AT225151B - Verfahren zum Reinigen eines metallische Verunreinigungen, insbesondere Vanadincarbid, enthaltenden Graphitkörpers - Google Patents

Verfahren zum Reinigen eines metallische Verunreinigungen, insbesondere Vanadincarbid, enthaltenden Graphitkörpers

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AT225151B
AT225151B AT743160A AT743160A AT225151B AT 225151 B AT225151 B AT 225151B AT 743160 A AT743160 A AT 743160A AT 743160 A AT743160 A AT 743160A AT 225151 B AT225151 B AT 225151B
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    • AHUMAN NECESSITIES
    • A62LIFE-SAVING; FIRE-FIGHTING
    • A62DCHEMICAL MEANS FOR EXTINGUISHING FIRES OR FOR COMBATING OR PROTECTING AGAINST HARMFUL CHEMICAL AGENTS; CHEMICAL MATERIALS FOR USE IN BREATHING APPARATUS
    • A62D2101/00Harmful chemical substances made harmless, or less harmful, by effecting chemical change
    • A62D2101/20Organic substances
    • A62D2101/22Organic substances containing halogen

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  • Carbon And Carbon Compounds (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zum Reinigen eines metallische Verunreinigungen, insbesondere Vanadincarbid, enthaltenden Graphitkörpers 
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Reinigen eines metallische (metallhaltige) Verunreinigungen, insbesondere Vanadincarbid, enthaltenden Graphitkörpers durch Erhitzen auf mindestens 1000  C in Gegenwart eines chlorierten Kohlenwasserstoffes, der unter Normaldruck einen Siedepunkt oberhalb 200   C aufweist, gegebenenfalls unter Durchspülen mit Inertgas. Das neue Verfahren ist im besonderen auf die Reinigung von Graphitanoden anwendbar, die in Elektrolysierzellen benutzt werden, und für Graphit, der beim Aufbau von Kernreaktoren verwendet werden soll. 



   Graphitkörper, die in Kernreaktoren und in Alkalichloridelektrolysezellen, besonders in Zellen vom sogenannten Quecksilber-Typ, benutzt werden, müssen hinsichtlich bestimmter Spurenelemente, besonders Vanadin u. a., zu denen Chrom, Molybdän und Tantal gehören, relativ rein sein. Diese Elemente sind sogar in äusserst kleinen Mengen in einer Elektrolysezelle, in der Natriumchlorid für die Herstellung von Chlor und Ätznatron elektrolysiert wird, Ursache für eine Erhöhung der Menge des entstehenden Wasserstoffgases. In einigen Systemen, z. B. bei der Elektrolyse von Natriumchlorid in einer Quecksilberzelle, wird die Salzlösung im Kreislauf zurückgeführt, während dies in andern nicht erfolgt. Im System mit Rückführung (Führung im Kreislauf) besteht die Tendenz, dass sich unerwünschte Metallverunreinigungen mit der Zeit in der Salzlösung anreichern.

   Die in solchen Zellen verwendeten Graphitanoden müssen daher relativ rein sein, damit sie lange Zeit hindurch arbeiten, ehe der Wasserstoffgehalt übermässig wird. Steigt die Wasserstoffkonzentration auf 2% oder mehr an, dann besteht Explosionsgefahr beim weiteren Arbeiten. 



   Die angegebenen Elemente gelangen über die Rohmaterialien, die zur Herstellung des Graphits benutzt werden, d. h., Petrolkoks und Steinkohlenteerpech, in den fertigen Graphit. Ein Teil dieser Verunreinigungen verflüchtigt sich bei der Herstellung des Graphits ; trotzdem ist ein derartiger Graphit abzulehnen, da er bis zu 50 Teile je Million Vanadin enthält und viele Verbraucher des Graphits Produkte mit einem Vanadingehalt über 10 Teile je Million ablehnen. 



