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Verfahren zur Herstellung von neuen Organosiliciumverbindungen
Die Erfindung bezieht sich auf die Herstellung neuer Organosiliciumverbindungen, im besonderen auf die Herstellung von neuen und wertvollen Kondensations-und Polymerisationsprodukten, die aus chemischen Verbindungen von Silicium, unmittelbar an Silicium gebundenem Sauerstoff und wenigstens einer unmittelbar an Silicium gebundenen Methylgruppe aufgebaut sind. Die polymeren Verbindungen, die nach dem Verfahren gemäss der Erfindung gewonnen werden können, können als Polymere von Methylsilikonen (jetzt als Methylsiloxane bezeichnet) und verwandten Verbindungen, in welchen die Methylgruppen teilweise durch Sauerstoff ersetzt sind,
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Es wurde gefunden, dass die bisher unbekannten Methylsiloxane in Form von beständigen polymeren Körpern, welche charakteristische Eigenschaften aufweisen, die sie für die Anwendung in der Industrie besonders wertvoll machen, erhalten werden können. Polymeres Dimethylsiloxan besitzt eine Struktureinheit
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welche in den hochmolekularen Aggregaten die im folgenden beschriebenen Endungen der Ketten aufweisen kann.
Verwandte Verbindungen, in welchen die Methylgruppen teilweise durch Sauerstoff ersetzt sind, führen zu der Struktureinheit :
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welche in ihren polymeren Formen oder in Kombinationen mit der zuerst genannten Struktureinheit (Formel I) zur Bildung einer Reihe von polymeren Substanzen von verschiedenartigen Eigenschaften führt.
Den polymeren Körpern, die erfindungsgemäss gewonnen werden können, ist gemeinsam, dass sie keinerlei Kohlenstoff-Kohlenstoffbindungen aufweisen und daher keine Hitzezersetzung erleiden, welche durch die Sprengung einer Kohlenstoff-Kohlenstoffbindung verur- sacht wird. Im Gegensatz hiezu besitzen die früher bekannten Silikone (jetzt als Siloxane bezeichnet) nämlich Äthylsilikon (Kipping und
Martin, Journal of the Chemical Society, 95,302)
Propylsilikon (Kipping und Meads, J. C.
S. 107,
459), Phenylsilikon (Kipping und Martin, J. C.
S. 101, 2108,2121, 2125), Benzylsilikon (Kipping und Robinson, J. C. S. 101,2142, 2156) und Tolylsilikon (Kipping und Pink, J. C. S. 123,2830), alle Kohlenstoff-Kohlenstoffbindungen in ihrer
Struktur.
Das Verfahren gemäss der Erfindung zur Herstellung der neuen Organosiliciumverbindungen bzw. ihrer Kondensations-und Polymerisationsprodukte besteht im wesentlichen darin, dass man ein Methylsiliciumhalogenid hydrolysiert und das erhaltene hydrolisierte Produkt einer Kondensation unterwirft. Beispielsweise geht man von Methylsiliciumchlorid,-bromid oder - jodid aus und entwässert das erhaltene Hydroxylprodukt. Bevorzugterweise werden Methyl- siliciumch10ride als Ausgangsstoffe zur Herstellung der Hydroxylverbindungen verwendet.
Die Durchführung des Verfahrens gemäss der Erfindung wird im folgenden beispielsweise beschrieben :
Beispiel 1 : A. Eine ätherische Lösung von 1-75 Molen Methylmagnesiumbromid wird langsam unter kräftigem Rühren einer ätherischen Lösung zugesetzt, welche 1 Mol Silidumtetra- chlorid enthält, wobei die Lösung des Siliciumtetrachlorides vor dem Zusatz des Methylmagnesiumbromids auf minus 20 C oder tiefer gekühlt wird. Der Zusatz der Lösung von Methylmagnesiumbromid und die Kühlung der Reaktionsmischung werden so geregelt, dass die Temperatur der Mischung nicht über etwa 00 C steigt. Vorzugsweise wird die Reaktionsmischung bei minus 20 oder noch tiefer gehalten.
Da die verwendete Menge Methylmagnesiumbromid nicht ausreicht, um das gesamte Siliciumtetrachlorid in das Dimethylderivat überzuführen,
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wird eine Mischung von Mono-und Dimethylsiliciumchloriden gebildet, beispielsweise nach den Formeln :
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Wahrscheinlich wird auch eine geringere Menge von Trimethylsiliciumchlorid gebildet :
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Die Magnesiumsalze fallen als körnige Masse aus, wobei die Siliciumderivate in der ätherischen Lösung verbleiben.
