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Türschliesser
Die Erfindung bezieht sich auf einen Türschliesser mit Federantrieb und mechanischer Bremseinrichtung mit gleichachsig zur Schliesshebelwelle angeordneter Bremstrommel.
Durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung soll zunächst der Vorteil erzielt werden, dass der zwischen der Bremstrommel und den dieser zugeordneten Bremsbacken mit beliebiger Intensität einstellbare Reibungsschluss beim Öffnen der Tür nicht unterbrochen zu werden braucht, so dass keinerlei Steuerorgane für das Aufheben und Wiederherstellen der Reibung zwischen den genannten, die Bremswirkung ergebenden Teilen erforderlich sind. Der auch während des Öffnens der Tür vorhandene, jedoch die Öffnungsbewegung in, keiner Weise hemmende, weil während der entsprechenden Zeitspanne ausgeschaltete Reibungsschluss soll bei Auftritt einer durch die Schliessfeder verursachten Schliessbewegung der Tür sofort wirksam werden, u. zw. mit genau vorbestimmbarer, durch keinerlei Umschaltmechanismen beeinträchtigter Intensität.
Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass die in bezug auf das Traggehäuse und die Schliesshebelwelle verdrehbar angeordnete Bremstrommel gegenüber dem Traggehäuse mittels in diesem angeordneter verstellbarer Bremsbacken in fallweise gewünschtem Ausmass abbremsbar und mittels eines zwischen ihr und der Schliesshebelwelle vorgesehenen Klinkengetriebes bei Ablauf der vorher durch Öffnen der Tür aufgezogenen, auf die Schliesshebelwelle einwirkenden Schliessfeder mit der Schliesshebelwelle auf Drehung kuppelbar ist.
Zweckmässig kann hiebei die an einem die Drehbewegung der Schliesshebelwelle mitmachenden Zwischenstück schwenkbar angeordnete, gegen das mit der Bremstrommel verbundene Klinkenrad des Klinkengetriebes durch eine Feder gedrückte Kupplungsklinke einen das Klinkenrad übergreifenden Schaltarm mit einem Steuerorgan aufweisen, dem eine gleichachsig zur Schliesshebelwelle verdrehbare und in verschiedenen Drehstellungen in bezug auf das Traggehäuse feststellbare Steuerfläche zugeordnet ist, die bei an sie anliegendem Steuerorgan die Kupplungsklinke über ihren Schaltarm entgegen der Wirkung der Klinkenfeder in aus dem Klinkenrad ausgehobener Stellung hält.
Dies bietet den zusätzlichen Vorteil, dass die bis zu einem bestimmten Zeitpunkt des Schliessvorganges gebremst gewesene Schliesshebelwelle für eine entsprechend energische, das Einfallen des Türriegels in seine Falle gewährleistende Endbewegung bei nicht mehr abgebremster Wirkung der Schliessfeder freigegeben werden kann. Durch entsprechende Einstellung der Steuerfläche kann aber gewünschtenfalls auch die umgekehrte Funktion erzielt werden, also die zuerst ungebremst erfolgende Schliessbewegung durch erst späteres Einrasten der Kupplungsklinke in das Klinkenrad abgebremst werden, was beispielsweise dann in Frage kommt, wenn auf ein beschleunigtes Schliessen der Tür Wert gelegt wird.
