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Verfahren zur Herstellung von versteiften, bedruckbaren, dimensionsstabilen und dauer- haften Flächengebilden
Es sind seit langer Zeit immer wieder Anstrengungen gemacht worden, Druckerzeugnisse, die intensiven Witterungseinflüssen oder starker Abnutzung ausgesetzt sind, wie z. B. Anschläge, Plakate, Wegleitungen, Abonnemente, Billette, Ausweise, Noten, insbesondere aber Landkarten auf textiler Grundlage herzustellen, weil solche Druckerzeugnisse auf Papier, auch wenn Imprägnierungen oder Lackierungen etwas verbessernd wirken, doch stets die typischen Nachteile des Papiers zeigen, indem sie nicht nassfest sind und in Feuchtigkeit und Nässe ausreissen und zerfallen.
Vor allem für militärischen Gebrauch machte sich dieser Nachteil speziell bei Landkarten sehr unangenehm bemerkbar und es ist deshalb leicht verständlich, dass eine intensive Suche nach einem Flächengebilde einsetzte, das wie Papier ein-und mehrfarbig bedruckbar ist, das aber allen Witterungseinflüssen standhält. Beim Mehrfarbendruck für Landkarten gehen die Anforderungen, die ohnehin schon in bezug auf den sogenannten "Passer" sehr hoch sind, noch weiter, indem das Flächengebilde nicht nur während des Druckes bei den einander nachfolgenden Farben absolut dimensionsstabil sein muss, um diesen Passer zu erreichen, sondern auch nachher bei jeder Witterung, denn eine Landkarte dient nur dann allen Anforderungen, wenn die massstäblich angegebenen Masse stets genau stimmen und zwar im trockenen wie im feuchten Zustande der Karte.
Ebenfalls sehr hohe Anforderungen an die Dimensionsstabilität werden bei Masszeichnungen, Plänen und Konstruktionsskizzen gestellt, wo die Masshaltigkeit unter den verschiedensten Feuchtigkeitsgraden und Witterungsbedingungen gewährleistet sein muss.
Es ist bereits durch die brit. Patentschrift Nr. 622, 942 bekannt, Imprägnierungen, Appreturen und Zurichtungen in allgemeinen, auf Textilmaterial in waschfester Form aufzubringen, indem man diese Materialien gemeinsam mit einem hitzehärtbaren Material, wie z. B. wasserlöslichen synthetischen Substanzen, anwendet. Es wird dabei wohl eine gewisse Waschfestigkeit, keinesfalls aber eine Dimensionsstabilität erzielt.
In der USA-Patentschrift Nr. 2, 661, 262 ist die Behandlung von vorwiegend oder ganz aus Cellulosefasern bestehenden Textilien mit Zubereitungen, die kolloide Äther von Methylolaminen und andere thermoplastische Harze enthalten. Gemäss der USA-Patentschrift Nr. 2, 708, 644 werden umgewebte, ebenfalls cellulosische Flächengebilde mit schwach sauren Kolloiden von Aminotriazinharzen behandelt.
Diese in ähnlicher Form an sich seit langem bekannten Behandlungsmethoden vermögen den ihnen unterworfenen Flächengebilden eine bessere Dimensionsstabilität zu verleihen, die aber keineswegs den in besonderen Fällen, wie z. B. bei der Herstellung von Landkarten, gestellten Anforderungen genügt.
In der franz. Patentschrift Nr. 1. 023. 965 ist eine wasserbeständige, hydrophobierende Appretur auf Textilmaterial beschrieben. Das Hydrophobierungsmittel besteht aus einem Äther von Methylolmelamin, enthaltend einen Alkylrest von mindestens 3 C-Atomen, gegebenenfalls zusammen mit einem Wachskörper, wobei als Emulgator neben Gelatine Methylcellulose und auch Polyvinylalkohol gleichzeitig mit Melamin/Formaldehydkondensaten verwendet werden. Durch diese Kombination werden hydrophobe und waschfeste Appreturen erreicht, wobei eine Dimensionsstabilität weniger angestrebt und auch nur in einem geringen Ausmass erreicht wird.
