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Optischer Belichtungsmesser für photographische Zwecke
Für photographische Zwecke sind hauptsächlich Belichtungsmesser elektrischer und optischer Art in Verwendung, wobei die letzteren eingeteilt werden können in solche, die Dunkeladaption des Auges erfordern, und solche, die mit dem auf die Helligkeit der Umgebung adaptierten Auge zu messen gestatten. Jede dieser Arten hat ihre Vor-und Nachteile : Die elektrischen Belichtungsmesser haben den Vorteil, dass sie von subjektiven
Fehlern des Benützers ziemlich frei sind, und die
Nachteile, dass sie verhältnismässig teuer sind, bei grosser Helligkeit ungenau messen und bei geringer Helligkeit überhaupt nicht ansprechen.
Ausserdem ermüden die Selenzellen mit der Zeit und ergeben dann ein falsches Messresultat. Um auch bei geringer Helligkeit noch Messungen zu gestatten, hat z. B. der Elektro-Bewi einen-aller- dings sehr primitiven-optischen Belichtungs- messer eingebaut. Die optischen Belichtungs- messer mit Dunkeladaption ergeben ein subjek- tives und je nach der Dauer der Adaption ver- schiedenes Resultat. Die optischen Belichtungs- messer ohne Dunkeladaption erfordern die Ein- führung von Adaptionszeichen (auch Helligkeit-,
Wettersymbole, Ablesezeiger usw. genannt), die meist dadurch, dass sie weit auseinanderliegen, kein genaues Messen ermöglichen, ganz abgesehen davon, dass dann durch Wahl eines falschen
Adaptionszeichens Fehler entstehen können.
Bei ihnen ist ausserdem, falls eine Einstellung der Schichtempfindlichkeit überhaupt möglich ist, diese bei jedem Messvorgang neuerlich zu berück- sichtigen, so dass jedesmal zwei Einstellungen notwendig sind. So ist beim Belichtungsmesser nach dem System Lange (deutsches Reichspatent
Nr. 696244) bei jeder Messung zuerst die Schicht- empfindlichkeitsskala auf das entsprechende
Zeichen für das Lichtverhältnis einzustellen und nachher die Messung vorzunehmen. Beim Be- lichtungsmesser"Leudi"ist die Schichtemp- findlichkeit nicht einstellbar.
Während Lange keine Adaptionssymbole, sondern Symbole für die verschiedenen Aufnahmegegenstände ver- wendet, wodurch das Messgerät teilweise in eine Tabelle verwandelt wird, hat der Belichtung- messer Leudi"fünf Adaptionszeichen, die meist um zwei bis drei Stufen auseinandergezogen sind, woraus sich die P ngenauigkeit des Messresultates von selbst ergibt. Auch die in diesen Belichtungs- messern verwendeten Graukeile sind in keiner exakten Relation zu den Belichtungszeiten oder zur Blendenreihe, sondern sind mehr oder weniger willkürlich abgestuft. Beim Belichtungsmesser nach Tönnies (deutsches Reichspatent Nr. 528636) wird versucht, in der Lichtabsorptionsblende die
Adaptionssymbole durch progressive Abstufung des Graukeiles zu vermeiden, was sich in der
Praxis nicht bewährt hat.
Ausserdem gibt Tönnies keine genaue Abstufung an.
Die durch die gegenständliche Erfindung zu lösende Aufgabe besteht darin, einen billigen
Belichtungsmesser zu schaffen, der eine Ein- stellung der Schichtempfindlichkeit im vorhinein und damit das Messen mit einem Griff gestattet, ein möglichst genaues Messresultat gewährleistet und auch bei geringer Helligkeit noch Messungen zulässt, wo andere Belichtungsmesser längst nicht mehr ansprechen.
Gegenstand der Erin, long ist ein optischer
Belichtungsmesser, bei dem keine Dunkeladaption des messenden Auges erforderlich ist. In dem
Gehäuse des Gerätes sind Fenster, durch die ein Raster oder sonstige Zeichnungen, die durch einen Graukeil stufenweise verdunkelt und da- durch von Stufe zu Stufe immer schwerer erkennbar sind, betrachtet werden können.
Der Belichtungsmesser nach der Erfindung ist als Drehschieber konstruiert, bei dem auf dem
Gehäuse koaxial zwei Scheiben angebracht sind.
Auf dem Ring der äusseren Scheibe sind aussen die Adaptionszeichen und innen die Skala der
Belichtungszeiten (oder Blendenöffnungen), auf der kleineren Scheibe die Skala der Blenden- öffnungen (oder Belichtungszeiten) sowie ein
Ausschnitt, ein Zeiger oder eine Skala, womit die Schichtempfindlichkeiten eingestellt werden können, al1geolJnet. Durch diese Konstruktion ist es möglich, das Gerät auf die Schicht- empfindlichkeit des in der Kamera befindlichen
Films im vorhinein einzustellen und bloss durch
Einstellen der äusseren Scheibe mit einem Griff zu messen, worauf man ohne Wenden des
Instrumentes, also von vorne, bereits das Er- gebnis ablesen kann. Die Felder des Graukeils sind abgestuft derart, dass das jeweils dichtere
Feld die halbe Lichtmenge des vorhergehenden .
Feldes durchlässt. Dadurch entspricht diese
Abstufung den üblichen Stufen der Blenden-
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öffnungen und durch diese exakte Relation ist die Genauigkeit des Messergebnisses gefördert. Sie ist ausserdem so kontrastreich, dass sie bei allen Lichtverhältnissen deutlich unterschieden werden kann. Den gleichen Zweck verfolgt eine ähnliche Abstufung der Adaptionssymbole. Als Fortsetzung der Graukeilstufen sind auch noch Felder ohne Graukeil aber mit allmählich vergröbertem Raster vorgesehen. Dadurch ist es möglich, auch noch bei geringer Helligkeit zu messen.
