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Ausblendeeinrichtung fiir die Femsehübertragung von Filmen.
EMI1.1
Bildfängerröhren.
Bei den bekannten Fernsehgeräten mit Lochscheiben als Bildzerleger und mit gleichförmiger Geschwindigkeit ablaufendem Film ist es schwierig, bei Übertragung höherer Bildpunktzahlen, wie sie zu einer scharfen Bildwiedergabe erforderlich sind, den Durchmesser der Lochscheibe klein zu halten.
Zur Vermeidung der Herstellungsschwierigkeiten allzu grosser Lochscheiben mit einer einzigen Lochreihe verwendet man nun vielfach Lochscheiben mit zwei oder drei Lochspiralen. Um zu erreichen, dass bei der Abtastung immer nur eine dieser Spiralen wirksam ist, müssen in dieser Zeit die beiden andern Spiralen abgedeckt werden, was bekanntlich durch eine Blendenscheibe mit spiralförmigem Schlitz erfolgt. Eine solche Blendenscheibe macht dann gewöhnlich je Filmbild eine. Umdrehung.
In Anpassung an die grössere Zahl der Loehspiralen muss zur einmaligen Übermittlung des Gesamtbildes die Umlaufzahl der Lochseheibe im Verhältnis zur normalen Umlaufzahl von] 500 Umdrehungen pro Minute erhöht werden. Bei zwei Spiralen beträgt sie 3000, bei vier Spiralen 6000, bei sechs Spiralen 9000 und bei acht Spiralen 12.000 Umdrehungen pro Minute.
Um nun möglichst flimmerfreie Bilder zu erhalten, muss die Bildwechselzahl soweit als möglich gesteigert werden, was aber immer eine Verbreiterung des Übertragenden Frequenzbandes bedeutet.
Durch Anwendung des sogenannten Zwischenzeilenverfahrens kann jedoch auch ohne Erhöhung der Bildwechselzahl durch eine scheinbare Vervielfachung des Einzelbildes dasselbe Ergebnis erreicht werden. Es erfolgt hiebei eine zweimalige Abtastung jedes Filmbildes, u. zw. jedesmal nach verschiedenen Zonen. Auf der Empfangsseite entsteht dann ein Gesamtbild, das aus zwei ineinandergreifenden Teilbildern zusammengesetzt ist.
Bisher war es hiebei üblich, eine Blendenscheibe der angegebenen Art zusammen mit der Mehrfachspirallochscheibe in einem luftleer gepumpten Gehäuse unterzubringen, um die bei den hohen Umdrehungszahlen der Lochscheibe beträchtlichen Luftreibungen auszusehliessen.
Diese gemeinsame Anordnung der beiden Scheiben im Vakuum hat eine Reihe von Nachteilen ergeben.
Es ist nicht möglich, die beiden Scheiben im Vakuum so dicht nebeneinander laufen zu lassen, wie es aus optischen Gründen erwünscht ist. Da beide Scheiben beim Anlauf verschiedene Umlaufgeschwindigkeiten haben, ist eine Beschädigung der sehr dünnen hochempfindlichen Loehseheibe infolge Schleifens durch auftretende Vibrationen und vorhandene Bleehspannungen häufig gegeben. Um diese Beschädigungen der Lochscheibe möglichst auszuschalten, wurde sie bisher auf festen Tellern befestigt oder mit tellerartigen Versteifungsscheiben versehen, die wahlweise eng anliegen oder in einem geringen Abstande mitlaufen. Durch diese Scheiben wurde aber die drehende Masse der Lochscheibe stets vergrössert.
Der erreichbare Mindestabstand zwischen Lochscheibe und Blendenseheibe lässt sich auf ungefähr 4 mm beschränken, wodurch dann aber schon Begrenzungen der Lichtmenge bzw. Doppelbilder entstehen.
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Der Antrieb der Lochscheibe und der Blendenscheibe im Vakuum erfolgte bisher durch zwei gesonderte Motoren, die innerhalb des Vakuumraumes angeordnet waren. Dadurch war die Wasserkühlung und Dauerschmierung, insbesondere des Blendenscheibenmotors, umständlich.
