<Desc/Clms Page number 1>
Österreichische PATENTSCHRIFT ? 16721. ADALBERT KURZWERNHART IN ZUCKMANTEL BEI TEPLITZ (BÖHMEN).
EMI1.1
Beim Umsteuern des Gas-und Luftstromes bei Siemens-Öfen. entstehen Verluste an Brenngas dadurch, dass während der Zeit des Umsteuerns Gas aus der Gasleitung durch din Gasmsteuerklappe oder das diese Umsteuerklappe vertretende Organ in den Rauchkanal entweicht und ganz besonders dadurch, dass nach vollzogener Umsteuerung der ganze Inhalt einer Gasregcneratorkammer sich in den Rauchkanal entleert und dadurch nutzlos verloren
EMI1.2
reversierklappe, r der Rauchkanal. Die Kammer 1 ist mit Luft, die Kammer 77 mit Gas. die Kammer III und 71"mit den Verbrennungsgasen (Kohlensäure) gefüllt.
Werden die Reversierklappen umgestellt, so dass sie in jene Lage kommen, die in
EMI1.3
befindliche Kohlensäure in den über den Regeneratorkammern befindlichen Ofen und durch denselben in die Kammern 1 und II getrieben. Hiedurch entweicht die in der Kammer 1 bcindliche Luft in den Rauchkanal. Ebenso entleert sich auch, wie früher bemerkt, der
EMI1.4
In jeder Zwischenstellung der Reversierklappe zwischen den Stellungen in Fig. 1 und 2 ist eine unmittelbare Verbindung zwischen der Gasleitung 9 und dem Rauchkanal r hergestellt.
In allen solchen Zwischenstellungon wird also das Gas nicht erst in den Ofen gehen, sondern den viel kürzeren Weg unmittelbar in den Rauchkanal einschlagen, wodurch während der Operation des Umsteuerns selbst Gas aus der Gasleitung in den Rauchkanal entweicht und unbenutzt verloren geht.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, welches den Zweck hat, beide Arten
EMI1.5
ist aus den Fig. 3 bis 10 ersichtlich ; dieselbe besteht darin, dass möglichst nahe an der Gasreversierklappe sowohl ein Gasabsperrorgan, als auch ein Luftoinlassorgan angebracht ist.
In Fig. 3, welche einen vertikalen Querschnitt durch die stehend gedachte Gasreversierklappe R darstellt, ist V das Gasreguliervontil, welches nur den Zweck hat, die
EMI1.6
soll, zu regulieren oder das Gas bei Betriebseinstellung ganz abzusperren ; dieses Ventil hat mit der vorliegenden Einrichtung nichts zu tun und ist nur der besseren Übersicht und des Zusammenhanges wegen hier dargestellt. An die Gasreversiorvorrichtung R (Fig. 3) schliesst ein Stutzen an, welcher in dem oberen Teile die Drosselklappe d und im unteren Teile einen Seitenstutzen enthält, der mit einer zum Einlassen von Luft dienenaen Seitenklappe s endigt.
In Fig. 3 ist die Drosselklappe d offen und die Seitenklappe s geschlossen
EMI1.7
Stelle befinden kann, nach abwärts durch die Drosselklappe d, die Reversierklappe R und den Kanal k in die Gaskammer 11 (Fig. 1).
<Desc/Clms Page number 2>
Um nun beim Reversieren die vorgenannten zwei Gasverluste zu vermeiden, wird wie folgt verfahren : Unmittelbar bevor man reversieren will, wird zuerst die Drosselklappe d geschlossen und gleich unmittelbar darauf die Seitenklappe 8 geöffnet, 80 dass diese Organe die in Fig. 4 ersichtliche Stellung einnehmen. Hiedurch ist das Gas vollkommen abgesperrt, wogegen bei der Seitenklappe s Luft einströmt und das im Kanal le und in der Kammer Il (Fig. 1) befindliche Gas in den Ofen drängt, woselbst es mit der aus Kammer I in gewöhnlicher Art nach aufwärts strömenden Luft zusammentrifft und nutzbar verbrennt. Das Schliessen des Gaszulasses vor dem Reversieren ist an sich bereits bekannt.
