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Regelschaltung für Synchronmotoren Die Erfindung betrifft Motorregelschaltungen
und bezieht sich besonders auf eine Regelschaltung zum Anfahren und Resynchronisieren
von Synchronmotoren.
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Das Hauptproblem beim Anfahren von Synchronmotoren besteht in einer
Synchronisierung ohne oder wenigstens mit geringster Netzstörung, kleinster Erschütterung
des mit dem Motor verbundenen Verbrauchers und größtem Anfahrdrehmoment.
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Zur Lösung dieses Problems wurden bereits zahlreiche Versuche unternommen.
Wenn indessen nur eire Zeitregelung, d. h. eine Regelung, die beispielsweise eine
verstellbare, aber feste Zeitperiode aufweist, in der ihr Arbeitsvorgang abläuft,
Verwendung findet, kann das schlechte Anfahrdrehmoment und die große Netzstörung
nicht vermieden werden. Wenn andererseits nur eine Ankerstromänderung Anwendung
findet, kommt zu den gleichen Nachteilen wie vorher noch die Tatsache, daß der Schlupf
bei der Synchronisierung größer als erwünscht wird. In beiden Fällen bekommt man
bei einem Anfahren eine heftige Netzstörung, während sie beim nächsten Anfahren
erträglich sein kann. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit kann also das erwünschte
Anlaufen nur bei jedem zweiten Male er@vartet werden.
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Nach der Erfindung sollen in einer einfachen Regelung hauptsächlich
größtes Anfahrdrehmoment und.geringste Netzstörung bei jedem Anfahren eines Synchronmotors
vorgesehen und die Vorteile sowohl der Anlaufzeitregelung für Synchronmotoren, d.
h. ein Anfahren durch eine Regelvorrichtung, die eine vorbestimmte Einstellperiode
aufweist, als auch einer dem Anfahren des Synchronmotors entsprechenden Umlaufgeschwindigkeit
erreicht werden, d. h. Anfahren durch eine Regelvorrichtung, die
entsprechend
dein Ankerstrom, der Ankerspannung oder der frei einer bestimmten UmlaufgeschNvindigkeit
auftretenden Schlupffrequenz arbeitet.
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Nach der Erfindung ist deswegen in erster Linie eine Anfahrvorrichtung
für Synchroriniotoren vordie Steuerglieder zur Synchronisierung des Motors aufweist,
wobei diese Steuerglieder 'Mittel zur Erzeugung einer magnetomotorischen Kraft,
die sich mit der Frequenz des in der Feldwicklung des Motors induzierten Stromes
ändert, 'Mittel zur Erzeugung einer magnetomotorischen Kraft, die sich mit der Frequenz
des Umhüllungsstromes in der Motorankerwicklung ändert,woheider>,Trnhüllungsstrom
als der Strom definiert ist, der :ich atis der Modulation des Grundstromes durch
den Schlupfstrom ergibt, und 'Mittel enthalten. die auf eine gegebene maximal: Verbundwirkung
dieser niagnetomotorischen Kräfte ansprechen. trni die 1lotorfeldwicklung zti erregen.
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In den Zeichnungen ist ein bevorzugtes Ausführttngsbeispiel dargestellt,
an Hand dessen die Erfindung im einzelnen beselirieben werden soll.
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Fig. t zeigt ein Schaltbild einer Regelvorrichtung für einen Synchronmotor
nach der Erfindung; Fig. 2 zeigt zur leichteren Erläuterung des Ausfiihrurigslmispieles
nach der Erfindung einige Kurven in ihrer Beziehung zu den Betriebsstellungen der
Feldpole und des Drehfeldes eines Synchronmotors.
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In Fig. i ist mit J1 ein Synchronmotor bezeichnet, der eine Ankerwicklung,
eine Dämpfungs- oder .Anlaufwicklung und eine Feldwicklung aufweist. Der Hauptschalter
oder das Netzschütz ist mit der Bezugszahl 8 versehen und das Feldschütz mit 56
bezeichnet. Das Feldschütz wird durch die* RegelvorrichttIng 30 und den von
ihr betriebenen Regler C gesteuert. Die geeignete Steuerung des Feldschalters wird
ferner durch das Schütz 27 und eine allgemein mit 19 bezeichnete Vorrichtung
geregelt.
