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Antriebseinrichtung für Schiffshebewerke.
Schiffshebewerke, welche zum Transport von beladenen und unheladenen Schiffen von einer Kanalhaltung zur anderen, sei es auf einer schiefen Ebene oder senkrecht, oder in irgendeiner anderen Form dienen, verlangen Antriebseinrichtungen, welche plötzliche Geschwindigkeitsänderungen, Stösse u. dgl., ausschliessen. Einmal ist dieses mit Rücksicht auf die grossen bewegten Massen derartiger Hebewerke geboten, andererseits zur Sicherung der transportierten Schiffe.
Da neuerdings für Schiffshebewerke vielfach elektrischer Antrieb vorgesehen wird, so sollte auch dieser so eingerichtet werden, dass obige Bedingung, nämlich die Vermeidung plötzlicher Geschwindigkeitsänderungen, erfüllt wird. Bei den bisherigen Ausführungen und Entwürfen ist jedoch das Einhalten dieser Bedingung nicht genügend gesichert.
Bei den üblichen Schaltungen ist nämtich bei Defoktwerden eines der elektrischen
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das Schiff gefährden kann, verbunden sein wird.
Diese Folgen worden besonders da hervortreten, wo die Schiffshebewerke als frei-
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denen nur ein geringer Teil des Eigengewichtes durch Gegengewicht ausbalanciert ist.
Der Antrieb derartiger Hebewerke erfolgt durch einen oder mehrere Motoren, welche von der Kraftstation mittels Kontaktleitungen gespeist werden.
Man hat nun den Folgen des Defektwordens eines Teiles der elektrischen Ausrüstung
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dann parallel schaltete. Man sah z. B. zwei Kontaktleitungen vor, oder ordnete vier Motoren an, die so bemessen sind, dass drei derselben den Betrieb aufrecht erhalten können.
Dadurch ist nun zwar die Möglichkeit gegeben, beispielsweise bei Df'fektwerden des einen Motors noch den Betrieb weiter zu führen, nachdem man denselben von der
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werdens des einen Motors derselbe nicht die anderen resp. den Generator oder die Leitung etc. in Mitleidenschaft zieht, so dass grösserer Schaden entsteht.
Tritt z. B. Kurzschluss in der Ankerwicklung des einen Motors auf, so kann dadurch die Stromst : irke im Generator und in den Leitungen auf ein Mass wachsen, weiches auch diese Teile der Anlage sofort ausser Betrieb setzt. Sichert man Dieselben in der üblichen
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dieser Teile erfordertich sind.
Fig. 1 stellt eine solche Anordnung dar.
Was hier für die als Beispiel gewählten Motoren gesagt ist, gilt auch bei der Ver- wendung mehrerer Generatoren etc.
Der Grund, weswegen mit der Vervielfachung der Teile das Ziel nicht erreicht wird. liegt darin, dass dieselben nicht getrennt verwendet werden, sondern in Abhängigkeit von-
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Die vorliegende Erfindung bezweckt nun diese Übelstände dadurch zu beseitigen, dass die elektrische Antriebseinrichtung eines Schiffshebewerkes in zwei oder mehrere elektrisch voneinander unabhängige Teile zerlegt wird, ao dass durch das Defoktwerden eines der
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solche Anordnung dar. In derselben sind die mit d und e bezeichneten Motoren für den Antrieb eines Hebewerkes bestimmt und werden durch gesonderte Zuleitungen und gesonderte Generatoren gespeist.
Es kann bei dieser Anordnung jedes der Systeme so reichlich bemessen sein, dass es imstande ist, den Betrieb des Hebewerkes dauernd zu übernehmen, oder aber man bemisst jedes System in allen seinen Teilen nur so reichlich, dass es während der Zeit, die zum gefahrlosen Stillsetzen des Hebewerkes erforderlich ist, die Antriebskraft hergeben kann.
Es ist dann nur erforderlich, Vorsorge zu treffen, dass die Überlastung dieses intakten Systemes auf den Steuerapparat in einer Weise einwirkt, die das Stillsetzen veranlasst, wozu eine Reihe von Mitteln zu Gebote steht, z. B. ein Ampèremeter, durch das der
Führer eine unzulässige Steigerung des Stromes in dem einen System erkennt und das Hebewerk absteht, oder ein Maximalautomat, der nicht den Stromkreis des intakten
Systemes unterbricht, sondern nur im verzögernden Sinne auf die Steuerung einwirkt.
