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Vorrichtung zum Abmessen bestimmter Mengen einer Flüssigkeit und der zu ihrer chemi- schen Untersuchung benötigten Reagenzflüssigkeit
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sichern den luftdichten Sitz des Auslaufstutzens 3 im Hals des Überlaufgefässes 2 gegen Lockerung.
An einem Ende ist das Gehäuse 4 zu einem Zylinderkopf 8 erweitert, der nach aussen hin durch eine mit einer Öffnung 9 versehene Deck- platte 10 abgeschlossen ist. Das Gehäuse 4 ist von einem Kolben 11 durchsetzt, der in den Zylinderkopf 8 hineinreicht und dort am Ende eine Scheibe 12 trägt, deren Umfangsfläche an der Innenwandung des Zylinderkopfes dicht anliegt. Aus letzterem führt ein Rohrkrümmer 13
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der Pipette 1 in Verbindung steht., Der Zylinderkopf 8 und sein Scheibenkolben 12 bilden die Luftpumpe zum Füllen und Entleeren der Pipette 1.
Auf dem der Scheibe 12 gegenüberliegenden, aus dem Gehäuse 4 herausragenden Ende des Kolbens 11 ist ein an der Umfangfläche geriffelter Griffknopf 16 befestigt, mit dem der Kolben 11 in seinem Gehäuse 4 verschoben
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Winkel gegen die Achse geneigte Aussparung 17 mit zueinander parallelen seitlichen Begrenzungflächen auf, die, wie die Fig. 2-4 zeigen, die Form eines Viertelkreis-Sektors 17a mit daran anschliessendem verengtem Kanal 17 b hat und als Mass für die Reagenzflüssigkeit dient. In den Kolben 11 ist ein radial abstehender Stift 18 eingesetzt, der in eine etwa über den halben Umfang des Gehäuses 4 sich erstreckende schraubengangförmige Nut 19 des zylindrischen Gehäuses 4 ragt.
Dadurch erhält der Kolben 11 bei einer Längsverschiebung gleichzeitig eine Drehung um 180 , was für den Auslauf der Reagenzflüssigkeit aus ihrem Messraum 17 nötig ist, wie später erläutert ist. Das Gehause 4 weist nahe dem dem Griffknopf 16 zugekehrten Ende an der Oberseite eine Öffnung 20 und in der Mitte zwischen ihr und der Zuflussöffnung 6 um 90'versetzt noch eine Durchbrechung 21 auf, welche Öffnungen 20 und 21 den Luftzutritt in die Aus-
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sparung 17 beim Ausfliessen der Reagenzflüssigkeit daraus vermitteln.
Die Handhabung und Arbeitsweise der Mess- vorrichtung ist folgende :
Zur Gebrauchsnahme der Vorrichtung wird der Kolben 11 an dem Griffknopf 16 aus dem Ge- häuse 4 unter gleichzeitiger Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn soweit herausgezogen bis die
Scheibe 12 an der inneren Stirnwand des Zylinder- kopfes 8 anstösst ; sodann wird die Reagenzflüssig- keit in den Behälter 5 eingebracht, dessen Aus- flussöffnung 6 dabei von dem Kolben 11 abgedeckt ist.
Die Vorrichtung wird nun mit dem unteren
Ende der Pipette 1 in die zu untersuchende Flüssig- keit getaucht und der Kolben 11 sodann in das
Gehäuse 4 hineinbewegt, wobei die vor dem
Scheibenkolben 12 im Zylinderkopf 8 befindliche
Luft durch die Öffnung 9 des Deckels 10 austritt und gleichzeitig die Pipette infolge des auf der anderen Seite des Scheibenkolbens 12 auftretenden
Luftunterdruckes sich mit der zu untersuchenden
Flüssigkeit füllt ; ein Überschuss an aufsteigender
Flüssigkeit wird in dem Überlaufgefäss 2 auf- gefangen. Die Fig. 1 zeigt die Vorrichtung in dieser einen Endstellung des Kolbens 11, 12. Die
Aussparung 17 liegt jetzt unterhalb des Auslaufes 6 des Behälters 5 (Fig. 2) und hat sich mit Reagenz- flüssigkeit gefüllt.
