AT228390B - Verfahren zur Herstellung mikrobieller Stoffwechselprodukte und deren Derivate - Google Patents
Verfahren zur Herstellung mikrobieller Stoffwechselprodukte und deren DerivateInfo
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Description
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Verfahren zur Herstellung mikrobieller Stoffwechselprodukte und deren Derivate
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung mikrobielle Stoffwechselprodukte aus Mikroorganismen, insbesondere symbiotischen Mikroorganismen. Es ist bekannt, dass eine Reihe von Mikroorganismen bei ihrer Vermehrung zahlreiche Stoffe erzeugen, denen für den normalen Ablauf der Lebensfunktionen bei Mensch, Tier und Pflanze eine wesentliche, lebenserhaltende Bedeutung zukommt. Vielfach besteht zwischen diesen Mikroorganismen und dem diese beherbergenden Wirtsorganismus eine enge Symbiose. Wird diese Symbiose gestört, sei es durch bakterizide und bakteriostatische Medikamente oder durch Schädigung des Zellsubstrates am natürlichen Standort der symbiotischen Bakterien z.
B. durch Anwendung aller Art von Strahlungen, so treten vielfach erhebliche Schädigungen der symbiotischen Beziehungen zwischen Mikroorganismus und Wirtsorganismus auf, die den normalen Ablauf der Lebensfunktionen beider Organismen hintanhalten, wenn nicht überhaupt zum Erliegen bringen.
Es wurde nun gefunden, dass diese aus einer Störung der Symbiose zwischen Mikroorganismus und Wirtsorganismus herrührenden Schädigungen verhindert werden können, wenn man dem Makroorganismus die Stoffwechselprodukte der symbiotischen Mikroorganismen zuführt.
Erfindungsgemäss können diese Stoffwechselprodukte dadurch erhalten werden, indem man den Nährlösungen, in welchen die symbiotischen Bakterien als Bakterienkulturen gezüchtet werden, Substrate zusetzt, die dem natürlichen Milieu dieser Bakterien entsprechen und aus Milch und bzw. oder Gewebeextrakten des betreffenden Milieus gewonnen werden und indem man gegebenenfalls die so erhaltenen Stoffwechselprodukte in an sich bekannter Weise in einzelne in der Wirkung besonders erwünschte Fraktionen aufspaltet.
In vielen Fällen hat es sich auch als zweckmässig erwiesen, den Nährlösungen, in welchen die Bakterienkulturen gezüchtet werden, zusätzliche Organextrakte, wie beispielsweise aus der Leber, der Milz, dem Knochenmark u. dgl. zuzusetzen. Die Gewebeextrakte, die erfindungsgemäss aus dem betreffenden Milieu gewonnen und den Nährlösungen zugesetzt werden sollen, richten sich ganz nach den Mikroorganismen, die in symbiotischer Beziehung in oder auf dem betreffenden Milieu leben.
So werden Mikroorganismen, die in natürlicher Weise in oder auf der Schleimhaut der oberen Luftwege leben, vorzugsweise unter Zusatz von Gewebeextrakten aus diesen Schleimhäuten gezüchtet werden, während Mikroorganismen, die einzelnen bestimmten Darmabschnitten zugehören, mit Gewebeextrakten aus diesen Abschnitten der Darmschleimhaut vorzugsweise gezüchtet werden. Gleiches gilt für Züchtung von Mikroorganismen, deren zugehöriges Milieu in der Vaginalschleimhaut zu suchen ist.
Die durch vorliegendes Verfahren gewonnenen Stoffwechselprodukte können dann in bekannter Weise, ohne an Wirkung einzubüssen, zu trockenen Substanzen aufgearbeitet werden. Es ist dabei selbstverständlich, dass in schonender Weise, d. h. ohne Anwendung hoher Temperatur im Vakuum oder durch Sprühverfahren kontinuierlich oder ansatzweise vorgegangen werden muss.
