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Fernsehempfänger od. dgl.
Wi : d ein Gerät mit indirekt geheizten Elektronenröhren ausgeschaltet, so wird die Emission der Kathoden nicht schlagartig unterbrochen, sondern klingt je nach der Wärmekapazität der Kathode mehr oder weniger langsam ab. Dieser Umstand tritt besonders bei den Bildröhren von Fernsehempfängern unangenehm in Erscheinung, da einerseits die Kathode eine relativ hohe Wärmekapazität und damit eine lange
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Anodenkapazität der Bildröhre verbleibt. Da die Anodenkapazität nur sehr geringe Verluste aufweist, klingt die Anodenspannung der Bildröhre ausserordentlich langsam ab, während die positive Spannung ain Steuergitter der Bildröhre rasch verschwindet.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass mit dem Abschalten
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so dass nach dem Abschalten die Kathode Elektronen aussendet, die, von der Anodenspannung beschleu- nigt, die Lumineszenzschicht treffen. Infolge des Fehlens der Ablenkfelder bildet sich in der Schirmmitte ein ruhender Leuchtfleck und verursacht ein örtliches Einbrennen und damit eine Zerstörung der Leuchtschicht.
Um eine Beschädigung des Bildschirmes zu vermeiden, hat man bisher die in Fig. 1 der Zeichnung veranschaulichte Schaltung verwendet. Die aus den Kondensatoren Cg < , Csz und Rs bestehende und mit den nicht dargestellten Gleichrichtern des Netzgerätes verbundene Siebkette steht einerseits mit dem Git-
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schaltung des Gerätes mindestens so lange aufrechzuerhalten, bis die Emission der Bildröhrenkathode abgeklungen ist. Der Widerstand Fz soll dabei die Entladung des Kondensators C über die übrigen Verbaueher herabsetzen. Die aus Kostenrücksichten üblicherweise verwendeten Kondensatoren mit einer Grösse von 8 bis 16 pu reichen jedoch vielfach nicht aus, um die Ausbildung eines Leuchtfleckes vollständig zu unterdrücken.
Gemäss einem weiteren bekannten Vorschlag ist das Gitter der Bildröhre eines Fernsehempfängers mit einem Speicherkondensator verbunden. Durch einen mit dem Empfänger-Netzschalter gekuppelten Schalter kann das Gitter samt dem zugehörigen Kondensator von der Anodenspannungssiebkette getrennt werden, während die übrigen Verbraucher, insbesondere auch die Spannungsversorgung der Anode, mit der Anodenspannungsquelle verbundenbleiben. Diese Anordnung hat den Nachteil, dass ein eigener Konden sator vorgesehen werden muss und dass durch die an den Siebkondensatoren verbleibende Ladung die Anode auch noch kurze Zeit nach Abschaltung des Gerätes mit Spannung versorgt wird. Durch den mit dem Gitter verbundenen Kondensator soll die Spannung an diesem so lange aufrechterhalten werden, bis die Kapazität der Anode durch den Elektronenstrahl umgeladen wird.
Es ist verständlich, dass durch weitere Ladungszufuhr zu der Anode die Umladezeit derselben erhöht wird. Um eine möglichst rasche Umladung der Anode zu gewährleisten, ist es notwendig, dass an dem genannten Gitter während des gesamten Umlade- vorganges der Anode ein hohes Potential bestehen bleibt, dessen Wert nur geringfügig absinkt. Dies setzt jedoch voraus, dass der Speicherkondensator mit einem sehr hohen Kapazitätswert ausgeführt wird, was jedoch im Hinblick auf die grossen Kosten desselben vom wirtschaftlichen Standpunkt aus nicht möglich ist.
In der bekannten Ausführung hat man daher den Speicherkondensator mit einem relativ kleinen Ka-
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pazitätswert ausgeführt. Dieser Kondensator wird jedoch durch die auf das Gitter auftreffenden Elektronen relativ rasch entladen, wodurch die Gitterspr. nnung vermindert und damit auch die Strahlintensität herab- gesetzt wird. Zur Umladung der Kapazität der Anode ist daher eine relativ lange Zeit notwendig, so dass es unter ungünstigen Verhältnissen zu einer Beschädigung der Leuchtschichte durch den Kathodenstrahl kommen kann.