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Die Wirkungsweise der verschiedenen Vorrichtungen, die in einer Anlaufsteueranordnung
für Synchronmotoren nach der Erfindung vorhanden sind, läßt sich durch die Betrachtung
einer Anlaufperiode besser verstehen.
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Soll der Synchronmotor zum Anlaufen gebracht tverden, wobei angenommen
ist, daß die Leitungen 1. io, t r Wechselstrom und die Leitungen 57 und 58 Gleichstrom
führen, dann wird der Anfahrknopf 3 bedient. wodurch ein Stromkreis von der Leitung
i über die Leitung 2, den Anfahrknopf 3, die Leitung .l, die Regelsegmente 5 und
6, die Spule 7 des Netzschützes 8 und den Unterbrecher 9 zur Leitung to hergestellt
wird. \\-ic man hei der Verfolgung dieses Kreises sieht, kann das Anfahren nur erfolgen,
wenn der Regler C in der eigentlichen Nullstellung steht.
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Das Schütz 8 verbindet den 'Motor mit den Leitungen r, io und 11,
so daß der Motor als Asvnclirorimotor anfährt und für sich selbst einen Ilaitestrornkreis
bildet. Dieser Kreis führt von der Leitung 2 über die Kontaktglieder 12 und den
autornatischen Resynchronisierungsschalter 1.4, falls er in der vollausgezeichneten
Stellung steht, zur
| SI>ule 7. Der Nlotor läuft rinn unabhängig von der |
| Stellung des Anfahrschalters 3 weiter. |
| Während der ersten Anfahrstufen ist der Ver- |
| braucherstrom groß und folglich der Stromausgang |
| am Transformator 15 hoch. Die Ausgangsklemmen |
| diesesTransforniators sind niitcinei-l-ollNycggleicii- |
| ricihterschaltung 16 verbunden. Der voni Gleich- |
| richter kommende Gleichstrom ändert sich in L"her- |
| einstimmung rnit dem Verbraucherstrom und |
| pulsiert infolgedessen, wie bekannt. rnit einer Fre- |
| quenz. die doppelt so groß wie die Schlupffrequenz |
| ist, cla ein weggleichgerichteter Wechselstrom in |
| einer ganzen Periode nur von einem Nliiiimum zurr |
| Maximum und wieder zurück zttin Minimum |
| schwankt. So entspricht jede llalliI>#rio<le einer |
| vollweggleichgerichteten Wechselstrornperiode. Der |
| Ausgang der Gleichrichterschaltung i6 ist auf die |
| SPulen 17 und i8 des Relais ig geschaltet. |
| Der Magnetkreis sind die Wicklungen der Spulest |
| 17 und 18 des Relais i9 sind so gewählt, daß der |
| .Anker 2o durch die doppelten @clilujiffreqtretizliul- |
| sationen. d.li. durch die Pulsationen des gleich- |
| gerichteten Umhülltitigsstrornes in den Spulen 17 |
| ttnd i8, nicht in Vibration versetzt wird, daß aber |
| eine magnetoniotorische Kraft und damit ein |
| magnetischer Zug auf den Anker erzeugt wird. der |
| sich mit dem Verbraticherstroni ändert. Das Relais |
| weist eine Feder 21 auf, die den =Anker in eine Lage |
| neigt, die von der Stellung der Kurvenscheibe 22 |
| abhängig ist. |
| Während der eisten Anfahrstufen steht die Krts-- |
| venscheibe 22 in der gezeichneten Stellung und |
| stellt so den Anker 20 mit stärkster Kraft in die |
| dargestellte Lage eisi. Diese Kraft ist in Fig. 2 |
| mit dem Begriff kclai:-l#eder-Sliannung .\-' lh#z:ich- |
| riet. Da nach Fig. ? der Relais-1lagnet-Zitg S' |
| während der ersten Stufen des Anfahrens größer |
| als die Relais-Feder-SI>anntiug ist, wird der Anker |
| 20 fast unmittelbar nach der Isil>etriebnalinie des |
| Schützes 8 zurück-schnappen und dabei den Kon- |
