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Pneumatischer Abfüllheber Die bisher bekannten mechanischen Heber
zum Abfüllen von Wein, Spiritousen, Laugen usw. weisen mehr oder weniger starke
Mängel auf, die darin bestehen, daß die allgemein gebräuchlichen Gummischläucheentweder
zu starken Beanspruchungen ausgesetzt sind, z. B. bei Rollenhebern, oder aber, daß
die einwandfreie Sauberhaltung des Schlauchinnern infolge Querschnittsänderungen
oder durch hineinragende Konstruktionsteile erschwert wird. Weiterhin ist die Handhabung
dieser Heber zur Überwindung größerer Steighöhen recht umständlich. Es sind dieses
wohl die Hauptgründe dafür, daß vielfach die Verwendung mechanischer Heber abgelehnt
wird und zum Anheben der Flüssigkeiten das einfachere, aber aus hvgienischen und
ästhetischen Gründen verwerfliche Ansaugen mit dem :Munde erfolgt.
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Durch die Erfindung werden die erwähnten Mängel restlos behoben und
Verbesserungen erreicht, die sich im praktischen Gebrauch günstig auswirken. Erfindungsgemäß
wird vorgeschlagen, einen Abfüllheber so auszubilden, daß ein bis an sein in die
Flüssigkeit reichendes Ende ummantelter, elastischer Heberschlauch mit auf seiner
ganzen Länge konstantem Durchflußquerschnitt durch Verdichten der Luft zwischen
Heberschlauch und Ummantelung mittels eines Gummiballes oder einer anderen Druckquelle
derart zusammendrückbar ist und nach Beseitigung der Luftverdichtung wieder in seine
ursprüngliche Form zurückgeht, daß dabei im Schlauchinnern ein die Flüssigkeit ansaugender
Unterdruck entsteht.
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Weitere Merkmale des Erfindungsgegenstandes werden aus der folgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles ersichtlich (Fig, i bis 6).
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Fig. i der Zeichnung zeigt die Ausbildung des pneumatischen Abfüllhebers
gemäß der Erfindung, bei dem ein einmaliges Zusammendrücken eines
Hohlkörpers
d ausreicht, die Tätigkeit des Hebers einzuleiten. Der pneumatische Abfüllheber
besteht im wesentlichen aus einem Heberschlauch a, den Mantelteilen b und c, einem
Hohlkörper d und einem Auslaufstück e. Die Wirkungsweise beruht darauf, daß die
in dem allseitig geschlossenen Raum f enthaltene Luft durch Zusammendrücken des
Hohlkörpers so weit verdichtet wird, bis, je nach .der vorhandenen Steighöhe, eine
mehr oder weniger starke Verflachung des Heberschlauches, etwa nach Fig. 3, eintritt.
Wird nun der Heberschlauch unmittelbar über dem Ausl1aufstück e durch Fingerdruck
geschlossen und danach der Druck auf den Hohlkörper aufgehoben, so nimmt der Heberschlauch
a infolge seiner Elastizität wieder die in Fig. 2 dargestellte Form an, und es entsteht
dabei im Innern dieses Schlauches ein Unterdruck, der das Ansteigen der Flüssigkeit
im Eintauchende des Hebers zur Folge hat. Nach Lösen,des Verschlusses am Auslaufende
beginnt nun das Ausströmen der Flüssigkeit.
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Die Unterbrechung der Abfülltätigkeit erfolgt durch Zusammendrücken
des Hohlkörpers d. Hierbei wird die im Heberschlauch a befindliche Flüssigkeit beseitigt.
Löst man nun den Druck auf den Hohlkörper, so ist ein weiteres Ansteigen der Flüssigkeit
nicht möglich, weil das Innere des Heberschlauches mit der Außenluft in Verbindung
steht.
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Dadurch, daß der Mantel b bis zum Eintauchende reicht, vergrößert
sich der außenhalb der Flüssigkeit im Vorratsbehälter befindliche Teil des wirksamen
Verdichtungsvolumens mit fallendem Flüssigkeitsspiegel, was sich für ein erneutes
Anheben nach unterbrochener Abfülltätigkeit günstig auswirkt.
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Der obere Mantel b wird zweckmäßig mit größerer Wandstärke und in
etwas härterer Qualität als der untere Mantel c ausgeführt, damit- ein Einknicken
des Hebers im oberen Bogenstück vermieden wird.
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Das am unteren Ende des Hebers vorgesehene Auslaufstück e verläuft
nach dem Ende zu mit geringerem Durchmesser. Diese Form hat den Zweck, daß der Heber
im Hals des Füllgefäßes (Flaschen u. dgl.) einen festen Sitz hat. Die nach Fig.
4 in dem Auslaufstück e ringförmig angeordneten Längskanäle g lassen die im Füllgefäß
verdichtete Luft entweichen, außerdem verhindern sie ein wirksames Ansaugen des
Hebers mit dem Munde, weil bei diesem Vorhaben die Mundhöhle durch die Längskanäle
mit der Außenluft in Verbindung stehen würde. Die Wirkungsweise des für größere
Leistungen bestimmten Hebers nach Fig. 5 ändert sich gegen die Ausführung nach Fig.
r dadurch, daß der hier vorgesehene Hohlkörper li für mehrmaliges Zusammendrücken
eingerichtet ist. Bei diesem Heber ist auch der innerhalb des Hohlkörpers h. befindliche
Teil des Heberschlauches mit einem besonderen Zwischenmantel r versehen,
der zwei Ventilkörper in und q miteinander verbindet. Die verdichtete Luft tritt
zunächst durch Ventilöffnungen i in eine Ventilkammer k und von dort aus unmittelbar
in den oberen Teil des Raumes zwischen Mantel und Heberschlauch. In den unteren
Teil des ummantelten Raumes gelangt die verdichtete Luft von der Ventilkammer
k über den Rand L des Ventilgehäuses m. Nach Aufheben des Druckes
auf den Hohlkörper schließt sich die Ventilöffnung i, und Frischluft gelangt durch
ein Einlaßventil n in den Hohlkörper. Dieser Vorgang kann erforderlichenfalls wiederholt
werden. Hierauf wird das Auslaufende des Heberschlauches in der gleichen Weise wie
bei dem Heber nach Fig. i geschlossen und erst wieder freigegeben, wenn die verdichtete
Luft durch im Verhältnis zu den Öffnungen i sehr kleine Bohrungen o und
p aus dem Raum zwischen Mantel und Heberschlauch ausgetreten ist.