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Österreichische PATENTSCHRIFT Na 16798. SIR W. G0 ARMSTRONG, WHITWORTH & Co. LIMITED
IN NEWCASTLE UPON TYNE.
Lufteinlassventil für Torpedo-Lancierrohre.
Der Gegenstand vorliegender Erfindung ist ein Ventil zum Einlassen komprimierter Luft in Torpedo-Lancierrohre, hinter das Torpedo, um den Ausstoss desselben zu bewirken.
Fig. 1 zeigt einen senkrechten Schnitt des Bodenstückes eines Torpedo-Lancierrohres mit dem Ventil und dem Ausstossmechanismus im Schnitt. Fig. 2 ist eine Hinteransicht, teilweise im Schnitt. Fig. 3 ist eine Unteransicht. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, ist das Gehäuse 1 des Ventils, welches den ganzen Mechanismus trägt, mit drei Stutzen 2, 3, 4 versehen, von denen der eine 2 dazu dient, denselben hinten am Torpedo-Lancierrohr zu befestigen, der zweite 3 zur Verbindung des Gehäuses mit einem nicht dargestellten Reservoir bestimmt ist, in welchen man vor jedem Ausstoss die zum anfänglichen Vortriebe des Torpedos dienende Luft aufspeichert. Der dritte Stutzen 4 endlich dient zum Anschluss
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Luft aus einem Kompressor beliebiger Art entnommen werden kann.
Im Innern des Gehäuses 1 gleitet mit geringer Reibung ein mit Ringen versehener Kolbon 6, welcher das Ventil 7 trägt. Um einen dichten Verschluss gegen die Öffnung des Torpedorohres 2 zu bewirken, ist das Ventil 7 mit einer ledernen Abdichtungsscheibe 8 versehen.
Der Kolben 6 steht unter dem Drucke einer Feder 9 und besitzt zwei Kanäle, von denen der eine 10 einen sehr kleinen Durchmesser hat, während der andere grössere mit einem Rückschlagventil versehen ist, welches unter dem Einflusse einer schwachen Feder steht.
Der Boden des Gehäuses 1 besitzt eine innere Hülse 12, in welcher ein senkrechter Kolben 13, der unter dem Einflusse einer Feder 14 steht und einen Sitz 15 hat, gleiten kann. Der untere feil des Kolbens 13 ist ausgehöhlt und bildet einen Zylinder 16, dessen Wände verschiedene Öffnungen 17 besitzen und dessen Boden mit einer Abschlussscheibe 18 aus Leder versehen ist. In diesem Zylinder ist eine Stange 19 mit leichter Reibung beweglich, welche hohl ist und deren Ende auf die genannte Ledorscheibe drückt. Wie aus der Zeichnung ersichtlich, befindet sich zwischen der Stange und dem dieselbe umgebenden Zylinder ein ringförmiger Raum.
Die hohle Stange 1. 9 ist im Gehäuse 1 mittelst Lederstulp 20 und Stopfbüchse 21 dicht geführt. Die Stange ist an ihrem unteren Teile mittelst zweier Gelenke 22 an einem Stück. 23 befestigt, welches um den Punkt 24 schwingen kann und beständig in einem be- stimmten Sinne von zwei Federn, 35 beeinflusst wird. Dieses Stück 23 wird durch eine Sperrklinko 26 gesperrt, welche in unmittelbarer Nähe zweier Elektromagnete 27 an- geordnet ist.
Die Wirkungsweise des vorbeschriebenen Mechanismus ist folgende : Nach dem Aus- stoss eines Torpedos wird das Stück 23 in die Stellung zurückgeführt, welche dasselbe in
Fig. 1 einnimmt, u. zw. entgegen der Wirkung der Federn 25, und wird in dieser Stellung durch die Sperrklinke 26 gehalten. Die drei Achsen 24 :, 28 und 29 befinden sich alsdann in einer Geraden, welche die Verlängerung der Achse der stange 19 bildet, wodurch diese letztere keine Bewegung erhalten kann. Wird der Hahn 5 geöffnet, so strömt die kom- primierte Luft hinter den Kolben 6, wodurch die Scheibe 8 gegen Sitz 30 gedrückt und hiedurch die Verbindung mit dem Stutzen, 3 aufgehoben wird.
