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Antrieb für Seilbahnen
Bei Seilbahnen und insbesondere Personenseilbahnen wird auf eine gute Regelungsmöglichkeit der
Fahrgeschwindigkeit und auf eine hohe Betriebssicherheit grosser Wert gelegt. Eine gute Regelung der
Fahrgeschwindigkeit lässt sich dadurch erreichen, dass für den Antrieb ein Gleichstrommotor Verwendung findet, der in den meisten Fällen über ein Getriebe die Seilantriebsscheibe und damit das Seil antreibt. Der Gleichstrom für den Antriebsmotor wird vorzugsweise in einem Umformer erzeugt, der motorseitig an ein Drehstromnetz angeschlossen ist. Derartige, aus einem Asynchronmotor, einem mit diesem gekuppelten Gleichstromgenerator und einem Gleichstrommotor bestehende Antriebssätze sind unter der Bezeichnung "Ward-Leonard-Antriebe" bekannt.
Beim Seilbahnbetrieb ist es notwendig, neben dem Hauptantriebsmotor noch weitere Antriebseinrichtungen vorzusehen, um die geforderte hohe Betriebssicherheit zu gewährleisten und damit der Seilbahnbetrieb auch beim Ausfall einer der Kraftquellen weitergeführt werden kann.
Erfindungsgemäss wird bei einem Antrieb für Seilbahnen mit einem die Seilantriebsscheibe über ein Getriebe antreibenden Gleichstrommotor, der von einem motorseitig an ein Drehstromnetz angeschlossenen Umformersatz gespeist ist, eine besonders zweckmässige Anordnung der Antriebsmaschinen dadurch erreicht, dass der Gleichstrommotor und der Drehstrommotor des Umformersatzes mit ihren Wellen koaxial mit einem bzw. je einem Getriebeantriebsritzel angeordnet und wechselweise mit diesem bzw. diesen kuppelbar sind. Durch die erfindungsgemässe Ausführung ist es möglich, den Seilbahnantrieb bei irgendeiner Störung im Gleichstromteil in kürzester Zeit auf Drehstromantrieb umzustellen, wobei ausser den zusätzlich vorgesehenen Kupplungen keine Veränderung bzw. Vergrösserung des Antriebssatzes notwendig ist.
Weiterhin kann durch die erfindungsgemässe Ausgestaltung der Gleichstromgenerator des Umformersatzes-bei vom Netz abgeschaltetem Drehstrommotor - für sich oder gemeinsam mit dem Gleichstromantriebsmotor als Bremsgenerator Verwendung finden.
Nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist das Getriebe über ein Ritzel antreibbar, dessen Antriebswelle beidseitig herausgeführt und an den Enden mit je einer Kupplung für den Gleichstrommotor und den Drehstrommotor des Umformersatzes versehen ist. Eine andere Möglichkeit besteht darin, für den Gleichstrommotor und den Drehstrommotor je ein eigenes Getriebeantriebsritzel vorzusehen.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist zur weiteren Erhöhung der Betriebssicherheit eine zusätzliche Antriebsmaschine, vorzugsweise eine Verbrennungskraftmaschine, vorgesehen, die mit ihrer eigenen bzw. der Abtriebswelle eines ihr nachgeordneten Getriebes koaxial zur Ritzelwelle des Seilbahnantriebsgetriebes und zum Gleichstromgenerator des Umformersatzes angeordnet und über Kupplungen mit diesem antriebsverbindbar ist.
Durch diese Ausgestaltung sind für die Seilbahn vier verschiedene Antriebsmöglichkeiten gegeben, u. zw. ist es möglich, die Seilbahn über den Gleichstrommotor bei entweder vom Asynchronmotor des Umformersatzes oder von der zusätzlichen Antriebsmaschine angetriebenem Generator, anderseits über den Asynchronmotor und schliesslich über die zusätzliche Antriebsmaschine anzutreiben, so dass eine äusserst hohe Betriebssicherheit gewährleistet ist. Durch die koaxiale Anordnung der einzelnen Antriebe und die vorgesehenen Kupplungen ist es möglich, den Antrieb in kürzester Zeit von der einen auf die andere Antriebsweise umzustellen.
Falls eine noch grössere Betriebssicherheit gewünscht werden sollte, können für einen einzigen Seilbahnantrieb auch zwei der oben beschriebenen Antriebssätze vorgesehen werden, wobei dann acht verschiedene Antriebsmöglichkeiten bestehen.
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In der Zeichnung sind in den Fig. 1 - 3 drei verschiedene erfindungsgemässe Antriebsanordnungen als mögliche Ausführungsbeispiele im Blockschema veranschaulicht.
In der Zeichnung wurde jeweils die Seilantriebsscheibe mit 1, ihre Antriebswelle mit 2, das Getriebe mit 3, die Antriebsgetrieberitzel mit 4,4a, der Gleichstrommotor mit 5, der Drehstrommotor des Umformersatzes mit 6, der Gleichstromgenerator des Umformersatzes mit 7, die Verbrennungskraftmaschine mit 8 und die Kupplungen mit 9 bezeichnet. Bei der Ausführung nach Fig. 1 ist ein Getrieberitzel 4 vorgesehen, dessen Antriebswelle 10 beidseitig herausgeführt ist und an den Enden je eine Kupplung 9 trägt, an die wahlweise der Gleichstrommotor 5 oder der Drehstrommotor 6 des Umformersatzes ankuppelbar sind. Weiterhin kann die Verbrennungskraftmaschine 8 mit dem Gleichstromgenerator 7 und auch mit dem Antriebsritzel 4 gekuppelt werden.
Gemäss Fig. 2 sind mit dem Antriebsritzel 4 über Kupplungen 9 der Wechselstrommotor 6 des Umformersatzes und die Verbrennungskraftmaschine 8 kuppelbar, während das Ritzel 4a mit dem Gleichstrommotor 5 gekuppelt werden kann.
Nach Fig. 3 schliesslich sind für den Antrieb zwei vollständige, aus Gleichstrommotor 5, Wechselstrommotor 6, Gleichstromgenerator 7 und Verbrennungskraftmaschine 8 bestehende, mit den Ritzeln 4 bzw. 4a kuppelbare Antriebssätze I und H vorgesehen.
PATENTANSPRÜCHE : 1. Antrieb für Seilbahnen mit einem die Seilantriebsscheibe über ein Getriebe antreibenden Gleichstrommotor, der von einem motorseitig an ein Drehstromnetz angeschlossenen Umformersatz gespeist ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleichstrommotor (5) und der Drehstrommotor (6) des Umformersatzes (6,7) mit ihren Wellen koaxial mit einem (4) bzw. je einem Getriebeantriebsritzel (4, 4a) angeordnet und wechselweise mit diesem bzw. diesen kuppelbar sind.