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Photographischer Blendenverschluss
Gegenstand der Erfindung ist ein photographischer Blendenverschluss nach Patent Nr. 220471, bei wel- chem die den gesamten Verschlussantriebsmechanismus tragende Platte gegenüber dem mit dem Ver- schlussantriebsmechanismus gekuppelten Sektorenantriebsring im Ruhezustand desselben verstellbar ist, wo- bei durch einen Anschlag an der Platte der Bewegungsweg des Sektorenantriebsringes beim Verschlussab- lauf einstellbar ist. Bei diesem Verschluss werden zwar Belichtungszeit und Blendenöffnung in Abhängig- keit voneinander gesteuert, jedoch ist es hiebei nicht ohne weiteres möglich, verschiedene Verschlüsse sonst gleicher Abmessungen mit verschiedenen Steuerprogrammen auszurüsten.
Zur Vermeidung dieses Nachteiles wird gemäss der Erfindung vorgeschlagen, dass mit einer Bclich- tungsregelvorrichtung zwei Steuerkurven zusammenwirken, von denen die eine zur Steuerung der Blenden- öffnung und Zustellung des Hemmwerkrechens in funktioneller Abhängigkeit voneinander und die andere zur Zu- und Abschaltung von Hemmwerkteilen dient. Nach einem besonders vorteilhaften Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass bei Durchlaufen eines Lichtwertbereiches die Blende zweimal die grösste Blendenöffnung und der Hemmwerkrechen zweimal die dieser grössten Blendenöffnung zugehörige Zustellung durchläuft und dass in dem Lichtwertbereich, welcher der ersten Zustellung entspricht, dem Hemm werkrechen weitere Hemmwerkteile, vorzugsweise ein Anker, zugeschaltet sind.
Zweckmässigerweise besitzt hiezu der Hemmwerkrechen eine Steuerkurve, welche mit einem gehäusefesten Stift zusammenwirkt, wodurch der Hemmwerkrechen je nach der die Blendenöffnung bestimmenden Drehung der den Verschlussantrieb tragenden Platine im Ruhezustand des Verschlusses einen den Verschluss betätigenden Schleuderarm vor dem Abrisspunkt, jedoch bei angenähert auf den gewünschten Blendenwert geöffneten Sektoren, mehr oder weniger hemmt. Erfindungsgemäss erfolgt die Zuschaltung des an- und abschaltbaren Hemmwerkteiles kurz vor Ablauf des Hemmwerkes.
Nach einer erfindungsgemässen Ausgestaltung erfolgt die Zuschaltung des an- und abschaltbaren Hemmwerkteiles durch die Kurve über zwei Zwischenhebel, wobei der eine Zwischenhebel durch einen Stift des Sektorenantriebsringes gesteuert wird. Hiebei kann zur weitgehenden Entlastung des Sektorenantriebsringes von störenden hemmenden Kräften zur Zuschaltung des an- und abschaltbaren Hemmwerkteiles der Stift des Sektorenantriebsringes an einer Kurve des Zwischenhebels anliegen. Es ist aber auch möglich, dass die Zuschaltung des an-bzw. abschaltbaren Hemmwerkteiles durch die Kurve über zwei Zwischenhebel und einen mit dem Auslösehebel zusammenwirkenden Hebel erfolgt.
Um die üblichen Abtastgestänge an der Belichtungsregelvorrichtung verwenden zu können, wird ausserdem vorgeschlagen, dass die Abtastbewegung der Belichtungsregelvorrichtung durch eine Zahnstange und Zahnräder auf die drehbaren Steuerkurven übertragen wird.
Die Erfindung wird an Hand von Zeichnungen näher erläutert, u. zw. zeigen :
Fig. l eine perspektivische Darstellung eines Verschlusses nach der Erfindung in auseinandergezogener Form, Fig. 2 eine perspektivische Darstellung von Teilen der Ausführungsform nach Fig. l In auseinandergezogener Form, Fig. 3 eine diagrammartige Darstellung der durch die Ausführungsform nach Fig. l erzielbaren automatischen Belichtungssteuerprogramme. Fig. 4 eine perspektivische Darstellung einer ändern Ausgestaltung von Teilen der Anordnung nach Fig. 1, Fig. 5 eine perspektivische Darstellung einer weiteren
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Ausgestaltung von Teilen der Anordnung nach Fig. I, Fig. 6 eine perspektivische Darstellung einer weiteren Ausgestaltung von Teilen der Anordnung nach Fig. l.
In Fig. l trägt eine Platine 101 den Verschlussantriebsmechanismus. Der Sektorenantriebsring 102 trägt Stifte 103 und 104 und ist zusammen mit den Sektoren 105 im Verschlussgehäuse 106 drehbar gelagert. Mit dem Fallbeil 121 wird die Zeigerstellung des Belichtungsmessinstrumentes 140 abgetastet. Der Weg des Fallbeiles 121 wird von einer Zahnstange 121a über ein Zwischenrad 123 auf eine Welle übertragen, auf der sich Kurvenscheiben 125 und 126 befinden. Diese beiden Kurvenscheiben 125,126 kommen beim Herabdrücken der Auslösestange 120 in Eingriff mit zwei Hebeln 127 und 128.
