AT220122B - Verfahren zum Veredeln von Hydroxylgruppen enthaltendem organischen Faser- und Folienmaterial - Google Patents
Verfahren zum Veredeln von Hydroxylgruppen enthaltendem organischen Faser- und FolienmaterialInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren zum Veredeln von Hydroxylgruppen enthaltendem organischen Faser- und Folienmaterial
Im Stammpatent Nr. 208811 ist ein Verfahren zum Veredeln von Hydroxylgruppen enthaltendem, organischem Faser- und Folienmaterial geschützt, welches im wesentlichen darin besteht, dass man das Faser- und Folienmaterial mit Hydroxylgruppen enthaltenden, höhermolekularen Verbindungen und mit Triazinverbindungen der allgemeinen Formeln :
EMI1.1
umsetzt, worin X eine-NH-,-S-oder-O-Brücke und R und R einen Alkylrest, Aralkylrest, Alkylarylrest, Alkylcycloparaffinrest, Cycloparaffinalkylrest, Alkoholrest, Aminorest oder Alkanolaminorest bedeuten. In der Wärme, insbesondere in einem alkalischen Medium, bilden diese Triazinverbindungen eine Brücke zwischen den höhermolekularen organischen Verbindungen, z. B.
Stärke, und dem Fasermaterial, so dass eine dauerhafte waschfeste Appretur entsteht.
Als weitere Ausbildung dieses Verfahrens wurde gefunden, dass mit besonders gutem Erfolg Triazinverbindungen der allgemeinen Formel :
EMI1.2
<Desc/Clms Page number 2>
verwendet werden können. Hiebei bedeutet X eine -NH-, -0- oder -S-Brücke oder eine direkte Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung. Y ist ein aliphatischer, aromatischer, cycloaliphatischer oder heterocyclischer Rest, der durch eine oder mehrere Sulfogruppen oder Carboxylgruppen oder Polyglykoläthergruppen wasserlöslich gemacht worden ist. R ist ein aliphatischer, aromatischer, cycloaliphatischer oder heterocyclischer Rest, der auch eine oder mehrere substituierte Triazingruppen der in der Formel angegebenen Art enthalten kann. Die Formel braucht nicht symmetrisch zu sein.
Mit diesen Verbindungen lassen sich Stärke und andere Verdickungsmittel als dauerhafte und waschfeste Appretur auf Cellulose, regenerierter Cellulose, Fasern aus Polyestern, Polyacrylverbindungen usw. aufbringen.
Triazinverbindungen der beschriebenen Art haben den Vorteil, dass sie gut wasserlöslich sind, dass die Lösungen auch in Gegenwart von Starke und andernHydroxylgruppen enthaltenden Verdickungsmitteln bis zu Temperaturen von 70 bis 900C stabil sind und dann erst bei höheren Temperaturen, z. B. bei 100 C, die Umsetzung der Triazinverbindungen mit dem Verdickungsmittel und dem Fasermaterial stattfindet.
Durch die Verwendung dieser Verbindungen ist es möglich geworden, aus nativen Stärkeprodukten, wie Kartoffel- oder Reisstärke oder andern Polysacchariden, die nur durch Erhitzen auf höhere Temperaturen in Lösung gebracht werden können, waschfeste Appreturen herzustellen. Die Naturprodukte haben den Vorteil der Billigkeit gegenüber abgebauten oder-chemisch behandelten Polysacchariden. Ihre Anwen- dung ist aber infolge der hohen Viskosität ihrer wässerigen Lösungen an höhere Temperaturen gebunden.
Bei dem Verfahren zum Aufbringen der Appretur kann im übrigen so vorgegangen werden, wie es im Stammpatent näher beschrieben ist.
Beispiel l : 50 g Kartoffelstärke werden in 11 Wasser bis zur Verkleisterung der Stärke erhitzt.
