AT20428B - Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von trockenem pulverförmigen Kalkhydrat. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von trockenem pulverförmigen Kalkhydrat.

Info

Publication number
AT20428B
AT20428B AT20428DA AT20428B AT 20428 B AT20428 B AT 20428B AT 20428D A AT20428D A AT 20428DA AT 20428 B AT20428 B AT 20428B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
lime
steam
extinguishing
hydrated lime
production
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Walter Dr Schulthess
Original Assignee
Walter Dr Schulthess
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Walter Dr Schulthess filed Critical Walter Dr Schulthess
Application granted granted Critical
Publication of AT20428B publication Critical patent/AT20428B/de

Links

Landscapes

  • Cookers (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 
 EMI1.1 
 



   Zahlreiche Verfahren sind vorgeschlagen worden, die umständliche, mit grossen Unannehmlichkeiten verbundene Handlöschung des gebrannten Kalkes auf mechanische Weise zu bewerkstelligen. 



   So ist es bekannt, Ätzkalk mittels Wassers zu Kalkhydrat oder auch zn Kalkmilch zu löschen. Auch wurde bereits Dampf zur Löschung des Kalkes verwendet. Aus der Herstellung der Kalksandsteine ist es ferner bekannt, vorher gepulverten Kalk mit Sand   go-   mischt mittels Wasser und hochgespanntem   Dampf abzulöschen   und so zu einem feuchten Kalksandmörtel aufzubereiten. Eine weitere bekannte Art der   Kalklöschung   besteht darin, dass der in oder auf einem beweglichen feinmaschigen Sieb befindliche gebrannte lialk der Einwirkung von Dampf ausgesetzt wird.

   Diese Art der   Kalklöschung,   die, was die Verwendung von Dampf und die Erzielung eines trockenen Produktes anbelangt, einige Ähnlichkeit mit dem vorliegenden nachfolgend beschriebenen Verfahren zeigt, hat den grossen Nachteil, ein körniges   Ka) hydrat   zu liefern, das bei weitem nicht so voluminös und fein ist, wie das durch die Wasserlöschung erhaltene und deshalb ungleich weniger ergiebig ist als dieses.

   Die Erzielung eines durchaus trockenen Hydrates ist deshalb nötig, weil nur ein trockenes Produkt fein gesiebt und von Fremdkörpern, ungebrannten Kalkteilen, Schlacken, sowie von eventuell schwer löschbaren Kalkteilen getrennt werden kann, die bei der weitern Verarbeitung des Kalkpulvers zu Kunststeinen und zu   Mauermörtel   ein Platzen der Steine bezw.

   des Verputzes infolge der   nachträglich   eintretenden Löschung   herbeiführen würden.   Das vorliegende Verfahren weicht nun wesentlich von den bereits bekannten einerseits dadurch ab, dass die Wasserlöschung mit der Dampflöschung in einer ganz bestimmten Art kombiniert wird, sowie anderseits dadurch, dass der gebrannte Stückkalk einer Vorbereitung unterworfen wird, die die vollständige   Löschung   zu einem trockenen Pulver unter den besten Bedingungen erfolgen lässt ; gleichzeitig wird dadurch der ganze Prozess sehr beschleunigt und erleichtert. Die   Hauptlöschung   wird mit Wasser vollzogen und hierauf die vollständige Löschung des vorgelöschten zerkleinerten heissen Produktes mittels Dampf bewirkt, und zwar unter Bedingungen, die eine Kondensation von Dampf im Kalkbehälter ausschliessen.

   Zu diesem Behufe wird der bei der Löschung entwickelte Dampf in nützlicher Weise dazu verwendet, den   Kalkbehälter   fortwährend auf einer die Kondensation im Innern desselben ausschliessenden hohen Temperatur zu halten. Durch das nachstehend beschriebene Verfahren   wird die Löschung   des Kalkes zu einem durchaus trockenen. höchst voluminösen, feinen und äusserst ergiebigen Kalkhydrat ermöglicht, das durch ein Feinsieb von allen möglicherweise vorhandenen Fremdkörpern getrennt und so im Zustand höchster Reinheit erhalten werden kann. 



   Eine Ausführungsform des Apparates zeigt die angefügte Zeichnung. Ein aus dünnem Eisenblech gefertigter, auf allen Seiten geschlossener horizontaler oder annähernd horizontaler Zylinder a trägt an seinem einen Ende einen Trichter b, mit welchem er mittels eines an Zapfen z drehbaren kleinen Kastens c aus Eisenblech in Verbindung gesetzt worden kann. 