   Es gibt mehrere bekannte Arbeitsweisen zum Reinigen von Graphit unter Benutzung von Halogenen und halogenierten Verbindungen. Bei allen diesen Verfahren wird jedoch ein gasförmiges oder relativ flüchtiges flüssiges Reagens in einen Hochtemperaturofen eingeführt, der die bei einer Temperatur von gewöhnlich oberhalb 500  C zu reinigenden Proben enthält. Mit solchen Methoden sind kostspielige und komplizierte Verfahrensgänge verknüpft und eine gute Diffusion des Reagens, besonders in grosse Graphitabschnitte, erfolgt nicht. Eine Apparatur zur Durchführung einer solchen bekannten Methode ist in der franz. Patentschrift Nr. 1. 135. 459 angegeben. Eine verwickelt zusammengesetzte und ziemlich zerbrechliche Anordnung von Gasdurchleitungsrohren mit Abzweigungen und porösen Röhren ist erforderlich, um die Reinigungsgase im besetzten Ofen zu verteilen.

   Im besten Falle gewährleistet die Apparatur nicht eine gleichmässige Gasverteilung um die Graphitkörper herum. Weiterhin sind derartige Methoden nur von zweifelhaftem Nutzen, wenn grosse massive Graphitstücke der Behandlung unterworfen werden, weil nämlich die reinigenden Gase nur schwierig und gelegentlich überhaupt nicht in das Innere derartiger Stücke hineindiffundieren. Auch sind derartige Methoden mit einer erheblichen Verschwendung von Chemikalien verknüpft. 



   Aus der USA-Patentschrift Nr.   2, 734, 800   ist bereits ein Verfahren zum Reinigen von Graphit bekannt geworden, bei welchem unreiner Graphit bei erhöhten Temperaturen, insbesondere bei Temperaturen von wenigstens 1860  C, der Einwirkung von Chlor oder vollständig chlorierten Kohlenwasserstoffen, z. B. Hexachlorpropylen, unterworfen wird, worauf man bei einer Temperatur, die höher liegt als der Temperaturbereich der Umsetzung zwischen Kohlenstoff und Fluor, den Graphit der Einwirkung von Fluor, Fluorwasserstoff oder vollständig halogenierter Kohlenwasserstoffe, in welchen wenigstens eines der Halogenatome Fluor ist, aussetzt. Die chlorierten Kohlenwasserstoffe können dabei im Gemisch mit Stickstoff durch den Reaktionsofen geführt werden. Dieses bekannte Verfahren erfordert somit einen   Chlorierungs- und   einen Fluorierungsschritt. 



   Hauptziel der Erfindung ist die Schaffung einer einfachen und wirtschaftlichen Methode zum Entfernen von Verunreinigungen, besonders von Vanadin, aus Graphit nach einem Verfahren, das keine komplizierten Verfahrensgänge oder Apparaturen und das auch kein Handhaben von gasförmigen oder hochflüchtigen Reinigungsmitteln bei erhöhten Temperaturen erfordert. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Dieses Ziel-erreicht man erfindungsgemäss im Rahmen eines Reinigungsverfahrens, bei dem metallische Verunreinigungen enthaltende Graphitkörper in Gegenwart eines chlorierten, einen Siedepunkt unter
Normaldruck oberhalb 2000 C aufweisenden Kohlenwasserstoffs auf mindestens 1000   C erhitzt werden, dadurch, dass man den Graphitkörper mit dem chlorierten Kohlenwasserstoff imprägniert oder um ihn herum einen Träger, wie Widerstandskoks, anordnet, der mit dem chlorierten Kohlenwasserstoff vermischt oder imprägniert wurde, und dann erst mit dem Erhitzen beginnt. Nach dieser Behandlung werden die   Graphitgegenstände im Ofen   so verpackt, dass ein Verbrennen des Graphits ausgeschlossen ist und der Ofen wird zur Durchführung der Reinigung auf die angegebene Temperatur erhitzt. 



   Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Beseitigung des Vanadins und anderer Metallverunreinigungen mittels der angegebenen Reagentien und Arbeitsweisen durch zusätzliche Anwendung entweder eines Inertgases, wie z. B. Stickstoff, Argon usw., oder eines Erdalkalichlorids oder Alkalichlorids, während die Graphitgegenstände mit dem Reagens erhitzt werden, verbessert. Diese Materialien dienen dazu, die Verunreinigungen aus der Umsetzungszone zu vertreiben, wobei die für die Reinigung erforderliche Zeit verringert wird. 



   Bei einer der Ausführungsformen der Erfindung werden Graphitgegenstände mit etwa   1, 8 Gew.-%   eines bei der Chlorierung von Diphenyl oder Polyphenylen erhaltenen chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffes imprägniert. Man kann viele Mischungen dieser allgemeinen Beschaffenheit benutzen, einschliesslich der Mischungen und Verbindungen nach der Encyclopaedia of Chemical Technology" (herausgegeben durch Interscience Encyclopaedia, Inc. 1949), Band 3, S. 826-831 ; besonders wird auf die Tabelle auf S. 827 hingewiesen. Benutzt man den oben genannten chlorierten Kohlenwasserstoff, dann wird er in einem geeigneten Lösungsmittel, wie z.

   B. in Toluol oder in Lacklösemitteln oder Schwerbenzin gelöst ; die entstandene Lösung benutzt man zum Imprägnieren der Graphitgegenstände, so dass diese etwa   1% oder   mehr des oben genannten chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffs auf lösemittelfreier Basis enthalten. Dann werden die imprägnierten Graphitgegenstände, z. B. in einem elektrischen Ofen in einem Stickstoffgasstrom, auf eine Temperatur von mindestens   10000 C,   vorzugsweise   15000 C,   erhitzt. Aus einer Analyse des gereinigten Graphits ergibt sich, dass der Vanadingehalt von einem anfänglichen Wert von 47 Teilen je Million auf 1, 9 Teile je Million, und der Gesamtaschegehalt von anfänglich   0, 08%   auf   0, 039%   vermindert wird. 



   Bei einer andern Ausführungsform werden die Graphitkörper in einem elektrischen Widerstandsheizofen mit kalziniertem Petrolkoks oder Hochofenkoksgrus, in dem 8-9 Gew.-% des oben genannten chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffs (gepulvert), bezogen auf das Gewicht von Graphit, verteilt sind, eingepackt. Ein für die Durchführung dieser Reinigungsmethode geeigneter Ofen ist ein handelsüblicher, für Graphitierung von   Kohlenstoffelektroden benutzter Ofen,   wie er in "Industrial Carbon" von C. L. 



  Mantell, 2. Auflage (D. Van Nostrand Company, Inc., 1946) in den Kapiteln XIII und XVI beschrieben ist. Nach Besetzen des Ofens wird der Strom eingeschaltet und die Packung", d. h. der gestapelte Einsatz, auf   15000 C   erhitzt.   Der Vanadingehalt des Graphits wird von anfänglichen 57 Teilen   je Million auf etwa 7 Teile je Million herabgesetzt. 



   Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die Graphitgegenstände mit   5, 4 Gew.-%   des oben genannten chlorierten aromatischen Kohlenwasserstoffs   (65% Chlor),   gelöst in Schwerbenzin, imprägniert und die lösungsmittelfreien Proben in einem Röhrenofen im Stickstoffstrom auf eine Temperatur von   25000 C   erhitzt. Der Vanadingehalt der Graphitgegenstände wird von anfänglichen 54, 5 Teilen je Million auf etwa 4, 0 Teile je Million herabgesetzt. 



   Als Reinigungsmittel gemäss der Erfindung eignet sich jedweder chlorierte Kohlenwasserstoff mit einem Siedepunkt von mindestens 200   C. Besonders geeignete Materialien sind die bereits angegebenen, bei der Chlorierung von Diphenyl oder Polyphenylen erhaltenen chlorierten aromatischen Kohlenwasser-   stoffmaterialien   und chlorierte Paraffinwachs mit einem Gehalt an   30-70%   Chlor ; über sie wird in der Encyclopaedia of Chemical Technology", Band 3, S. 782, berichtet. Ebenso brauchbar für die praktische Durchführung der Erfindung sind Gemische von chlorierten Naphthalinen, die in Band 3, S. 836 der Encyclopaedia of Chemical   Technology" erörtert   werden.