B. Die Magnesiumsalze können, wenn dies gewünscht wird, abgetrennt werden ; es ist aber nicht notwendig, in dieser Weise zu verfahren.
Gewöhnlich wird die gesamte kalte Reaktionsmischung in ein geeignetes Gefäss geschüttet, welches zerkleinertes Eis enthält, wodurch die Siliciumderivate hydrolisiert werden :
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Diese Hydroxylverbindungen kondensieren sich leicht unter Austritt von Wasser, wobei Anfangsund Zwischenkondensationsprodukte gebildet werden. Diese Produkte sind ätherlöslich und werden durch Ausäthem und Abtrennung der ätherischen Schicht gewonnen. Nach dem Säurefreiwaschen wird die ätherische Lösung bis zur Gewinnung einer viskosen Flüssigkeit konzentriert, die als Klebemittel und zur Herstellung von Oberflächenüberzügen geeignet ist.
Die viskose Flüssigkeit kann durch geeignete Erwärmung, beispielsweise auf 100 bis 200 C weiter kondensiert und polymerisiert werden, um Körper einer gewünschten Biegsamkeit und Härte zu erhalten. In vielen Fällen ist es vorteilhaft, die Kondensation und Polymerisation der flüssigen Substanz durch Erhitzung in situ vorzunehmen, d. h. an Ort und Stelle des endgültigen Gebrauches.
Wenn das nach der obigen Beschreibung erhaltene flüssige Reaktionsprodukt allmählich innerhalb eines Zeitraumes von 24 Stunden auf 200 C erhitzt und dann durch 48 Stunden auf 200 C gehalten wird, ist das erhaltene Endprodukt ein klarer, farb-und geruchloser, hornartiger, fester Körper. Ein typisches Polymer, das in dieser Weise erhalten wurde, besitzt eine
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dass es 23-05% Kohlenstoff und 6-02% Wasserstoff, 38-10% Silicium und 32-83% Sauerstoff enthielt, woraus sich die durchschnittliche Zahl der Methylgruppen per Siliciumatom mit 1-41 berechnet. Es hat eine Dielektrizitätskonstante von 3-7 bei 26 C und 3-6 bei 56 C. Sein dielek- trischer Verlustfaktor bei 60 Hz ist 0-008 bei 260 C und 0-0045 bei 56 C.
Es ist in Wasser,
Alkohol, Glykol, Kohlenstofftetrachlorid und
Bromnaphthalin unlöslich, lässt sich schwer entzünden und brennt langsam unter Hinterlassung einer weissen Asche. Es kann durch mehrere Tage bis 200 C an der Luft erhitzt werden, ohne dass eine Verfärbung, ein Verschmelzen oder irgendeine wahrnehmbare Änderung, von einer geringfügigen Erhöhung der Sprödigkeit abgesehen, eintritt. Bei 300 C oxydiert es sich an der Luft und zerfällt in 24 Stunden ; wenn das Polymere jedoch im Vakuum erhitzt wird, kann es durch 20 Stunden auf 550 C gehalten werden, ohne dass ein Zerfall oder eine andere Änderung, von einer Vergilbung abgesehen, stattfindet.
Während einer solchen Erhitzung im Vakuum wird über 200 C Wasserdampf abgegeben, was anzeigt, dass die Kondensation fortschreitet.
Die nach der obigen Arbeitsweise hergestellten polymeren Siloxane unterscheiden sich von den in der chemischen Literatur früher beschriebenen Silikonen oder Siloxanen nicht nur durch ihre Zusammensetzung, sondern auch durch den Charakter der erhaltenen festen Körper. Das polymere Methylsiloxan ist in einem Ausmass, das bei anderen Siloxanen unbekannt ist, wärmehärtbar. Es wird z. B., wenn es, wie oben beschrieben, erhitzt wird, unschmelzbar und bleibt selbst bei 550 C im Vakuum formbeständig.
Das feste Polymer ist klar, farblos und nicht klebrig, im Gegensatz zu den braunen, 1eimartigenPo1ypheny1- siloxanen, welche als Typus der früher bekannten Siloxane angesehen werden können.
