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Österreichische PATENTSCHRIFT N 17484.
SIEMENS & HALSKE AKTIENGESELLSCHAFT m WIEN.
Selbsttätige Regelungseinrichtung für Elektromotoren in Förderanlagen.
Bei grösseren Hebemaschinen, z. B. Bergwerksfördermaschinen, besteht zumeist die Forderung, dass dieselben mit den verschiedensten Drehzahlen laufen müssen. Dabei liegt vielfach die Aufgabe vor, eine vorgeschriebene Drehzahl unverändert zu erhalten, auch wenn die Belastung während der Fahrt sich in den weitesten Grenzen ändert. Dies ist z. B. der Fall bei Personenfahrten und besonders bei Schacht-und Seilrevisionsfahrten.
Hiebei kommt eine in der Regel sehr verminderte Fahrgeschwindigkeit in Betracht, welche während der ganzen Fahrt möglichst gleich zu erhalten ist. Zu Beginn der Fahrt ist hiebei das ganze Seilgewicht zu heben, das bei fortwährender Hebung der Förderschale immer geringer wird, schliesslich im niedergehenden Trum überwiegt und am Ende der Fahrt unter Umständen den Motor als Dynamo betreiben kann. Um diesen fortwährenden Äuderungen Rechnung zu tragen und die Fahrgeschwindigkeit gleich zu erhalten, muss der Führer andauernd die Geschwindigkeitsänderungon beobachten und die Reguliereinrichtungen mit grosser Aufmerksamkeit bedienen. Die Anforderungen, die biedurch an die Aufmerksamkeit des Führers gestellt werden, sind sehr bedeutend.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun eine Einrichtung, um den Führer zu entlasten und die Betriebssicherheit zu erhöhen. Es wird zu diesem Zwecke die Anordnung so getroffen, dass die Regelung mit einem einzigen Hebel erfolgt, u. zw. so, dass mittels dieses Hebels die Fördereinrichtung derartig eingestellt werden kann, dass jeder Lage des Hebels eine ganz bestimmte Fahrgeschwindigkeit entspricht, welche ohne weitere Verstellung oder sonstige Nachregelung unabhängig von den Belastungsänderungon selbsttätig gleich erhalten wird.
Um diese Wirkung zu erreichen, wird dem Elektromotor der Fördermaschine eine regelbare zusätzliche Belastung gegeben, die beispielsweise in einer Bremsdynamo oder in einer gut abstufbaren mechanischen Bremse bestehen kann. Die Regelung erfolgt nun so, dass bei jeder Veränderung der Belastung der Fördermaschinen gleichzeitig die zusätzliche Belastung selbsttätig derart geändert wird, dass die Umdrehungsgeschwindigkeit des Elektromotors dieselbe bleibt, solange die Stellung des Regulierhebels sich nicht ändert.
Selbsttätige Regelung von Motoren durch zusätzliche Belastung ist bekannt (vergt. z. B. die deutsche Patentschrift 91551). Demgegenüber besteht die vorliegende Erfindung in einer derartigen Verbindung zusätzlicher Belastung mit selbsttätigen Regelungavorrichtungen, dass die Umlaufszahl des Fördermotors in eindeutige Abhängigkeit von der jeweiligen Stellung des Anlasserhebels gebracht wird.
Die dazu verwendeten Mittel sind beispielsweise ein Hauptstromrelais oder ein Fliehkraftregler. Ein derartiges Relais liegt im Motorstromkreis und beeinflusst unmittelbar oder unter Vermittlung eines Hilfsmotors die zusätzliche Belastung bei Stromänderungen im Motorstromkrois so lange und in solchem Sinne, dass die ursprüngliche Stromstärke wieder hergestellt wird. Da sonach der Motor stets die gleiche Stromstärke aufnimmt und die Betriebsspannung stets dieselbe bleibt, so wird, wie sich theoretisch nachweisen und praktisch betätigen lässt, die Geschwindigkeit des Motors innerhalb weiter Grenzen in eine praktisch eindeutige Abhängigkeit gebracht von dem durch die Stellung des Anlasshebels in den Motorstromkreis geschalteten Vorschaltwiderstande.
Joder Änderung der Lage des Anlasserhebels entspricht dann eine eindeutig bestimmte Ceschwindigkeitsänderung des Motors.
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Statt dessen kann die Regelung der zusätzlichen Belastung durch einen Fliehkraftregler mittelbar oder unmittelbar erfolgen, beispielsweise dadurch, dass er bei jeder Überoder Unterschreitung einer bestimmten Geschwindigkeit einen Kontakt schliesst, durch den ein die zusätzliche Belastung regelnder Hilfsmotor im einen oder im anderen Sinne in Umlauf gesetzt wird und so lange in Umlauf bleibt, bis die vorgeschriebene Geschwindigkeit wieder erreicht und dadurch der Kontakt geöffnet ist.
Die Abhängigkeit der Geschwindigkeit von einer bestimmten Hebelstall11ng kann in diesem Fall dadurch erzielt werden, dass durch die Veränderung der Lage des Anlasserhebels gleichzeitig eine Veränderung der Lage der Fliehkraftreglerkontakte, welche den Hilfsmotorstromkreis schliessen, herbeigeführt wird oder dadurch, dass der Antrieb des Fliehkraftreglers durch eine veränderliche Übersetzung in Abhängigkeit von der jeweiligen Stellung des Anlasserhebe1s erfolgt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Selbsttätige Regelungseinrichtung für Elektromotoren in Förderanlagen, dadurch gekennzeichnet, dass eine zusätzliche Belastung für den Motor (z. B. eine elektrische oder mechanische Bremse oder dgl.) durch eine z. B. von den Änderungen in der Stärke des Motorstromes oder der Umdrehungszahl des Motors beeinflussbare Vorrichtung derart geregelt wird, dass bei jeder Veränderung der Hauptbelastung des Motors derselbe Strom von jener Stärke aufnimmt und infolgedessen eine Umdrehungszahl annimmt welche durch die Stellung des Anlasserhebels bestimmt ist.