Es wurde gefunden, dass zur Herstellung der eingangs erwähnten, bedruckbaren Flächengebilde aus Geweben, die tatsächlich den an sie gestellten Anforderungen entsprechen und die nicht nur die für den normalen Gebrauch von Textilmaterial mit verschiedenen Zurichtungen erzielbaren Eigenschaften aufweisen, Gewebe mit besonderen Merkmalen verwendet werden müssen, auf die erfindungsgemäss eine in bestimmten Anteilen der Einzelkomponenten vorliegende Zusammensetzung aufgebracht wird.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von versteiften, bedruckbaren, dimensionsstabilen und dauerhaften Flächengebilden, indem man Gewebe und verfertigte Faservliese ganz oder vorwiegend bestehend aus organischen Fasern, wie z. B. Polyesterfasern, Fasern aus Poly- merisations-oder Copolymerisationsprodukten von Acryl- bzw. Vinylverbindungen, von Äthylen und dessen methylsubstituierten Homologen oder Cellulosederivaten, von Fremdkörpern bzw. Verunreinigungen, gegebenenfalls auch durch oberflächig Beeinflussung der Faser, befreit und hierauf eine Zu-
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bereitung aufbringt, die das Vorkondensat eines hitzehärtbaren Harzes, wie z. B. Vorkondensate von Aminoplasten, ein zur Reaktion mit Hydroxylgruppen befähigtes Vernetzungsmittel, wie z.
B. niedrig molekularen Aldehyde und Dialdehyde oder Derivate davon oder gegebenenfalls Verbindungen mit mindestens zwei Isocyanat- oder Epoxygruppen oder Polyolefine, mindestens eine durch Reaktion mit dem Vernetzungsmittel und gegebenenfalls mit dem Kunstharzvorkondensat wasserfest fixierbare polymere Verbindung, insbesondere Polyhydroxyverbindungen, wie Stärke, Polyvinylalkohol, Cellulose oder Derivare derartige Körper, und mindestens einen Kondensations- bzw.
Vernetzungskatalysatorsaureroderpotentiell saurer Art und gegebenenfalls noch weitere Zusätze, wie Pigmente, Füllmittel, Scheuermittel, Hydrophobierungsmittel, flammfest machende Mittel, Weichmacher, lichtempfindliche Körper usw., enthält, und man die Flächengebilde abschliessend einer Hitzebehandlung unterwirft, wobei man sie in irgendeiner Phase der Behandlung, jedoch vor der abschliessenden Hitzebehandlung, einer Streckung in beiden Richtungen in einer oder mehreren Stufen und vorzugsweise einer mechanischen Verformung durch Kalandrierung, z. B. mittels glatter, mit feinen Rillen oder Gravuren versehenen Kalanderwalzen oder Platten, bei erhöhten Temperaturen, jedoch unter Vermeidung des Zusammenschmelzens der Fäden an den Fadenkreuzungen unterwirft.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass textile Flächengebilde, die bei 20 C und 65% relativer Luftfeuchtigkeit eine Wasseraufnahme von weniger als 1, 5%, vorzugsweise weniger als 0, 5% aufweisen, mit einer Zubereitung behandelt werden, in der das Verhältnis zwischen der Summe der Gewichte von Kunstharzvorkondensat plus Vernetzungsmittel und dem Gewicht der wasserfest fixierbaren polymeren Verbindung im Bereich von 1 : 2 bis 2 : 1, dasjenige zwischen dem Gewicht des Kunstharzvorkondensates und dem des Vernetzungsmittels im Bereich von 1 : 10 bis 10 :
1, alle Gewichte bezogen auf den Feststoffgehalt, liegt, und die mechanische Verformung des Flächengebildes bei einer Temperatur, die mindestens 200 C unter dem Erweichungspunkt der betreffenden Faser liegt, erfolgt.
Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren erhaltenen Flächengebilde zeigen gegenüber den besten Qualitäten von z. B. für Kartendruck verwendbaren Papieren ganz bedeutende Vorteile. Eine vergleichende Bewertung ergab in einem typischen Fall folgendes Bild : Flächengebilde, hergestellt nach dem erfindunggemässen Verfahren (Beispiel 5) = A ; Offsetpapier für Kartendruck, beste Qualität = B.
