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'Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 19808. PRAGER MASCHINENBAU-ACTIEN-GESELLSCHAFT IN PRAG.
Vorrichtung zur Bettung von Kanalfahrzeugen bei Trockenförderung.
Den ausserordentlichen Vorteilen der Trockenförderung von Kanalfahrzeugen steht die Schwierigkeit gegenüber, die Schiffe in entsprechend rascher und sicherer Weise bei der Ausfahrt aus dem Wasser derart zu betten, dass die Beanspruchungen des Schiffskörpers möglichst gering gehalten werden. Bei der vorliegenden Erfindung handelt es sich darum, zuerst die Unterstützungen für die zu hebenden Schiffe an die zur Übertragung ihres Gewichtes geeignetsten Stellen zu bringen und dann die einzelnen Reaktionskräfte möglichst gleichmässig zu verteilen.
Diese Absicht wird hier dadurch erreicht, dass einerseits die Unterstützungen auf beweglichen Trägern angeordnet sind, welche das Schiff quer umschliessen und in der Längsrichtung desselben verschoben werden können, andererseits dadurch, dass dieselben auch einzeln in ihrer Höhenlage entsprechend der Schiffsform einstellbar und ausserdem federnd ausgeführt sind, so dass die Reaktionsdrücke beim Ausfahren der Schiffe aus dem Wasser gleichmässig anwachsen.
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transportwagen für eine schiefe Ebene ersichtlich gemacht ; dieselbe ist jedoch in analoger Weise auch für Quertrausport auf senkrechten Hebewerken, Schiffseisenbahuen u. s. w anwendbar.
Das Traggestelle l'eines Trockentransportwagens erhäilt zwei seitliche, der ganzen Länge nach verlaufende Seitenwände J. Diese tragen je einen Schienenstrang s, auf welchen die bügelartig ausgeführten Querträger Q mittelst federnder Rollen r fahrbar aufgehäugt sind. Im unbolasteten Zustande können dieselben unabhängig voneinander auf den Schienen s in der Längsrichtung des Transportwagens nach Bedarf verschoben werden, im belasteten Zustande stützen sie sich jedoch auf die Längsträger A auf. Ein längs der Schienenbahn verzeichneter Massstab kann die Einstellung der Querträger Q erleichtern.
Diese tragen nun in entsprechender Verteilung eine Anzahl federnder stützen F, welche ihrerseits aus einem entweder universell beweglichen oder aus weichem Materiale bestehenden Oberteil und einem durch Federn, hydraulische Plunger oder ähnliche Mittel mit diesem verbundenen Unterteil bestehen. Jener legt sich bei beginnendem Drucke an die Schiffshaut an und überträgt denselben auf den Unterteil, welcher insbesondere für den Vorder-und Hinterteil des Schiffes durch geeignete Hilfsmittel in entsprechende Entfernung vom Schiffskörper gebracht werden kann.
An Stelle der hier verwendeten festen Stapelbügel sind auch Gelenkketten, Drahtseile, Gurten u. dgl. verwendbar, die in entsprechender Weise federnd und verschiebbar angeordnet sind.
Um nun die richtige Einstellung der Stapeistützen im Transportwagen rechtzeitig bewerkstelligen zu können, dient eine Mess-und Kopiervorrichtung.
Bei der in Fig. 3 und 4 dargestellten Ausführungsform besteht dieselbe aus zwei Längsträgern A'etwa in der Länge des Schiffskörpers, welche an Mauern, Pfeilern, Piloten oder auch schwimmend vertikal geführt sind und mittelst beliebiger Hebevorrichtungen, wie Krane, hydraulische oder elektrische Winden oder dgl. gemeinschaftlich gehoben und gesenkt werden können. Längs dieser Träger sind in ähnlicher Weise, wie bei oben be- schriebener Trausportvorrichtung und in gleicher Anzah ! bügelförmigo Querträger B verschiebbar angebracht, welche hier aber nicht als Tragkonstrukticn dienen und infolgedessen
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leichter ausgeführt sein können. Sie tragen an den den Federstutzen des Transportwagens entsprechenden Stellen Messstifte C, welche z.
B. durch den Auftrieb des Wassers, hydraulischen Druck oder Federkraft oder dgl. gegen den Schiffskörper bewegt werden können, bis sie an demselben anstossen, worauf sie in dieser Lage festgehalten werden können.
Hienach wäre der Vorgang beim Transport eines Schiffes etwa folgender : Das Schiff
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vorrichtung ein, wobei die Messstifte festgeklemmt waren. Nun wird diese Klemmung gelöst, die Stifte bewegen sich bis zur Berührung mit der Aussenhaut des Schiffes, werden sodann festgeklemmt ; die Längsträger samt den Bügeln werden hierauf etwas gesenkt, so dass das Schiff seine Fahrt fortsetzen kann. Nach dessen Ausfahrt aos der Messvorrichtung wird diese aus dem Wasser gehoben und die Lage der einzelnen Mossstifte an Skalen abgelesen ; die so ermittelten Zahlen sowie die Längseinstellung der Bügel wird der Bedienungmannschaft des Transportwagens z. B. telephonisch oder telegraphisch mitgeteilt.
Diesen Angaben entsprechend werden nun die Bügel Q des Transportwagens der Länge nach und die Stapelstützen F der Höhe nach eingestellt, so dass bei Ankunft des Schiffes die Vorbereitungen zur Aufnahme desselben getroffen sind oder doch rasch fertiggestellt werden können.
Die Messvorrichtung kann auch in der Weise ausgeführt werden, dass nur ein anshebbarer Bügel mit Messstiften zur Anwendung kommt, dass jedoch das Schiff mit seiner Längsachse genau gerichtet, an diesem Bügel mittels Winden vorbeigezogen wird, wobei an jedem Tragquerschmtt die Lage der einzelnen Messstifte selbsttätig verzeichnet wird.
Diese Messvorrichtungen können auch vorteilhaft zu anderen Zwecken, z. B. zum Eichen der Schiffe verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Bettung von Kanalfahrzeugen in Schiffstransportwagen, gekennzeichnet durch eine Anzahl auf den erhöhten Längswänden desselben verschiebbar gelagerten Querträgern, welche den Schiffskörper bügelförmig umgreifen und auf welchen der Höhe nach einstellbare, federnde Stapelstützen angeordnet sind, zu dem Zwecke, die Unter- stützringen rasch an jene Stellen des Schiffes bringen zu können, welche mit Berücksichtigung der inneren Gerippkonstruktion der Schiffsschale und der Belastungen zur Aufnahme der Reaktionsdrücke am besten geeignet sind.