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Aufhängevorrichtung für Seilbahnwagen
Die Festsetzung der höchst zulässigen Nutzlast erfolgt bei Personenseilbahnwagen gemäss den geltenden Vorschriften durch die Nennung der Höchstanzahl der in einem Seilbahnwagen zu befördernden Fahrgäste, wobei das Gewicht jeder Person mit 80 kg angenommen und auch eine bestimmte Mindestbodenfläche je Person gefordert wird. Erfahrungsgemäss wird nun aber bei Einhaltung der festgelegten Fahrgastanzahl die höchst zulässige Nutzlast für den Wagen nicht erreicht, da das Durchschnittsgewicht der Fahrgäste, insbesondere im Sommer und dann, wenn ohne Skier gefahren wird, niedriger liegt.
Um die zulässige Nutzlast, auf die sich auch die errechneten und zugelassenen Sicherheitswerte der Wagen, Laufwerke und der gesamten Seilbahnkonstruktion beziehen, voll ausnützen zu können, ist es für den wirtschaftlichen Betrieb einer Seilbahn von besonderem Vorteil, bei jeder Fahrt nachzuweisen bzw. festzustellen, dass die zulässige Nutzlast nicht überschritten ist, selbst wenn sich gegebenenfalls mehr Personen im Wagen befinden. Anderseits muss aus Sicherheitsgründen selbstverständlich verhindert werden, dass eine Überschreitung der höchst zulässigen Nutzlast bei Beförderung von Personen mit Gepäck stattfindet.
Die Erfindung bezweckt die Schaffung einer Aufhänge-Vorrichtung für Seilbahnwagen, mit deren Hilfe eine laufende Überprüfung der jeweils tatsächlich vorhandenen Nutzlast ermöglicht wird, um den vorhandenen Beförderungsraum ohne Rücksicht auf eine bestimmte Fahrgastzahl, aber unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsvorschriften voll ausnützen. zu können.
Es ist bereits bekannt, die Belastung der Auslegerkopfrolle eines Kranes auf hydraulischem Wege auf ein Anzeigeinstrument am Führerstand zur laufenden Kontrolle zu übertragen. Ferner ist es bekannt, den Boden des Förderkorbes eines Aufzuges als Waagschale auszubilden oder den Förderkorb mittels einer federwaagenartigen und über elektrische Kontakte wirkenden bzw. anzeigenden Einrichtung aufzuhängen, um die jeweilige Nutzlast überprüfen zu können.
Die erfindungsgemässe Aufhängevorrichtung, bei der nun ebenfalls eine selbständig anzeigende Wiegeeinrichtung Verwendung findet, zeichnet sich im wesentlichen dadurch aus, dass die Wiegeeinrichtung aus einem wenigstens einen Teil des Wagengewichtes aufnehmenden, in einem am Gehänge bzw. Gehängeoberteil vorgesehenen Zylinder hydraulisch abgestützten Kolben und einem an den Zylinderdruckraum angeschlossenen Manometer besteht. Mit zunehmender Belastung steigt selbstverständlich der Druck im Flüssigkeitspolster, und es kann daher bei entsprechender Manometereichung unmittelbar das jeweilige Gewicht abgelesen werden. Das Manometer wird im Wageninnern oder an einer sonst gut sichtbaren Stelle angeordnet.
Demnach kann das Wagengesamtgewicht, das sich aus dem von vornherein bestimmten Gewicht des Wagenkastens und des erforderlichen Zubehörs sowie aus dem Gewicht der jeweiligen Nutzlast zusammensetzt, mittels des Manometers laufend kontrolliert werden, und es ist nicht notwendig, die Beladung mit einer festgelegten Personenzahl, sondern durch das tatsächliche Erreichen der höchst zulässigen Nutzlast zu begrenzen. Es ist sogar möglich, die Wiegeeinrichtung mit der Sicherheitseinrichtung der Bahn zu verbinden, die bei Überschreitung des höchst zulässigen Wagengesamtgewichtes die Ingangsetzung der Bahn verhindert. Die erfindungsgemässe Ausführung kann auch bei bereits bestehenden Seilbahnen verwendet werden, da es lediglich notwendig ist, die Hydraulikeinrichtung an Stelle der üblichen Verbindungslaschen zwischen Gehänge und Wagenkasten einzubauen.
