<Desc/Clms Page number 1>
Bürstenhalter für elektrische Maschinen
Die Erfindung betrifft einen Bürstenhalter für elektrische Maschinen, bei dem die in einem Führungkasten gleitende Bürste durch eine senkrecht zu ihrer Längsachse auf Biegung beanspruchte Biegefeder angedrückt wird, die in einem Hebel gelagert ist, mit. dessen Hilfe sie in eine die Bürstenauswechselung nicht hindernde Lage gebracht werden kann.
Bei der Konstruktion von Bürstenhaltern, hauptsächlich solcher für den Bahnbetrieb, ist von jeher besondere Aufmerksamkeit darauf gerichtet worden, den Bürstendruck im Bereich der Bürstenabnutzung konstant zu halten. Eine vollkommene Lösung dieser Aufgabe ist jedoch bei der Anwendung der Üblichen Druckelemente, wie Schrauben- und Spiralbandfedern, wegen ihrer Charakteristiken nicht möglich. Die Druckcharakteristik von Biegefedern ist in weiten Grenzen veränderlich. Sie ist insbesondere von sechs Variablen abhängig, nämlich von der Vorspannung, dem Windungsdurchmesser, der Anzahl der Windungen, vom Angriffsarmwinkel 0 :, der Angriffsarmlänge c und vom Drahtdurchmesser. Durch geeignete Wahl dieser Grössen kann eine annähernd konstante Druckkraft erreicht werden (Fig. 1).
Diese günstige Eigenschaft der Biegefeder ist an sich bekannt. Es wurde daher auch schon mehrmals vorgeschlagen und versucht, die Biegefeder als BUrstendruckelement zu benutzen.
Eine Biegefeder als Druckelement auf einen Hebel wirken zu lassen, der dann auf die Bürste drückt, wird in der USA-Patentschrift Nr. 2, 299,377 vorgeschlagen. Dieser Hebel bewirkt aber ein Kippen und Verklemmen der Bürste und hat sich daher in der Praxis nicht bewährt. Man versuchte auch, die Biegefeder direkt auf die Bürste wirken zu lassen. Einer derartigen Verwendung standen aber bisher besondere Schwierigkeiten in bezug auf ihre Anbringung und Bedienung beim Bürstenwechsel entgegen. So ist bei dem in Fig. 2 im Prinzip dargestellten Halter ein Auswechseln der Bürste schwierig. Bei der in Fig. 3 dargestellten Ausführung ist die Halterung der Biegefeder aus der Bürstenachse hinausgelegt.
Bei diesem Halter ist zwar das Auswechseln der Bürste leichter möglich als bei dem in Fig. 2 gezeigten, doch treten hier noch zusätzliche Seitenkräfte auf und auch die Druckcharakteristik wird so geändert, dass ein in allen Bürstenabnutzungslagen annähernd konstanter Anpressdruck nicht mehr erreicht werden kann, womit der Vorteil, die Biegefeder als Bürstendruckelement einzusetzen, wieder verlorengeht.
Aus diesen Gründen wurde die Biegefeder als Druckelement in Bürstenhaltern bisher praktisch nicht verwendet.
Die bisherigen Schwierigkeiten und Nachteile werden erfindungsgemäss dadurch behoben, dass der Hebel zwei Arme aufweist, wobei ein Gelenk an dem einen Arm gelagert ist, während der andere Arm zu einer Gabel ausgebildet ist, wobei ein Druckstück vorgesehen ist, das einen Aufhängestift aufweist, der sich auf die Gabel nach Erreichen der Bürstenabnutzungsgrenze aufstützt. Durch Zurückklappen des Hebels kann so die Biegefeder aus der Bürstenführung herausgenommen und in eine die Bürstenauswech- selung nicht hindernde Lage gebracht werden.
Nach der Zeichnung sei die Erfindung nochmals erläutert. Die Fig. 1-3 zeigen bekannte Ausführun- gen, während die Fig. 4 und 5 ein erfindungsgemässes Ausführungsbeispiel in eingeschwenkter und ausgeschwenkter Lage darstellen.
Fig. 1 zeigt eine bekannte Ausführung der Biegefeder. Gemäss Fig. 2 ist die Biegefeder in einem Bür-
<Desc/Clms Page number 2>
stenhalter eingebaut, wobei die Federenden a und b in der Bürstenachse liegen. Bei dieser Anordnung tritt nur eine in Bürstenachse gerichtete, annähernd konstant wirkende Druckkraft auf. Diese Anordnung er-
EMI2.1
bei.
Wie in den Fig. 4 und 5 dargestelltist. sind die Enden der Biegefeder l, den besonderen Ansprüchen des Bahnbetriebes entsprechend, mit einem Gelenk 2 und einem walzenförmigen Druckstück 3 verbunden. Während das Gelenk 2 der Biegefeder 1 oberhalb der Bürste 5 in einem Hebel 4 abgestützt ist, übt das Druckstück 3, geführt in einer entsprechenden Mulde 5'der Bürste 5, den Druck auf diese aus. Der Hebel 4 ist an dem Halter 6 schwenkbar gelagert und wird durch eine oder mehrere parallel wirkende Federn 7 in Aktionsstellung gehalten, wie dies Fig. 4 zeigt. Die Biegefeder 1 übt in dieser Stellung den ge-
EMI2.2
zungsgrenzeauf einen alsGabel ausgebildeten Teil 8 des Hebels 4 auflegt. Damit wird die Kraftwirkung der Biegefeder 1, die mit ihrem Gelenk 2 im gleichen Hebel 4 gelagert ist, aufgehoben.
Durch einfaches Zurücklegen de : Hebels 4 wird die Biegefeder 1 von der Bürste 5 abgehoben, wobei gleichzeitig das obere Gelenk 2 und das Druckstück 3 in eine Lage gebracht werden, die das Auswechseln der Bürste 5 nicht mehr behindert. Fig. 5 zeigt den Halter in zurückgelegter Hebestellung.
Nach dem Erneuern der Bürste 5 wird der Hebel 4 wieder in Aktionsstellung gebracht, wo er, wie schon erwähnt, durch die Kraft einer oder mehrerer Zugfedern 7 unverrückbar in dieser Lage gehalten wird.
Bei Verwendung unarmierter Bürsten wird der Strom durch Litzen 10 abgeleitet, die am Druckstück 3 angebracht sind.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Bürstenhalter für elektrische Maschinen, bei dem die in einem Führungskasten gleitende Bürste durch eine senkrecht zu ihrer Längsachse auf Biegung beanspruchte Biegefeder angedrückt wird, die in einem Hebel gelagert ist, mit dessen Hilfe sie in eine die Bürstenauswechslung nicht hindernde Lage gebracht werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (4) zwei Arme aufweist, wobei ein Gelenk (2) an dem einen Arm gelagert ist, während der untere Arm zu einer Gabel (8) ausgebildet ist, wobei ein Druckstück vorgesehen ist, das einen Aufhängestift (9) aufweist, der sich auf die Gabel (8) nach Erreichen der Bürstenabnutzungsgrenze aufstützt.