   Als Reagentien können beim erfindunggemässen Verfahren ausser den vorgenannten Mischungen die chlorhaltigen teerigen Rückstände aus der Herstellung der zuvor erwähnten Verbindung benutzt werden. Der aus der Herstellung von aromatischen Chlorierungsprodukten von Diphenyl oder Polyphenylen erhaltene teerige Rückstand ist, mit Widerstandskoks vermischt, besonders als Reagens zum Reinigen von   Graphitanodenin einem elektrischen Widerstands-   ofen geeignet. 



   Ausser den genannten chlorierten Produkten sind die folgenden zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens geeignet : 
TABELLE I : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Siedepunkt <SEP>   <SEP> C <SEP> Schmelzpunkt <SEP>   <SEP> C
<tb> o-Chlordiphenyl................. <SEP> 267-268 <SEP> 34
<tb> p-Chlordiphenyl <SEP> ................ <SEP> 282 <SEP> 75-76
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 Fortsetzung Tabelle I. 
 EMI3.1 
 
<tb> 
<tb> 



  Siedepunkt <SEP>   <SEP> C <SEP> Schmelzupkt <SEP>   <SEP> C
<tb> &alpha;-Chlornaphthalin <SEP> .............. <SEP> 259,3 <SEP> -
<tb>  -Chlornaphthalin <SEP> 364, <SEP> 6 <SEP> 56-57 <SEP> 
<tb> (751 <SEP> mm <SEP> Hg)
<tb> 3, <SEP> 3'-Dichlordiphenyl............., <SEP> 322-324 <SEP> 23
<tb> 4, <SEP> 4'-Dichlordiphenyl............. <SEP> 315-319 <SEP> 148 <SEP> 
<tb> 1, <SEP> 2-Dichlornaphthalin <SEP> 282 <SEP> 37
<tb> 1, <SEP> 3-Dichlomaphthalin........... <SEP> 291 <SEP> 61, <SEP> 5 <SEP> 
<tb> (775 <SEP> mm <SEP> Hg)
<tb> l, <SEP> 4-Dichlornaphthalin........... <SEP> 286-287 <SEP> 67, <SEP> 8 <SEP> 
<tb> (740 <SEP> mm <SEP> Hg)
<tb> 1, <SEP> 7-Dichlomaphthalin...........'285-286 <SEP> 63-64 <SEP> 
<tb> 2, <SEP> 6-Dichlornaphthalin...........

   <SEP> 285 <SEP> 135-136 <SEP> 
<tb> 1, <SEP> 2, <SEP> 3- <SEP> TricWorbenzol.............'218-219 <SEP> I <SEP> 52-53 <SEP> 
<tb> 1, <SEP> 2, <SEP> 4-Trichlorbenzol............. <SEP> 213 <SEP> 17
<tb> l, <SEP> 3, <SEP> 5- <SEP> Trichlorbenzol............. <SEP> 208, <SEP> 5 <SEP> 63, <SEP> 5 <SEP> 
<tb> (764 <SEP> mm <SEP> Hg)
<tb> 1, <SEP> 2, <SEP> 3, <SEP> 4- <SEP> Tetrachlorbenzol.......... <SEP> 254 <SEP> 46, <SEP> 7 <SEP> 
<tb> (761 <SEP> mm <SEP> Hg)
<tb> 1,2,3,5-Tetrachlorbenzol.......... <SEP> 246 <SEP> 54-55
<tb> 1,2,, <SEP> 4,5-Tetrachlorbenzol......... <SEP> 240-246 <SEP> 138-140
<tb> Pentachlorbenzol................'275-277 <SEP> 85-86 <SEP> 
<tb> Pentachlorpentakosan <SEP> """""" <SEP> i <SEP> 282-284 <SEP> 53
<tb> (40 <SEP> mm <SEP> Hg)
<tb> Pentachlordecan................. <SEP> 270, <SEP> 5 <SEP> 10 <SEP> 
<tb> Pentachloräthylbenzol............