| takt 23 öffnen. Das Öffnen des Kontaktes 23 ver- |
| hindert irr dieser Stufe die l:ntstehungirgendwelcher |
| :Arbeitsstromkreise für die Betätigung der Regel- |
| vorrichtung 30. Die Regelvorrichtun g 30 kann |
| irgendein geeign°_ter Motor sein. der 'sei Inilr:tricl)- |
| nahme den Regler C bedient und die Kurvenscheibe |
| 22 mit konstanter I-mlaufgeschwindigkeit dreht. |
| Solange der Verbraucherstrom bzw. der hierzu |
| proportionale helais-11 agnet-Zug über einem g; gelt - |
| nen Wert, beispielsweise 1'i liegt, bleibt der Relais- |
| anker in der zurückgeschnappten Stellung. Wäh- |
| rend dieser Stttfe stellt die Motoranfahrregelung |
| ivirklicli eine strombegrenzte Beschleunigung dar, |
| (l. 1i. die Zeit der Beschleunigung des lfotors wird |
| durch die Stärke des Stromflosses in der Motor- |
| ankerwicklung bestimmt, da sich die Zeit vom |
| Punkt P bis zum Punkt 1'i rnit den Anfahrstrom- |
| bedingungen ändern kaiirr. I ni Zeitpunkt Pi schlugt |
| der Relaisanker in seine gezeichnete Stellung zu- |
| rück. |
| Durch das Zurückschlagen des Relaisankers 20 |
| werden die Kontaktglieder 23 und damit ein Strom- |
| kreis zur Versorgung dci- Regelvorrichtung 3o |
lfesc'lilosseii. Der Stromkreis für die Vorrichtung 30 tührt von
der Leitung i über die Kontaktglieder 12. die Kotital<tglie(ler 23, die Leitung
24, die Ruhekontaktglieder 26 des Regelschalters 27, die Seginente 28 und 29 des
Reglers C, die Regelvorrichtung
30 und die Leitung 31 zur Leitung 1o.
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@-N'enn die Regelvorrichtung C die Regelsegmente von der Stellung
a in die Stellung b bringt, wird ein Stromkreis geschlossen, der von der Leitung
t über die Leitung 32, die Regelsegmente 33, 28 und 29, die Regelvorrichtung
30 zur Leitung 31 führt. Dadurch ist die Regelvorrichtung nicht mehr von
den Kontakten 23 und 26 abhängig, sondern wirkt durch ihren eigenen Stromkreis so
lange, bis sich alle Segmente wieder in der gezeichneten Stellung befinden.
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Wenn der Regler C in die Stellung c gelangt, wird ein Stromkreis vom
Segtnent 33 über (las Segment 34, die Leitung 35, die Spule 36 des Regelschalters
27, die Leitung 37 und die Kontaktglieder 38 zur Leitung io geschlossen. Sobald
damit der Kegelschalter 27 gespeist wird, hört die zeitbegrenzte Beschleunigung
auf. Mit zeitbegrenzter Beschleu-»igutig wird dabei die durch die konstant umlaufende
Trommel C gesteuerte Beschleunigungsperiode des Motors bezeichnet, die, daher der
Name zeitbegrenzt, einen genau bestimmten Zeitabschnitt zur Vollendung ihrer Betriebsperiode
benötigt.
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Die Periode der zeitbegrenzten Beschleunigungssteuerung kann durch
geeignete, verstellbare Segntente 34 bezüglich der Segmente 33 verschiedz-n eingestellt
werden. l,ewö hnlich ist die Einstellung der Federspannung 21. der Kurvenscheibenstellung
=2 auf der 1Zeglerwelle und die Stellung des Segtilentes34 auf derReglerwellebezüglichderStellung
des Segmentes 33 auf der gleichen Welle so vorgenommen. (laß der Motor wenigstens
in der Nähe der svtichroneii L'mlaufszahl, d.11. hei nicht mehr als (i "/o Schlupf
bei einem schwerbelasteten Motor, vorzugsweise aber hei 1 his 2o/oSchlupf läuft,wenn
die gesamte Periode der strombegrenzten Beschleunigung l- und der zeitl).cgrenzten
13eschletinigung _ll' allgelaufen ist.
