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Österreichische PATENTSCHRIFT Nu--16910. HERMANN DIESENER IN CHARLOTTENBURG BEI BERLIN.
Tonreiniger.
Vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Tonreiniger, bei welchem die zu reinigende Tonmasse gegen die Stirnfläche einer rotierenden Scheibe gepresst wird, so dass bei der Rotation der Scheibe durch Adhäsion eine dünne Tonschicht mitgenommen wird, während die Steine, Mergelknollen und sonstigen festen Verunreinigungen in dem Arbeitsschlitz zwischen dem Mundstück der den Tonstrang erzeugenden Strangpresse und der rotierenden Scheibe zurückgehalten und durch ein Messersystem entfernt werden.
Zu diesem Zweck wandte man bisher rotierende Ausscbeidemesser an, welche jedoch die Neigung zeigten, sich zu verbiegen, wodurch die Wiedereinführung derselben in den Arbeitsschlitz nach Vollendung einer Umdrehung schwierig und zuweilen unmöglich wurde. Auch entstanden Klemmungen zwischen den auszuscheidenden Verunreinigungen und den Aus-
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neue Punkte des Messers in Berührung mit der aus Konstruktionsgründen geradlinigen Kante des Arbeitsschlitzes kamen.
Um diese Übelstände zu verhüten, werden gemäss vorliegender Erfindung statt rotierender Ausschc'idele. sser geradlinig hin und her gehende Ausscheidemesser angeordnet. Diese hin und her gehenden Ausscheidemesser bieten zugleich die Möglichkeit. die ausgeschiedenen stückigen Verunreinigungen von dem daran haftenden plastischen Material ziemlich voll-
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Rf'iniguugsmessor in seitlich zum Materialstrang iegende Wände, die aus den ausgeschiedenen Beimengungen gebildet werden, hineingeschoben werden.
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Fig. 1 in einem senkrechten Schnitt parallel zur Drehungsachse der Reinigungsscheibe und in Fig. 2 in einer Seitenansicht in der Richtung parallel zur Drehungsachse der Reinigungsscheibedargstellt.
Mit a ist die drehbare Reinigungsscheibe bezeichnet, welche die Form eines Scheibenkranzes besitzt. Die Scheibe ist auf der Welle b befestigt und in einem Stück mit der einen der Riemenscheiben c gegossen. cl hezpichnet das Mundstück eines Tonschneiders,
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GIcittäche p befestigt ist und zwischen sich und der Stirnfläche der Scheibe a einen mehr oder minder breiten Schlitz (den Arbeitsschlitz) g frei lässt. Mit h ist der Tonstrang be- zeichnet, welcher durch das Mundstück d herausgepresst wird und auf der Gleitfläche abwärts gegen die Stirnfläche des rotierenden Scheibenkranzes a gleitet.
Das hin und her gehende Reinigungsmesser für den Arbeitsschlitz trägt die Be-
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befestigt, welche durch die Schubstange m, die Kurbel n und die Antriebskurbelwelle o ill hin und her gehende Bewegung versetzt worden können. ii ist ein Abstreichmesser, welches drehbar angeordnet ist und gegen die Scheiben- Hache gedrückt wird. Die Stützflächen zu beiden Seiten des Arbeitsschlitzes g sind mit
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schwingenden Klappen t'versehen, welche zusammen mit den Stützflächen Behälter zur Aufnahme der Steine, Mergelknollen und sonstigen stückigen Verunreinigungen bilden, die durch das Reinigungsmessor i aus dem Arbeitsschlitz 9 herausgescboben werden.
Die Füllung der erwähnton Behälter ist mit 8 bezeichnet.
Die Wirkungsweise der beschriebenen Einrichtung ist folgende : Der Scheibenkranz a wird durch ein geeignetes Getriebe in Umdrehung versetzt. Gleichzeitig wird der Tonstrang h gegon die Stirnfläche des Scheibenkran1. os a gedrUcltt. Durch Reibung wird von dem Scheibenkranz eine dünne Schichte Ton mitgenommen und durch den Arbeitsschlitz hindurchgeführt. Diese Tonschicht wird von der Stirnfläcbe der Scheibe a durch das Messerp abgestrichen.
Die im Ton enthaltenen Steine, Mergel1mollen und sonstigen stückigen Verunreinigungen werden von der Platte f zurückgehalten und abwechselnd seitlich durch das hin und her gehende Messer i ausgeschieden, so dass sie in die von den Stützflächen q und den schwingenden Klappen t'gebildeten Behälter eintreten.
Die Füllmasse s, welche auf den Stützflächen ruht, streift von den in dieselbe hineingepressten Steinen u. dgl. den anhaftenden Ton ab, so dass der letztere in der zu reinigenden Tonmasse verbleibt und nur geringe Mengen Ton zusammen mit den stückigen
Verunreinigungen ausgeschieden werden.
Wenn beim Beginn des Betriebes des Apparates die von den Stützflächen q und den schwingenden Klappen r gebildeten Behälter leer. sind, so vermögen zunächst die Steine mit daran haftenden dicken Tonschichten in die Behälter einzutreten. Sobald aber die Behälter gefüllt sind, wird der Ton von den Steinen abgestrichen, wie es oben angegeben wurde. Unter dem Druck der neu in die seitlichen Reinigungsbehälter eintretenden Steine öffnen sich die Klappen t'und lassen den Überschuss der Steinfüllung nach aussen treten, so dass die dauernde Betriebsfähigkeit des Apparates gesichert ist.
Durch geeignete Wahl der Breite des Arbeitsschlitzes können nach Belieben grössere und kleinere Verunreinigungen'ausgeschieden werden. Unter Umständen können mehrere
Apparate mit abnehmender Schlitzbreite hintereinander arbeiten, in welchem Falle ein zu- nehmend reineres Produkt gewonnen wird.
Die Erfindung ist nicht auf die besonderen, auf der Zeichnung dargestellten Ein- richtungen beschränkt. Beispielsweise kann man zum Antrieb des hin und her gehenden
Reinigungsmessers i eine beliebige, für den Zweck geeignete Vorrichtung verwenden. Ferner können auch die schwingenden Klappen r fortfallen, da auch ohne dieselben die auf den Stützflächen q ruhende Masse dem Eintritt der von dem Messer i ausgeschiedenen Steine hinreichenden Widerstand entgegensetzt, um ein Abstreifen des Tones von den Steinen zu bewirken.
An Stelle der festen Stützflächen q können auch bewegliche Stützflächen benutzt werden, da es nur darauf ankommt, dass seitlich von dem Arbeitsschlitz eine Wand ge- bildet wird, welche die steinigen Verunreinigungen aufzunehmen vermag, die von dem
Reinigungsmesser i ausgeschieden werden, und welche den diesen Verunreinigungen an- haftenden Ton bis zu einem gewissen Grade abzustreifen vermag.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Tonreiniger mit rotierender Reinigungsscheibe, gegen deren Stirnfläche sich die zu reinigende Tonmasse legt, und einem vor der Scheibe in dem Arbeitsschlitze sich be- wegenden Messer zum Abschneiden der Steine, dadurch gekennzeichnet, dass das Reinigung- messer geradlinig hin und her bewegt wird, so dass die in dem Arbeitsschlitz zurück- gehaltenen steinigen Verunreinigungen nach beiden Seiten ausgeschieden werden.
2. Tonreiniger mit rotierender Reinigungsscheibe, gegen deren Stirnfläche sich die zu reinigende Tonmasse legt, dadurch gekennzeichnet, dass die Reinigungsscheibe behufs Er- leichterung der Steinausscheidung die Form eines Scheibenringes besitzt.