   <SEP> 277-20 <SEP> 
<tb> Pentachlormethylbenzol <SEP> .......... <SEP> 230-231 <SEP> 53
<tb> Hexachloräthan <SEP> 262 <SEP> 56, <SEP> 6
<tb> (15 <SEP> mm <SEP> Hg)
<tb> Hexachlorbenzol................. <SEP> 323 <SEP> 226
<tb> 
 
Es wurde festgestellt, dass die Reinigung von Graphitkörpern mit den hier genannten Reagentien bei Temperaturen oberhalb 1000   C am besten bei einer Konzentration der Reagentien von etwa   1, 0%   oder darüber, bezogen auf das Gewicht des zu reinigenden Graphitmaterials, vor sich geht. 



   Die im Rahmen der Erfindung verwendete   Bezeichnung "chlorierter Kohlenwasserstoff" schliesst   auch Gemische der erwähnten Materialien oder Reagentien ein. 



   Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wurden Graphitanoden   (50, 80 x 33, 02 x 8, 25 cm),   die in einer Solvay V-Zelle für die Elektrolyse einer Natriumchloridlösung benutzt werden sollten, in einem handelsüblichen elektrischen Widerstandsofen der zuvor angegebenen Art unter Verwendung eines kalzinierten Petrolkokses niedrigen Vanadingehalts als Widerstandsmaterial eingelegt und der Ofen wurde passend isoliert. Es wurden etwa 5 Gew.-% gepulverter chlorierter Kohlenwasserstoff der oben genannten Art   (65% Chlor)   und 2 Gew.-% gepulvertes Kalziumchlorid vor Besetzen des Ofens mit dem Widerstandskoks gemischt. Beide Konzentrationen der Reagentien beziehen sich auf das Gewicht der Graphitanoden. Man kann auch die Chemikalien mit dem Widerstandskoks mischen, während dieser um die Graphitanoden herum gepackt wird.

   Den Kopfelektroden des Ofens wurde Strom zugeführt und die Temperatur des Besatzes auf etwa 2200   C gebracht. Der Vanadingehalt der gereinigten Elektroden ist gewöhnlich geringer als 2 Teile je Million. 



   Bei einer andern Ausführungsform der Erfindung wird ein Alkali- oder Erdalkalichlorid, wie z. B. 



  Natriumchlorid oder Kalziumchlorid, in einem geeigneten Lösungsmittel aufgelöst und die Lösung dann als Imprägnierungsmittel für die Graphitelektroden benutzt. Die Konzentration des Gelösten und die in die Poren des Graphits eingeführte Menge wird so geregelt, dass nach dem zwecks Entfernen des Lösungsmittels erfolgten Trocknen der Körper eine Rückstandsmenge von anorganischem Reagens in einem Ausmass zwischen etwa 2 und 5 Gew.-%, bezogen auf den Graphit im Graphitkörper, zurückbleibt.

   Die entstandenen Graphitkörper werden dann mit einer Lösung von chloriertem Kohlenwasserstoff der beschriebenen Art imprägniert und in einem Ofen erhitzt, um metallische Verunreinigungen, insbesondere Metallcarbidverunreinigungen, zu beseitigen ; dies geschieht entweder in Gegenwart eines Inertgasstromes oder durch Einpacken der imprägnierten Kohlenstoffkörper in Widerstandskoks und Erhitzen der umpackten Körper auf die hier angegebenen Temperaturen. Diese Technik ist besonders nützlich, wenn man Graphitgegenstände mit grossem Querschnitt reinigen will. 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 



   Die hier aufgeführten Reinigungsmittel können nach mehreren Methoden verwendet werden. Bei einem bevorzugten Arbeitsverfahren mischt man diese Reagentien mit dem in einem elektrischen Widerstandsofen verwendeten Widerstandskoks vor dem Einlegen des Widerstandes in den Ofen. Es sind zahlreiche andere Methoden anwendbar, wie z. B. Verteilen steigender Mengen im   Ofenbesatz   in abwechselnden Schichten von Widerstandsmaterial und   Reagens ; Imprägnieren   des Graphitaufgabegutes mit einem flüssigen oder geschmolzenen Reagens und Dispergieren des anorganischen Chlorids im Widerstandskoks ; Überziehen oder Imprägnieren des Widerstandskokses mit dem Reagens oder Verteilen passender Mengen von Reagentien zwischen den Hohlräumen, die durch besondere Füllungsagentien für die Graphitkörper gebildet sind. 



