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Eindeckung für Dächer mit Kehlen, Graten und Gaupen
Aus der Normung der Bauelemente wurde bisher die Dachnormung willkürlich und ohne Bezugnahme auf die übrigen Bauelemente herausgegriffen. Für die Festlegung verschieden genormter Dachneigungen sucht man hiebei Anlehnung an traditionelle Bauformen, deren handwerkliche Konstruktionsgrund- lagen heute nicht mehr bestimmend sind, oder man versucht von bestimmten runden Zahlenverhältnissen auszugehen, welche in sich der Gesetzmässigkeit zwar nicht entbehren, aber anderseits auch keine Möglichkeit bieten, besondere Konstruktionsbedingungen nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten besser zu erfüllen.
Ein gewisser Fortschritt ist in dieser Richtung erst erzielt worden, als man eine Eindeckung für Dächer mit Kehlen, Graten und Gaupen unter Verwendung von Dachelementen, insbesondere Dachziegeln, deren Abmessungen ganze Vielfache oder ganze Teiler der Abmessungen der Wandelemente sind, vorgeschlagen hat. Die vorliegende Erfindung befasst sich mit Eindeckungen dieser Art und fusst auf fol- ger der Erwägung :
Wenn eine Normung verschiedener Dachneigungen ihre Aufgabe wirklich erfüllen soll, so muss sie zunächst auf die besonderen Bedingungen, die an Giegel, Kehle und Grat gestellt werden, abgestimmt sein.
Für die Unterkonstruktion des Daches ergeben sich wichtige Folgerungen aus dem Umstand, dass die mathematische Behandlung der Aufgabe überraschenderweise für alle praktisch brauchbaren Lösungen zu einigen wenigen Lösungsgruppen führt, innerhalb derer sich nur drei Dachneigungen ergeben, Bei einer besonders günstigen Lösungsgruppe lässt sich weiterhin feststellen, dass diese drei bevorzugten Dachneigungen mit ungefähr 17 , 310 und 50 den weitverbreiteten, praktisch und ästhetisch günstigen Dachneigungen entsprechen. Genau genommen sind diese Neigungen durch den Tangens des Neigungswinkels mit 0,3, 0,6 und 1, 2 festgelegt.
Demgemäss zeichnet sich die vorliegende Erfindung dadurch aus, dass bei einer Eindeckung der vorhin genannten Art die Dachneigung zur Horizontalen etwa 170 oder etwa 310 oder etwa 500 beträgt und die Kehl-, Grat- und Gaupenwinkel solche Werte aufweisen, dass die Ausfüllung der Räume zwischen den Dachelementen und den Kehl-, GMt-undGaupenstücken der Eindeckung in allen von den Dachelementen gebildeten Reihen mit untereinander gleich geformten Schnittlingen der Dachelemente erfolgen kann.
Da es nötig ist, verschiedene Spannweiten mit der Dachkonstruktion zu überbrücken, liegt der Gedanke nahe, vor allem kombinierte Binder für flachgedeckte Dächer zu normen. Die Teile dieser Binder sollen verschiedenartige Lösungen ermöglichen und verschiedene Spannweiten mit wenigen genonnten Binderteilen zusammenstellen lassen. Mit den oben erwähnten Winkeln können also kombinierte Binder hergestellt werden, bei welchen die Winkel von 17 und 31 Innenwinkel in dem Aussenbinder und der Winkel von 500 Innenwinkel im Innenbinder ist. Die genaue Summe der beiden Innenwinkel des Aussenbinders, nämlich'480, differiert gegenüber dem Innenwinkel des Innenbinders, nämlich 500, nur um 20. Diese 2 werden als Pfeilhöhe für den Untergurt des kombinierten Binders ausgenutzt.
In der Zeichnung dienen die Fig. l - 3 der Erläuterung der Zusammenhänge auf welche die Erfindung aufbaut, und die Fig. 4 und 5 zeigen Beispiele einer erfindungsgemässen Eindeckung.
Fig. l zeigt einen kombinierten Binder, bestehend aus einem symmetrischen mittleren Binderteil B-C-E und zwei kongruenten äusseren Binderteilen A-B-E und C-D-E. Der als gleichseitiges Dreieck ausgebildete mittlere Binderteil B-C-E hat als Basiswinkel einen solchen von 50020', also die grösste der drei bevorzugten Dachneigungen. Die Aussenbinderteile haben dagegen spitze Winkel an den Auflagepunkten (A-D), nämlich 16047', und am Scheitel bei E einen Winkel von 3105', welcher dem mittle-
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ren Dachneigungswinkel entspricht. Für den Gesamtbinder ergibt sich hiedurch ein Stich, welcher durch einen Winkel von 2028'an den Auflagepunkten A und D gegeben ist. Dieser kombinierte Binder weist also alle drei bevorzugten Dachneigungswinkel auf.
Fig. 2 zeigt einen kombinierten Binder, bei welchem die Winkel ein wenig geändert sind, nämlich so, dass der grösste Winkel von 480 das Dreifache des kleinsten Winkels von 160 beträgt, während der mittlere Winkel mit 320 doppelt so gross ist wie der kleinste Winkel, Teilt man nunmehr die äusseren Bin"
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FoC-E-G undD-C-E entstehen, so zerfällt der gesamte kombinierte Binder in fünf Dreiecke, wobei je zwei Dreiecke des Binders kongruent sind. Ausserdem sind die Seiten A-F, F-B, B E E-C und G-D einander gleich, wie aus Fig. 2 ersichtlich. Falls eine grössere Annäherung des Winkels von 480 an den genauen Wert von 50020'gewünscht wird, so kann, wie in Fig. 1 gezeigt, der Binder mit einem Stich von 20 an den Auflagerpunkten versehen werden, wodurch sich sein Wert auf 500 erhöht.
