AT208810B - Verfahren zum Veredeln von organischem Faser- und Folienmaterial - Google Patents
Verfahren zum Veredeln von organischem Faser- und FolienmaterialInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zum Veredeln von organischem Faser- und Folienmaterial Es wurde gefunden, dass es möglich ist, organischem, Hydroxylgruppen enthaltendem Fasermaterial durch Umsetzen mit ganz bestimmten Triazinverbindungen besondere Eigenschaften zu verleihen. Als Fasermaterial im Sinne der Erfindung kommen in Betracht vor allem Fasern aus nativer Cellulose, wie Baumwolle, Leinen oder Zellstoff, aus regenerierter Cellulose, wie Viskosefasern, oder Fasern aus Cellulosederivaten, z. B. Celluloseestern, wie Acetylcellulose, oder Cellulose- äthern. Die Fasern können in loser Form oder in Form von Bahnen, wie Papier, Garn, Geweben, Gewirken oder fertigen Textilwaren behandelt werden. Nach dem Verfahren der Erfindung können auch solche Stoffe behandelt werden, die neben organischen Hydroxylgruppen enthaltenden Fasern auch noch andere Fasern, z. B. Wolle, Seide oder Polyamidfasern enthalten. Ebenso lassen sich Folien aus hydroxylgruppenhaltigen Stoffen behandeln. Triazinverbindungen, die gemäss der Erfindung verwendet werden, haben die folgenden Formeln : EMI1.1 oder EMI1.2 Hiebei bedeutet X eine-NH-,-S-oder-0- Brücke, R ist ein Alkylrest, ein Aralkylrest, ein Alkylarylrest, ein Alkylcycloparaffinrest, ein Cycloparaffinalkylrest, ein Alkoholrest, ein Aminorest oder ein Alkanolaminorest. Für bestimmte Zwecke können auch solche Triazinverbindungen verwendet werden, in welchen die Gruppe R eine oder mehrere S03H- Gruppen oder deren Salze oder bzw. und eine oder mehrere COOH-Gruppen oder deren Salze enthält. Ebenso kann man auch Triazinverbindungen verwenden, welche in der Gruppe R die Gruppierung : EMI1.3 enthalten. Hiebei bedeutet R'Wasserstoff oder einen aliphatischen oder aromatischen Rest. Derartige Gruppierungen können durch Behandlung mit einem Alkylenoxyd, vorzugsweise mit Äthylenoxyd, eingeführt werden. Fasern, die gemäss der Erfindung behandelt werden, erhalten je nach der Zusammensetzung der Gruppen X und R verschiedene wertvolle Eigenschaften. Im allgemeinen wird eine Verbesserung des Griffes bewirkt. Bei Verwendung solcher Triazinderivate, bei denen R ein hydrophober Rest ist, können die Fasern auch wasserabstossend werden. Bei der Durchführung des Verfahrens geht man von wässerigen Lösungen oder Dispersionen der Triazinverbindung aus. Zweckmässig arbeitet man mit einer 0, 5-10%gen, vorzugsweise mit einer 1-3%igen wässerigen Lösung. Es wurde ferner gefunden, dass es vorteilhaft ist, die Behandlung in einem alkalischen Medium, vorzugsweise bei einem pH-Wert von 8 bis 11, durchzuführen. Je nach der verwendeten Triazinverbindung kann die Behandlung bei verschiedenen Temperaturen durchgeführt werden. Enthält die wässerige Lösung eine Dichlortriazinverbindung, so kann man schon bei Zimmertemperatur oder mässig erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 20-400 C, arbeiten. Bei Lösungen von Mono- <Desc/Clms Page number 2> chlortriazinverbindungen wendet man zweckmässigerweise höhere Temperaturen von 50 bis 100 C an, vorzugsweise von 70 bis 90 C. In vielen Fällen genügt es, wenn man das Fasermaterial mit der Lösung der Triazinverbindung tränkt, die überschüssige Lösung entfernt und das Material dann bei erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 80-130 C, trocknet. Häufig empfiehlt es sich auch, das behandelte Material nach dem Trocknen mit heissem, besser noch kochendem Wasser nachzubehandeln und dann wieder zu trocknen. Zur Nachbehandlung kann man auch eine alkalische Lösung verwenden. Fasermaterial, das nach dem Verfahren der Erfindung behandelt ist, verliert die erworbenen Eigenschaften auch beim wiederholten Waschen nicht. Beispiel l : Zellwollmusselin wird bei Zimmertemperatur mit einer 2% igen wässerigen Lösung eines Dichlortriazinderivates behandelt, das durch Umsetzen von Trichlortriazin mit einem äthoxylierten Teilester von Pentaerythrit und Stearinsäure erhalten wurde. Man quetscht die überschüssige Lösung ab und trocknet das Gewebe bei 80 C. Dann behandelt man es nach mit einer kochenden 3%igen Lösung von Natriumbikarbonat und trocknet wieder bei 110 C. Das Gewebe hat einen angenehmen weichen Griff erhalten, der auch bei wiederholtem Waschen