   Das Verfahren gemäss der Erfindung wird durch die folgenden Beispiele erläutert. 



   Beispiel   l :   Graphitproben   (3, 17x15, 87x7, 62   cm) wurden mit einer 30%igen Lösung von bei der Chlorierung von Diphenyl und Polyphenylen erhaltenen chlorierten Kohlenwasserstoffen in Toluol imprägniert. Nach Lufttrocknung wurde ein Gehalt von 4 bis 5% an chlorierten Kohlenwasserstoffen festgestellt. Die Proben wurden in Graphitbehälter eingesetzt und mit Widerstandskoks eingepackt. Dann wurden die Behälter in einen Röhrenofen eingesetzt und unter Benutzung von Stickstoffgas als Schutz auf verschiedene Endtemperaturen erhitzt. Die Ergebnisse sind in Tabelle II zusammengefasst. 



   TABELLE   II :   
 EMI4.1 
 
<tb> 
<tb> Bei <SEP> der <SEP> Chlorie-'
<tb> rung <SEP> von <SEP> 
<tb> Diphenyl <SEP> und
<tb> Probe <SEP> End-Polyphenylen <SEP> Asche <SEP> Vanad'T <SEP> 
<tb> Nr. <SEP> temperatur <SEP> C, <SEP> erhaltene <SEP> (Teile <SEP> je <SEP> 
<tb> chlorierte <SEP> Million) <SEP> 
<tb> Kohlenwasserstoffe <SEP> %
<tb> 1 <SEP> 0 <SEP> 0 <SEP> 0,105 <SEP> 54,5
<tb> 2 <SEP> 600 <SEP> 4, <SEP> 6 <SEP> 0, <SEP> 090 <SEP> 33, <SEP> 4 <SEP> 
<tb> 3 <SEP> 1000 <SEP> 5, <SEP> 5 <SEP> 0, <SEP> 068 <SEP> 2, <SEP> 9 <SEP> 
<tb> 4 <SEP> 1500 <SEP> 5, <SEP> 8 <SEP> 0, <SEP> 040 <SEP> 3, <SEP> 3 <SEP> 
<tb> 5 <SEP> 2500 <SEP> 5, <SEP> 4 <SEP> 0, <SEP> 017 <SEP> 4, <SEP> 0 <SEP> 
<tb> *) <SEP> = <SEP> bei <SEP> 650"C, <SEP> Sauerstoffatmosphäre. <SEP> 
<tb> 
 



   Aus den obigen Daten geht hervor, dass das Entfernen von Vanadin aus Graphit eine Schwellentemperatur von etwa 1000   C erfordert. 



     Beispiel 2 :   Ein Gemisch von   8, 4%   bei der Chlorierung von Diphenyl und Polyphenylen erhaltenen chlorierten Kohlenwasserstoffen (bezogen auf das Gewicht des aufgegebenen Graphitgutes) und kalziniertem Petrolkoks wurde in einen geeigneten Behälter um Graphitanoden gepackt. Dieser wurde in einem Röhrenofen bei einer Geschwindigkeit von 750   C je Stunde auf eine Endtemperatur von 1500   C erhitzt. 



  Die gereinigten Graphitanoden hatten einen Vanadingehalt von 7, 2 Teilen je Million. Benutzt man gleichzeitig eine Stickstoffatmoshpäre oder Alkalichlorid, wie z. B. Natrium- oder Kaliumchlorid, oder ein Erdalkalichlorid, wie z. B. Kalzium- oder Magnesiumchlorid, dann wird der Vanadingehalt der gereinigten Graphitanoden auf unter 2 Teile je Million vermindert. 