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<tb>
<tb>
A <SEP> B
<tb> Dimensionsänderung <SEP> pro <SEP> 10% <SEP> relative <SEP>
<tb> Feuchtigkeit <SEP> zwischen <SEP> 60 <SEP> und <SEP> 85% <SEP> relative <SEP> Luftfeuchtigkeit
<tb> Längsrichtung <SEP> 0, <SEP> 26 <SEP> Promille <SEP> 0, <SEP> 80 <SEP> Promille <SEP>
<tb> Querrichtung <SEP> 0, <SEP> 28 <SEP> Promille <SEP> 1, <SEP> 70 <SEP> Promille
<tb> detto, <SEP> zwischen <SEP> 60 <SEP> und <SEP> 18% <SEP> relative <SEP>
<tb> Luftfeuchtigkeit
<tb> Längsrichtung <SEP> 0, <SEP> 38 <SEP> Promille <SEP> 0, <SEP> 60 <SEP> Promille
<tb> Querrichtung <SEP> 0, <SEP> 34 <SEP> Promille <SEP> 1, <SEP> 30 <SEP> Promille
<tb> Bleibende <SEP> Dimensionsänderung <SEP> nach <SEP> einem
<tb> Konditionierungszyklus <SEP> 60-80-60-18
<tb> - <SEP> 60% <SEP> relative <SEP> Luftfeuchtigkeit
<tb> Längsrichtung..........................-0, <SEP> 24 <SEP> Promille-1,
<SEP> 05 <SEP> Promille
<tb> Querrichtung..........................-0, <SEP> 14 <SEP> Promille-1, <SEP> 61 <SEP> Promille <SEP>
<tb> Falzfestigkeit <SEP> nach <SEP> Schopper
<tb> Längsrichtung <SEP> über <SEP> 20. <SEP> 000 <SEP> 900-1500 <SEP>
<tb> Querrichtung <SEP> über <SEP> 20. <SEP> 000 <SEP> 900-1500 <SEP>
<tb> Berstdruck
<tb> trocken <SEP> 175 <SEP> 55
<tb> nass <SEP> 185 <SEP> 25
<tb> Reissfestigkeit
<tb> Längsrichtung <SEP> 19, <SEP> 6 <SEP> kg <SEP> 12 <SEP> kg
<tb> Querrichtung <SEP> 14, <SEP> 5 <SEP> kg <SEP> 6 <SEP> kg
<tb> Dicke................................ <SEP> 0, <SEP> 107 <SEP> mm <SEP> 0, <SEP> 102 <SEP> mm
<tb>
Man ersieht aus diesem Vergleich, dass das verfahrensgemäss hergestellte Flächengebilde dem Qualitätspapier nicht nur in den mechanischen Eigenschaften, sondern auch in bezug auf die Dimensionsstabilität stark überlegen ist.
Das Produkt A ist in bezug auf Dimensionsstabilität gegenüber in der Praxis auftretenden Wechseln von Klimabedingungen Metallfolien oder -platten ebenbürtig. Als Vorteil gegenüber Papier ist speziell hervorzuheben, dass die erfindungsgemässen Flächengebilde erstens in bezug auf die Dimensionsstabilität in beiden Richtungen sich gleich verhalten, während es bei Papier nicht möglich ist, in Maschinenrichtung und quer dazu gleiche Stabilität zu erreichen. Zweitens können bei den er- findungsgemässen Flächengebilden die mechanischen Festigkeiten in den beiden Richtungen unabhängig voneinander in einfacher Weise durch geeignete Wahl des Flächengebildes den Anforderungen in jedem speziellen Fall beliebig angepasst werden, während dies bei Papier unmöglich ist.
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Bei den Flächengebilden, die der verfahrensgemässen Behandlung unterworfen werden, handelt es sich vorwiegend um Gewebe, doch können auch gebundene Faservliese, insbesondere Wirrfaservliese
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einem Faserverband in Form eines Flächengebildes verfestigt sind ; die nach dem Verfahren zu behan- delnden Flächengebilde sind ganz oder vorwiegend, d. h. zu über 75% aus Fasern hergestellt.