Natürlich können statt der gezeichneten zwei Systeme der'l mehr und in jedem
System beliebig viele Motoren etc. zur Verwendung kommen.
Fig. 3 zeigt den Antrieb von zwei Schiffshebewerken nach dem oben beschriebenen System, und zwar unter Verwendung von sogenannten Anlassmaschinen. Hiebei erfolgt be- kannterweise das Anlassen der Motoren unter Vermeidung von Anlasswiderständen durch
Gegenschaltung resp. Hintereinanderschaltung von elektromotorischen Kräften gegen die konstante Spannung des Netzes (Ward Leonard). Diese Anordnung soll beiläufig zeigen, wie sich das beschriebene Antriebssystem mit beliebigen Anlassmethoden durchführen lässt.
In Fig. 3 sind D und E Antriebsmotoren des einen Hebewerkes. E erhält seinen
Strom vom Netze N2 (Generator a2) unter Zwischenschaltung der Anlassmaschine KI und durch die Kontaktleitung C ; entsprechend erhält D seinen Strom vom Netze (Gene- rator ad unter Zwischenschaltung der Anlassmaschine K2 durch die Kontaktleituug B.
Als Rückleitung zu dem anderen Pol des Netzes Na resp. All ist hier eine Schiene gedacht. Die entsprechenden Teile des zweiten Hebewerkes sind durch kleine Buchstaben bezeichnet, wobei jedoch wieder dieselben Netze N1 und N2 benutzt werden können. Man ersieht hieraus zugleich, dass es bei Verwendung von zwei Hebewerken nicht erforderlich ist, um eine vollständige Trennung durchzuführen, vier Netze in der Zentrale auszubilden, sondern dass deren zwei ausreichen.
Wie oben beschrieben, kann das Stillsetzen des Hebewerkes auf Veranlassung des
Führers erfolgen, wenn die eine Antriebshälfte unbrauchbar wird. In Fig. 3 ist angedeutet, wie dieses eine Überlastung der intakt bleibenden Antriebshälfte verhindernde Abstellen
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Bei der obonbeschriebenen Antriebseinrichtung für Schigstiebewerke hat aber die Anordnung der Ausgleichsleitungen noch die besondere Wirkung, dass dadurch gleichzeitig einer ungleichen Belastung der Motoren desselben Hebewerkes vorgebeugt wird.
Die beschriebenen Schaltungen lassen sich natürlich für mehr als zwei Hebewerke
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der Antriebseinrichtungen für jedes der Hebewerke durchbilden, wie auch schliesslich das beschriebene Antriebssystem weder an eine bestimmte Stromart noch an eine bestimmte Anlassmethode gebunden ist.
In Fig. 4 ist noch der Fall dargestellt, wenn eine Akkumulatorenbatterie in der Zentrale zur Verwendung gelangt. Dies ist auch besonders wieder bei den freifahrenden Trögen von Bedeutung.
Man kann hiebei jedes der getrennten Netze mit einer Batterie ausstatten, doch dürfte es in vielen Fällen vorzuziehen sein, eine den Netzen gemeinsame Batterie zu verwenden, welchen Fall Fig. 4 zeigt. Es tritt hiebei zwar eine Verbindung der getrennten Systeme über die Leitungen SI, RI, S2 und T. ssg, Tg ein, doch ist dieselbe insofern ohne Bedeutung, als sich hier ohne Gefahr für das Hebewerk Sicherungen, automatische Ausschalter u. dgl. verwenden lassen, die bei Spannungsabfall in dem einen Netz durchgehen und dasselbe von der Batterie abtrennen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Antriebseinrichtung für Schiffshebewerke, bei welcher jedes Hebewerk von zwei oder mehreren Elektromotoren oder von zwei oder mehreren Gruppen von Elektromotoren angetrieben wird, dadurch gekennzeichnet, dass jeder dieser Elektromotoren oder jede dieser
Gruppen durch eine gesonderte Zuleitung an je ein gesondertes je einem Elektromotor zugehöriges oder einer Gruppe von Elektromotoren gemeinsames Netz angeschlossen ist, zum Zwecke, die Betriebssicherheit des Hebewerkes dadurch zu erhöhen, dass, wenn auch einer der Motoren oder seine Zuleitung oder der zugehörige Generator oder sonst ein
Teil der zu diesem Motor oder dieser Motorgruppe gehörigen elektrischen Ausrüstung unbrauchbar wird, die übrigen Motoren noch soweit betriebsfähig bleiben, um mindestens ein gefahrloses Stillsetzen des Hebewerkes zu sichern.