Obgleich die Struktur dieses hornigen Polymeren nicht vollständig aufgeklärt ist, so scheint sie doch im wesentlichen ein Netzwerk von SiliciumSauerstoffketten zu sein, in welchen die Methylgruppen an den Siliciumatomen gebunden sind.
So verläuft die Reaktion bei der Kondensation von Dimethylsilandio1 wahrscheinlich wie folgt :
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So können Ketten, die abwechselnd Si-und 0-Atome enthalten, beispielsweise mit einer OH-Gruppe endigen, die weiterhin reagieren kann, oder mit einer-Si (CHg) g-Gruppe, die dazu nicht imstande ist.
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Wo immer die-Si (OH) 3-Gruppe in die Kette eintritt, besteht die Möglichkeit einer Querverbindung.
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Dies gestattet die Bildung einer Netzwerkstruktur durch weitere Kondensation :
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Indessen kann die-Si (OH) 3-Gruppe begreiflicherweise auch die Kette beendigen :
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Wie aus den obigen Angaben ersichtlich ist, kann das Netzwerk der Silicium-Sauerstoffketten durch verschiedene Gruppen beendet und durch Sauerstoffbrücken verzweigt und kreuzweise verbunden werden. Die mechanischen
Eigenschaften der festen Polymeren hängen offenbar in hohem Grade von dem Mass der
Querverbindungen und der Länge der linearen
Ketten ab. Diese Faktoren können durch Änderungen der Verhältnisse zwischen den reagierenden
Substanzen variiert werden, wie in den folgenden Beispielen beschrieben ist.
Beispiel 2 : A. Einfachmolare Mengen von
SiCI4 und CHgMgBr werden in kalter ätherischer Lösung, wie in Beispiel 1 beschrieben, umgesetzt. In diesem Falle ist das Hauptderivat Monomethylsiliciumtrichlorid, obwohl auch geringere Mengen der Di-und Trimethylderivate nach den unter A des Beispieles 1 angegebenen Reaktionen gebildet werden.
B. Die kalte ätherische Lösung wird auf zerkleineres Eis gegossen, um die Methylsilanchloride, wie unter B des Beispiels 1 beschrieben, zu hydrolysieren. Die ätherlöslichen Produkte werden in Äther aufgenommen, vom Wasser getrennt und säurefrei gewaschen. Die Ätherlösung der Hydroxylverbindungen und ihrer Anfangs-und Zwischenkondensationsprodukte kann in dieser Form als Klebemittel verwendet werden oder durch Verdampfung des Äthers bei Raumtemperatur konzentriert werden.
C. Man lässt allenfalls eine weitere Kondensation, beispielsweise bei Temperaturen zwischen 20 und 100 C, vor sich gehen. Bei 20 C verbleibt nach der Verdampfung des Lösungsmittels eine klebrige Masse. Diese Masse erhärtet im Verlauf von mehreren Tagen zu einem harten spröden festen Körper. Bei Temperaturen, die sich 100 C annähern, findet die Kondensation rasch statt und ergibt innerhalb einer Stunde ein hartes, sprödes, glasartiges, festes Produkt. Diese Substanz ist unschmelzbar und in Wasser und den üblichen organischen Lösungsmitteln unlöslich.
Die Analyse eines in dieser Weise erzeugten typischen Polymeren ergab : 18. 55% Kohlenstoff, 4. 58% Wasserstoff, 40'10% Silicium und 36-77% Sauerstoff, woraus sich die durchschnittliche Zahl der Methylgruppen per Siliciumatom mit 1. 08 berechnet.
Nach der oben gegebenen Theorie der wahrscheinlichen Struktur kann dieses feste Polymer aus einem Netzwerk von Silicium- und Sauerstoffatomen mit durchschnittlich einer Methylgruppe per Siliciumatom bestehen :
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Beispiel 3 : A. 2 bis 21 Mol CH3MgBr werden langsam einer kalten ätherischen Lösung von
1 Mol SiCl wie in den vorangehenden Beispielen beschrieben, zugesetzt. Das Hauptprodukt der Reaktion ist Dimethylsiliciumdichlorid, obgleich zweifellos auch die Mono-und Trimethylderivate in geringeren Mengen gebildet werden.
B. Die Reaktionsmischung wird, wie in den vorangehenden Beispielen beschrieben, hydrolysiert. Die Hydroxylverbindungen und ihre Anfangs-und Zwischenkondensationsprodukte werden in einer ätherischen Schicht gesammelt, säurefrei gewaschen und durch Abdestillieren des Äthers bei 36 C abgetrennt. Nach der Entfernung des Äthers verbleibt eine ölige Flüssigkeit, die beim weiteren Erhitzen Wasser verliert, aber nicht fest wird.