Als Beispiele seien genannt : Fasern aus Polyäthylenterephthalat, aus Polymerisationsprodukten von Acrylnitril, Polyvinylchlorid, Äthylen, iso-Propylen, Vinylidenchlorid u. ähnl. ungesättigten Mono- meren, aus Copolymerisationsprodukten von Acrylnitril mit Vinylchlorid, Vinylacetat, Vinylidenchlorid, ungesättigten Stickstoffverbindungen, aus Polyamiden wie z. B. polymerer co-Amino-undecancarbon- säure, aus Polyurethanen, aus Cellulosetriacetat und andern Cellulosederivaten.
Es hat sich gezeigt, dass synthetische Fasern mit einer Feuchtigkeitsaufnahme bei Normalklima von zirka 1, 0% und weniger einen viel dimensionsstabileren Ausfall geben als Fasern von beispielsweise 5%
Wasseraufnahme oder mehr ; so ergab ein Polyamidgewebe (Wasseraufnahme 4-5% im Normalklima) in Länge und Querrichtung eine mindestens zehnmal grössere Längenänderung als ein mit der gleichen
Präparation beschichtetes Gewebe aus Polyesterfasern (Wasseraufnahme 0, 5%), wenn beide Gewebe zuerst bei 65%, dann bei 80% relativer Feuchtigkeit konditioniert wurden.
Mit Geweben aus Fasern, die einen
Wassergehalt von weniger als 0, 5% im Normalklima aufweisen, können nach dem erfindungsgemässen
Verfahren wie erwähnt Flächengebilde erhalten werden, deren Dimensionsstabilität auch gegenüber sehr starken Schwankungen von Klimabedingungen im gleichen Bereich oder niedriger liegt wie diejenige von Metallen, wie z. B. Aluminium, die sich zwar nicht mit der Feuchtigkeit, aber mit der Wärme in den
Dimensionen ändern, so dass diese verfahrensgemäss hergestellten Flächengebilde in der Praxis punkto
Dimensionsstabilität solchen Metallblechen oder-folien ebenbürtig sind.
Es hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen, d. h. die erzielten Resultate können noch ganz erheblichverbessert werden, wenn man das Fasermaterial vor dem Aufbringen der Veredlungsmittel möglichst vollständig von allen anhaftenden Verunreinigungen und Fremdstoffen befreit.
Zur Entfernung der Fremdsubstanzen ist die in der Textilveredlung allgemein übliche Vorbehandlung meist ungenügend. Zur Erzielung optimaler Resultate kann man entweder die Reinigungsbehandlung energischer gestalten, beispielsweise durch Anwendung höherer Temperaturen (80 C bis Kochtemperatur statt 40-60 C wie üblich) oder durch Ausdehnung der Behandlungsdauer über die allgemein übliche Zeit, wobei Erneuern des Bades oder wiederholtes Spülen zur Vermeidung der Anreicherung von Verunreinigungen in der Waschflotte wichtig ist, oder man kann die Reinigungswirkung durch Anwendung mechanischer Mittel (intensive Bewegung des Waschgutes oder der Flotte, Ultraschall, Hörschall) verstärken, oder Kombinationen dieser Möglichkeiten mit Wasch-, Dispersions-, Emulgier- und/oder Netzmitteln verwenden.
Eine besonders reine Faser wird erhalten, wenn man mit geeigneten Mitteln die Faser oberflächlich anlöst, bzw. stark anquillt, ohne dass aber ein Zusammensintern oder Verschweissen der Faser stattfindet.
Hiezu können die für die betreffenden Fasern spezifischen Lösungs- oder Quellmittel für sich allein in Mischung, oder in Gegenwart von Verdünnern, wie z. B. Wasser verwendet werden. Auf diese Weise kann man auf einfachste Weise eine vollständige Entfernung aller Oberflächenverunreinigungen erreichen, ferner erhält man so eine leicht angeätzte und damit sehr haftbereite Faseroberfläche. Als Beispiele für diese Vorreinigungsmethode seien genannt : Oberflächliches Anlösen von Polyesterfasern durch alkalische Agentien, z. B. Alkalihydroxyde oder Alkalikarbonate, oberflächliches Anlösen von Polyamiden durch saure Agentien, z.
