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Österreichische PATENTSCHRIFT ? 18558.
FRANZ MAYER m WIEN.
Vorrichtung zur graphischen Bestimmung der Abnützung von Körpern, z. B. Eisenbahnschienen.
Vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung, mittelst welcher auf einfache Weise Querschnitte von Körpern abgezeichnet bezw. deren Abnützung durch Vergleich mit ihrem Normalprofil gemessen worden können.
Iu Fig. 1 der Zeichnungen ist eine Ausführungsform des Erinfungsgegenstandes, angewendet auf Radreifen von Eisenbahn-, Tramway- oder dgl. Wagen, in Fig. 2, angewendet auf Schienen, dargestellt : Fig. 3, 4 und 5 stellen Einzelheiten dar.
Die Vorrichtung besteht aus einer Grundplatte mit einer Einrichtung zur Befestigung des Zoichenblattes, dann aus einem, dem abzuzeichnenden bezw. zu messenden Körper entsprechend geformten Ausschnitt, dessen Seitenlappen die zum Einstellen bezw. Befestigen der Vorrichtung am Körper dienenden Marken bezw.
Schrauben tragen, und besitzt die Vorrichtung ausserdem noch eine parallel zu sich selbst und der Grundplatte und ausserdem in ihrer Längsrichtung verschiebbar angeordnete Stange, welche an dem dem Ausschnitt zugekehrten Ende einen in ihrer Längsrichtung angeordneten Führungsstift und an der anderen Seite einen senkrecht zur Grundplatte liegenden Zeichenstift besitzt, zum Zwecke, durch Umfahren des eingespannten Körpers mit dem Führungsstift seien Querschnitt in gleicher Grösse auf dem Zeichenpapier wiedergeben bezw. durch Vergleich mit dem auf dem Zeicbenpapier bereits eingezeichneten NormatprofI die Abnützung bezw. Verschiebung aus der richtigen Lage messen zu können.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in Fig. 1 zum Untersuchen von Radreifen dargestellt. Die Eiùstel1ungsmarken sind an den Seitenlappen Al
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wie gross die aufgetretene Abnützung ist, so wird die Vorrichtung über denselben aufgeschoben, und zwar so weit, bis die Marken KI H2 mit den der Abnützung nicht unterworfenen Rückflächen a b abschneiden und wird dann die Schraube 7''angezogen, welche die Vorrichtung unverschiebbar festhält.
Da letztere mit einer parallel zu sich selbst und zur Grundplatte und in ihrer Längsrichtung verschiebbaren Stange I versehen ist (beispielsweise in Fig. 1 die Stange I durch zwei Gelenkparallelogramme mit dem Rande der Grundplatte verbunden), so kann durch Befahren des Radreifens mit dem Führungsstift R durch den Zeic11l'nstift Z auf dem Zeichenpapier, welches (in beliebiger Weise) immer an der gleichen Stelle der Grundplatte festgehalten wird, das Profil des Radreifens in gleicher Grösse wiedergegeben werden (K an der Stange 1 ist ein Griffknopf.) Zur Befestigung dos Papiers kann beispielsweise eine Winkelschiene W dienen, die mittelst dreier
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den Schrauben eingeschobone Papier festzuhalten.
Auf diese Weise wird die immer gleiche relative Lage des Papiers zu den Einstellmarken gesichert und demgemäss die richtige Lage des einzuzeichnenden Profils zu dem bereits eingezeichneten Normalprofil ermöglicht.
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Statt der Golonkparallelogrammo für die Verschiebung der Stange 1 kann selbstverständlich jede andere Einrichtung angewendet werden, welche eine derartige Bewegung
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schiebbar ist. Auch wird es angezeigt sein, dem Führungsstift, eine etwas geschweifte Form (sichelförmig) zu geben, um bei eventuell stark deformiertem Wulst eines Radreifens auch hintersebnittene Flächen umfahren zu können.
In Fig. 2 ist eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, angewendet auf Eisenbahn-oder dgl. Schienen, dargestellt. Als Einrichtung zur Befestigung des Papiers dienen hier zwei Klappen W, IFg, deren Kanten bei 1Vs. W4 senkrecht abgebogen sind, um das Papier immer bis zu diesen Anschlägen Ws, W4 einschieben zu können, wodurch die stets richtige Lage des Papiers gegenüber den Einstellmarken gesichert ist. Diese Klappen W1, W2 sind um Zapfen r2 drehbar und werden durch Federn fl, f2 beständig auf die Grundplatte A niedergedrückt.
In der Ecke übergreift die Klappe W2 die Klappe W1t so dass durch Niederdrücken des schräg nach rückwärts gehenden Lappens D der Klappe j, sowohl letztere als auch W2 etwas gehoben werden, um das eingeklemmte Papier wieder freizugeben. Die Federn n, fia sind vorteilhaft gleich auf die Zapfen rl, r2 aufgeschoben.
Als Zeichenstift wird bei dieser Ausführungsform beispielsweise ein um seine Achse drehbarer Metallstift verwendet, der durch Drehung an dem Gri : ffknopf 84 vermittelst eines in den Schlitz G der Hülse Z eingreifenden Stiftes gehoben und beim Nichtgebrauch in die Hülse zurückgezogen werden kann (Fig. 4).
Die Einstellmarken bestehen aus Stahlschneiden oder Prismen L, ,-E und als Befestigungsschraube dient die auf die Schienenkopfunterseite wirkende Druckschraube F. Als Stützflächen für die Einstellung der Vorrichtung dienen die einer Abnützung oder Deformation nicht unterworfenen oberen und seitlichen Flächen des Schienenfusses. Bei dieser Vorrichtung wird durch die Schraube F nicht nur die blosse Befestigung der Vorrichtung an der Schiene erreicht, sondern gleichzeitig die zum richtigen Abzeichnen des Profils notwendige senkrechte Lage der Vorrichtung zur Schiene gesichert. Im übrigen ist die Handhabung und Wirkungsweise der Vorrichtung nach Fig. 2 gleich jener nach
Fig. 1.
Bei dieser zweiten'Ausführungsform empfiehlt es sich noch, den Führungsstift R nicht fix mit der Stange I zu verbinden, sondern um die Längsachse derselben drehbar anzuordnen, und ihm eine Sichelform zu geben, deren Spitze in der Drehachse liegt (Fig. 5).
Durch Federn oder dgl. kann der Stift derart festgehalten werden, dass er parallel zur
Grundplatte bleibt. Durch diese Einrichtung ist man imstande, auch hinterschnittene Profile, ohne Umspannen der Vorrichtung, an beiden Seiten umfahren zu können.
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