Gemäss der Form der einen Kurve 125 wird die Platine 101, auf der sich der Verschlussantriebsmechanismus befindet, über einen angelenkten Hebel 131 verdreht. Damit ändert sich die Lage des Antriebsstiftes 103 für die Verschlusssektoren 105, welcher auf dem Sektorenantriebsring 102 sitzt und durch ein Langloch 160 in der Platine 101 in den Schlitz 161 eines Stosshebels 107 ragt, gegenüber der Platine 101 und dem Antriebsmechanismus. Von dem Stosshebel 107 wird der Stift 103 und damit der Sektorenantriebsring 102 gegen das Ende des Schlitzes in der Platine 101 geschleudert. Dadurch ist die Blendenöff- nung gemäss der im Stammpatent beschriebenen Weise festgelegt.
Wird dieAuslösestangel20 niedergedrückt, so wird das Fallbeil 121 von der Feder 122 mitgenommen, bis es auf dem Zeiger 140a des Belichtungsmessinstrumentes 140 zur Auflage kommt. Die Zahnstange 121a des Fallbeiles 121 verdreht über das Zwischenrad 123 das Zahnrad 124, das mit den Kurvenscheiben 125 und 126 fest auf einer im Gehäuse drehbar gelagerten Welle sitzt. Wird die Auslösestange 120 noch tiefer gedrückt, so gibt der Lappen 120a der Auslösestange 120 die beiden Hebel 127 und 128 frei. Der Hebel 127 kommt zur Anlage an der Kurve 125. wobei er von der Feder 129 um seine Lagerstelle 130 geschwenkt wird. Der am Hebel 127 angelenkte Verstellhebel 131 verdreht die Platine 101 entgegen der Wirkung der Feder 108 gegenüber dem Gehäuse 106 und damit gegenüber dem Sektorenring 102.
Gleichzeitig wird der Hebel 128 durch die Feder 132 um seine Lagerstelle 133 am Hebel 127 bis an
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dieser zusammen mit dem Hemmanker 111 unter der Kraft der Feder 112 bis zum Anschlag gegen den festen Anschlagstift 113 dreht und damit den Hemmanker in Eingriff bringt.
Schliesslich wird von dem in der Auslösestange 120 eingenieteten Bolzen 114 der Spann-und Aus- lösehebel115 entgegen dem Uhrzeigersinn und der Wirkung der Feder 116 verdreht. Seine Nase 115a dreht den Schleuderhebel 117 über dessen geschrägten Lappen 117a im Uhrzeigersinn entgegen der Wirkung der Feder 118. Der Schleuderarm 117b des Schleuderhebels 117 gleitet über den schrägen Lappen 119a des Antriebshebels 119 für den Stosshebel 107. Gleitet nun dieNase 115a des Spann- und Auslösehebels 115 über die Kante 117a des Schleuderhebels 117, so wird letzterer von der Feder 118 nach aussen gerissen, wobei er den Antriebshebel l9 für den Stosshebel 107 entgegen der Wirkung der Feder 109 mitreisst. Der Stosshebel 107 stösst jetzt über den Stift 103 und den Sektorenantriebsring 102 den Verschluss auf.
In der letzten Phase des Öffnungsvorganges gibt der Stift 104, der ebenfalls fest auf dem Sektoren antriebsring 102 sitzt, den Hebel 110 frei, so dass sich dieser unter der Wirkung der Feder 112 gegen den Stift 113 dreht und den Hemmanker 111 einschwenkt, falls letzterer nicht von dem Lappen 128a des Hebels 128 ausser Eingriff gehalten wird. Der Hemmanker 111 darf erst zum Eingriff kommen, wenn der Verschluss völlig geöffnet hat, da sich sonst der Hemmrechen 142 zu langsam nach aussen bewegt. Der Hemm - rechen 142 besitzt eine Zeitkurve 142a, einen Lappen 142b und steht unter der Wirkung einer Feder 143.
Die Zeitkurve 142a läuft gegen den im Gehäuse 106 fest angeordneten Stift 144. So ergibt sich je nach Stellung der Platine 101 die jeweilige Einschwenktiefe des Hemmwerkes. Wird nun der Lappen 117a am Schleuderhebel 117 von der Nase 115a des Auslösehebels 115 freigegeben, so reisst dieser den Antriebshebel 119 für den Stosshebel 107 nach aussen.
Der Schleuderhebel 117 stösst dabei an den Lappen 142b des Hemmrechens 142, der eine Kurve 142a besitzt, welche an einem festen Stift 144 im Gehäuse 116 für die Verschlusssektoren 105 anliegt.
Die Lage des Lappens 142b und damit der Eingriff des Hemmrechens 142 ins Hemmwerk ändert sich ebenfalls mit der Verdrehung der Platine 101 für die Verschlussmechanik. So ist jeder Blende eine bestimmte Zeit zugeordnet.