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Eine Betätigung des Regelschalters 27 schließt die Kontaktglieder
39, 40 und 104 und öffnet die Kontaktglieder 26. Mit den Kontakten 39 wird ein Stromkreis
vom Punkt 42 Tiber die Kontakte 39, einen Phasenschieber 43, falls ein solcher benötigt
wird, was aber im allgemeinen selten der Fall ist. über die Spulen 44 und 45 des
Relais i9 zum Punkt 46 geschlossen. Die Punkte 42 und 46 sind geeignete Anzapfungen
auf (lern Feldentladewiderstand 47, der normalerweise und aus bekannten Gründen
im Feldentladestronikreis des Motorfeldes bei 48 \'erweiidting findet.
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Wie bekannt wird im Motorfeld 48 während des Asvnchronbetriebes des
Motors ein dem Schlupf proportionaler Wechselstrom induziert. Die Stromfrequenz
im Feld, die durch die Umformerwirkung entsteht, wird des'lialb allgemeinalsSchlupffrequenz
bezeichnet. Der durch dieSpulen 44 und45fließende Strom ist ein Wechselstrom, der
im wesentlichen phasengleich mit dem Schlupffrequcitzstrom ist, da die Spulen ja
nur tiefe Schlupffrequenzen durchlassen.
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Die Spulen .4 und 4,9 erzeugen durch den induzierten Feldstrom eine
magnetomotorische Kraft, wie sie durch die Kurve A in Fig. 2 dargestellt wird. Der
Strom in den Spulen 17 und 18 ist, wie oben auseinandergesetzt wurde, ein pulsierender
Gleichstrom mit einer Frequenz, die doppelt so groß wie die Schlupffrequenz ist.
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Bei -zahlreichen Versuchen und aus den während dieser Versuche gemacl'i.teti
oszillographischen Auf-?eichtiungen wurde festgestellt, daß der vomGleichrichter
16 kommende Gleichstrom bei den meisten Synchronmotoren der herkömmlichen Bauart
vor. einem Minimum über ein Maximum zurück zu einem zweiten Minimum im wesentlichen
in Phase mit einer, beispielsweise der positiven Halbperiode des Schlupffrequenzstromes
schwankt und dann vom zweiten '\,liniinum über ein weiteres Maximum zu einem dritten
Minimum im wesentlichen in Phase mit der zweiten, negativen Halbperiode des Schlupffrequenzstromes
verläuft. Wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, kann sie leicht durch einen
Phasenschieber 43 erreicht werden. Bei der gezeichneten Anordnung ist ('Ii°r Gleichrichterausgang
an die Spulen 17 und 18 des Relais i9 geschaltet, wodurch diese Spulen im Relaiskern
eine magnetomotorische Kraft erzeugen, deren Verlauf durch die Kurve B in Fig. 2
dargestellt ist. Der zeitliche Verlauf dieser magnetomotorischen Kraft steht zu
der magnetomotorischen Kraft nach der Kurve A im gleichen Verhältnis wie die obettrwähnten
Ströme.
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Bei geeigneter Wicklung der Spulen 17 und i8 bezüglich der Spulen
44 und 45 nimmt die gesamte tnagnetotnotorische Kraft des Relais einen Verlauf,
wie er in Fig.2 durch die stark ausgezogene Kurve S' dargestellt ist, die die Summe
der magnetoniotorischen Kräfte zeigt. Diese Kräfte haben jeweils in den ersten i8o°
des Wechselstromes einen hohen Wert und bleiben während der zweiten, darauffolgeaden
i8o° des Wechselstromes auf einem im wesentlichen konstanten tiefen Wert. In dem
gezeichneten Ausführungsbeispiel gehören die ersten i8o° zur positiven Halbperiode
des induzierten Feldstromes und die zweiten i8o° zur negativen Halbperiode des induziertenFeldstromes.
Bei geeigneter Anordnung der Wicklungen 17, 18 und 44, 45 nach Fig. i treten die
hohen Kraftwerte nur während der günstigen 18o° auf, d. h. sie sind günstig für
ein hohes Anfalirdrehmoment, wenn die Synchronisierung während dieser Zeit beginnt.
