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Verfahren zum Aufbau von gerüst-oder fachwerkartigen Stabtragwerken aus fertig- betoniert zu versetzenden Eisenbetonstäben
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Tragwerkstab, über welchen eine Druckrohr- leitung angeschlossen werden kann. Fig. 8 zeigt eine Vorrichtung, mit der der Knotenhohlraum gegen den nach unten verlaufenden Hohlstab abgeschlossen werden kann. Mit Hilfe dieser
Vorrichtung kann man die Knotenhohlräume allein ausbetonieren, ohne vorher den darunter- liegenden Hohlstab auszufüllen.
Bei Knotenstellen von Stabtragwerken, bei welchen Vertikalstäbe 1 nach oben aufsteigen (vgl. Knotenstellen gemäss Fig. 1 und 2), ist das
Einbringen des Betons von oben, welches beim normalen Betoniervorgang die Regel ist, zunächst nicht möglich. Der Beton müsste bei einer Knoten- stelle gemäss Fig. 1 seitlich durch eine in der
Schalung vorgesehene Öffnung eingebracht werden, wobei weder eine vollständige Ausfüllung des Hohlraumes noch die erforderliche
Verdichtung des Betons möglich wäre. Bei
Knotenstellen gemäss Fig. 2 wäre der Knoten- . hohlraum ohne besondere Vorkehrungen von aussen überhaupt nicht zugänglich und daher ein Ausbetonieren dieses Hohlraumes aus- geschlossen.
Erst dadurch, dass mindestens einer oder mehrere an die Knotenstellen anschliessende, zweckmässig nach oben verlaufende Eisenbeton- stäbe hohl ausgebildet werden, wird der Knotenhohlraum zugänglich gemacht.
Bei der in Fig. 3 wiedergegebenen Knotenstelle ist der senkrecht vom Knoten nach oben verlaufende Eisenbetonstab 1 mit einem axial durchlaufenden Kanal 2 versehen. Ausser dem Stab 1 laufen an der Knotenstelle zwei horizontale Riegelstäbe 3 und 4 und ein von unten aufsteigender Stab 5 zusammen. Durch die vier Endflächen der Stäbe 1, 3, 4 und 5 und durch zwei seitliche Schalungsbretter 6 ist der Knotenhohlraum, in welchen die Endschleifen 7 der Bewehrungseisen 8 zu liegen kommen, nach aussen vollständig abgedeckt. Die Endschleifen der Bewehrungseisen können vor Abdeckung des Hohlraumes noch in geeigneter Weise umschnürt werden. Ist der Hohlraum abgeschlossen, so kann durch den Kanal 2 des Hohlstabes 1 Beton in den Knotenhohlraum 9 eingeführt werden, so lange bis der Knotenhohlraum vollkommen ausgefüllt ist.
Es empfiehlt sich, beim Ausbetonieren der Knotenhohlräume den Beton in geeigneter Weise zu verdichten. Hiefür bietet die erfindungsgemässe hohle Ausbildung mindestens eines der zum Knoten hinführenden Tragwerkstäbe eine sehr geeignete Möglichkeit. Es können nämlich durch den Kanal Innenrüttler (sogenannte Vibratoren) eingeführt werden, die den frischen Beton verdichten. Nachdem der Knotenhohlraum fertig ausbetoniert ist, kann auch der Kanal 2 des aufwärts ragenden Tragwerkstabes mit Beton ausgefüllt werden. Hiebei wird der Innenrüttler mit fortschreitender Ausfüllung allmählich hochgezogen. Aus Fig. 3 ist zu ersehen, dass der von unten an die Knotenstelle anlaufende Stab 5, welcher ursprünglich auch hohl ausgebildet war, bereits in einem vorhergehenden Arbeitsgang ausgefüllt worden ist.
