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Koordinatograph
Die Geräte zur Kartierung von Aufnahmen, deren Punkte in rechtwinkeligen Koordinaten gegeben sind, also auch vonAufspiegelungen, können, ihrer Arbeitsweise nach, in zwei Gruppen eingeteilt werden.
1. Koordinatogr aphen. Diese Geräte sind im Prinzip wie folgt konstruiert. In einem an den Gleitseiten mit Skalen versehenen Parallelogrammrahmen wird ein zu den Gleitseiten senkrechter, gleichfalls mit Skala versehener Schlitten verschoben, welcher auswechselbar eine Pikiernadel oder eine Ableselupe trägt.
Feinstellvorrichtungen und Nonien ermöglichen es, an den beiden Skalen bestimmte Koordinatenwerte einzustellen (bei Kartierung) bzw. abzulesen (bei Koordinatenentnahme). Kleinere Ausführungen dieser Geräte haben statt des Rahmens eine skalentragende Gleitschiene.
Die Arbeitsweise der Koordinatographen ist folgende. Zwecks Auftragung werden die Achsen des Gerätes mittels geeigneter Vorrichtungen mit den Koordinatenachsen der Zeichnung in Kongruenz gebracht, Abszisse und Ordinate des aufzutragenden Punktes an der bezüglichen Skala eingestellt und hierauf die Kartierung des Punktes durch Pieke durchgeführt.
2. Abschiebegeräte. Sie bestellen aus einer mit Skala versehenen Basisschiene bzw. einem an der Hypotenuse mit Skala versehenen Basisdreieck und einem rechtwinkeligen Anlegedreieck, welches mit seiner einen Nonius tragenden Hypotenuse längs der Basisschiene bzw. dem Basisdreieck verschoben werden
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rungen für den Massstab l : 2880 (bzw. 1 : 1000) die sogenannte 30er Marke (bzw. 10er Marke), welche den Zweck haben soll, die Kartierung eines Punktes in einem einzigen, durchgehenden Arbeitsgang zu ermöglichen.
Dieser Zweck wird nur ganz unvollkommen erfüllt, da mit diesem Gerät eine solche Auftragung nur in einer Richtung möglich ist und die Verwendung der Marke den bei Abschiebedreiecken ohnehin relativ kleinen Auftragsbereich auf fast die Hälfte reduziert ; ferner trägt dabei die Skala auf dem Basisdreieck eine Doppelbezifferung, was leicht zu Irrtümern Anlass gibt.
Die Tatsache, dass diese Marken sehr wenig verwendet werden und deren Verwendung oft überhaupt unbekannt ist, zeigt am besten deren mangelnde Verwendungsfähigkeit.
Die Arbeitsweise der Abschiebegeräte ist folgende. Eine Kathete des Anlegedreiecks wird an die Ausgangslinie (Koordinatenachse, Messungslinie) angelegt, hierauf bei festgehaltenem Dreieck die Basis- schiene (das Basisdreieck) mit dem Nullpunkt ihrer (seiner) Skala an den Nullpunkt des Anlegedreiecks gelegt, dann bei festgehaltener Basisschiene (Basisdreieck) durch Verschieben des Anlegedreiecks mittels dessen Nonius an der Skala der Basisschiene (des Basisdreiecks) der betreffende Wert der Abszisse eingestellt und an der Ziehkante eine Hilfslinie für die Abszisse gezogen. Ein analoger Vorgang für die Ordinate ergibt eine Hilfslinie für die Ordinate, der Schnitt beider Hilfslinien ergibt die Lage des zu kartierenden Punktes am Plan ; es erfolgt also die Kartierung in zwei voneinander ganz getrennten Arbeitsgängen.
Die derzeitigen, im Vorhergehenden schematisch beschriebenenKartiergeräte weisen die folgenden Nachteile auf :
1. Kartierung durch eine nicht mehr entfernbare oder korrigierbare Pieke (bei den Koordinatographen),
2. Schlechte Orientierung und daraus resultierende lange Hilfsstriche, die die Übersichtlichkeit herabsetzen,
3. Schlechte Ausnützung des Arbeitsfeldes und der Gerätegrösse.
Die unter Punkt zwei und drei genannten Nachteile treten bei den Abschiebegeräten auf. Sie werden durch die diesen Geräten eigentümliche Kreuzung (Nichtparallelität) von Koordinatenachsen und Arbeitsachsen, d. i. Bewegungsrichtung der Gerätsteile, hervorgerufen.
4. Die Kartierung erfordert bei den Abschiebegeräten für Abszisse und Ordinate je einen gesonder-
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ten Arbeitsgang, wodurch die Zügigkeit der Arbeit leidet und Zeitverlust entsteht.
Ein Gerät, das diese 4 Nachteile vermeiden soll, müsste daher die nachstehenden Bedingungen gleichzeitig erfüllen :
1. Die Markierung erfolgt durch Bleistiftstriche.
2. Die Bewegung der Gerätteile muss in der Richtung der Koordinatenachsen erfolgen.
3. Die Arbeitsweise bei der Kartierung des laufenden Punktes muss eine solche sein, dass das Ziehen der beiden den Punkt bestimmenden Bleistiftstriche unmittelbar aufeinanderfolgt, ohne eine andere Bewegung dazwischen als bloss das Heranbringen der zweiten Ziehkante.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung ist unter Zugrundelegung dieser drei Bedingungen gebaut. Er besitzt gegenüber den Koordinatographen den Vorteil, dass die Markierung der Punkte mit korrigier-bzw. löschbaren Bleistiftstrichen erfolgt und die Einstellung des Gerätes auf die Plan koordinatenachse rascher und einfacher geschieht. Gegenüber den Abschiebegeräten zeichnet er sich dadurch aus, dass die Skalen des Gerätes und die Verschiebung der beweglichen Teile desselben parallel zu den Koordinatenachsen des Planes sind, wodurch die Arbeit sehr übersichtlich gestaltet wird und die für die üblichen Abschiebegeräte charakteristischen störenden langen Hilfslinien bis auf wenige Millimeter reduziert werden.
