werden für die Grösse 8 1/2 Einzelstrümpfe mit einer Länge von 78 bis 85 cm verwendet, die dann etwa mit einer Toleranz von 10 bis 20 mm voneinander zugeordnet werden müssen.
Hat die Paarerin einen gleichlangen Strumpf für den aus dem Packen genommenen Strumpf herausgefunden, so werden diese beiden Strümpfe zurBeutlerin gegeben, welche das Verpacken vornimmt.
Dieser Vorgang ist überaus zeitraubend und unwirtschaftlich und ist mit den üblichen Fehlern behaftet, die bei nicht maschinellem Arbeiten auftreten. Es ist auch möglich, eine maschinelle Vorsortierung vorzunehmen, bei welcher die Strümpfe mit einer bestimmten Lä'1gentoleranz anfallen, die vielleicht für Strümpfe II. Wahl noch tragbar ist. Bei dieser Vorsortierung werden die Strümpfe in verschiedenen Packen mit jeweils z. B. 3 cm Längenunterschied aufgestapelt, worauf wieder das lästige Paaren oder Zuordnen von der Paarerin durchgeführt werden muss, um beispielsweise die für Strümpfe I. Wahl erforderliche Toleranz von z. B. 10 mm zu erzielen.
Abgesehen von den Temperatur- und Feuchtigkeitseinflüssen, welche Ungleichmässigkeiten in Form und Grösse der Strümpfe erzeugen, wurde nun festgestellt, dass ein wesentlicher Teil der Ungleichmässigkeiten in Strumpflänge und Fussgrösse dadurch entsteht, dass beim einzelnen Aufziehen der Strümpfe auf die jeweiligen Strumpfformen eine verschieden grosse Spannung oder ein verschieden starker Zug aufgewendet wird, d. h. der eine Strumpf wird etwas stärker über die Form gezogen und dehnt sich mehr, während der andere Strumpf mit weniger Spannung aufgezogen wird. Man erhält dadurch im ersten Fall einen Strumpf, der etwas länger ist, während der mit geringerer Spannung aufgezogene Strumpf nach dem Formen oder Färben etwas kürzer ist.
Derartige Fehler liessen sich bislang nicht vermeiden, da das Aufziehen der Strümpfe nicht maschinell durchgeführt werden kann. Diese Unregelmässigkeiten treten ins-
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besondere dann auf, wenn die meist sternförmig und schwenkbar um eine senkrechte Achse angeordneten Strumpfformen in dem trommelförmigenBehälter von mehr als einer Arbeiterin mit Strümpfen überzogen werden. Hiebei spielt die Körpergrösse der Arbeiterin insofern eine Rolle, als eine kleinere Arbeiterin naturgemäss beim Aufziehen der Strümpfe mehr Zugspannung aufwenden wird, da sich ihre Hände in der Endstellung des Aufziehens in einer höheren Lage befinden als bei einer grösseren Arbeiterin.
Weiterhin wurde festgestellt, dass sich Unregelmässigkeiten in der Strumpflänge auch beim Abziehen der einzelnen Strümpfe von der Strumpfform ergeben. Dieser Vorgang wird ebenfalls von Hand durchgeführt und kann ebenfalls genau wie das Aufziehen mit mehr oder weniger Kraft und je nach Stellung, Kraftaufwand und Konstitution der Arbeiterin mit verschiedener Zugstärke erfolgen.
ZurBehebung dieser Nachteile wird nun nach der Erfindung vorgeschlagen, dass bei dem eingangs erwähnten Verfahren auf jede Metallstrumpfform jeweils zwei Strümpfe übereinander aufgezogen und nach dem Formvorgang und/oder Färbevorgang gemeinsam abgezogen, gegebenenfalls überprüft und in übereinandergezogenem Zustand verpackt werden.
Durch eine derartige Massnahme wird erreicht, dass die oben erwähnten, unterschiedlichen Spannungen beim Aufziehen und insbesondere beim Abziehen beseitigt werden. Wenn nämlich bereits ein Strumpf aufgezogen ist, so ist es für die Arbeiterin nicht schwer, den zweiten Strumpf derart überzuziehen, dass er mit seinem Ende mit dem Ende des andern bereits aufgezogenen Strumpfes abschneidet. Somit habenbeide Strümpfe vor dem Form-oder Färbvorgang auf der Metallform die gleiche Länge. Durch das gemeinsame Abziehen von beiden Strümpfen wird gewährleistet, dass diese beiden Strümpfe, welche später ein Paar bilden, ebenfalls unter der gleichen Zugspannung von der Form genommen werden.