B. verdünnte Säuren oder sauer reagierende Salze, oberflächiges Verändern von Acrylfasern durch Behandeln mit anorganischen oder organischen Basen, oberflächliches starkes Quellen von Polyester-, Acryl-, oder Polyamidfasern mit phenolischen Verbindungen, oberflächliches Anlösen von Acryl- oder Celluloseacetatfasern durch Behandeln mit organischen Verbindungen, die an sich die Faser zu lösen vermögen, unter Bedingungen, die lediglich eine oberflächliche Einwirkung herbeiführen.
Die Quellmittel und Lösungsmittel können gegebenenfalls auch den Waschflotten beigegeben werden.
Nach der Einwirkung werden sie in bekannter Weise durch gründliches Spülen, Neutralisieren oder andere geeignete Methoden entfernt.
Wirksame Waschmittel sind solche nichtionogener Art, doch können je nach Art der Faser und der zu entfernenden Verunreinigungen auch andere Waschmitteltypen oder Mischungen nichtionogener mit ionogenen Waschmitteln, z. B. kationaktiven oder anionaktiven vorteilhaft sein, d. h. es können die verschiedensten Typen von Waschmitteln Verwendung finden, insbesondere auch Emulgier-, Dispersions-, und Netzmittel aller Art, wobei es ohne weiteres möglich ist, Kombinationen der vorgenannten Reinigungsmethoden anzuwenden. Natürlich kann die Reinigungswirkung irgend eines der vorgenannten Vorreinigungsmittel verstärkt oder ergänzt werden durch Anwendung von an sich bekannten Bleichmitteln bzw. Oxydationsmitteln oder Reduktionsmitteln im gleichen oder in einem separaten Bad, d. h. eine Waschbehandlung kann z.
B. in Gegenwart von Bleichmitteln erfolgen, eine oberflächliche Anlösung der Alkalien kann in einem alkalisch gestellten Bleichbad stattfinden usw., oder eine Behandlung mit Oxydations- oder Reduktionsmitteln kann vor oder nach den genannten Vorreinigungsoperationen durchgeführt werden.
In irgend einer Phase der Behandlung, vorzugsweise aber nach der Vorreinigung, kann gegebenenfalls das Flächengebilde thermofixiert werden. Auf die Dimensionsstabilität des Endproduktes wirkt sich diese Massnahme allerdings kaum aus.
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:Ammonsulfat (potentiell saurer Katalysator) 20 g/l
Titandioxyd 50 gll
Nach dem Auftragen von 3 Strichen obiger Zubereitung wird das Gewebe während 5 Minuten einer Temperatur von 140 C ausgesetzt, um die Kondensation des Vorkondensates und die wasserfeste Fixierung des polymeren Körpers herbeizuführen.
Das so behandelte, stark versteifte Gewebe kann in Blätter geschnitten, auf Maschinen bedruckt werden, wie solche für die Herstellung von Landkarten aus Papier verwendet werden. Dabei ist beim Mehrfarbendruck der Passer ebenso gut wie bei Papier. Das bedruckte Gewebe ändert seine Masse bei wiederholtem Benetzen und Trocknen nicht, ist gegen mechanische Beanspruchung auch in nassem Zustand sehr widerstandsfähig und verändert sich auch bei mehrwöchigem Vergraben in der Erde nicht.
Es bleibt
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lauge bei 80 C mit einer wässerigen Lösung enthaltend das Vorkondensat eines modifizierten HarnstoffFormaldehydharzes, Stärke und Formaldehyd im Verhältnis 3 : 6 : 2 sowie Ij2 Teil Triäthanolaminhydrochlorid und 1 Teil Titandioxyd appretiert und hierauf so getrocknet, dass in Längs- und Querrichtung der Warenbahn eine Streckung stattfindet. Zur Kondensation des Kunstharzvorkondensates und zur Vernetzung der Stärke erhitzt man schliesslich während 5 Minuten auf 130 C.
Das Gewebe hat eine starke Versteifung erfahren, verändert auch bei Bewitterung seine Masse kaum merklich und lässt sich wie Papier auch mehrfarbig mit gutem Passer bedrucken.