    Dieser Kisenkasten   wird entweder mit schlecht leitendem Material, Sägespänen, Asche u. s. w. gefüllt oder mit Dampf geheizt ; in letzterem Falle bewirkt man die Dampfzuleitung zweckmässig durch Einführung am einen Ende der Achse, die Ableitung am andern Ende derselben. d stellt eine einen als Verschluss dienenden kleinen Kasten festhaltende Schnappfeder mit Handgriff dar. In seinem unteren Teil ist der Zylinder a seiner ganzen Länge nach mit einer Welle e versehen, auf welcher   Misch- und Transportsstlgel fangebracht   sind. Diese Welle e ist in den Lagern g mittels der in entgegengesetztem Sinne drehbaren 
 EMI1.2 
 aus einem kleinen Eisenkasten gebildet werden, der entweder mit schlecht leitendem Material gefüllt oder mittels einer durch die Achse geführten Dampfleitung mit Dampf gefüllt wird.

   Das Kondenswasser wird durch das andere Ende der Achse abgeleitet.   Femer   ist der Zylinder a noch mit einer durch den Hahn p   regulierbaren   und mit brauseartigen öffnungen versehenen Wasserleitung q versehen ; r stellt eine mittels Ventil verschliessbare Dampfleitung dar. Bemerkt sei   nooh,   dass sich im oberen Teile des erwähnten Trichters b ein bewegliches weitmaschiges Sieb x befindet, dem mittels geeigneter Vorrichtungen Bewegung erteilt werden kann ; der Trichter b ist durch einen an Scharnieren befestigten Deckel t'staubdicht verschliessbar. Den Zylinder a umgibt, durch einen Zwischenraum s 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 durch die Klappe k, sowie derjenige durch die Fallklappe c soll möglichst vollständig sein. 



   Die Arbeitsweise mit diesem Apparat ist nun folgende :
Nach dem Auffüllen einer bestimmten, immer gleich grossen Charge gebrannten Kalkes auf oder in das bewegliche Sieb x werden Klappe c und Deckel v verschlossen, hierauf das Sieb in Bewegung versetzt und der Kalk mit der zu seiner Löschung ungefähr nötigen, vorher berechneten Menge Wassers besprengt. Nach kurzer Zeit hat sich der Kalk teilweise gelöscht, d. h. er ist in ein Gemenge von feinem Pulver und Stücken zerfallen, deren Grösse selbstredend von der gewählten Maschenweite des Siebes abhängt. Durch die Bewegung des Siebes fällt dieses   heisse   Gemenge auf die Klappe c.

   Ist dies geschehen, so wird vorerst das Ventil   FEZ   geöffnet, bis Dampf in kleiner Menge aus dem Rohr   il   austritt ; hierauf öffnet man die   Verschlussklappe   c, während man bei geschlossenem Schieber M gleichzeitig durch Antreiben der   Rolle i resp. lt don Misch- und Transportssugeln   abwechselnd   Vorwärts-und Rückwärtsbewegung   erteilt.

   Her Kalk wird so   (bei geschlossener Klappe k)   in den Zylinder a entleert und sehr intensiv gemischt, wobei die Löschung bereits ziemlich 
 EMI2.2 
 des mit Brauseöffnungen versehenen Rohres q dem im Behälter befindlichen vorgelöschten Kalk zugeführt werden.   Der beim Löschen   sich entwickelnde Wasserdampf ist genötigt, vor seinem Austritt bei u nach Passieren der Öffnung   m   den ganzen Zylinder a zu umhüllen. Entweicht aus der Öffnung   M kein   Dampf mehr, so lässt man mittels der Dampfleitung r trockenen Dampf in solcher Menge in a eintreten, dass derselbe mit Kondenswasser vermischt eben noch schwach aus u austritt.

   Von Zeit zu Zeit wird nun der Inhalt von a gemischt, indem man bei geschlossener Dampfleitung r und geschlossenem Schieber   n   die   Misch- und Transportflügel abwechselnd   vorwärts und rückwärts laufen lässt ; das Schliessen der Dampfleitung und des Schiebers ist nötig, weil sonst durch die Bewegung der Mischflügel das äusserst feine, vollkommen trockene   Kalkhydrat   in den Mantelraum getrieben und dort als allerdings leicht entfernbare Kruste abgelagert würde.

   Ist die Löschung durch abwechselndes Mischen und Zuführen von Dampf zu Ende geführt, so entleert man den   Kalkbehälter   durch den Stutzen   l   mittels Anlassens der Scheibe i ; das   Kalkhydrat   wird mittels eines Becherwerkes einer Siebmaschine zugeführt, welche die allenfalls vor- handenen Teile ungebrannten Kalkes ausscheidet. Die ganze Operation des Löschen lässt sich unter Vermeidung jeglicher Staubbildung durchführen und nur ganz grobe Versehen sind imstande, die zu erzielende vorzügliche Qualität des Produktes zu gefährden. 



