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Österreichische PATENTSCHRIFT ? 16811.
CARL ILGNER IN ZABRZE (OBER-SCHIESIEN).
Regelung elektrischer Arbeitsmaschinen, deren intermittierender Kraftverbrauch von dem Antriebselektromotor und mit ihm verbundenen Schwungmassen gleichzeitig gedeckt wird.
Elektrisch angetriebene Arbeitsmaschinen, z. B. Walzwerke, welche einen stark wechselnden Kraftverbrauch zeigen, werden mit Schwungmassen versehen, einerseits um eine allmähliche Belastung des Motors zu bewirken, andererseits um bei den stärksten Beanspruchungen gleichzeitig aus Motor und Schwungmassen Arbeit zu entnehmen, so dass der Motor erheblich kleiner bemessen werden kann, als der grössten Arbeitsleistung entspricht.
Dabei muss der Elektromotor ein solcher sein, welcher zwischen Leerlauf und Belastung eine Abnahme der Umdrehungszahl, also sogenannte Schlüpfung zeigt.
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Nachstehende Regelungseinrichtung will nun für den Elektromotor die gleichen Ver- hältnisse wie bei der Dampfmaschine herbeiführen, wenn er in Betrieben mit intermittierendem Kraft verbrauch in dem oben angedeuteten Sinne mit Schwungmassen zusammen arbeitet.
Bei asynchronen Wechselstrommotoren, welche zunächst betrachtet werden sollen, geht das Verfahren wie folgt vor sich :
Der Motor bringt die Schwungmassen und die Arbeitswelle auf die Umdrehungszahl, welche der jeweilig zu leistenden Arbeit entspricht. Der Arbeitsverbrauch muss zu dieser Zeit selbstverständlich geringer sein, als der normalen Leistung des Motors oder der ge- wünschton Betastung desselben entspricht, denn sonst würden die Schwungmassen nicht geladen worden können.
Steigt nun die abzugebende Leistung weiter an, so nimmt das System in einem gegebenen Augenblick die Umdrehungszahl an, welche der Schlüpfung des Motors bei normaler Belastung entspricht. Von diesem Augenblicke an wird jedoch durch einen in den induzierten Teil des Motors geschalteten Widerstandsregler der primäre Strom und damit die Belastung des Motors so geregelt, dass die. festgesetzte Grenze nicht überschritten wird. Diese Regelung,
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zahl des Systems den Widerstand einschaltet.
AnStelle des Fliehkraftreglers kann natürlich auch eine gleichwertige andere Vorrichtung benutzt werden, wenn sie nur im Verhältnis zur abnehmenden Umdrehungszahl den Widerstand schaltet.
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Es ist selbstverständlich nicht ausgeschlossen, dass auch vor Erreichung der gewünschten Hetastungsgrenze schon Widerstand eingeschaltet wird, etwa um den Zeitpunkt der Erreichung dieser Grenze hinauszuschieben, wodurch die Belastungsübernahme dos Motors verlangsamt werden könnte.
Damit die Normalbelastung des Motors nicht überschritten werden kann, auch wenn derselbe zu Zeiten geringeren Kraftbcdarfs die Schwungmassen beschleunigt, muss die Wiederansschaltung der Widerstände in der gleichen Weise vor sich gehen.
Bei Gleichstrommotoren wird derselbe Zweck erreicht durch Vorschaltung eines Widerstandes vor den Anker oder durch Verstärkung des Magnetfeldes oder durch eine Verbindung beider Methoden. Dabei müssen die zur Verwendung kommenden Gleichstrommotoren so beschaffen sein, dass ihre höchste Umdrehungszahl eine begrenzte ist, so dass sie also nicht durchgehen können.
Der eigentliche Zweck der Regelungseinrichtung, die Belastung des Motors zu begrenzen, würde in manchen Fällen auch erreicht werden können durch einen Motor, bei welchem der Tourenabfall zwischen der geringeren und der grösseren Belastung von vorneherein so eingerichtet ist, wie er sich bei dem vorliegenden Verfahren unter Anwendung von Widerständen ergibt.
Es zeigt aber die Berechnung, dass alsdann die Wirtschaftlichkeit des Motors andauernd schlechter wäre als bei dem vorliegenden Verfahren, weil bei diesem der Widerstand erst dann vorgeschaltet wird, wenn eine grössere Inanspruc1mahmo stattfindet.
Soll die Einrichtung bei einem asynchronen Wechselstrommotor mit Hilfe eines Fliehkraftreglers durchgeführt werden, so ist dieser, der von der Welle des Wechselstrommotors zwangläufig angetrieben wird, so zu wählen, dass er genügend Verstellkraft besitzt, um mit nur geringem, sogenannten toten Gang die Widerstandbahn zu verstellen. Seine höchste Umdrehungszahl ist gegeben durch diejenige des Motors, bei welcher derselbe die Vollast übernimmt, seine niedrigste durch die niedrigste Umdrehungszahl der Schwungmassen, welche diese annehmen, wenn sie die annähernd im voraus bekannte Arbeit abgegeben haben.
Die Widerstände werden mit Hilfe einer Kontaktbahn in den induzierten Teil des asynchronen Motors geschaltet ; die Grösse derselben ergibt sich aus den Leistungsdiagrammen des betreffenden Motors.
Alsdann werden durch geeignete mechanische Mittel der Stellwerkshebel des Flieh- kraftreglers und der Schalthebel des Regelungswiderstandes so miteinander verbunden, dass bei der oberen Umdrehungszahl des Fliehkraftreglers alle Widerstände aus-und bei der unteren Umdrehungszahl alle eingeschaltet sind.