Hiebei können zwar geringe Abweichungen gegenüber einem ändern Paar entstehen, welches von einer andern Arbeiterin unter andern Bedingungen abgezogen wird, jedoch zeigen die beiden gemeinsam von der Form abgezogenen Strümpfe keine Unterschiede bezüglich Länge, Fersenausbildung usw.
Ein wesentlicher Vorteil bei diesem Verfahren ist der vollständige Wegfall des zeitraubenden Paarens, nämlich des Zuordnens der einzelnen Strümpfe zueinander. Die Arbeitsersparnis mit dem erfindungsgemässen Verfahren ist beträchtlich und beträgt etwa 40Ça. Belässt man die derart übereinander gezogenen Strümpfe in ihrer Lage, so wird eine Form- oder Grössenänderung durch klimatische Einflüsse beim Verpacken oder Lagern sich gleichmässig auf beide Strümpfe auswirken, wodurch gewährleistet wird, dass das verkaufte Strumpfpaar jeweils aus zwei Strümpfen von identischer Form, Grösse oder Länge besteht.
Selbstverständlich ist es möglich, beide Strümpfe kurz vor dem Verpacken auseinander zu ziehen und getrennt in päckchen oder Schachteln abzupacken. Dieses erfordert jedoch einen zusätzlichen Arbeitsgang, der nicht notwendig ist und ebenfalls eingespart werden kann.
Das erfindungsgemässe Verfahren bricht bewusst mit den althergebrachten Anschauungen, nach welchen es bislang nicht möglich gewesen sein sollte, zwei übereinander gezogene Strümpfe gleichzeitig gleichmässig zu formen oder zu färben. Hiebei wirkt sich günstig aus, dass die modernen Damenstrümpfe überaus zarte Gebilde sind und selbst am Rand nicht mehr derart verstärkt sind, dass eine ungleichmässige Färbung auftritt. Sollte bei einem stärkeren Rand eine geringe und tolerierbare unterschiedliche Färbung wegen der besonderen Dicke der hier aufeinanderliegenden Gestricke auftreten, wird der Käufer keinen Anstoss daran nehmen, zumal dieser Teil des Strumpfes in der Regel nicht sichtbar ist.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens besteht ausser der Einsparung des gesamten Arbeitsvorganges des Paarens noch darin, dass die vorhandene Kapazität an Form- und Färbvorrichtungen nunmehr in einem weitaus höheren Grad ausgenutzt werden kann. Während bislang beispielsweise eine Formmaschine mit 100 metallenen Strumpfformen in einem Arbeitsgang nur 100 Einzelstrümpfe, also 50 Paare, aufnehmen konnte, ist es nunmehr möglich, die doppelte Anzahl, nämlich 100 Paare, in einem Arbeitsgang zu verarbeiten. Selbstverständlich ist es auch möglich, mehr als zwei Strümpfe, also drei, vier oder auch mehr Strümpfe, auf die entsprechende Form aufzuziehen ; hiemit wird zwar die Kapazität der Strumpfform mehr ausgenutzt, jedoch müssen dann diese Strümpfe in Gruppen zu je zwei Strümpfen von der Formmaschine abgezogen werden.
Ein derartiges Vorgehen mag in Sonderfällen von Interesse sein und wird demzufolge ebenfalls durch die Erfindung mit erfasst.
Das erfindungsgemässe Verfahren lässt sich noch weiter dadurch vereinfachen, dass die Strümpfe an ihrer Fussspitze von aussen, vorzugsweise überwendlich oder mit einer Kettelnaht, zugenäht und ohne weiteres Wenden auf die Metallstrumpfform gezogen werden. Durch dieses neuartige Arbeitsverfahren entfallen weitere Arbeitsschritte, welche die Strumpfherstellung bislang erheblich verteuerten. Es war nämlich bisher üblich, den Strumpf an der Spitze zu vernähen, die überstehenden Fäden durch das sogenannte Trimmen zu entfernen und die Strümpfe danach umzuwenden. Diese beiden Arbeitsgänge entfallen also ebenfalls.
Selbstverständlich ist es auch möglich, die oben erwähnte Vereinfachung des
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doppelten Aufziehens von zwei ein Paar bildenden Strümpfen nicht durchzuführen und nur das Trimmen und Wenden durch Vernähen von aussen wegfallen zu lassen.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Damenstrümpfen, bei welchem eine Schlauchware am Fuss zugestrickt oder zugenäht, die derart erhaltenen rohweissen Strümpfen auf Metallstrumpfformen aufgezogen und auf diesen geformt und/oder gefärbt werden, dadurch gekennzeichnet, dass auf jede Metallstrumpfform jeweils zwei Strümpfe übereinander aufgezogen und nach dem Formvorgang und/oder Färbevorgang gemeinsam abgezogen, gegebenenfalls überprüft und in übereinandergezogenem Zustand verpackt werden.