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Vorrichtung zum Zeichnen von Perspektiven
Gegenstand der Erfindung ist ein Apparat zum Zeichnen von Perspektiven, be welchem zwei oder mehrere, zueinander meist senkrecht stehende, mit Liniennetzen gleich grosser Quadrate versehene Ebenen von einer punktförmigen Lichtquelle auf eine Zeichenebene projiziert werden und ein Bild in der Art perspektivischen Millimeterpapieres geben, welches wie ein Perspektivraster als Unterlage für ein vereinfachtes Zeichnen von Schaubildern verwendet werden kann.
Ähnliche Erfindungen die einen Raster zum Perspektivenzeichnen z. B. auf photographischem Wege herstellen, haben den Nachteil, dass vor dem Zeichnen des Schaubildes erst dieser Raster durch ein zeitraubendes Verfahren hergestellt werden muss, um als Unterlagsblat : verwendet werden zu können, ferner, dander Raster nur für einen bestimmten Annahmefall zu gebrauchen ist. Andere Erfindungen zum vereinfachten Zeichnen von Perspektiven, wie Perspektivschienen und Perspektivlineale, dienen nur erleichternd bei der Konstruktion von einzelnen Bildpunkten und erfordern eine höhere Kenntnis der Lehren der darstellenden Geometrie. Apparate, die mit Winkelspiegeln arbeiten, wie z.
B. die Camera lucida, erfordern als Vorarbeit das Zeichnen des darzustellenden Gegenstandes in mindestens zwei seiner Risse in orthogonaler Projektion. Dann erst können einzelne Punkte in Perspektive gesetzt werden, wobei die Bilder von Punkten, die nicht in einer der Projektionsebenen liegen, erst auf kompliziertem Wege gefunden werden können. Keine ähnliche Zeichenmaschine aber, und darin liegt auch ein Vorteil vorliegender Erfindung, bietet dem Zeichner im vorhinein einen Überblick über Distanz, Lage der Fluchtpunkte usw., noch ehe er mit der Zeichnung beginnt, wie diese Vorrichtung durch ihr Rasterbild.
Die Vorrichtung besteht aus einer Milchglasplatte, die als Zeichenunterlage für durchscheinendes Zeichenpapier dient. Unter dem Zeichentisch befindet sich in einer Entfernung von etwa einem Meter eine Lichtquelle, die ihre Strahlen gegen die Unterseite der Zeichenplatte wirft. Zwischen Lichtpunkt und Glasplatte befindet sich eine bewegliche Vorrichtung mit zwei oder mehreren, meist drei, vorzugsweise senkrecht zueinander stehenden Ebenen, die mit einem Netz quadratischer Teilung versehen sind. Diese drei Netze werfen auf die Unterseite der
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Geoiü'rie, nach ailgemein bekannten Regeln des Perspektivzeichnens können Punkte in schaubildlicher Darstellung ohne umständliche Konstruktionen von Hilfspunkten, wie z. B. von Distanz-, Teilung-und Fluchtpunkten eingetragen werden.
Durch Änderung der örtlichen Lage der allseits beweglich angebrachten Vorrichtung mit den drei mit Liniennetzen quadratischer Teilung versehenen Ebenen, kann das Projektionsbild der Liniennetze nach Belieben variiert werden.
Die Vorrichtung zum Zeichnen von Perspektiven ist in Fig. 1, das anwendbare Verfahren mit Beispiel auf einem Projektionsbild von Liniennetzen quadratischer Teilung in Fig. 2 dargestellt.
In Fig. l ist die Gesamteinrichtung des Apparates im Schaubild schematisch dargestellt. 1 ist eine Milchglasplatte in Holzrahmen als Zeichenunterlage für das aufzulegende, durchscheinende Zeichenpapier. 2 ist die punktförmige Lichtquelle, die ihre Strahlen 3 a. 3 b, 3 c, 3 d, 3 e gegen die Unterseite der Glasplatte 1 wirft. Zwischen Glasplatte und Lichtquelle befindet sich eine Vorrichtung 4, die aus mehreren, in der Figur beispielsweise aus drei, zueinander senkrecht stehenden Ebenen 5, 6, 7 besteht.
Die Ebenen 5, 6, 7 sind mit Liniennetzen, die gleichgrosse Quadrate bilden, versehen. Die Schatten der Netze werden auf die Unterseite der Glasplatte 1 geworfen und erzeugen dort das Bild eines Perspektivrasters. Durch die Vorrichtung 8 können die drei Ebenen 5, 6, 7 gedreht, durch die Vorrichtung 9 können sie geschwenkt, durch die Vorrichtung 10 können sie verschoben werden. Durch die Vorrichtung 11 kann die örtliche Lage der Lichtquelle 2 verändert werden.
In Fig. 2 ist beispielsweise das Projektionsbild der drei zueinander senkrecht stehenden, mit Liniennetzen gleichgrosser Quadrate versehenen Ebenen, wie sie auf der Milchglasplatte projiziert erscheinen, dargestellt. Der Teil I des Bildes kann z. B. als Grundriss-, der Teil II als Aufriss-
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und der Teil III als Seitenrissebene aufgefasst werden. In der Fig. 2 ist ferner das Bild eines architektonischen Gegenstandes eingetragen. Der Punkt u kann als Ursprung, die Geraden X, Y, Z als Achsen eines Koordinatensystems angenommen werden, in welches die einzelnen Punkte des zu zeichnenden Gegenstandes eingeordnet werden können. Liegen sie in den Ebenen I : II, III selbst, so können sie einfach, wie auf Millimeterpapier durch Abzählen und Auftragen ihrer Koordinaten, gefunden werden.
Das Bild eines allgemein im Raum liegenden Punktes, z. B. des Punktes a wird gefunden, indem die Bilder zweier seiner Risse, z. B. das Bild a2 seines Aufrisses und das Bild a3 seines Seitenrisses gesucht werden und von diesen die Bilder der Fluchtlinien A2 und A3, welche senkrecht zu den zugehörigen Ebenen II und III stehen und zu den Fluchtpunkten J2 und g führen, eingetragen werden. Sie sind interpolierend in den Bildern der Schar paralleler Netzlinien, die zum gleichen Fluchtpunkt laufen, einzuzeichnen. Im Schnitt der Bilder der Lote A2 und As liegt das Bild a des gesuchten Punktes. Zur Korrektur könnte beispielsweise das Bild des Grundrisses verwendet werden.
Analog muss die zu I senkrechte Ai durch das Bild al des Grundrisses des Punktes a als Fluchtlinie zum Fluchtpunkt 11 auch durch a gehen. Ein zweites Beispiel für einen im Raum allgemein liegenden Punkt p mit dem Bild P2 seines Aufrisses, dem Bild p3 seines Seitenrisses und dem Bild pi seines Grundrisses ist in der Fig. 2 gebracht.