   Es ist einleuchtend, dass das oben beschriebene Prinzip der Löschung auch unter Verwendung gespannten oder überhitzten Wasserdampfes angewandt werden kann : im ersteren
Falle konstruiert man den   äussern   Zylinder als Druckkessel, der dampfdicht verschliessbar ist. 



   Es empfiehlt sich sowohl bei Verwendung von gespanntem als ungespannten Dampfe denselben in überhitztem Zustande zu benützen, da die Temperatur des Mantelraumes mindestens derjenigen des Kalkbehälters gleichkommen soll ; man kann den Mantelraum aber auch auf eine höhere Temperatur als diejenige des   Kalkhehälters   erhitzen ; letztere soll aber mindestens der Temperatur des in den Kalkbehälter eingeführten Dampfes gleich sein. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von trockenem   Kalkhydratpulver durch Ablöschen   von Ätzkalk mit Wasser und Dampf, dadurch   gekennzeichnet, dass   die mit Wasser unvollständig durchgeführte Löschung mit heissem Wasserdampf unter Vermeidung der Kondensation des
Dampfes zu Ende geführt wird. 



   2. Verfahren zur Herstellung von trockenem   Kalkhydrat nach Ansprach l, dadurch   gekennzeichnet, dass der teilweise gelöschte Kallk dem Löschbehälter in zerkleinertem, heissen
Zustande zugeführt wird.

Claims (1)

  1. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus seinem mit Einfülltrichter, Wasserzuführung und Mischwerk versehenen, durch Dampf heizbaren Behälter, dadurch gekennzeichnet, dass der Mantelraum den Behälter vollständig umschliesst und durch Öffnungen der Behälterwand mit dem Löschraum in Verbindung steht.
AT20428D 1900-06-13 1900-06-13 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von trockenem pulverförmigen Kalkhydrat. AT20428B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
AT20428T 1900-06-13

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT20428B true AT20428B (de) 1905-06-10

Family

ID=3526527

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT20428D AT20428B (de) 1900-06-13 1900-06-13 Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von trockenem pulverförmigen Kalkhydrat.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT20428B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2402132A1 (de) Leichtes granulat sowie verfahren und vorrichtung zu seiner herstellung
AT20428B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von trockenem pulverförmigen Kalkhydrat.
DE604691C (de) Verfahren zur Herstellung von Formlingen, insbesondere aus keramischem Stoff
DE1417132A1 (de) Verfahren zur Herstellung koerniger,Perborate enthaltender Salzgemische
DE3718336C2 (de)
DE2908266C2 (de) Verfahren zur Herstellung eines Calciumsulfat-Halbhydrat-Dihydrat-Gemisches aus feinteiligem synthetischen Calciumsulfat-Halbhydrat
DE3636615C2 (de)
DE447194C (de) Verfahren zur Herstellung von poroesen Baustuecken aus Beton
DE726852C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer poroesen Verblaserostbeschickung aus Zementrohschlamm
DE47071C (de) Verfahren zur Verwerthung von Kalkschlammrückständen aus Zucker- und anderen Fabriken
DE4207420A1 (de) Verfahren und vorrichtung zum vorsehen von pfaehlen im boden
DE101954C (de)
DE392250C (de)
DE588494C (de) Verfahren zur Herstellung von Bausteinen aus ausgebrannter Braunkohlenasche und geloeschtem Kalk
DE674643C (de) Verfahren zur Herstellung wasserabweisender Bindemittel
DE884471C (de) Verfahren zum Brennen von Kalkschlamm oder zum Zersetzen von Gipsschlamm zwecks Herstellung von loeschfaehigem, gebranntem Kalk
DE806953C (de) Verfahren zum Herstellen eines hydraulischen Bindemittels
DE600437C (de) Verfahren zur Herstellung eines kuenstlichen Baustoffes
AT165543B (de) Verfahren zur Erzeugung von kautischer Magnesia oder kaustische Magnesia enthaltenden Produkten
AT51171B (de) Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Trockenscheidung von Diffusionssäften.
DE886715C (de) Verfahren zur Aufbereitung von auf einem Rost zu brennendem Feingut
DE538069C (de) Verfahren zur Herstellung eines Moerteldichtungsmittels aus Rindertalg und Kalk
DE34862C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstkalkstein und Kunstsandstein unter Anwendung von Aetzkalk und Löschen desselben bei gehinderter Ausdehnung
DE499304C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunststeinen und steinartigen Erzeugnissen
DE260232C (de)