Mannigfache zusätzliche Vorteile ergeben sich durch eine weitere Ausgestaltung, bei der erfindungsgemäss eine zweite, in bezug auf das Traggehäuse und die Schliesshebelwelle verdrehbare Bremstrommel vorgesehen ist, die gegenüber demTraggehäuse mittels in diesem angeordneter zusätzlicher Bremsbacken unabhängig von der Abbremsung der ersten Bremstrommel abbremsbar und mit einem zweiten Klinkenrad verbunden ist, gegen das eine ebenfalls an einem die Drehbewegung der Schliesshebelwelle mitmachenden Zwischenstück schwenkbar angeordnete zweite Kupplungsklinke durch eine dieser zugeordnete Feder gedrückt wird, wobei auch diese zweite Kupplungsklinke einen das mit ihr zusammenwirkende Klinkenrad übergreifenden Schaltarm mit einem Steuerorgan aufweist, dem eine Steuerfläche zugeordnet ist, die in gleicher Weise wie die erste Steuerfläche,
jedoch von dieser unabhängig, gleichachsig zur Schliesshebelwelle verdrehbar und in verschiedenen Drehstellungen in bezug auf das Traggehäuse feststellbar ist und bei an sie anliegendem Steuerorgan die zweite Kupplungsklinke über deren Schaltarm entgegen der
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Wirkung der Klinkenfeder in aus dem zweiten Klinkenrad ausgehobener Stellung hält. Durch wahlweise verschiedene Einstellung der Bremskraft der beiden Bremsen sowie der gegenseitigen Lage der beiden
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stimmte Drehwinkelbereiche beschleunigt oder verzögert werden. Anderseits ist aber auch eine weitgehende Vergleichmässigung der Winkelgeschwindigkeit über den gesamten Schliessweg erzielbar, die bei einem gewöhnlichen Federantrieb nicht gegeben ist, da sich die Schliessfeder während des Schliessens der Tür entspannt und daher stets kleiner werdende Drehmomente abgibt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wiedergegeben. Fig. l zeigt den mit zwei Bremseinrichtungen ausgestatteten Türschliesser im Aufrissschnitt. Die Fig. 2-5 stellen Querschnitte nach den Linien il - n bis V - V der Fig. 1 dar.
Mit 1 ist das am Türrahmen ortsfest anzubringende Traggehäuse des Türschliessers bezeichnet, in welchem die den Schliesshebel 2 tragende Schliesshebelwelle 3 drehbar gelagert ist. Mit der Schliesshebelwelle 3 ist ein auf diese aufgeschobenes Zwischenstück 4 mittels einer Fixierungsschraube 5 fest verbunden. Am Zwischenstück 4 ist das eine Ende 6 der spiralförmigen Schliessfeder 7 befestigt, deren anderes Ende 8 am Traggehäuse eingespannt ist. Durch Verdrehen der Schliesshebelwelle 3 im ortsfesten Traggehäuse 1 kann der Schliessfeder 7 die gewünschte Vorspannung erteilt werden. Gleichachsig zur Schliesshebelwelle 3 ist die Bremstrommel 9 angeordnet, die sowohl in bezug auf das Traggehäuse 1 als auch in bezug auf die Schliesshebelwelle 3 verdrehbar ist.
Die Bremstrommel 9 ist gegenüber dem Traggehäuse 1 mittels in diesem angeordneter Bremsbacken 10 in fallweise gewünschtem Ausmass abbremsbar.
Die Bremsbacken 10 werden durch ander unterenAbschlussplaitell des Traggehäuses 1 befestigte Zapfen 12 gegen Verdrehen gesichert, die zwischen die einander gegenüberliegenden Querflächen q der Bremsbacken 10 ragen. Letztere weisen hohlzylindrische innere Begrenzungsflächen 13 auf, an die ein auf die Schliesshebelwelle 3 aufgeschobener Vollkonus 14 anliegt, der mittels eines mit Gewinde 15 versehenen hülsenförmigen Ansatzes 16 in die untere Abschlussplatte 11 des Traggehäuses 1 eingeschraubt und somit durch Verdrehen dieses Ansatzes in Achsrichtung der Schliesshebelwelle 3 verstellbar ist.
Durch ent- sprechendes Verdrehen des Ansatzes 16 ist also der Vollkonus 14 mehr oder minder stark gegen die hohlkonischen inneren Begrenzungsflächen 13'der Bremsbacken 10 anziehbar, die dementsprechend mehr oder minder gegen die Innenflächen 17 der Bremstrommel 9 gepresst werden, wodurch das Bremsmoment genau auf die jeweils gewünschte Grösse einreguliert werden kann. Durch entsprechendes Einstellen des Vollkonus 14 kann die Bremswirkung auch vollkommen aufgehoben werden. Zwecks Verdrehens des Ansatzes 16 des Vollkonus 14 sind auf das Ansatzgewinde 15 drei Muttern 18, 19, 20 aufgeschraubt, von denen die mittlere eine Handhabe 21 aufweist.
Die beiden andern Muttern 18 und 20 dienen dabei als Kontermuttern, die gegen die mittlere Mutter 19 entsprechend stark anziehbar sind, wodurch diese mit dem Vollkonus 14 in feste Verbindung gebracht werden kann, so dass der Vollkonus jede Verdrehung der Handhabe 21 mitmacht und damit in entsprechender Weise axial eingestellt werden kann. Durch Heranschrauben sämtlicher Muttern 18,19, 20 an die untere Abschlussplatte 11 kann der entsprechend der gewünschten Bremskraft eingestellte Vollkonus so gesichert werden, dass er dann mittels der Handhabe 21 nur im Sinne einer Verstärkung der Bremswirkung axial verstellbar ist, wodurch einem Unterschreiten der eingestellten Bremskraft durch Verstellen der Handhabe 21 vorgebaut ist, da diese in jenem Drehsinn, der ein Abheben des Vollkonus 14 von den Bremsbacken 10 bewirken würde, blockiert ist.