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- Die Öffnungen 17 des Zylinders 16 werden von der Hülse 12 bedeckt uud die Ab- dichtungsscheibe 18 wird ausserdem von der Feder 14 gegen das Ende der Stange 19 gedrückt. Infolgedessen kann die Luft nur nach Betätigung des Ventils 11 entweichen. Sie strömt in das Reservoir durch den Stutzen 3 ; sobald der Druck in diesem Reservoir gleich dem Drucke der komprimierten Luft wird, schliesst sich das Ventil 11. Da die
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als die rechte, so wird das Ventil infolge des Druckunterschiedes auf beiden Kolbenseite stets gegen den Sitz 30 anliegen.
In dem übrigens wenig wahrscheinlichen Falle, als ein geringes Entweichen von Luft nach Abschluss des Hahnes 5 hinter den Kolben 6 stattfinden sollte, würde eine gewisse Menge Luft durch das Kapillarrohr 10 austreten, um den Druck auf beiden Seiten des Kolbens 6 gleich zu erhalten.
Um den Ausstoss des Torpedos zu bewirken, wird ein elektrischer Strom durch die Elektromagnete 27 geschickt. Die Sperrklinke 26 wird dadurch angezogen und das freigegebene Stück 23 wird unter dem Einflusse der Federn 25 eine Schwingung ausführen und einen Abwärtsgang der Stange 19 veranlassen.
Der Kolben 13, welcher von der Feder 14 betätigt wird, wird ebenfalls nach abwärts gehen, bis sein Sitz 15 von dem oberen Rande der Hülse 12. aufgehalten wird. In diesem Augenblicke haben die Öffnungen 17 den unteren Rand der Hülse 12 überschritten und die Stange 19, welche fortfährt, sich nach unten zu bewegen, kommt von dem Boden des Zylinders 16 frei. Die geringe Menge komprimierter Luft, welche hinter dem Kolben 6 eingeschlossen ist, wird daher mit Gewalt in die Luft ausströmen, u. zw. durch die Öffnungen 17 und durch die hohle Stange 19.
Infolge der Druckverminderung wird der Kolben durch den Druck der in dem Reservoir enthaltenen Luft schnell zurückgestossen, der Stutzen 2 wird durch den Rücktritt der Scheibe 8 geöffnet und die gesamte komprimierte Luft tritt durch den Stutzen 2 in das Torpedo-Lancierrohr und stösst das Torpedo aus demselben heraus.
Es können lederne Ptiffer 31 vorgesehen sein, um den Rückstoss des Kolbens 6 zu mildern.
Obwohl die Vorrichtung in Anwendung auf Torpedo-Lancierrohre beschrieben wurde, so ist es klar, dass dieselbe auch in vielen anderen Fällen Verwendung finden kann, in welchen man eine gewisse Menge komprimierter Luft, welche in einem Reservoir aufgespeichert ist, mittelst eines einzigen Ventils auszulassen beabsichtigt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Lufteinlassventil für Torpedo-Lancierrohre, gekennzeichnet durch ein Gehäuse (1), in dem sich ein Kolben (6) verschieben kann, auf dessen einer Seite eine Pressluftleitung (4), auf dessen anderer Seite ein Reservoir (3) und das Lancierrohr (2) in das Gehäuse münden und der ein Ventil (7) trägt, durch welches das Lancierrohr (2) von dem Reservoir (3) abgeschlossen werden kann, während der mit der Pressluftleitung verbundene Raum des Gehäuses einerseits durch ein Rückschlagventil ) im Kolben (6) mit dem Reservoir und andererseits durch eine Ventilvorrichtung mit der Aussenluft in Verbindung gesetzt werden kann, so dass,
wenn durch die Leitung (4) Pressluft in das Gehäuse eingelassen wird, diese das Lancierrohr vermittelst des Ventils (7) abschliesst und durch das Rückschlag- ventil (11) in das Reservoir (tus) strömt, dagegen, wenn durch die Ventilvorrichtung der mit der Pressluftleitung (4) verbundene Raum des Gehäuses mit der Aussenluft in Ver- bindung gesetzt wird, die im Reservoir (3) befindliche Pressluft das Ventil (7) von seinem
Sitz (30) abhebt, in das Lancierrohr (2) strömt und das Torpedo aus demselben herausstösst.