Verwendet man die Teilbinder für sich allein, so hat man den Vorteil, dass jeder der drei Binder einen der bevorzugten Dachneigungswinkel aufweist und ausserdem gleiche Sparrenlänge besitzt.
Ebenso wichtig wie die Winkel sind die Längenverhältnisse der Teilbinder mit Rücksicht auf die verschiedenen Konstruktionsmöglichkeiten. Besonders vielseitige'Kombinationen ergeben sich für den Fall, dass der Faktor V2 für eine geometrische Reihe solcher Binderlängen verwendet wird. Dieser Faktor V 2 ist bei der Normung von Papier mit Erfolg zur Aufstellung einer Normungsreihe verwendet worden.
Fig. 3 zeigt ein Wandelement gemäss der Erfindung, bei welchem die Einzelblöcke in zwei Schieb"
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5 Undvon 450 mm. Die Darstellung gilt sinngemäss für entsprechende Verhältnisse der Blockabmessungen, z. B. mit einer Länge von 500 mm und einer Höhe von 300 mm. Durch das Fugennetz sind drei Diagonalen 7, 8 und 9 gezogen, von welchen die erste Diagonale 7 die Blöcke 2, 3, 5 und 6 über die Ecken und den
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Mitte der oberen Längsseite.
Hieran ergeben sich für die drei Diagonalen Neigungswinkel von 16047'. 3105'und 60020'. Wenn man diese aufeinandergesetztenBlöcke als Giebelfläche eines Gebändes betrachtet, so ergibt sich, dass für diese drei Dachneigungen die einfachsten Blockschnitte sich ergeben,'welche als Schnittlinge für den Bau angeliefert werden können. Für die mittlere Dachneigung (8) und die steile Dachneigung (9) ist nur einSchnittling erforderlich, während für die flache Dachneigung (7) zwei Schnittlinge erforderlich sind.
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gen Dachneigungen ergeben sich durch die Projektionen 10,11, 12, 13, 1 {. 15. 16 usw. welche die im linken Teil der Fig. 3 gezeigten Höhen der Dachelemente zeigen.
Die beiden Projektionen 10 und 11 schneiden das Grundelement einer Doppelplatte heraus, welches eine Höhe von 293 mm und eine Breite von 375 mm hat. Die Breite von 375 mm ergibt sich bei diesem Grundelement als ganzer Teiler der Länge des Wandblocks, nämlich als die Hälfte von 750 mm.
Die Blockabmessungen in bezug auf Länge und Höhe richten sich nach den Dachelementen, die ja bekanntlich in ihren Längen- und. Breitenmassen genormt sind. Betrachtet man beispielsweise Fig. 3 der Zeichnung, so fällt auf, dass bei einer Dachneigung von 50020'auf eine Blocklänge vier Einheits-Dachelemente (10 - 13) anzubringen sind, während es bei 3105'sechs solcher Einheiten (10 - 15) und bei 16047'acht Einheiten sind, Daraus ist zu verstehen, dass die Dachneigung nicht beliebig gewählt werden soll, sondern dass die Länge der Hypothenuse (Dachlänge) der sich bildenden Dreiecke den Längenmassen der Dachelemente derart anzupassen ist, dass ein ganzzahliges Vielfaches der Dachelementenlänge diese Schrägfläche überdeckenkann, d. h.
dass Schnittlinge (Teilstücke von Dach-oder Wandelementen) vermieden werden oder sich auf wenige, immer wiederkelirende Formen beschränken. Diese Massnahme zeigt sich am deutlichsten bei Fig. 4, einer Gaupe (eineGaupe= einDachfenstervorspmng), sowie bei Fig. 5 mit Kehl-und Gratausbildungen, wobei auch ersichtlich gemÅacht ist, dass die Dachelemente ganze Teiler der Wandelemente (in Fig. 5 strichliert) sind, was jedoch an sich bekannt ist.
Fig. 4 zeigt eine Kombination von Grat-, Kehl-und Gaupenausbildung eines Daches mit 500 Neigung. Die Gratstücke 17 und die Kehlstücke 18 sind von gleicher Ausführung. Die mit einem Winkel von 170 angelegte Überdachung der"Schleppgaupe"wird durch Anschlussstücke 19 und 2U an die Dachfläche angeschlossen.
Fig. 5 zeigt eine Dacheindeckung mit Falzpfannenziegeln mit Grat u, nd Kehle für eine Dachneigung von z. B. 170. Sie ist aber auch für eine Dachneigung von 310 ausführbar. Die zur Eindeckung des Grates
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erforderlichen Teile 21,22 und 23 sowie die Anschlusselemente 24, 25 und 26 wiederholen sich dauernd. Bei der Kehlausbildung ist eine gleiche Reihenfolge festzustellen, z. B. der Stücke 27,28, 29. Die Kehl rinnenteile 30 sind stets von gleicher Ausführung. Durch eine derartige Ausbildung ergeben sich nicht nur formschöne Kehl- und Grat-Formen, sondern auch einwandfreie Ausführungen von Kehlen und Graten.