C. Die ölige, in der Stufe B gewonnene Flüssigkeit verfestigt sich, wenn sie bei höherer Temperatur durch einen längeren Zeitraum, beispielsweise bei 120 C, durch 4 Stunden an der Luft erhitzt wird, zu einem weichen, etwa kautschukartigen Gel. Dieses Gel ist in den gewöhnlichen organischen Lösungsmitteln unlöslich, ist unschmelzbar und kann ohne sichtbare Änderung bis auf 260 C erhitzt werden.
Massen, die nach den oben angegebenen Beispielen hergestellt werden, stellen im wesentlichen Variationen der normalen Dimethy1siloxane und ihrer Polymeren dar, wobei die Änderungen planmässig herbeigeführt sind, um die Eigenschaften des Produktes variieren und es für besondere Anwendungszwecke brauchbar zu machen.
Der Ausdruck "Methy1siloxan" wird hier in dem Sinne benützt, dass er chemische. Ver-
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bindungen, insbesondere Kondensationsprodukte und Polymere von wechselndem Molekulargewicht, umfasst, die im wesentlichen aus Silicium, unmittelbar an Silicium gebundenem Sauerstoff und wenigstens einer Methylgruppe bestehen, die unmittelbar an das Silicium gebunden ist. Die Methylgruppe oder die Methylgruppen können an irgend beliebige oder an alle (vorzugsweise an alle) Siliciumatome des Moleküls gebunden sein.
Gewöhnlich wird das Polymer in seinem Molekül einen Durchschnittsgehalt von ungefähr einer Methylgruppe bis ungefähr zwei Methylgruppen auf jedes Siliciumatom aufweisen. Ein Produkt, das wegen seiner besonderen Kombination der Eigenschaften für eine grosse Anzahl von Anwendungszwecken geeignet ist, ist ein Polymer, das einen Durchschnittsgehalt von annähernd 1. 3 bis annähernd 1-7 Methylgruppen per Siliciumatom enthält.
Die erfindungsgemäss erhaltenen Methylsiloxane haben gewöhnlich harzartigen Charakter.
In ihrem Endzustand als polymere Körper besitzen sie den Vorteil grösserer Hitzebeständigkeit im Vergleich zu jener der gewöhnlichen Überzugs-und Bindemittel ; sie zersetzen sich nicht zu einem leitenden kohlehältigen Rückstand. Die neuen Produkte können, da sie frei von vielen Beschränkungen sind, die rein organischen Substanzen innewohnen, vorteilhaft zusammen mit anorganischen Füllmitteln und Fasern, wie z. B.
Asbest, Glimmer, Glasfasern u. dgl. verwendet werden, um zusammengesetzte Isoliermittel zu schaffen, welche höheren Temperaturen als bei Anwendung organischer Bindemittel widerstehen.
Dies wiederum ermöglicht die Konstruktion von elektrischen Maschinen für den Betrieb bei höheren Temperaturen.
Um die Art zu veranschaulichen, in welcher die Methylsiloxane auf dem Gebiete der Isolierung verwendet werden können, seien die folgenden Beispiele angeführt : Beispielsweise kann eine flüssige Überzugs- masse, welche partiell polymerisierte Methylsiloxane und ein flüchtiges Lösungsmittel enthält, auf einen metallischen Leiter, wie z. B. auf einen Kupferdraht, aufgebracht werden, der hernach erhitzt wird, um das Lösungsmittel zu verflüchtigen und in situ die Polymerisation des Siloxans fortzusetzen oder zu vervollständigen. In manchen Fällen kann es wünschenswert sein, den Leiter vor der Behandlung mit der Lösung mit Fasermaterial, wie z. B. Asbest, Glasfasern, Baumwolle oder Papier zu umhüllen.
Ene weitere Massnahme besteht darin, den umhüllten Leiter mit Methylsiloxan zu überziehen und wenigstens teilweise zu imprägnieren und den so isolierten Leiter in eine gewünschte Wicklung zu bringen und dann die Wicklung zu erhitzen, um die Polymerisation des Siloxans zu vervollständigen.