Sind vier Aufhängestellen des Wagens am Gehänge vorhanden, so genügt es, wenn an den beiden Aufhängestellen nur einer Wagenlängs- oder Querseite Wiegeeinrichtungen vorgesehen werden. Da die Gewichtskontrolle des Seilbahnwagens nur dann von Bedeutung ist, wenn sich das Fördergewicht grössenord -
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nungsmässig der höchst zulässigen Nutzlast nähert, wird dann auch die Bodenfläche des Wagens ziemlich gleichmässig belegt sein, weshalb die Anordnung der Wiegeeinrichtungen lediglich an einer WagenlängsoderQuerseite ausreicht. Ausserdem kann jeweils die eine Wiegeeinrichtung zur Funktionskontrolle der andern herangezogen werden.
Bei einer andern vorteilhaften Konstruktion weist das Gehänge erfindungsgemäss einen Unterteil auf, der mittels eines Zugankers unter Zwischenschaltung der Wiegeeinrichtung am Oberteil hängt und mit diesem in vertikaler Ebene gelenkig, in horizontaler Ebene starr verbunden ist. Auf diese Weise kann durch die Wiegeeinrichtung das gesamte Gewicht des Wagenkastens samt Last und Gehängeunterteil festgestellt werden, wobei aber auf die Wiegeeinrichtung über den Zuganker nur die vertikal gerichteten Kräfte einwirken, während alle Querkräfte senkrecht zur Bahnachse und parallel zur Fahrtrichtung vom Gehängeunterteil unmittelbar auf den Gehängeoberteil übertragen werden.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt. Es zeigen : Fig. 1 einen Teil einer Aufhängevorrichtung im Teilschnitt, Fig. 2 und 3 ein Gehänge anderer Ausführung in zwei zueinander normalen Vertikalschnitten und Fig. 4 eine Seitenansicht auf den Oberteil.
Gemäss Fig. 1 ist im Kabinengehänge 1 ein Zylinder 2 ausgespart, in dem ein Kolben 3 gleitet. Der Kolben trägt einen oberseitig zylindrisch abgerundeten Kopf 4, um den ein Verbindungslaschenoberteil 5 unter Zwischenlage eines elastischen Polsters 6 gelegt ist. Seitenwangen 7 verhindern ein Abgleiten des Laschenoberteils 5 vom Kopf 4. Der am Oberteil 5 befestigte Laschenunterteil 8 ist mit den Aufhängeblechen 9 des Wagenkastens durch einen Gelenkbolzen 10 verbunden. Vom Druckraum 11 des Zylinders 2 führt eine Leitung 12 zu einem (nicht dargestellten) Manometer.
Gemäss Fig. 2 bis 4 besteht das Gehänge aus einem Oberteil la und einem Unterteil lb. Das auf den Unterteil wirkende Gewicht wird über einen Querträger 13 und einen Zuganker 14 auf die im Oberteil la gelagerte hydraulische Wiegeeinrichtung 15 übertragen, von der eine Leitung 12a zu einem Manometer führt. Die Querkräfte werden über Bleche 16, 17 unmittelbar vom Gehängeunterteil1b auf den Gehängeoberteil la übertragen. In der Bildebene ergibt sich so zwischen dem Unterteil und dem Oberteil eine gelenkige, in dazu senkrechter Ebene aber eine torsionssteife Verbindung.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Aufhängevorrichtung für Seilbahnwagen unter Verwendung einer selbständig anzeigenden Wiegeeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass die Wiegeeinrichtung aus einem wenigstens einen Teil des Wagengewichtes aufnehmenden, in einem am Gehänge (1) bzw. Gehängeoberteil (la) vorgesehenen Zylinder (2) hydraulisch abgestützten Kolben (3) und einem an den Zylinderdruckraum (11) angeschlossenen Manometer besteht.