Ein Suchen nach der zuerst aufgetragenen Abszissenlinie fällt ganz weg, da diese bis zur Fertigkartierung die ganze Zeit im Gesichtsfeld bleibt. Die Grösse des Arbeitsfeldes bzw. des Gerätes wird voll ausgenützt.
Besonders von Bedeutung ist die Arbeitsverringerung infolge der gleichzeitigen Kartierung von Abszisse und Ordinate, welche Kartierung auch gleichzeitig an die Aufmerksamkeit geringere Ansprüche stellt.
Im nachstehenden wird eine Beschreibung mit Hinweis auf die Figuren der Zeichnung gegeben.
Das Gerät besteht aus drei Teilen :
1. Das Abszissenlineal (Fig. 3), welches die Abszissenskala (oder je nach Ausführung zwei verschiedene Abszissenskalen) trägt.
2. Der Körper (Fig. 1). Er ist winkelförmig ; die im Bilde linke Kante, die Gleitkante, trägt einen oder zwei Abszissennonien Na bzw. Nal und N ; parallelzur Gleitkante hat der Körper eineoder zwei An-
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die das unbeabsichtigte Lösendes Läufers von der Leitschiene verhindern soll und in der Nut läuft, die von der Leitschiene und dem auf ihr aufgesetzten Ordinatenmassstab gebildet wird. Die dem Ordinatenmassstab der Leitschiene zugekehrte Kante des Läufers trägt in der Mitte einen Index 10 und zu dessen beiden Seiten in massstabgebundenen Abständen den rechten und den linken Nonius Nr und N1.
Der Läufer bildet im oberen Teil die zur Leitschiene parallele Abszissenziehkante Za, die einen Index 0 trägt, der mit dem Index 10 des Läufers auf der gleichen Ordinate liegt. Rechts und links vom Index 0 kann je eine Hilfsteilung sein. Weiters weist der Läufer die beiden Ordinatenziehkanten Zr und Zl
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szissenziehkante und liegen in dem gleichen Abstand vom Index 0 wie die Nullpunkte der Ordinatennonien Nr und N1 vom Index Io, sie sind also auf den gleichen Ordinaten mit diesen.
Um bei Verwendung der rechten Ordinatenziehkante die aufgetragene Abszissenlinie nicht aus dem Gesichtsfeld zu lassen, befindet sichrechts von der ersten eine kleine Hilfsabszissenziehkante H.
In Fig. 4istder Läufer noch einmal, hier axonometrisch, dargestellt.
Das erfindungsgemässe Gerät wird folgendermassen gehandhabt. Der Körper wird mit der zu verwendenden Anlegekante an die Abszissenlinie bzw. die Messungslinie angelegt, dann das Abszissenlineal an die Gleitkante desselben angelegt und nun der Körper so lange längs des Lineals verschoben, bis die. Abszissenziehkante des in der Nullstellung im Körper eingeschobenen Läufers auf den Ausgangspunkt der Auftragung (Koordinatennullpunkt) zeigt. Jetzt wird bei festgehaltenem Körper das Abszissenlineal so lange verschoben, bis der Nullpunkt der Abszissenskala am Nullpunkt des Abszissennonius liegt. Damit ist das Gerät kartierbereit ; das Abszissenlineal verbleibt bis zur Beendigung der gesamten Auftragung ungeändert.
Zur Auftragung stellt man mittels des Abszissennonius an der Abszissenskala die Abszisse des aufzutragenden Punktes ein, dann stellt man durch Verschieben des Läufers mittels des Ordinatennonius an der Ordinatenskala die Ordinate des Punktes ein und nun zieht man ander entsprechend enOrdinatenziehkante ein wenig nach oben und nach unten über den Indexstrich J die Ordinatenhilfslinie, verschiebt den Läufer
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nach links, bis die Ordinatenhilss. linie von der Abszissenziehkante bzw. der Hilfskante H gekreuzt wird, und zieht die Abszissenhilfslinie, womit der Punkt kartiert ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Koordinatograph mit einem entlang einer parallel zur einen Koordinatenachse anzuordnenden und mit einer Koordinatenskala versehenen Schiene verschiebbaren Körper, der einen entlang einer parallel zur zweiten Koordinatenachse verlaufenden zweiten Koordinatenskala verschiebbaren Schieber trägt, dadurch gekennzeichnet, dass der Schieber im Bereiche seiner mit der zweiten Koordinatenskala zusammenwirkenden Haupteinstellmarke eine zu dieser Koordinatenskala parallele Ziehkante und mindestens eine weitere, zur ersten Koordinatenskala parallele Ziehkante aufweist, deren Verlängerung durch eine mit der zweiten Koordinatenskala zusammenwirkende Feineinstellmarke des Schiebers geht.