Zwischen der Bremstrommel 9 und der Schliesshebelwelle 3 ist einKlinkengetriebe 22, 23 vorgesehen.
Die Kupplungsklinke 23 desselben ist an dem die Drehbewegung der Schliesshebelwelle 3 mitmachenden Zwischenstück 4 schwenkbar angeordnet, u. zw. mittels eines am Zwischenstück 4 befestigten Drehzapfens 24. Das Klinkenrad 22 ist mit der Bremstrommel 9 verbunden. Eine Blattfeder 25 (Fig. 3) trachtet die Kupplungsklinke 23 in Eingriff mit dem Klinkenrad 22 zu halten. Die Blattfeder 25 ist dabei mit ihrem einen Ende an einem mit der Kupplungsklinke 23 verbundenen Schaltarm 26, mit ihrem andern Ende an einer am Zwischenstück 4 angebrachten Halterung 27 befestigt.
Der mit der Kupplungsklinke verbundene Schaltarm 26 übergreift das Klinkenrad 22 bogenförmig und weist ein kugelförmiges Steuerorgan 28 auf, dem eine gleichachsig zur Schliesshebelwelle 3 verdrehbare und in verschiedenen Drehstellungen in bezug auf das Traggehäuse 1 feststellbare Steuerfläche 29 zugeordnet ist, die bei an sie anliegendem Steuerorgan 28 die Kupplungsklinke 23 über ihren Schaltarm 26 entgegen der Wirkung der
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Die Steuerfläche 29 ist dabei an einem in das Traggehäuse 1 konzentrisch zur Schliesshebelwelle 3 eingesetzten, im wesentlichen rohrförmigen Körper 30, u. zw. an dessen Innenflächen 31, befestigt. Der Körper 30 weist eine Innenverzahnung 32 auf, mit der ein in der unteren Abschlussplatte 11 drehbar gelagertes Ritzel 33 kämmt, das von aussen her in verschiedenen Drehstellungen einstellbar ist, wodurch über
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die Innenverzahnung 32 auch der rohrförmige Körper 30 und damit auch die an diesem fest angeordnete Steuerfläche 29 in verschiedene Drehstellungen übergeführt werden können.
Gemäss dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist noch eine zweite Bremstrommel 9'vorgesehen, die in gleicher Weise wie die Bremstrommel 9 sowohl in bezug auf das Traggehäuse 1 als auch in bezug auf die Schliesshebelwelle 3 verdrehbar ist. Diese zweite Bremstrommel 9'ist in analoger Art wie die erste Bremstrommel 9 gegenüber dem Traggehäuse 1 mittels in diesem angeordneter zusätzlicher Bremsbacken 10'abbremsbar, u. zw. vollkommen unabhängig von der Einstellung der Bremskraft der ersten Bremseinrichtung.
Auch die weitere Ausgestaltung der zweiten, die Bremstrommel 9'und die Bremsbacken10'aufweisendenBremseinrichtung ist gleichartig jener der bereits beschriebenen Bremseinrichtung mit der Bremstrommel 9 und den Bremsbacken 10 : Den Zapfen 12 entsprechen die an der oberen Abschluss- platte 34 angebrachten Zapfen 12', den inneren hohlkonischen Begrenzungsflächen 13 der Bremsbacken 10 die inneren hohlkonischen Begrenzungsflächen 13'der Bremsbacken 10', dem auf die Schliesshebelwelle 3 aufgeschobenen Vollkonus 14 der gleichfalls auf die Schliesshebelwelle 3 aufgeschobene Vollkonus 14', dem mit Gewinde 15 versehenen Ansatz 16 der mit Gewinde 15'versehene Ansatz 16', der Innenfläche 17 der Bremstrommel 9 die Innenfläche 17'der Bremstrommel 9', und den drei Muttern 18,19,
20 und der Handhabe 21 die drei Muttern 18', 19', 20' und die Handhabe 21'. Auch das der zweiten Bremseinrichtung zugeordnete Klinkengetriebe ist in analoger Weise wie das der ersten Bremseinrichtung zugeordnete ausgestaltet : Dem Klinkenrad 22 entspricht das Klinkenrad 22', der Kupplungsklinke 23 die am gleichen Zwischenstück 4 mittels des Drehzapfens 24'schwenkbar angeordnete Kupplungsklinke 23', der Klinkenfeder 25 die Klinkenfeder 25', dem Schaltarm 26 der Schaltarm 26', der Federhaltung 27 die Federhaltung 27', dem kugelförmigen Steuerorgan 28 das kugelförmige Steuerorgan 28', und der Steuerfläche 29 die Steuerfläche 29'.