Die Pipette wird nun mit der
Vorrichtung aus der zu untersuchenden Flüssigkeit herausgehoben und über das bereitgestellte
Untersuchungsgefäss gebracht ; der Kolben 11, 12 wird mit dem Griffknopf 16 unter gleichzeitiger
Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn wieder aus dem Gehäuse 4 gezogen, wobei durch den im
Zylinderkopf 8 vor dem Scheibenkolben 12 entstehenden Druckanstieg die Flüssigkeit aus der Pipette auszulaufen beginnt.
Die Aussparung 17 im Kolben 11 gelangt nach einer Drehung desselben um etwa 90 in die Stellung Fig. 3, bei der die Mündung des Kanals 17 b vor der Luft- zutrittsöffnung 21 im Gehäuse 4 und der
Sektor 17 a vor dem Auslaufstutzen 3 liegen, so dass die Reagenzflüssigkeit aus ihrem Messraum 17 auszulaufen beginnt und durch den Stutzen. 3 in die Pipette und mit der darin noch befindlichen zu untersuchenden Flüssigkeit in das Untersuchungsgefäss gelangt. Der Scheibenkolben 12 hat dabei ungefähr seinen halben Hub zurückgelegt.
Eine weitere Drehung des Kolbens um wieder 900 und seine damit verbundene Achsialverschiebung hat die Pipette 1 durch Druck entleert, während die Mündung des Kanals 17b der Aussparung 17 mit der Öffnung 20 im Gehäuse 4 in Übereinstimmung gekommen ist, Fig. 4. Die Reagenzflüssigkeit kann aus dem noch über dem Ablauf 3 stehenden Sektor 17 a der Aussparung 17 völlig ausfliessen. In dieser Stellung befindet sich die Kolbenscheibe 12 in ihrer inneren Grenzlage, der Führungsstift 18 steht in der Nut 19 nach unten. Der Kolben 11 ist mit dem Griffknopf 16 in dem Gehäuse 4 nach rechts herausgezogen. Nun wird die Pipettenspitze wieder in die zu untersuchende Flüssigkeit getaucht und diese durch Einwärtsbewegung des
Kolbens 11 in das Gehäuse 4 in die Pipette angesaugt.
Das Ansaugen wird nur ganz kurz unter- brochen, solange die Mündung des Kanals 17b über die Öffnung 21 im Gehäuse 4 hinweggleitet.
Dieser Unterbrechung des Ansaugens und einer im Gebrauch der Vorrichtung etwa auftretenden Undichtheit wird dadurch Rechnung getragen, dass der Hohlraum des Zylinderkopfes 8 etwas grösser gewählt wird als der der Pipette 1. Diese wird sich somit bereits vor Beendigung des Ansaugens völlig gefüllt haben.
Das Steuerungsorgan (Kolben 11, 12) könnte statt durch Drehzug auch durch Geradzug betätigt werden, doch müsste dann die Anordnung des Auslaufes 3 und der Luftzutrittsöffnungen 20, 21 im Gehäuse 4 entsprechend geändert werden.
Es steht auch nichts im Wege, Kolben und Gehäuse statt zylindrisch prismatisch auszubilden, wobei das Steuerungsorgan natürlich nur durch Geradzug betätigt werden kann.
Die Vorrichtung wird zweckmässig aus Glas hergestellt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Abmessen bestimmter Mengen einer Flüssigkeit und der zu ihrer chemischen Untersuchung benötigten Reagenzflüssigkeit unter Verwendung einer Überlaufpipette zum Abmessen der zu untersuchenden Flüssigkeit, dadurch gekennzeichnet, dass das an sich bekannte, mit einer Aussparung als Messraum für die Reagenzflüssigkeit versehene Steuerungsorgan als achsial verschiebbarer Kolben (11, 12) ausgebildet ist und zugleich den Pumpenkolben für die das Füllen und Entleeren der Pipette besorgende Luftpumpe bildet.
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