nicht verlorengeht. Beispiel 2 : Baumwollgewebe wird bei Zimmertemperatur mit einer 0, 3%igen wässerigen Lösung von Natriumbikarbonat, die 2% eines Triazinderivates der Formel : EMI2.1 enthält, behandelt. Man quetscht die überschüssige Lösung ab und trocknet das Gewebe bei 120 C. Das Gewebe hat einen angenehmen weichen Griff erhalten, der auch bei wiederholtem Waschen nicht verlorengeht. Beispiel 3 : Zellwollmusselin wird bei 800 C mit einer 2% igen wässerigen Lösung von 2Octadecylamino-4-p-sulfophenylamino-6- chlor- 1, 3, 5-triazin der Formel : EMI2.2 die 0, 5% Natriumkarbonat enthält, behandelt. Man quetscht die überschüssige Lösung ab und trocknet bei 120" C auf einer geheizten Walze. Der getrocknete Musselin wird anschliessend 2 Minuten in Wasser gekocht und bei 80 C wieder getrocknet. Das behandelte Produkt ist hydrophob geworden und hat einen weichen Griff erhalten. Auch bei wiederholtem Waschen gehen diese Eigenschaften nicht verloren. Beispiel 4 : Papier wird bei 80 C mit einer EMI2.3 die überschüssige Lösung ab und trocknet bei 1200 C. Das getrocknete Papier wird anschliessend mit heissem Wasser nachbehandelt und bei 80 C wieder getrocknet. Das Papier ist hydrophob und hat einen weichen Griff erhalten. Beispiel 5 : Eine Cellophanfolie wird in eine heisse Lösung von 20 g/l 2-0ctadecylamino-4-ss- sulfoäthylamino-6-chlor-l, 3, 5-triazin und 5 g/l Soda calc. gebracht, nach zirka 10 Sekunden herausgenommen und wenige Minuten bei 130 C getrocknet. Die mit warmem Wasser kurz nachgewaschene Folie hat nach der Trocknung hydrophobe Eigenschaften. Eine in gleicher Weise mit 20 g/l mit 2, 4Dichlor - 6 - (p - sulfophenylamino) - 1, 3, 5 - tri- azin Natriumsalz und 10 g/l Soda calc. behandelte Cellophanfolie wird nach der Behandlung und anschliessenden Trocknung bei 120 C alkaliunlöslich.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE : 1. Verfahren zum Veredeln von Hydroxylgruppen enthaltendem organischem Faser- oder Folienmaterial, dadurch gekennzeichnet, dass man das Material mit einer wässerigen Lösung oder Dispersion mindestens einer Triazinverbindung der allgemeinen Formel : EMI3.1 oder EMI3.2 behandelt, wobei X eine-NH-,-S-oder-0- Brücke bedeutet und R einen Alkylrest, Aralkylrest, Alkylarylrest, Alkylcycloparaffinrest, Cycloparaffinalkylrest, Alkoholrest, Aminorest oder Alkanolaminorest bedeutet.2. Verfahren nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass eine Triazinverbindung, bei welcher die Gruppe R eine oder mehrere S03H- Gruppen oder deren Salze enthält, verwendet wird.3. Verfahren nach Anspruch l oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Triazinverbindung, bei welcher die Gruppe R eine oder mehrere COOHGruppen oder deren Salze enthält, verwendet wird.4. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Triazinverbindung, bei welcher in die Gruppe R, z. B. durch Behandlung mit einem Alkylenoxyd, die Gruppe : EMI3.3 eingeführt ist, wobei R. Wasserstoff oder einen aliphatischen oder aromatischen Rest bedeutet, verwendet wird.5. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass man eine 0, 5 bis 10% igue, vorzugsweise 1-3%igue Lösung der Triazinverbindung verwendet.6. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass man die Behandlung in einem alkalischen Medium, vorzugsweise bei einem pH-Wert von 7, 5 bis 11, vornimmt.7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Verwendung einer Dichlortriazinverbindung die Behandlung bei Zimmertemperatur oder mässig erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 20-40 C, durchführt.8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Verwendung einer Monochlortriazinverbindung die Behandlung bei einer Temperatur von 50 bis 100 0 C, vorzugsweise bei 70-90 C, durchführt.9. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass man das Fasermaterial mit der Lösung der Triazinverbindung tränkt, die überschüssige Lösung entfernt und das Material dann bei erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 80-130 C, trocknet.10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass man das getrocknete Material mit heissem, vorzugsweise kochendem Wasser nachbehandelt und dann wieder trocknet.11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass man zum Nachbehandeln eine alkalische Lösung verwendet.
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