Sobald man durch Auslöschen der Flamme im Ofen wahrnimmt, dass alles Gas heraufgekommen und verbrannt ist, wird die Seitenklappe 8 geschlossen, dann werden beide Reversierklappen R und L (Fig. 1) umgesteuert, d. h. in die in Fig. 2 ersichtliche Lage gebracht und erst jetzt wird die Gasdrosselklappe d wieder geöffnet. In dem Momente des Erlöschen der Flamme im Ofen ist auch die Kammer 11 statt, wie es sonst der Fall wäre, mit Gas, nur mit Luft gefüllt.
Alle anderen Kammern haben den auch sonst vor dem Reversieren vorhandenen, in Fig. l angegebenen Inhalt, daher sich der weitere Verlauf des Heizens bezw. der Verbrennung nach dem Reversieren ganz genau so vollzieht, wie es auch sonst, d. h. ohne diese Einrichtung immer der Fall war ; der Unterschied ist nur der, dass sich aus Kammer 77 die darin befindliche Luft in den Rauchkanal l'entleert, während sonst ein gleiches Volumen Gas verloren gegangen wäre und ausserdem jenes Gas, welches dem Volumen des Gaszuführungskanales k (Fig. 1) entspricht. Auch der Verlust durch unmittelbares Entweichen von Gas aus der Leitung während des Umsteuerns ist vollständig vermieden.
Es kommt nicht darauf an, dass das Gasabsperrorgan gerade eine Drosselklappe oder das Lufteinlassorgan gerade ein Klappenventil ist und die Anordnung gerade so ist, wie dies die Fig. 3 darstellt. Diese Einlass-bezw. Absperrorgane können vielmehr in irgendeiner anderen Art konstruiert sein, es können auch Tellerventile, Glocken, Hähne oder irgendeine beliebige Art von Absperrventilen benützt werden. Wichtig ist nur, dass sie tunlichst nahe an der Gasreversierklappe oder dem eine solche Klappe sonst vertretenden Gasumsteuerungsorgane sich befinden, weil sonst Gelegenheit zu Explosionen gegeben werden könnte.
Beispiele verschiedener Absperrorgane und verschiedener Anordnung derselben sind nachfolgend ersichtlich gemacht : In Fig. 5 ist V das Gaseinlassventil (welches aber, wie schon bemerkt, auch an einer anderen Stelle der Leitung angeordnet sein kann), d die Drosselklappe, s die Lufteinlassklappe, R das Gasumsteuerungsorgan (Kreuzklappe, Glocke oder irgendeines der in Anwendung stehenden Umsteuerungsorgane). In Fig. 6 ist z. B. die Gasdrosselklappe durch ein Tellerventil t vertreten. Bei dieser Anordnung kann eventuell dieses Tellerventil zugleich auch als Gasregulierventil benützt werden, wodurch das in den früheren Figuren vorkommende Gasregulierventil V entfallen kann. Die beiden wesentlich notwendigen Organe, Gasabsperrorgan und Lufteinlassorgan, können aber auch in einem einzigen Organ vereinigt sein, wie z. B. in Fig. 7 und Fig. 8.
In Fig. 7 wird diese zweifache Leistung durch die Wechselklappe d erreicht ; dieselbe bedarf zur Erreichung des Zweckes keiner weiteren seitlichen Lufteinlassklappe und die beim Umsteuern nötigen Operationen werden noch einfacher. Fig. 7 zeigt den Stand der Klappe d beim gewöhnlichen Heizen ; unmittelbar vor dem Reversieren wird dieselbe in die Lage der Fig. 8 gebracht, wodurch das Gas abgesperrt wird und in der früher geschilderten Weise Luft einströmt. Den gleichen Zweck erreicht der in Fig. 9 und 10 abgebildete Dreiweghahn, dessen Wirkungsweise keiner weiteren Erklärung bedarf.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Vermeidung von Gasverlusten bei Siemens-Regenerativöfen, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Reversieren das in der einen Regeneratorkammer und dem zugehörigen Gaszuleitungskanal befindliche Gas durch Luft, welcher durch eine seitliche Öffnung ein Weg zum Einströmen geboten wird, in den Ofen hineingedrängt wird, zum Zwecke, das Gas durch Verbrennen nutzbar zu machen.