Die Hauptbedingung für eine geeignete Anordnung der Relaisspulen oder -wicklungen
ist ihre richtige Polung. Die Wicklungen 44 und 45 müssen so geschaltet sein, daß
in der positiven Halbperiode des induzierten Feldstromes ein augenblicklicher Magnetfuß
im Relais entsteht, der sich zu dem durch die Spulen 17 und 18 erzeugten addiert,
so (iaß sich eine Sunimationskurve der magnetomotorischen Kräfte ergibt, die hohe
Scheitelwerte während einer Winkelstellung des Läufers aufweist, während der sich
beispielsweise ein Läufer-
Südpol einem Ständernordpol nähert. Während
dieser Winkelstellung kann bekanntlich die Felderregung besonders günstig zugeführt
werden, da sich ja daraus ein hohes Anfahrdrehmoment ergibt.
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Da die Drehung, der Kurvenscheibe 22 durch die Regelvorrichtung fortgesetzt
wird, wird die Federspannung der Feder 21 allmählich herabgesetzt, wie die Kurve
N' in Fig. 2 zeigt. Bald nach der Betätigung des Regelschalters 27 schließt
der Regler C einen Teil eines Stromkreises an die Regelsegmente 51 und 52. Sobald
die Federspannung gering genug ist, schnellt der Relaisanker 20 zurück und schließt
den Kontakt 49 und damit einen Kreis, der von der Leitung i über die Kontaktglieder
12 und 49, die Leitung 5o, die Regelsegmente 51 und 52, die Leitung 54 und die Spulen
55 des Feldschalters 56 zur Leitung 37 führt.
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Der Feldschalter wird so fast augenblicklich betätigt und die Feldwicklung
48 an die Leitungen 57 und 58 angeschlossen und einen Augenblick später der Entladekreis
für das Feld durch die Kontaktglieder 59 geöffnet. Der Motor kommt so mit stärkstem
Anfahrdrehmoment in Synchronismus. Aus der Fig. 2 ist zu ersehen, daß das Feld nicht
nur während der günstigsten Hälfte der Periode, d. h. während der Hälfte der Periode,
in der ungleichnamige Pole sich am nächsten kommen, sondern zu einer Zeit aufgebracht
wird, wenn sehr genau das maximale Anfalirdrehmoment erzielt werden kann. Es ist
deshalb nicht notwendig besondere Anordnungen für die Einstellung der Zeitkonstanten
des Relais i9 und/oder des Feldschalters 56 vorzusehen. Nach der Erfindung ist eine
einfache und zuverlässige Anordnung geschaffen, die die Motorsynchronisierung unveränderlich
beim größten Anfahrdrehmoment bewirkt.
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Die Betätigung des Feldschalters 56 schließt ebenfalls seinen eigenen
Haltestromkreis. Dieser Kreis führt vom Regelsegment 34 über die geschlossenen Kontaktglieder
40, die Leitung 6o, den Resynchronisierungsschalter 61, die Kontaktglieder 62 und
die Spule 55 zur Leitung 37.
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Wenn der Synchronisierungszeitpunkt erreicht ist, wird das Relais
ig stromlos, so daß sich die Kontaktglieder 23 wieder schließen. Dadurch wird ein
anderer Haltestromkreis für die Feldschalterspule 55 geschlossen. Dieser Kreis führt
von der Leitung i über die Kontaktglieder 12 und 23, die Leitung24 und die geschlossenen
Kontaktglieder63 zur Leitung 6o. Da dieser Teil des Haltekreises parallel zu den
Segmenten 33 und 34 des ersten Haltekreises liegt, wird, sobald die Regelsegmente
in ihre Nullstellung kommen, der einzige Haltestromkreis für beide Spulen 36 und
55 über die Kontaktglieder 23 gebildet.
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Nachdem die Synchronisierung vollzogen ist, bewegt sich der Regler
in seine Nullstellung. Wenn nun zu irgendeiner Zeit während des Motorbetriebes der
Motor aus irgendwelchen Gründen außer Schritt fällt, wird das Relais i9 für eine
kurze Zeit einem starken Stromstoß ausgesetzt, und die Kontaktglieder 23 öffnen
sich. Der Feldschalter 56 schaltet so das Feld 48 von (1e» Leitungen ab, und der
Entladestromkreis wird wiederhergestellt, wodurch der Regelschalter 2; seine
Kontaktglieder 26 wieder schließt.
