AT167632B - Verfahren zur Herstellung einer pastenartigen Mischung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer pastenartigen MischungInfo
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Herstellung einer pastenartigen Mischung Gegenstand vorliegender Erfindung bildet ein Verfahren zur Herstellung einer pastenartigen Mischung für medizinische Zwecke, die auf die Haut aufgelegt wird. Gemäss diesem Verfahren wird Torf, z. B. der in den Torfmooren des Landes Salzburg vorkommende Fasertorf, aber auch Specktorf, nach Vorzerkleinerung und nach Entfernung der groben Anteile, in Gegenwart jodhaltiger Flüssigkeiten natürlichen oder künstlichen Ursprungs, z. B. von Haller Jodwasser, feinstzerkleinert. Diese Zerkleinerung kann z. B. in einem Papierholländer vorgenommen werden und so lange fortgesetzt werden, bis der in der Papierfabrikation bekannte Zustand des"Totmahlens"erreicht ist. An Stelle eines Papierholländers, der vor allem zur Verarbeitung faserreicher Torfarten geeignet ist, kann zur Zerkleinerung von älteren, schwarzbraunen, speckigen Torfmassen in Gegenwart von Jodwasser eine Kugelmühle oder eine Stabmühle verwendet werden. In die im Papierholländer oder in der Kugelmühle erhaltenen Suspensionen werden erfindungsgemäss in trockenem Zustand feinstgemahlene Gerbstoffe enthaltende Materialien, z. B. Gerbrinden, wie Eichen-oder Fichtenrinde, und trockener feinstgemahlener Torf eingebracht, bis die gewünschte Pastenkonsistenz erreicht ist. Die Trockenzerkleinerung des Gerbstoffmaterials und des Torfes kann in Schlagkreuzmühlen oder in Kugelmühlen vorgenommen werden. Die so erhaltene Paste kann in Form eines Umschlages auf die Haut der zu behandelnden Körperteile, z. B. auf den Hals, aufgebracht und längere oder kürzere Zeit darauf belassen werden. Die erfindungsgemässe Paste soll z. B. bei der Behandlung der Schilddrüse kalt angewendet werden ; bei anderen Körperteilen lässt sich aber die Wirkung der Paste durch Wärme unterstützen, indem die z. B. auf ein feuchtes Tuch aufgetragene und so auf den Körper aufgelegte Paste mit einem Thermophor oder mit einer wasserundurchlässigen Schicht, z. B. Billrothbattist, bedeckt und dadurch eine feuchtwarme Dunstschicht an dem behandelten Körperteil geschaffen wird. Durch einen Zusatz von Schwefel kann die Beständigkeit und Heilwirkung der erfindungsgemässen Paste erhöht werden, insbesondere dann, wenn der Schwefel äusserst fein verteilt ist, also z. B. aus Schwefeldioxyd und Schwefelwasserstoff in Gegenwart der beim Vermahlen des Torfes freigelegten Huminverbindungen gebildet worden ist. Aber auch durch Vermahlen von Schwefel mit den Gerbstoff enthaltenden Produkten und/oder dem Torf, z. B. in der Kugelmühle, wobei Tannin und/oder die Huminverbindungen stabilisierend wirken, kann der Schwefel in entsprechend feiner Verteilung erhalten werden. Bei Verarbeitung von Torf, der alkalisch reagiert, kann man im Bedarfsfalle der Mischung durch Zusatz geringer Säuremengen, z. B. von Ameisensäure oder Milchsäure, zum Torf eine schwach saure Reaktion verleihen. Zur Herstellung der erfindungsgemässen Paste werden z. B. 50-100 lufttrockner, vorzerkleinerter und z. B. durch Absieben von groben Anteilen befreiter Torf, mit 400-500 cm3 Haller Jodwasser oder einer durch Auflösen von Jodsalzen in Wasser erhaltenen Flüssigkeit, deren Jodgehalt natürlichen Jodwässern entspricht, in einer Kugelmühle längere Zeit, z. B. 10-20 Stunden möglichst weitgehend zerkleinert, bis eine dünnflüssige Suspension entsteht. Bei der Herstellung im grossen und bei Anwendung eines Papierholländers wird das vorgenannte Verhältnis zwischen Torf und Jodwasser im wesentlichen beibehalten, die Mengen aber dem Fassungsraum der Zerkleinerungsvorrichtung entsprechend angepasst. In die dünnflüssige Suspension werden dann 30-60 trockene, feinstgepulverte Eichenoder Fichtenrinde eingetragen, innig gemischt und im Bedarfsfalle noch so viel trockenes Torfpulver zugesetzt, bis die gewünschte Pastenkonsistenz erreicht ist. Die Trockenzerkleinerung der Gerbrinden oder des gerbstoffhaltigen Materials kann in einer Schlagkreuzmühle oder in einer Kugelmühle vorgenommen werden. Zur Herstellung schwefelhaltiger Pasten werden z. B. 2-12 Schwefel- EMI1.1 der jodhaltigen Torfsuspension vermischt. Dadurch können Produkte erhalten werden, deren Schwefelgehalt etwa zwischen 0-4-2% liegt. Falls der Schwefel nur mit Torfpulver vermahlen wird, so sind der jodhaltigen Torfsuspension ausserdem noch entsprechende Mengen Gerbstoffpulver zu- <Desc/Clms Page number 2> EMI2.1
Claims (1)
- 2. Abänderung des Verfahrens nach An- spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischung noch Schwefel in feinstverteiltem, ins- besondere kolloidalem Zustand einverleibt wird. 3. Ausführungsform des Verfahrens nach Anspruch 1, bei welchem die Nasszerkleinerung des Torfes in einem Papierholländer vorgenommen wird, dadurch gekennzeichnet, dass die in Gegenwart jodhaltiger wässriger Flüssigkeiten, z. B. Haller Jodwasser, erfolgende Zerkleinerung so weit fortgesetzt wird, bis der Torf den an sich bekannten Zustand des Totmahlens erreicht hat, worauf dann dieser dünnflüssigen homogenen Mischung die durch Stampfen oder Schlagen z. B. in Stabmühlen oder Kugelmühlen zerkleinerten, gerbstoffhaltigen Stoffe, wie Eichenrinde und zerkleinerter Torf, zugesetzt werden.4. Ausführungsform der Verfahren nach Ansprüchen 2 und 3, wobei der Schwefel aus Schwefelwasserstoff und Schwefeldioxyd in Gegenwart von Schutzkolloiden gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass als Schutzkolloide die beim Vermahlen des Torfes im Papierholländer freigelegten Huminverbindungen dienen.5. Ausführungsform der Verfahren nach Ansprüchen 2 und 3, wobei der feinverteilte Schwefel durch Vermahlen erhalten wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwefel in Gegenwart gerbstoffhaltiger Stoffe und/oder von Torf in Kugel- mühlen so zerkleinert wird, dass Tannin und/oder Huminverbindungen als Schutzstoffe wirken.
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