Beispiel 3 : Eine Toile, hergestellt aus endlosen Polyäthylenterephthalatgarnen von 60 den., mit einem Gewicht von 65 g (m2 und einer Wasseraufnahme von 0, 5% bei 20 C und 65% relativer Feuchtigkeit, wird zwecks Reinigung von Fremdsubstanzen in breitem Zustand während 30 Minuten mit einem nichtionogenen Waschmittel in langer Flotte (I : 20-50) bei Kochtemperatur vorbehandelt, gründlich gespült, nochmals mit dem Waschmittel behandelt, gespült und dann getrocknet. Hierauf beschichtet man mit der in Beispiel l angegebenen Zubereitung, wobei auf die eine Seite 2, auf die andere l Strich aufgebracht werden.
Bei der Beschichtung wird in der Längsrichtung ein starker Zug ausgeübt, der eine Dehnung von l bis 2% bewirkt, während bei der vorausgegangenen Trocknung nach dem Auswaschen in der Querrichtung um ebensoviel gedehnt wurde.
Nach jedem Beschichtungsstrich wird getrocknet und zum Schluss erfolgt eine Hitzebehandlung während 4 Minuten bei 140 C zur Fertigkondensation des Kunstharzvorkondensates und zur wasserfesten Fixierung des hydroxylhaltigen polymeren Körpers, d. h. der Stärke.
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ablöst, wobei eine oberflächliche Verseifung des Polyesters eintritt und alle anhaftenden Unreinigkeiten vollständig entfernt werden.
Das so vorbehandelte Gewebe wird genau wie in Beispiel 3 beschrieben beschichtet. Dieses, nach Beispiel 4 erhaltene Material ist bei genau gleicher Beschichtung bedeutend steifer als das nach Muster 3 erhaltene, wobei das Material nach 4 sich auch bedeutend besser permanent falzen lässt.
Die Dimensionsstabilität der Materialien nach den Beispielen 3 und 4 beträgt 0, 03% pro 10% Feuchtigkeitsänderung in beiden Richtungen. Die Bestimmung dieser Werte erfolgte so, dass die Materialien zuerst bei 65%, dann bei 80% und schliesslich bei 20% relativer Feuchtigkeit konditioniert wurden, wobei man die Längenveränderungen bestimmte, u. zw. nach Schuss- und Kettrichtung. Gegenüber besten bekannten Offset-Papieren ist die Dimensionsstabilität in der Kette fast doppelt, im Schuss fast dreimal so hoch.
Beispiel 5 : Ein wie in Beispiel 4 vorgereinigtes und beschichtetes Gewebe wird vor der abschliessenden Hitzebehandlung einer Kalanderbehandlung unterworfen u. zw. bei zirka 100 C und 40 t Pressdruck, wobei eine der Kalanderwalzen geheizt ist. Nach dem Kalandrieren erfolgt dann die Hitzenachbehandlung wie sie in Beispiel 1 beschrieben ist.
Beispiel 6 : Ein Polyacrylnitrilfasergewebe 81-Toile (Endlose Faser) wird zwecks Vorreinigung zuerst in einer Flotte, enthaltend 10% Natriumhydroxyd in Äthylenglykol während 10 Sekunden bei 150 C behandelt, wobei eine oberflächliche Veränderung des Fasermaterials erfolgt unter vollständiger Befreiung von allen der Faser anhaftenden Verunreinigungen. Hierauf bleicht man in bekannter Weise in saurem Bad mit Natriumchlorit und trocknet unter Streckung in Schussrichtung. Vor dem Beschichten kalandriert man bei 120 C unter 40 t Druck.
Die Beschichtung erfolgt mit folgendem Rezept :
60 g/l Harnstoff-Formaldehyd-Vorkondensat (hitzehärtbares Harz)
90 g/l Reactant SC (Quaker Chemical Company) = zur Abspaltung von Formaldehyd befähigter
Körper
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150 g/l des Oxyäthyl-Derivates von Stärke (durch das Vernetzungsmittel wasserfest fixierbarer
Körper)
30 g/l eines Silicon-Hydrophobierungsmittels (hydrophobierender Zusatz)
3 g/l eines organischen blauen Pigments
20 gil Magnesiumchlorid.