   Beispiel 3 : Eine Schicht Thermatomkohlenstoff (definiert in der USA-Patentschrift Nr.   2, 527, 595)   wurde im Bodenteil eines elektrischen Widerstandsofens der Ausführung, wie sie in der angeführten Mantell-Schrifttumsstelle beschrieben ist, gepackt, um ein Isolierbett auszubilden und als Stütze für die zu reinigenden Graphitanoden zu wirken. Man benutzte an jedem Ende des Ofens ein 15, 24 cm-Bett aus Widerstandskoks mit einem geringen Vanadingehalt als Leiter für den elektrischen Strom ; eine 3, 81 cmSchicht eines Petrolkoks-Widerstandskörpers wurde am Kopf des Thermatomkohlenstoffes angeordnet.

   Graphitanoden   (50, 80x31, 75x8, 25   cm) mit einem Vanadingehalt von   3t   Teilen je Million wurden auf die Petrolkoksschicht unter Belassen eines Zwischenraumes von   25, 4.   mm zwischen den Anoden gelegt. 



  Die Zwischenräume zwischen den Anoden wurden mit kalziniertem Petrolkoks und feinteiligem Kalziumchlorid (2 Gew.-% der Anoden) ausgefüllt. Graphitmehl   (50%   unter 0, 074 mm lichter Maschenweite) wurde dann über die Oberfläche der Anoden verstreut, um zwischen diesen einen besseren elektrischen Anschluss zu schaffen. Über den Anoden wurde eine Schicht des Petrolkoks-Widerstandsmaterials mit darin verteilten, bei der Chlorierung von Diphenyl und Polyphenylen erhaltenen chlorierten Kohlenwasserstoffen aufgelegt, um die Endmenge an diesen chlorierten Kohlenwasserstoffen bis auf 5% des Gewichtes der Graphitanoden zu bringen. Die Thermatomkohlenstoffisolierung wurde zwischen den äusseren Ofenwänden und   der Ofenpackung"und   als Abdeckung auf dem Ofen benutzt. Dieser wurde 5 h auf eine Endtemperatur von   22500 C   erhitzt.

   Der Vanadingehalt der Anoden wurde auf 0, 2 Teile je Million vermindert. 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 



   In den vorhergehenden angegebenen Beispielen wurde nur über die Verwendung von bei der Chlorierung von Diphenyl und Polyphenylen erhaltenen chlorierten Kohlenwasserstoffen als Reagens berichtet. Es sind aber für den beabsichtigten Zweck andere chlorierte Kohlenwasserstoffreagentien in gleicher Weise geeignet. Man kann auch jedes Alkali- oder Erdalkalihalogenid zur Förderung der Beseitigung des Vanadins und anderer Metallchloride benutzen, die infolge der Einwirkung des chlorierten Kohlenwasserstoffreagens auf diese metallischen Verunreinigungen erzeugt wurden. 



   PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Reinigen eines metallische Verunreinigungen, insbesondere Vanadincarbid, enthaltenden Graphitkörpers durch Erhitzen auf mindestens   1000 C   in Gegenwart eines chlorierten Kohlenwasserstoffes, der unter Normaldruck einen Siedepunkt oberhalb 200  C aufweist, gegebenenfalls unter Durchspülen mit einem Inertgas, dadurch gekennzeichnet, dass man den Graphitkörper mit dem chlorierten Kohlenwasserstoff imprägniert oder um ihn herum einen Träger, wie Widerstandskoks, anordnet, der mit dem chlorierten Kohlenwasserstoff vermischt oder imprägniert wurde, und dann erst mit dem Erhitzen beginnt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass man als chlorierten Kohlenwasserstoff ein chloriertes Biphenyl verwendet.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass man den Graphitkörper oder den Träger vor dem Erhitzen zusätzlich noch mit mindestens einem Chlorid eines Alkali-oder Erdalkalimetalls imprägniert bzw. vermischt.
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