Wesentlicn ist hiebei, dass die dem Klinkengetriebe 22', 23'zugeordnete Steuerfläche 29'zwar in gleicher Weise wie die dem Klinkengetriebe 22,23 zugeordnete Steuerfläche 29 gleichachsig zur Schliesshebelwelle verdrehbar und in verschiedenen Drehstellungen in bezug auf das Traggehäuse 1 feststellbar ist, dies alles jedoch vollkommen unabhängig von der Steuerfläche 29, so dass diebeiden Steuerflächen 29, 29'gegenseitig in verschiedensten Drehstellungen festgelegt werden können.
Die Ausgestaltung der zur Anbringung und Einstellung der Steuerflächen dienenden Mittel ist wieder dieselbe Dem der Steuerfläche 29 zugeordneten rohrförmigen Körper 30 entspricht der rohrförmige Körper 30 " der Innenfläche 31 die Innenfläche 31', der Innenverzahnung 32 die Innenverzahnung 32', und dem Ritzel 33 das Ritzel 33'. Das Zwischenstück 4, an dem beide Kupplungsklinken 23, 23'schwenkbar angeordnet sind, weist eine ringförmige Ausnehmung 35 zur Aufnahme der mit ihrem einen Ende 6 am Zwischenstück, mit ihrem andern Ende 8 am Traggehäuse 1 befestigten Schliessfeder auf.
Die Wirkungsweise ist folgende :
Der Türschliesser sei zunächst so eingestellt, dass seine zweite, die Bremstrommel 9'und die Bremsbacken 10'aufweisende Bremseinrichtung vollständig ausser Betrieb gesetzt ist, u. zw. durch entsprechendes Wegschrauben des Vollkonus 14'der zweiten Bremseinrichtung von den Bremsbacken 10'derselben. Zwischen der Bremstrommel 9 der ersten Bremseinrichtung und den Bremsbacken 10 derselben sei jedoch durch entsprechendes Justieren des Vollkonus 14 ein gewünschter Reibungsschluss hergestellt worden. Ferner sei die Steuerfläche 29 durch Verdrehen des Ritzels 33 in die aus Fig. 3 ersichtliche Drehstellung gebracht worden.
Beim Öffnen der Türe und dementsprechenden Verdrehen der Schliesshebelwelle 3 im Uhrzeigersinn (Fig. 3) ist die durch das Zwischenstück 4 mitgenommene, gefederte Kupplungsklinke 23 über die Zähne des abgebremsten Klinkenrades 22 hinweggeglitten, da die Klinkenzähne so geformt sind, dass die eingefallene Kupplungsklinke das Klinkenrad nur entgegen dem Uhrzeigersinn mitzunehmen vermag. Nach vollkommenem Öffnen der Tür sei dabei die Kupplungsklinke 23 in die in Fig. 3 mit vollen Linien eingetragene Stellung übergeführt worden, In der ihr Steuerorgan 28 nicht an die Steuerfläche 29, sondern lediglich an die Innenfläche 31 des die Steuerfläche 29 tragenden Körpers 30 anliegt. Die Kupplungsklinke rastet somit unter der Wirkung der Klinkenfeder 25 in die Zahnung des Klinkenrades 22 ein.
Wird nun die Tür freigegeben, dann beginnt sich die Schliesshebelwelle 3 unter dem Einfluss der während des Öffnens der Tür aufgezogenen Schliessfeder 7, unter gleichzeitigem Schliessen der Tür, entgegen dem Uhrzeigersinn (Fig. 3) zu verdrehen, jedoch entsprechend abgebremst, weil die in der Verzahnung des Klinkenrades 22 einrastende Kupplungsklinke 23 das Klinkenrad mitnehmen muss, dieses aber durch die Bremstrommel 9 und die an diese anliegenden Bremsbacken 10 entsprechend gebremst ist. Die Tür wird also bei ihrem Loslassen nicht gleich energisch in die Schliesslage geschleudert, sondern mit Entsprechend verlangsamter Winkelgeschwindigkeit bewegt.