Für die Abstufung dieses Rasters gelten folgende Überlegungen : Bei einer angenommenen Seitenlänge der Quadrate von s mu und einer Entfernung der Augen vom Messgerät von 25 cm werden die einzelnen Quadrate in einem Sehwinkel von ungefähr 4' gesehen. Hier findet das Riccosche Gesetz Anwendung, wonach das Produkt aus Schwellenleuchtdichte und scheinbarem Durchmesser bzw.
Gesichtswinkel zur Potenz 1-45 für das Hellauge bzw. 2-0 für das Dunkelauge konstant ist. Da es sich beim Messen in dunklen Räumen meist um ein Zwischenstadium zwischen Hell-und
Dunkelauge handelt, sind vorerst die Flächen der Quadrate nicht ganz doppelt so gross zu nehmen.
Bei einem Gesichtswinkel von 1 bis 70 gilt das
Pipersche Gesetz, wonach beim Dunkelauge das Produkt aus Leuchtdichte und Gesichtswinkel konstant ist. Da die weitere Vergröberung des Rasters sich nur dem Piperbereich nähert, gilt hier eine Abstufung, die nur durch Versuche festgestellt werden kann.
Fig. 1 stellt in Draufsicht den Belichtungs- messer mit gerader Anordnung der Fenster dar,
Fig. 2 eine andere Ausführungsform desselben, wobei die grössere Scheibe, welche gleich der in
Fig. 1 zu denken ist, weggelassen ist.
Der in Fig. 1 veranschaulichte Belichtungs- messer besteht aus dem Gehäuse A, der Dreh- scheibe B, der Drehscheibe C, der Festscheibe D, der Niete E, zwei. Federnscheiben, einem Raster und einem Graukeil. Das Gehäuse hat längs des oberen Randes 13 Fenster, in denen der
Raster durch einen davor befindlichen Graukeil betrachtet werden kann. Der obere Rand des
Gehäuses weist einen Spalt auf, in den Raster und Graukeil eingeschoben sind. Von den einzelnen Fenstern führen Weisungslinien zur
Scheibe B. Diese trägt aussen die Adaptions- zeichen und innen die Skala der Belichtungszeiten.
Die Scheibe C trägt die Blendenöffnungsskala und hat einen kreissegmentartigen Ausschnitt, durch den die mit einer Schichtempfmdlichkeitsskala versehene Festscheibe D zum Teil sichtbar wird.
Der Raster ist schachbrettartig, wobei die schwarzen Felder lichtundurchlässig, die weissen vollkommen lichtdurchlässig sind. Die Seiten- länge der einzelnen Quadrate beträgt g tNW für die ersten neun Felder (von links gerechnet) und steigt in den weiteren vier Fenstern derart, dass sie im zehnten Fenster etwas über 0-4 mm, im elften
Fenster über 0, 6 mm, im zwölften bei 1 mm und im dreizehnten ungefähr 15 mm beträgt. Der Graukeil beginnt beim sechsten Fenster, wo er 50""des Lich- tes durchlässt, und seine Lichtabsorption steigt nach links derart an, dass das jeweils folgende Feld die halbe Lichtmenge des vorhergehenden Feldes durchlässt. Zwischen Gehäuse und der Scheibe B sowie zwischen den Scheiben D und C ist je ein federnder Ring eingelegt.
Fig. 2 zeigt den Gegenstand der Erfindung in fast kreisrunder Form. Die Fenster mit den Graukeil-Rasterstufen sind längs des Ringes in einem unten offenen Kreis angeordnet, so dass die Weisungslinien entfallen. Das Rastermuster ist statt schachbrettartig, aus konzentrischen Kreisen gebildet. Es sind 15 Fenster, von denen fünf ein gröberes Muster aufweisen. Die Blendenscheibe ist unten mit einer Schichtempfindlichkeitsskala versehen und lässt durch einen Ausschnitt einen auf der Festscheibe befindlichen Einstellpfeil sehen. An Stelle der Niete ist eine Schraube.
Vorteile der Ausführung nach Fig. 1 sind die leichtere Herstellung eines geraden Rasters und insbesondere eines Graukeils : sowie die Möglichkeit, diesen Belichtungsmesser mit einem neuartigen Entfernungsmesser zu kombinieren, welcher aber nicht Gegenstand dieses Patentes ist.
Vorteile der Ausführung nach Fig. 2 sind die Möglichkeit, bei kleinerem Ausmass des Gerätes eine grössere Anzahl von Graukeil-Rasterfenstern anzubringen und, infolge Wegfallens der Weisungs- linien, ein noch rascheres Messen.
Der Messvorgang ist folgender : Zuerst dreht man die Blendenscheibe so lange, bis der Pfeil auf die richtige Filmempfindlichkeitszahl zeigt, und lässt nun diese Einstellung, so lange Filme dieser Empfindlichkeit verwendet werden. Vor einer Aufnahme sucht man in der meist rückwärts am Gerät angebrachten Aufstellung das richtige
Adaptionszeichen, was jedoch nach einiger Übung nicht mehr notwendig sein wird. Nun hält man den Belichtungsmesser mit den Fenstern zwischen das Aufnahmeobjekt und die Augen (Abstand
Augen-Belichtungsmesser etwa 25 cm) und sucht jenes Fenster, in dem der Raster gerade noch deutlich erkennbar ist. Dann dreht man die grössere Scheibe so lange, bis das richtige Adap- tionszeichen sich gegenüber diesem Fenster befindet.
Jetzt kann bei jeder Blendenöffnung die richtige Belichtungszeit abgelesen werden und umgekehrt.
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