In der Zeichnung stellt Fig. 1 den Querschnitt eines metallischen Leiters 1 dar, der mit einer Isolierung 2 aus einem polymeren Methylsiloxan versehen ist. Fig. 2 zeigt einen gleichartigen Querschnitt eines metallischen Leiters, der mit einer
Isolierung 3 versehen ist, die aus Fasermaterial besteht, welches mit polymerem Methylsiloxan überzogen und imprägniert ist. li
Platten-bzw. blattförmige Isolierungen können in der Weise hergestellt werden, dass man gewebte oder verfilzte organische oder anorganische Gewebe oder Papier mit Methylsiloxan behandelt.
Man kann aber platten-bzw. blattförmiges Isolermaterial auch herstellen, indem man flockige anorganische Substanzen mit Hilfe von polymeren Methylsiloxan bindet. Gewisse Siloxane ber etzen und binden Glimmer und können zur Herstellung von geschichteten Glimmerprodukten aus Glimmerflocken, die durch das Siloxan verkittet und gebunden werden, Verwendung finden.
Polymere Methylsiloxane, die im Molekül einen Durchschnitt von annähernd einer Methylgruppe bis annähernd 1-5 Methylgruppen per Siliciumatom besitzen, sind für diesen Zweck besonders geeignet. Mit Hilfe eines Methylsiloxan-Bin & - mittels hergestellte Glimmerprodukte haben eine hohe dielektrische Wirkung und eine ausnehmend hohe Widerstandsfähigkeit gegen Hitze. Sie sind fähig, Temperaturen der Grössenordnung von 250 C bis 3000 C zu widerstehen, ohne dass ein Aufblähen oder eine Abtrennung des Bindemittels von den Glimmerflocken eintritt.
Ferner können selbsttragende, kohärente Filme oder Platten (Blätter) aus Ton, wie z. B. Bentonit, vorteilhafterweise mit Massen aus Methylsiloxanen behandelt werden. Zur Herstellung solcher blattförmigen Materialien aus Bentonit werden Bentonitpartikelchen von ultramikroskopischer Grösse verwendet, beispielsweise Partikelchen, die einen grössten Durchmesser von 3000 A, im besonderen von etwa 500 A bis etwa 2000 A besitzen. Fasern, wie Glasfasern, können in solche tonige, papierartige Blätter eingebettet werden oder mit diesen in anderer Weise vereinigt werden und das zusammengesetzte Material kann hernach mit einem Methylsiloxan behandelt, beispielsweise überzogen werden. Solche mit Siloxanen behandelte Bentonit-und Bentonitglasfaserplatten oder-blätter können mit besonderem Vorteil für elektrische Hochtemperaturisolierungen benutzt werden.
Abgesehen von ihrer Verwendung auf dem Gebiete der Isolierung können die gemäss der Erfindung gewonnenen Methylsiloxane in verschiedener Form auch als Schutzüberzüge, z. B. als Schutzüberzüge für Glashüllen oder andere Erzeugnisse benutzt werden, die abnormalen Hitzebedingungen oder heissen fliegenden Partikelchen ausgesetzt sind oder ausgesetzt werden können. Sie können ferner mit oder ohne Zusatz von Pigmenten, wie Graphit, für Überzüge auf metallischen Oberflächen, z. B. metallischen Vakuumröhren, Verwendung finden. Die Hitzebeständigkeit dieser Siloxane macht sie für derlei Anwendungen besonders geeignet.
Die gemäss der Erfindung gewonnenen Siloxane können auch als Komponenten von sogenannten Widerstands-oder halbleitenden Anstrichen benützt werden. Solche Anstrichmittel enthalten
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geregelte Mengen leitender Stoffe, wie Kohlenstoff, Siliciumkarbid, Metallpulver, leitende Oxyde usw., um dem getrockneten Anstrich einen bestimmte Grad des Widerstandes oder Halbleitfähigkeit zu verleihen.
Die Methylsiloxane können auch als Verschluss-oder Dichtungsmassen, beispielsweise zur Herstellung von vakuumdichten Verbindungen zwischen Glas und Metall benutzt werden. Durch Aufbringung einer Lösung des Siloxans um eine Verbindung zwischen Glas und Metall, die unvollkommen gedichtet ist und nachfolgendes Erhitzen (Backen), um das Lösungsmittel zu entfernen und ein festes Polymer zu bilden, können Undichtheiten in solchen Verbindungen wirksam verschlossen werden.