Will man die Hohlstäbe nicht ausbetonieren, da deren Tragfähigkeit ausreichend ist, so hängt man, wie Fig. 8 zeigt, in dem vom Knoten nach unten gehenden Hohlstab 15 einen den Hohlraum abschliessenden Teller 16 ein, der durch Haken 17 am oberen Ende des Hohlstabes 15 angehängt ist. Man kann dann den Knotenhohlraum ausbetonieren, ohne den darunterliegenden Hohlstab 15 selbst mit Beton zu füllen.
Bei der Herstellung der Knotenstellen des Stabtragwerkes muss darauf Bedacht genommen werden, dass der zu betonierende Knotenhohlraum stets allseitig nach aussen abgeschlossen ist. Während dies bei einem Knoten gemäss Fig. 2 von selbst ohne zusätzliche Anwendung von Verschalungen erreicht ist, erfordert der Abschluss des Knotenhohlraumes bei einem Knoten gemäss Fig. 1 oder Fig. 3 zwei seitliche Verschalungsbretter. Stossen bei einem Knoten bloss zwei, beispielsweise senkrecht verlaufende Stäbe zusammen, so ergibt sich eine Konstruktion gemäss Fig. 5 und Fig. 6. Hier wird der die Endschleifen 7 der Bewehrungseisen umgebende Knotenhohlraum nur oben und unten durch die Endflächen der Eisenbetonstäbe abgedeckt, während die vier seitlichen Begrenzungsflächen durch einen Schalungskasten 10 gebildet werden müssen.
Der beispielsweise Aufbau eines solchen Schalungskastens ist aus den Fig. 5 und 6 zu entnehmen.
Der erfindungsgemässe Aufbau von Stabtragwerken ermöglicht es auch, den Beton unter Druck durch ein Röhrensvstem in den Knoten- hohlraum bzw. in die Längskanäle 2 der Hohlstäbe einzuführen. Zu diesem Zweck kann an das freie Ende 11 des Eisenbetonhohlstabes ein Betonierstutzen 12 aufgesetzt werden, der einen dichten Anschluss an ein Röhrensystem vermittelt.
Die Befestigung des Rohrstutzens an dem hohlen Tragwerkstab erfolgt vorteilhafterweise mit Hilfe von Spannvorrichtungen 13, die an Widerlagerflächen 14 des Stabendes 11 verankert sind.
Auf diese Weise können die Vorteile der Betonförderung mittels Pumpen und der Betonierung unter Druck nutzbar gemacht werden.
Die geschilderten Vorteile des neuen Verfahrens zur Herstellung von Stabtragwerken, insbesondere von Lehrgerüsten aus Eisenbeton bedingen eine Überlegenheit desselben gegenüber den bekannten Verfahren sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Es sei hier noch ein weiterer Vorzug des neuen Verfahrens hervorgehoben : Die vertikal verlaufenden Stäbe, welche die Hauptkräfte aufzunehmen haben, sind während des Versetzens hohl und daher bei gleichem Tragvermögen in ausbetonierten Zustand von kleinerem Gewicht und somit leichter zu versetzen als Vollstäbe. Man kann daher beim Aufbau der Stabtragwerke gemäss der Erfindung entweder bei gleichbleibender Tragkraft des Versetzkranes mit längeren Stäben oder bei gleicher Stablänge der zu versetzenden Haupt-
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tragstäbe mit schwächeren Hebezeugen arbeiten.
Dieser Vorteil des neuen Verfahrens wirkt sich insbesondere aus, wenn die Hohlstäbe in fabrikmässiger Erzeugung, z. B. aus Schleuderbeton, hergestellt sind. In diesem Falle können sie besonders dünnwandig ausgeführt werden, da der Schleuderbeton zufolge seines festen Gefüges eine erhöhte Widerstandskraft hat. Die fabrikmässige Erzeugung der Eisenbetonhohlstäbe gestattet auch die Verwendung von Stäben mit vorgespannter Bewehrung, die ebenfalls eine erhöhte Beanspruchbarkeit aufweisen. Auch die letztere Massnahme wirkt sich daher auf das neue Verfahren im Sinne einer Erleichterung beim Zusammenbau günstig aus.