Man beschichtet auf jeder Seite einmal, wobei jeweils in der Längsrichtung ein Längszug bis nahe an die Elastizitätsgrenze des Gewebes ausgeübt wird. Zum Schluss erhitzt man zur Kondensation des
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wird dann mit folgender Rezeptur appretiert (Auflagerung 20 gfm 2) ; 65 Teile Epoxy-Harz, z. B. Eponite 100 (hergestellt von Shell Chem. Corp. ), 30 Teile Polyvinylalkohol, 50 Teile Methylol-Äthylenharnstoff, 10 Teile Zinkfluoborat, 500 Teile (Auffüllen mit Wasser). Man trocknet unter Streckung in Längs- und Querrichtung und kondensiert hierauf während 3 Minuten bei 1600 C.
Beispiel 8 : Ein Faservlies, hergestellt aus einem Polykondensationsprodukt aus 1, 12 Aminoundecan- säure (Wasseraufnahme bei Normalklima 1%), wird mit 14%iger Salzsäure kurze Zeit heiss behandelt, gespült, mit verdünnter Ammoniaklösung neutralisiert und mehrmals gründlich gespült, worauf man unter leichter Spannung in beiden Richtungen trocknet. Die Säurebehandlung bewirkt einen oberflächlichen Angriff der Polyamidfaser und entfernt damit anhaftende Verunreinigungen. Ausserdem wird die Faseroberfläche durch die eintretende leichte Erosion haftbereiter. Man besprüht mit dem in Beispiel 1 genannten Veredlungsmittel, trocknet und kondensiert wie dort angegeben.
Beispiel 9 : Ein Toile aus einer Faser, gesponnen aus einem Copolymerisat von Acrylnitril und Vinylchlorid, Wasseraufnahme bei Normalklima 0, 7%, wird zwecks Vorreinigung zunächst mit einem anionaktiven Waschmittel gründlich ausgewaschen und anschliessend mit Natriumchlorit in saurer Flotte bei 80 C gebleicht. Nach gründlichem Spülen beschichtet man mit der in Beispiel 1 angegebenen Rezeptur.
Vor der abschliessenden Hitzebehandlung wird bei 100 C kalandriert.
Beispiel 10 : Auf ein Gewebe aus spinndüsengefärbten Fasern aus Polyvinylidenchlorid, Wasseraufnahme bei Normklima 0, 1%, wird folgende Mischung durch Streichen aufgebracht, nachdem die Faser durch Behandeln in einem Bad, enthaltend ein nichtionogenes Waschmittel und die wässerige Emulsion von Perchloräthylen, gründlich von Verunreinigungen gereinigt wurde :
Dimethylolharnstoff-Dibutyl- äther (200 g), Polyester mit freien Hydroxylgruppen hergestellt durch Umsetzung eines Überschusses eines Alkylenglykols mit einer Dicarbonsäure (300 g) als polymerer, durch Vernetzung waschfest fixierbarer Körper, Toluoldiisocyanat (20 g) als Vernetzungsmittel, Dioctylphthalat (20 g) als Weichmacher und ein Tetraalkyltitanat (25 g) als Vernetzungskatalysator, wobei als Lösungsmittel alkoholfreies Äthyl-
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hierauf während 15 Minuten auf 1300 C.
Beispiel 11 : Ein Gewebe aus Polyäthylen-Filament (Wasseraufnahme im NormaIk1ima 0, 01%) wird wie in Beispiel 1 vorgewaschen und wie im genannten Beispiel beschichtet.
Beispiel 12 : Das gemäss Beispiel 4 vorbehandelte Gewebe aus Polyäthylenterephthalat wird wie im genannten Beispiel beschrieben beschichtet, worauf man nach der Fertigstellung das versteifte Gewebe mit einer lichtempfindlichen Schicht versieht, so dass das Material als Photokopiermaterial verwendet werden kann. Gegebenenfalls können lichtempfindliche Stoffe natürlich auch der in Beispiel 4 verwendeten Beschichtungsmasse einverleibt werden.
An Stelle von lichtempfindlichen Stoffen können auch solche Körper gleichzeitig mit der Versteifungpräparation oder nachträglich ganzflächig oder örtlich aufgebracht werden, welche unter dem Einfluss von Wärme oder von Chemikalien wie Oxydations- oder Reduktionsmittel oder unter Reaktion mit später aufzubringenden Komponenten zur Bildung von Farbstoffen befähigt sind.