Die Erfindung vermeidet die Nachteile der bekannten Ausführungen und schafft eine Anordnung, die einerseits ein Einbrennen der Leuchtschichte der Bildröhre völlig ausschliesst, wobei anderseits keine zusätzlichen Schaltmittel, wie Kondensatoren, erforderlich sind. Übereinstimmend mit der letztgenannten bekannten Ausführung ist bei der erfindungsgemässen anordnung ein an der Anodenspannungsquelle liegendes Gitter mit einer Speicherkapazität verbunden und durch einen mit dem Netzschalter des Gerätes gekuppelten Schalter bei Abschaltung des Fernsehempfängers von den übrigen Verbraucheranschlüssen trenn- bar.
Das Neue und erfinderische ist dabei darin zu sehen, dass der Schalter in der Verbindungsleitung zwischen der Anodenspannungsquelle und den übrigen Verbrauchern liegt, und die Speicherkapazität lediglich von den Siebkondensatoren der Anodenspannungsquelle gebildet wird. Da die Siebkondensatoren einen sehr hohen Kapazitätswert aufweisen, tritt durch den Kathodenstrahl nur ein vernachlässigbarer Abfall der Gitterspannung auf. Dies hat zur Folge, dass der Kathodenstrahl eine relativ hohe Leistung erreicht und daher die Kapazität der Anode in einer extrem kurzen Zeitspanne umladet, wodurch der Kathodenstrahl unterbrochen wird. Infolge der kurzen Umladedauer bleibt die Einwirkungszeit des Kathodenstrahles auf die Leuchtschichte erheblich cuiter dem kritischen Wert.
Eine weitere Verkürzung der Umladezeit tritt. dadurch ein, dass gleichzeitig mit dem Abschalten des Fernsehempfängers die Verbindung zwischen den Siebkondensatoren und den übrigen wesentlichen Verbrauchern, insbesondere der Spaimungsversorgungseinrichtung für die Anode unterbrochen wird. Somit kann nach Abschalten des Gerätes keine zusätzliche Ladung an die Kapazität der Anode gelangen.
Die Erfindung wird im folgenden an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
Fig. 1 zeigt eine bekannte Schaltung zur Unterdrückung des Kathodenstrahles bei Abschaltung des Gerätes, Fig. 2 veranschaulicht die erfindungsgemässe Ausführung, wobei für gleiche Teile gleiche Bezugszeichen verwendet sind.
Die nicht dargestelltenAnodenspannungsgleichrichter sind bei + mit einer Siebkette verbunden, wel-
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dasquelle auch alle übrigen Verbraucher des Gerätes. angeschlossen, die schematisch durch den Widerstand RL angedeutet sind. Der Ersatzwiderstand RL ist relativ niederohmig und bewirkt bei Abschaltung des Gerätes ein rasches Abklingen der Spannung an den Kondensatoren Cs, und Cg. Um die Spannung am Gitter G der Bildröhre über längere Zeit aufrechtzuerhalten, ist bei der bekannten Schaltung gemäss Fig. 1 ein Kondensator im Gitterkreis vorgesehen, der üblicherweise eine Grösse von 8 bis 16 MF aufweist.
Ein hochohmiger Widerstand R verhindert ein zu raschem Abfliessen der Ladung über den Widerstand RL. Das Potentiometer RHist ebenfalls hochohmig ausgeführt. Bei den angegebenen Kapazitätswerten des Kondensators C bleibt die positive Spannung am Gitter G. auch nach Abschaltung des Gerätes noch einige Zeit bestehen. Die nach Abschaltung des Gerätes aus der Kathode austretenden Elektronen werden daher teilweise von dem positiv geladenen Gitter G1 aufgesaugt.
Die in Fig. 2 gezeigte erfindungsgemässe Einrichtung ist gegenüber der oben beschriebenen Anordnung wesentlich vereinfacht, wobei gleichzeitig der Nutzeffekt erheblich verbessert wird. Mit dem Schalter 2, 3, der das Gerät vorn Netz 1 trennt, ist ein weiterer Schalter 4 mechanisch gekuppelt, der bei ge- öffnetem Schalter 2,3 die durch den Ersatzwiderstand RL angedeuteten Verbraucher von den Siebkondensatoren trennt, während das Gitter G1 der Bildröhre 5 über den Widerstand ruz und den Helligkeitsregler RH
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Cszinneren Widerstände entladen werden, übersteigt die Abklingzeit der Gitterspannung die Nachemissionsdauer der Bildröhre um ein Vielfaches, so dass eine Beschädigung der Leuchtschichte 6 mit Sicherheit vermieden ist.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Beispiel beschränkt und kann auch bei andern Geräten. bei- spielsweise bei Kathodenstrahloszillographen od. dgl. verwendet werden.