Hat sich nun die Schliesshebelwelle um den Winkel a verdreht, so dass die Kupplungsklinke 23 die in Fig. 3 mit strichlierten Linien eingetragene Stelle erreicht hat, dann ist das Steuerorgan 28 soeben auf die Steuerfläche 29 aufgelaufen, wodurch die Kupp-
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bmgsldluke 23 entgegen der Kraft der Klinkenfeder 25 aus der Zahnung des abgebremstenK1inkenrades 22 ausgehoben worden ist, also am Klinkenrad keinen bremsenden Widerstand mehr finden kann, so dass sich nunmehr die Kraft der Schliessfeder voll auswirkt, und die Tür, zwecks sicheren Einschnappen ihres Fall- riegels, im letzten Abschnitt ihrer Schliessbewegung mit erhöhter Geschwindigkeit gedreht wird.
Es braucht nicht näher erläutert zu werden, dass durch entsprechendes Einstellen der Steuerfläche 29 die Schliessbewegung in verschiedenster Art variiert werden kann. So ist beispielsweise auch die gerade entgegengesetzte Art des Schliessens bewirkbar, nämlich jene, bei welcher sich die Tür zuerst rasch, und erst im letzten Abschnitt ihrer Schliessbewegung langsam dreht, um etwa ein sanftes Schliessen zu er- zielen. Es braucht dann nur die Steuerfläche 29 so eingestellt zu werden, dass zuerst das Steuerorgan 28 auf ihr aufruht, also die Kupplungsklinke 23 ausgehoben hält, und dann erst von ihr abrollt und damit die
Kupplungsklinke mit dem bremsenden Klinkenrad in Eingriff bringt.
Es sei nun auch die zweite Bremseinrichtung in die Funktion einbezogen, also auch das zweite
Klinkenrad 22'mittels der Bremsbacken 10'und der Bremsbacken 9'entsprechend abgebremst, u. zw. beispielsweise mit geringerer Kraft als das Klinkenrad 22. Bei der aus Fig. 3 ersichtlichen Einstellung der
Steuerfläche 29 sei dabei die zweite Steuerfläche 29'in die aus Fig. 2 ersichtliche Drehstellung über- geführt worden.
Beim Loslassen der geöffneten Tür beginnt wieder die aufgezogene Schliessfeder 3 zu wirken, d. h. die Schliesshebelwelle 3 und damit das Zwischenstück'4 entgegen dem Uhrzeigersinn zu verdrehen, wobei über die Drehzapfen 24, 24'auch die Kupplungsklinken 23, 23'mitgenommen werden. Während des ersten Abschnittes der Schliessbewegung befindet sich die Kupplungsklinke 23, wie bereits beschrieben, in Eingriff mit dem Klinkenrad 22, so dass sie und dadurch auch das Zwischenstück 4 und die Schliesshebelwelle 3 durch die dem Klinkenrad 23 zugeordnete Bremseinrichtung 9,10 entsprechend abgebremst wird.
Die zweite Kupplungsklinke 23'ist dagegen während des ersten Abschnittes der Schliessbewegung aus dem ihr zugeordneten Klinkenrad 22'ausgehoben, da ihr Steuerorgan 28'dabei an der Steuerfläche 29' anliegt. Während des ersten Abschnittes der Schliessbewegung wird also die Schliesshebelwelle 3 lediglich über die Kupplungsklinke 23 durch die erste Bremseinrichtung 9,10 gebremst. Hat sich nun die Tür um den Winkel a gedreht, dann ist, wie bereits beschrieben, das Steuerorgan 28 der ersten Kupplungsklinke 23 auf die Steuerfläche 29 aufgelaufen, wodurch die Kupplungsklinken 23 aus der Verzahnung des Klinkenrades ausgehoben-ist, so dass die erste Bremseinrichtung 9,10 für den künftigen Schliessweg ausgeschaltet ist.