? In gewissen Fällen kann es wünschenswert sein, Mischungen von Verbindungen zu copolymerisieren, welche ein besonderes Verhältnis der Methylgruppen zu Silicium im Molekül jeder einzelnen Verbindung aufweisen. Dies kann durch-
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die Mischung hydrolysiert und das erhaltene Produkt entwässert. In anderen Fällen können die gesondert hydrolisierten Produkte gemischt und nachfolgend entwässert werden. Indessen sollen die Komponenten in solchen Fällen gemischt werden, bevor die Kondensation und Polymerisation bis zu dem Punkt fortgeschritten ist, bei welchem die Stoffe unverträglich werden.
Für andere Anwendungszwecke kann es wünschenswert sein, die einzelnen Siloxane bis zur festen Form zu polymerisieren, dann zu mischen und die Materialien zusammen zu vermahlen, um eine zusammengesetzte Masse zu erhalten. Auf diesem Wege und auf anderen Wegen können Massen erhalten werden, welche die für einen bestimmten Verwendungszweck am besten geeignete Beschaffenheit aufweisen.
Die einzelnen copolymerisierten oder gemischten festen Polymeren können in geeigneter Weise anderen Materialien einverleibt werden, um deren Beschaffenheit zu modifizieren. So können sie beispielsweise mit Stoffen, wie natürlichem und künstlichem Kautschuk, Teer, Asphalten und Pechen, im besonderen Holzteer, Petroleumasphalten und pflanzlichen Pechen vereinigt werden, ferner mit natürlichen Harzen, wie Holzharz, Kopal, Schellack u. dgl., mit synthetischen Harzen, wie Phenolaldehydharzen, Harnstoffaldehydharzen, Alkydharzen, Cumaronharzen, Vinylharzen, Estern der Acryl-und der Methacrylsäure usw., mit Cellulosematerialien, wie Papier, anorganischen und organischen Estern der Cellulose, wie Cellulosenitrat, Celluloseacetat einschliesslich Triacetat, Cellulospropionat, Cellulosebutyrat usw., mit Celluloseäthern, wie Methylcellulose, Äthylcellulose, Benzylcellulose usw.
In gewissen Fällen können die harten, spröden Poly- mere gepulvert und als Füllmittel für die oben genannten Substanzen verwendet werden. In anderen Fällen kann das Siloxan, insbesondere wenn es mit dem Stoff, dem es einverleibt werden soll, verträglich ist, in der Form einer Flüssigkeit oder eines verhältnismässig weichen Polymers von niedrigem Molekulargehalt vorliegen, bevor es mit dem Stoff vereinigt wird, der modifiziert werden soll.
Die beschriebenen Polymeren niedrigen Molekulargewichtes können auch in Ölen, wie z. B.
Leinöl, chinesischem Holzöl, Perillaöl, Sojabohnenöl usw., allein oder in Mischung mit Lösungsmitteln, Pigmenten, Plastifizierungsmitteln, Trocknern und anderen Komponenten von Überzugsmassen, gelöst oder dispergiert werden, um Produkte zu gewinnen, welche auf eine Unterlage aufgetragen und entweder an der Luft getrocknet oder erhitzt, ein hohes Mass von Hitzewiderstandsfähigkeit aufweisen.
Durch Übereinanderschichten von organischem oder anorganischem Faserblattmaterial, welches mit Methylsiloxanen überzogen oder imprägniert ist, und nachfolgendes Verbinden der Lagen unter Hitze und Druck können geschichtete Erzeugnisse gewonnen werden. Auch Pressmassen und geformte Erzeugnisse können aus den erfindungsgemäss hergestellten Siloxanen erzeugt werden.
Wenn gewünscht, können Füllmaterialien, wie Asbest, Glasfasern, Talk, Quarzpulver, Holzmehl usw. solchen Massen vor dem Verpressen einverleibt werden. Aus solchen Massen können unter Anwendung von Wärme oder von Wärme und Druck nach Art der allgemein bei der Verarbeitung von plastischen Massen üblichen Arbeitsweisen geformte Artikel hergestellt werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von neuen Organo-
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bindungen von Silicium, unmittelbar an Silicium gebundenem Sauerstoff und wenigstens einer unmittelbar an Silicium gebundenen Methylgruppe, dadurch gekennzeichnet, dass man Methylsiliciumhalogenide hydrolysiert und die erhaltenen hydrolysierten Produkte kondensiert.