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Sobald das Feld von den Leitungen 57 und 58 abgeschaltet ist, hört
der starke Stoß des Ankerverbrauchsstromes des Motors M auf, und da die Federspannung
der Feder 21 jetzt am größten ist, wird das Relais i9 seine Kontaktglieder 23 wieder
schließen. Das bedeutet, daß die Regelvorrichtung 30 durch den Kreis von
der Leitung i über die Kontaktglieder 12 tuid 23, die Leitung 24, die Kontaktglieder
26, die Segmente 28 und 29, die Regelvorrichtung 30 uitd die Leitung 31 zur
Leitung 9 wieder mit Strom versorgt wird. Die Synchronisierung wird also wiederholt
und damit das erzielt, was im vorhergehenden als kesynchronisierung bezeichnet wurde.
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Fig.2 zeigt in einer schematischen Darstellung die Beziehungen der
Relaisbetriebscharakteristiken zu den verschiedenen Winkelstellungen des Läufers
bezüglich des Ständers. Zu diesem Zweck ist am Kopf der Fig. 2 ein Übersichtsplan
des Läufers und des Ständers gezeichnet und ihre verschiedenen Winkelpolstellungen
mit den Kurven am Fuße des Blattes verbunden, die die Betriebscharakteristik des
Relais darstellen. Die Ständerpole des Motors sind mit I) bezeichnet. Wenn ihre
Windungen mit 6o Hz Wechselstrom gespeist werden, wird ein elektrisch rotierendes
Feld erzeugt, das sich mit einer Geschwindigkeit von i2o Polen je Sekunde bewegt
und sich in Richtung des Pfeiles E dreht. Die Läuferpole bewegen sich in der gleichen
durch den Pfeil G bezeichneten Richtung wie das Ständerfeld. Der Übersichtlichkeit
wegen ist nur ein einziger Pol, ein Südpol F, vollständig gezeichnet, während der
Rest F' durch gestrichelte Linien angedeutet ist. Vorzugsweise soll der Motor synchron
laufen, d. lt. die Erregung des Feldes 48 in Fig. i soll dann einsetzen, wenn die
Läuferpole sich über einen Bereich von 114 bis i i9 Ständerpolen je Sekunde bewegen,
um so eine Synchronisierung mit geringster Netzstörung zu erzielen. Bei dieser Umlaufgeschwindigkeit
der Läuferpole tritt eine relative Umlaufgeschwindigkeit von 6 bis i Ständerpolen
je Sekunde auf, deren Richtung durch den Pfeil H angedeutet ist. Die strichpunktierten
Linien. die durch beide Teile der Figur gehen, sind radial durch die Ständerpole
gezogen und zeigen in ihrer augenblicklichen Lage den als Generatorwinkel bekannten
Winkelzwischenraum zwischen den Indizes -i8o° und o° bei 1 und den als Motorwinkel
bekannten, mit J bezeichneten Winkelzwischenraum von o° bis +iSo°. Als laufenderWinkel
kann dabei dieo°-Linie betrachtet werden. Die zur Aufbringung des Erregerfeldes
ungünstigen Winkelbereiche sind als schraffierte Flächen gezeichnet; ungünstig sind
sie deshalb, weil bei der Ständerstellung, bei der ein Läufersüdpol von links nach
rechts in der Figur läuft, im schraffierten Bereich der Läufersüdpol sich einem
gleichnamigen Ständerpol nähert. Wenn infolgedessen die Felderregung an diesem Punkt
einsetzt,
entsteht eine zurücktreibende Kraft, die das Insehrittkommen
der mechanischen Drehung des Läufers mit dem elektrischen Ständerdrehfeld eher hindert
als fördert. Die Bereiche zwischen den schraffierten Flächen können als für die
Felderregung günstig betrachtet werden, da sich ungleichnamige Pole einander nähern
und der Läufer unter diesen Bedingungen schnell mit dem Ständerfeld synchronisiert
wird. Der genaue Bereich, in dem die Felderregung mittels der Vorrichtungen nach
der Erfindung am günstigsten ist, ist durch ein schraffiertes Rechteck K bezeichnet.