Gleitet nun die Nase 115a des Spann-und Auslösehebels 115 an dem Lappen 117a des Schleuderhebels 117 ab, so läuft die Kante 117d gegen den Lappen 142b des Hemmrechens. Der Radius 117c gleitet dadurch verzögert über die Kante 119a des Antriebshebels 119 für den Stosshebel 107, so dass eine mehr oder weniger grosse Öffnungszeit erreicht wird.
In Fig. 2 sind die Steuerkurven 125, 126 und die an ihnen zur Anlage kommenden Hebel 127, 128
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näher dargestellt. Die Paarung der beiden Hebel 127 und 128 mit den beiden Kurven 125 und 126 ergibt die Steuerung des Verschlusses. Die Kurve 126 besteht aus zwei konzentrischen Kreisbogenstücken und hält von Lichtstufe 3 bis Lichtstufe 8 den Hemmanker in Eingriff. Bei Lichtstufe 8 wird zunächst der Hemman-
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In Fig. 3 ist das Steuerdiagramm für einen Verschluss nach Fig. l dargestellt, d. h. die feste Zuord- nung von Belichtungszeit und Blendenöffnung bei den verschiedenen Lichtwerten unter Zugrundelegung einer Filmempfindlichkeit von 19 DIN. Die Zuordnung von Blende und Belichtungszeit je Lichtwert, also das Steuerprogramm, kann durch entsprechende Ausgestaltung der Kurven 125,126 naturgemäss auch anders ausgebildet werden, wobei die Geraden AB und CD auch steiler oder flacher verlaufen können.
Um eine zu starke Belastung des Sektorenringes und damit eine Verzögerung des Schliessvorganges zu vermeiden, kann der Hebel 110 gemäss Fig. 4 mit einer Kurve 110b versehen werden.
An dieser Kurve 110b gleitet der Stift 104 entlang und gibt den Hebel 110 erst frei, wenn die volle Öffnung annähernd erreicht wird. Der Hebel 110 dreht sich unter der Wirkung der Feder 112 gegen den Stift 113 und bringt so den Hemmanker 111 in Eingriff.
Um den Sektorenring ganz von der Hemmwerksschaltung zu befreien, kann die Steuerung des Hemmankers durch den Spann-und Auslösehebel 115 erfolgen. Zu diesem Zweck ist an dem Spann- und Auslösehebel 115 ein Hebel 134 angelenkt, der bei Betätigung des Verschlusses unter der Wirkung der Feder 135 gegen den festen Stift 138 gezogen wird und an diesem entlanggleitet. Der Lappen 134a des Hebels 134 trifft beim Spannen des Verschlusses auf den Lappen 110b des Hebels 110 und bringt damit den Hemmanker 111 ausser Eingriff.
Kurz vor dem Auslösen gleitet derLappen110b hinter den Lappen 134a ; der Hebel 110 dreht sich unter der Wirkung der Feder 112 gegen den Stift 139 und schwenkt den Hemmanker 111 wieder ein. Geht der Spann- und Auslösehebel wieder zurück, so gleitet die Innenseite des Lappens 134a an der rechten Kante des Lappens 11 Ob vorbei. Der Hebel 134 wird vom Stift 138 abgehoben und kehrt erst wieder in seine Aus- gangslage zurück, wenn der Spann-und Auslösehebel 115 ebenfalls seine Ausgangslage erreicht hat.
Gemäss der Ausgestaltung nach Fig. 6 kann der erfindungsgemässe Verschluss auch mit einem Blitzkontakt ausgerüstet sein. Der Antriebshebel 119 für den Stosshebel 107 trägt zwei Bolzen 145 und 160. Der Bolzen 160 treibt den Hebel 147 an dessen Schlitz 147b an. wobei sich die Nase 147a gegen die Kontaktfeder 148 dreht. Die Kontaktfeder 148 wird gegen den Kontaktniet 149 gedrückt.
Die Nase 147a'des Hebels 147 ist so angebracht, dass die Kontaktgabe erfolgt, wenn der Verschluss annähernd geöffnet hat (X-Kontakt). Der M-Kontakt wird durch den Lappen 150a des Hebels 150 erzielt.
Er erfolgt sofort, nachdem sich der Hebel 119 in Bewegung gesetzt hat, u. zw. dreht sich der Hebel 150 unter der Wirkung der Feder 154 gegen den Kontaktniet 149 (M-Kontakt). Der Hebel 153 kann in den Vertiefungen 151 und 152 der Platine 101 verrastet werden und den Hebel ! 50 an der Kontaktgabe hindern.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Photographischer Blendenverschluss nach Patent Nr. 220471, dadurch gekennzeichnet, dass eine an sich bekannte Belichtungsregeleinrichtung vorgesehen ist, mit der zwei Steuerkurven (125,126) zusammenwirken, von denen die eine zur Verstellung der den Verschlussantriebsmechanismus tragenden Platte (101) und Zustellung des Hemmwerkrechens (142) in funktioneller Abhängigkeit voneinander und die andere zur Zu- und Abschaltung von Hemmwerkteilen (111) dient.