Um besondere Wirkungen zu erzielen, hat es sich auch als wertvoll erwiesen, dass die gewonbenen Stoffwechselprodukte auf geeignete Adsorptionsmittel aufgebracht wurden, wodurch Stabilität und Un- empfindlichkeit gegen Umweltsfaktoren gesichert wurden. Gleichfalls können die Stoffwechselprodukte unter schonenden Bedingungen mit andern chemischen Verbindungen anorganischer oder organischer Natur zur
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Umsetzung oderAnlagerung gebracht werden. beispielsweise mit Salzen des 2-und 3-wertigen Eisens oder auch mit Essigsäure. wobei anscheinend eine Acetylierung an bestimmten Stellen der Stoffwechselproduktmoleküle eintritt.
Bakterienprodukte sind bereits in der Weise hergestellt worden, dass Tuberkelbazillen, Pneumococcen, aber auch Colibakterien auf flüssigem oder festem Blutplasma gezüchtet werden und die abscheidbare Nähr-Flüssigkeit, welche die Bakterienprodukte enthält, von den Bakterien getrennt wird. Die beispielsweise durch Filtrieren oder Zentrifugieren erhaltene Flüssigkeit kann dann zur Verhinderung von BakterienInfektionen dienen. Dieser Zweck kann aber durch das bekannte Verfahren nur sehr unvollkommen erreicht werden, da Plasma z. B. für Colibakterien einen unspezifischen Nährboden bildet.
Erfindungsgemäss werden aber Mikroorganismen, welche auf gesunden Schleimhäuten des Darmes, der Vagina oder der oberen Luftwege vorkommen, auf solchen Nährböden gezüchtet, welchen Substrate zugesetzt werden, die aus den frischen, dem lebenden Zustand entsprechenden Schleimhäuten des Darmes, der Vagina oder der oberen Luftwege gewonnen wurden. Die Bakterien befinden sich also in einem Milieu, welches weitgehend den Bedingungen entspricht, welche diese Bakterien im lebenden Organismus vorfinden. Dadurch wird eine optimale Entwicklung der Bakterien unter Bildung hochwirksamer Stoffwechselprodukte erzielt. Dieses hochwertige, nach BebrütUng bei Körpertemperaturen erhaltene Bakterien-Zellsubstrat wird z.
B. zentrifugiert, die überstehende Flüssigkeit keimfrei filtriert und können die so gewonnenen Bakterienstoffwechselprodukte peroral oder in entsprechender Verdünnung parenteral verabreicht werden, was zur raschen und vollständigen Normalisierung der Funktion der entsprechenden Organe, z. B. des Darmes führt.
Um die Erfindung noch näher zu erläutern, sei folgendes Beispiel gegeben, das jedoch die Erfindung nicht begrenzen soll.
Zur Gewinnung von Stoffwechselprodukten symbiotischer Darmbakterien werden 1001 einer gebräuchlichen synthetischen Nährlösung mit 25 I Milch und 2 1 Extrakt aus frischer, dem lebenden Zustand ent-
EMI2.1
Erreichung maximalen Wachstums bebrütet. Das mit den Bakterienstoffwechselprodukten angereicherte Nährsubstrat wird durch keimfreie Filtration von den Bakterien getrennt und in mehreren Stufen im Vakuum eingeengt und schliesslich durch Versprühen vollständig getrocknet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung mikrobieller Stoffwechselprodukte durch Züchtung von Mikroorganismen auf sterilen, Organextrakte enthaltenden Nährböden und Entfernen der Mikroorganismen von den Stoffwechselprodukten, dadurch gekennzeichnet, dass auf gesunden Schleimhäuten des Darmes, der Vagina oder der oberen Luftwege vorkommende Mikroorganismen auf Nährböden gezüchtet werden. welchen Substrate zugesetzt werden, die aus den frischen, dem lebenden Zustand entsprechenden, obgenannten Schleimhäuten gewonnen wurden, worauf die an Stoffwechselprodukten angereicherte Nährlösung aufgearbeitet wird.
Claims (1)
- 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass die Nährlösungen ausserdem noch mit Milch versetzt werden.3. Ausgestaltung der Verfahren nach den Ansprüchenl und 2, dadurch gekennzeichnet, dass diese Stoffwechselprodukte mit Salzen des zwei-oder dreiwertigen Eisens in üblicher Weise umgesetzt werden.4. Ausgestaltung der Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass diese Stoffwechselprodukte mit Essigsäure in üblicher Weise umgesetzt werden.
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