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Wie aus den vorangegangenen Ausführungen erinnerlich ist, regelt das
Relais verschiedene Kreise und Kontaktvorrichtungen, die die Erregerverbindungen
für die Feldwicklung 48 bilden. Um die Einrichtungen für die Erregerverbindungen
geeignet steuern zu können, muß das Relais i9 so geregelt werden, daß es nur während
der günstigen Halbperiode arbeitet und nur wenn die Schlupffrequenz einen bestimmten
kleinsten Wert erreicht. Die Betriebscharakteristik des Relais i9, die eine solche
Wirkungsweise ermöglicht, ist im unteren Teil der Fig. 2 graphisch dargestellt,
wobei auf der Ordinate die Relaiszugkraft und auf der Abszisse die Zeit aufgetragen
ist. Der Bereich I_ auf der Abszisse ist der Zeitraum, in dem die Anordnung mittels
des Relais durch den Anfahrstrom in der Hauptleitung geregelt wird; der Bereich
M' stellt den Zeitraum dar, in dem die Anordnung als Funktion der Zeit durch die
Drehung des von einem Motor 30 konstanter Umlaufgeschwindigkeit gedrehten
Reglers C gesteuert wird; der Rest der Abszisse bis zu dem Punkt, wo sich die die
Summation der magnetomotorischen Kräfte im Relais darstellende Kurve S' und die
die Federspannung zeigende Kurve N berühren, stellt eine zusätzliche Zeitperiode
vor dem Einsetzen der Synchronisation dar. Die Relaisfederspannung (Kurv,e N') nimmt
jenseits des Synchronisierungszeitpunktes «-eiter ab und springt dann plötzlich
auf ihren ursprünglichen Wert zurück, weil die Kurvenscheibe 22 einen vollen Umlauf
durchgeführt hat und wieder in ihre in Fig. i gezeichnete Stellung zurückgekehrt
ist. Das plötzliche Ansteigen der Kurve S' bei S" kann durch ein Ansteigen des Netzstromes
verursacht worden sein, wie es beispielsweise bei einer plötzlichen Überlastung
des Motors auftritt. Die Überschneidung der Kurven .S" und .\"' bezeichnet dann
den Punkt, an dem das Relais wieder in Tätigkeit tritt.
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Wenn eine automatische Resynchronisierung nicht wünschenswert ist,
werden die verbundenen Schalter 14 und 61 in die gestrichelte Stellung gezogen,
wodurch das Anlaufen etwas anders vor sich geht: Nach der Betätigung des Hauptschalters
8 führt dessen eigener Haltestromkreis von der Leitung i über die Kontaktglieder
12, die Leitung 13, den Rückkontakt 102, die Leitung 103, die gestrichelt
gezeichnete automatische Auslösestellung des Schalters 14. die Spule 7 des Schalters
8 und über den Unterbrecher 9 zur Leitung io. Die verschiedenen Betriebsstufen sind
nun die gleichen wie vorher, und zwar bis zum Ende der zeitbegrenzten Beschleunigung,
das durch die Wirkung des Kontrollschalters oder des Relais 27 bestimmt ist. Wenn
dieser Schalter in Betrieb genommen wird, schaltet er die Kontaktglieder io4 parallel
zu den Kontaktgliedern io2. So wird durch ein späteres Öffnen der Kontaktglieder
io2 der Haltestromkreis für die Spulen des Hauptschalters 8 nicht unterbrochen.
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Nach erfolgter Synchronisierung und wenn die Regelsegmente wieder
in ihrer Nullstellung sind, ist der Haltestromkreis für die Spule 36 des Regelschalters
27 der gleiche, wie oben beschrieben, nur der Haltestromkreis für die Spule 55 des
Feldschalters 56 führt von der Leitung i über die Kontaktglieder 12, die Leitung
13, den Schalter 61 in seiner Auslösestellung, die Kontaktglieder 62 und die Spule
55 zur Leitung 37.
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Im Falle eines Außerschrittgeratens wird die Spule 36 stromlos,
die Kontaktglieder 104im Haltestromkreis der Spule 7 öffnen sich und, da die Kontaktglieder
102 noch offen sind, schaltet der Hauptschalter den Motor von den Leitungen i, io
und i i ab.
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Der Hauptschalter öffnet ebenfalls die Kontaktglieder 12 und 38 und
macht so die Spule 55 des Feldschalters stromlos. Damit wird auch das Feld 48 von
seinen Zuführungsleitungen 57 und 58 abgeschaltet.