Im gleichen Augenblick, in dem das Steuerorgan 28 der ersten Kupplungsklinke auf die Steuerfläche 29 aufgelaufen ist, ist das Steuerorgan 28'der zweiten Kupplungsklinke 23'von der Steuerfläche 29'abge- laufen, so dass im selben Augenblick, in welchem die Kupplungsklinke 23 aus dem Klinkenrad 22 ausgehoben wird, die Kupplungsklinke 23'in das Klinkenrad 22'einfällt, wodurch nunmehr an Stelle der ausgeschalteten Bremseinrichtung 9,10 die Bremseinrichtung 9', 10'in Tätigkeit tritt und die Schliesshebelwelle 3 während der restlichen Schliessbewegung abbremst.
Die zweite Bremseinrichtung 9', 10' sei nun hiebei, wie schon erwähnt, so eingestellt, dass sie eine geringere Bremskraft als die vorher wirksam gewesene Bremseinrichtung 9,10 abgibt, u. zw. eine gegenüber der Bremskraft der Bremseinrichtung 9,10 so weit reduzierte Bremskraft, dass im Hinblick auf die durch das bereits stattgefundene Entspannen der Schliessfeder 3 reduzierte Federkraft annähernd das gleiche Drehmoment auf die Schliesshebelwelle 3 übertragen wird. Dadurch wird eine praktisch durchgehend gleichförmige Schliessbewegung erzielt, also die sich schliessende Tür vom Anfang bis zum Ende ihres Schliessweges immer annähernd mit derselben Winkelgeschwindigkeit verdreht.
Ausser den aus Fig. 2 und 3 ersichtlichen Einstellungen der Steuerflächen 29, 29'sind natürlich noch verschiedenste andere Justierungen der genannten Steuerteile möglich, wodurch die Schliessbewegung in mannigfachster Weise modifiziert werden kann, zumal auch die Bremsmomente der beiden Bremseinrichtungen auf verschiedenste Grösse eingestellt werden können.
So ist insbesondere auch eine solche Einstellung der Steuerflächen 29, 29'möglich, dass hiedurch die Kraft der Schliessfeder während des ersten Abschnittes der Schliessbewegung der Tür sowohl von der einen als auch von der andern Bremseinrichtung her abgebremst wird, wogegen während des letzten Abschnittes der Schliessbewegung eine Abbremsung lediglich durch eine der beiden Bremseinrichtungen stattfindet, die nach Ausschaltung der andern weiterhin in Wirksamkeit verbleibt.
Um dies zu erreichen, brauchen die Steuerflächen 29, 29'nur so justiert zu werden, dass sie aus jenem Winkelbereich, den die Steuerorgane 28, 28'während des ersten Abschnittes der Schliessbewegung durchlaufen, herausgedreht sind, wobei an diesen Winkelbereich nur eine der beiden Steuerflächen anschliesst, die dann die eine Bremseinrichtung ausser Wirksamkeit setzt, wogegen die zweite Bremseinrichtung weiterhin die Drehkraft der Schliessfeder abbremst. Eine solche beispielsweise Einstellung bietet den Vorteil, dass zur Abbremsung
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des zu Beginn der Schliessbewegung noch beträchtlichen Drehmomentes der Schliessfeder gleichzeitig beide Bremseinrichtungen herangezogen werden, wodurch die Bremseinrichtungsteile, eben wegen der Aufteilung der Bremswirkung auf beide Bremseinrichtungen, besonders geschont werden.
Die während des letzten Abschnittes der Schliessbewegung in Wirksamkeit bleibende Bremseinrichtung kann hinsichtlich ihres Bremsmoments leicht so eingestellt werden, dass die Tür mit gewünschter Winkelgeschwindigkeit ihre Schliessbewegung vollendet.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Türschliesser mit Federantrieb und mechanischer Bremseinrichtung mit gleichachsig zur Schliesshebelwelle angeordneter Bremstrommel, dadurch gekennzeichnet, dass die in bezug auf das Traggehäuse (1) und die Schliesshebelwelle (3) verdrehbar angeordnete Bremstrommel (9) gegenüber dem Traggehäuse (1) mittels in diesem angeordneter verstellbarer Bremsbacken (10) in fallweise gewünschtem Ausmass abbremsbar und mittels eines zwischen ihr und der Schliesshebelwelle (3) vorgesehenen Klinkengetriebes (22,23) bei Ablauf der vorher durch Öffnen der Tür aufgezogenen, auf die Schliesshebelwelle (3) einwirkenden Schliessfeder (*7) mit der Schliesshebelwelle (3) auf Drehung kuppelbar ist.