Nach Abkühlen der Lösung auf 70 - 750C setzt man 5 g Natriumbikarbonat und 5 g einer Triazinverbindung der Formel :
EMI2.1
zu. Mit dieser Lösung wird ein Gewebe aus Zellwolle getränkt. Nach Entfernen der überschüssigen Lösung trocknet man das Gewebe durch kurzzeitiges Erhitzen während 1-2 Minuten auf 120-130 C. Man erhält hiebei eine dauerhafte Stärkeappretur, die auch durch wiederholtes Waschen nicht entfernt wird.
Beispiel 2 : 100 g Reisstärke und 30 g Dextrin werden durch Erhitzen auf 70-80 C in 11 Wasser in Lösung gebracht. Zu der heissen Lösung werden 6 g Natriumbikarbonat und 10 g der nachfolgenden Triazinverbindung :
EMI2.2
<Desc/Clms Page number 3>
eingestreut und gelöst. Mit dieser Appreturflotte wird ein Baumwollgewebe geklotzt und anschliessend während 2 - 3 Minuten bei 130 - 1400C getrocknet. Das so behandelte Gewebe enthält eine Appretur, die noch nach zehnmaliger Kochwäsche mit dem Fasergewebe fest verankert ist.
Beispiel 3: 2 kg Johannisbrotkernmehl, 6 kg Kartoffelstärke und 3 kg Dextrin werden in 100 1 Wasser durch Erhitzen mit direktem Dampf auf 70 - 800C in Lösung gebracht. Zu der Lösung fügt man 600 g Natriumbikarbonat und 600 g einer Triazinverbindung :
EMI3.1
hinzu.
Mit dieser Appreturflotte wird Baumwollstückware geklotzt und durch Erhitzen während 3 Minuten auf 1400C getrocknet. So appretierte stückware ist waschfest ausgerüstet.
Beispiel 4 : Zu der nach Beispiel 2 angesetzten Flotte werden 3 g Trinatriumphosphat und 6 g der nachfolgenden Triazinverbindung :
EMI3.2
hinzugefügt. Mit der so hergestellten Appreturlösung wird Zellwollmusselingewebe imprägniert, von der überschüssigen Lösung befreit und durch anschliessendes Erhitzen während 3 Minuten auf 1250C getrocknet. Man erhält eine dauerhafte Appretur, die auch durch mehrmaliges Waschen nicht entfernt werden kann.
Beispiel 5 : Man löst in 1 1 Wasser 50 g Kartoffelstärke, 10 g Guarmehl, 20 g Dextrin, 60 g Trinatriumphosphat und 6 g einer Triazinverbindung der Formel :
EMI3.3
bei 70 C. Mit dieser Lösung wird ein Zellwollgewebe wie nach Beispiel 1 behandelt.
Beispiel 6 : 50 g Kartoffelstärke werden in 1 1 Wasser bis zur Verkleisterung der Stärke erhitzt.
Nach Abkühlen der Lösung auf 70 - 750C setzt man 5 g Natriumbikarbonat und 5 g einer Triazinverbindung der Formel :
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EMI4.1
zu. Ein Baumwollgewebe wird gemäss Beispiel 2 mit dieser Lösung behandelt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH : Verfahren zum Veredeln von Hydroxylgruppen enthaltendem, organischem Faser-und Folienmaterial gemäss Stammpatent Nr. 208811, dadurch gekennzeichnet, dass man als Triazinverbmdung Verbindungen der allgemeinen Formel : EMI4.2 verwendet, worin X eine-NH-,-0-oder-S-Brücke oder eine direkte Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindung, Y einen aliphatischen aromatischen, cycloaliphatischen oder heterocyclischen Rest, der durch eine oder mehrere Sulfogruppen oder Carboxylgruppen oder Polyglykoläthergruppen wasserlöslich gemacht worden ist, und R einen aliphatischen, aromatischen, cycloaliphatischen oder heterocyclischen Rest, der auch eine oder mehrere substituierte Triazingruppen der in der Formel angegebenen Art enthalten kann, bedeutet.
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