Hinzu kommt, dass bei jeder Veränderung der Umlaufszahl, Zeilenzahl oder des Bildformates und entsprechender Änderung der Lochscheibe eine davon abhängige Blendenscheibe benutzt werden muss.
Ferner bedingt die erforderliche Phaseneinstellung der Blendcnscheibe gegenüber der Lochscheibe die Anordnung eines gesonderten Phasenschiebermotors von beträchtlichem Umfang und Gewicht, sofern man nicht den feststehenden Teil des Blendenscheibenmotors im Vakuumgehäuse mechanisch dreht. Dies ist aber mit wesentlichem baulichen Aufwand verbunden. Es bildet einen Gegenstand der Erfindung durch eine zweckmässige Ausbildung einer Ausblendeeinrichtung die vorstehend genannten Nachteile zu vermeiden und darüber hinaus noch wesentliche Verbesserungen zu erzielen.
Erfindungsgemäss wird in unmittelbarer Nähe des Bildfensters eine geschlitzte Blendenscheibe angeordnet und während des Filmablaufes derart gedreht, dass durch die Schlitze der Blendenscheibe eine möglichst schmale Zone des Filmbildes freigegeben wird, innerhalb der sich die jeweils abzutastende Bildzeile befindet.
Die Blendenscheibe ist hinsichtlich Gestaltung und Antriebsgeschwindigkeit völlig unabhängig von der Lochscheibe. Sie weist einen wesentlich geringeren Durchmesser auf als die Blendenscheibe im Vakuum. Sie ist mit einer entsprechenden Anzahl von rechteckigen oder radial verlaufenden Schlitzen versehen, deren Entfernung im Abtastbereich von Mittellinie zu Mittellinie der Bildhöhe entsprechen muss und die mit Filmgeschwindigkeit über das Bild bewegt werden. Somit ist die Grösse der Scheibe durch die Schlitzzahl gegeben. Die Mindestschlitzzahl wäre etwa 15, entsprechend einem Durchmesser der Blendenscheibe von etwa 120 mm. Wird der Antrieb der Blendenscheibe z. B. von einer Achtbildertrommel des vorhandenen Projektors abgenommen, so muss bei einer Anzahl von 32 Schlitzen eine Übersetzung von 1 : 4 eingeschaltet werden.
Die günstigen optischen Bedingungen dieser Anordnung der Blendenscheibe ergeben sich dadurch, dass diese verhältnismässig kleine Scheibe mit grosser Genauigkeit angefertigt werden und in einer Entfernung von 1 bis 2 mm vom Filmband entfernt betriebsmässig laufen kann. Die Schlitze der Blendenscheibe bewegen sich entgegen der Ablaufrichtung des Filmbandes mit Filmgeschwindigkeit.
Das hat zur Folge, dass das kontinuierlich vorbeilaufende Filmbild zweimal abgetastet wird.
Diese Blendenscheibe hat die gleiche Funktion im Abtastvorgang wie die Blendenscheibe im Vakuum. Die letztere wird dadurch also überflüssig. Das Gehäuse des Vakuums mit der Lochscheibe allein kann nun wesentlich kleiner gehalten werden. Ferner braucht die Lochseheibe nicht mehr durch Stützteller vor mechanischen Beschädigungen durch die Blendenscheibe geschützt werden. Durch den Fortfall der Stützteller wird die drehende Masse der Lochscheibe wieder verringert. Auch die umständliche Anordnung zum Phasenschieben der Blendenscheibe im Vakuum kann jetzt fortfallen, weil eine. einfache mechanische Phaseneinstellung möglich wird.
Die Blendenscheibe muss synchron, phasenrichtig und pendelfrei laufen, was durch eine Schwungmasse oder ein bekanntes Ausgleichgetriebe erreicht werden kann. Die Blendenscheibe kann entweder durch den Motor des Projektors über ein entsprechendes Getriebe oder durch einen gesonderten synchron laufenden Elektromotor angetrieben werden. Das letztere ist vorteilhaft, weil dann die Blendenscheibe ebenso wie die Lochscheibe während des Betriebes der Apparatur dauernd mitlaufen kann, wodurch wiederholte Einstellungen der Phasenlage vermieden werden.
Um eine einwandfreie Übertragung zu erreichen, muss nämlich ausser dem genauen Gleichlauf zwischen Filmbewegung und Blendenschlitzbewegung für die richtige Phasenlage gesorgt werden.
Dies erfolgt hier durch eine leicht bedienbare mechanische Einstellvorrichtung. Das häufige Einstellen der Phasenlage kann durch eine günstige Wahl der Schlitzzahl ebenfalls vermieden werden. Die Schlitzzahl muss dann durch die mögliche Phasenlagenzahl des Projektormotors bzw. des Lochscheibenmotors teilbar sein. Es kommt dann bei jedem Anschalten immer wieder ein Schlitz in die richtige Phasenlage zur Lochscheibe.
Selbstverständlich muss dafür gesorgt werden, dass alle optischen Bedingungen bei der Bildzerlegung in denkbar bester Weise erfüllt werden. Falls man z. B. zur Erzielung grösserer Schärfen ausblenden will, muss die Ausblendung zweckmässig in der Abbildungsebene des Metalldrahtes der Lampe erfolgen, um eine gleichmässige Helligkeit über die gesamte Bildfläche zu gewährleisten.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform der Erfindung schematisch dargestellt.
Das Licht, das vom Metalldraht 1 der Lampe 2 ausgeht, wird durch den Kondensator 3 auf den im Bildfenster 4 befindlichen Abschnitt des Films 5 geworfen, der von der Abwickelspule 6 über eine elastische Filmbahn, die nicht dargestellt ist, zur Aufwickelspule 7 läuft. Unmittelbar vor oder hinter dem Bildfenster 4 liegt die Blendenscheibe 8, die von einem nicht dargestellten Motor in Pfeilrichtung angetrieben wird. Dann geht der Lichtstrahl durch die Korrekturoptik 9 und die Objektive 10 und 11 zur Lochscheibe 12.
Es ist zweckmässig die Metalldrahtlampe, den Kondensor, die Blendenscheibe mit Antrieb und Führungsteilen des Bildfensters, wie die elastische Filmbahn, als einen besonderen Apparaturteil
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auf einem Schlitten anzuordnen, der zum Zwecke des Filmeinlegens oder Reinigens des Bildfensters von diesem fortbewegt und wieder herangeführt werden kann. Diese Einrichtung kann auch nach einer beliebigen Richtung abklappbar gestaltet werden, um eine leichte Zugänglichkeit zu schaffen. Bei diesen Anordnungen befindet sich die Korrekturoptik 9 im feststehenden Teil des Filmvorschubwerkes.
Die Einrichtung nach der Erfindung ist nicht nur für Lochscheibenabtaster beim Zwischenzeilenverfahren benutzbar, sondern auch für alle mechanischen Abtastvorrichtungen, die mit 50 oder mehr Bildwechseln pro Sekunde oder mit höheren Umdrehungszahlen der Lochscheibe als 1500 pro Minute arbeiten.
Ein mit dieser Einrichtung versehener Projektor kann an Stelle eines mechanischen Abtasters auch mit einer Bildfängerröhre versehen werden. Für diese Röhre liegt der Vorteil dieser Anordnung der Blendenscheibe darin, dass auch nur eine möglichst schmale Zone der Kathode jetzt Licht bekommt, in der sich die abzutastende Zeile befindet. Daraus folgt eine weitgehende Schonung der photoelektrischen Schicht.
Bei Verlegung der Blendenscheibe aus dem Vakuumgehäuse zum Bildfenster macht die Auslösung der Synchronisierimpulse durch gesonderte, konzentrisch auf der Lochscheibe angeordnete Schlitze, die sonst mit der Blendenscheibe im Vakuum zusammenwirken, keine Schwierigkeit.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Ausblendeeinrichtung für die Fernsehübertragung von kontinuierlich laufenden Filmen, wobei die Abtastung entgegen der Laufrichtung des Filmes mittels einer in einem Gehäuse angeordnete Lochscheibe mit einer mehrfachen Lochspirale oder mehreren Lochspiralen bzw. mittels Bildfänger erfolgt, wobei durch eine Blendenscheibe mit einer Anzahl hintereinander zur Wirkung kommender Schlitze von gleicher Form und Anordnung eine schmale Zone des Filmbildes ausgeleuchtet wird, innerhalb der sich die jeweils abzutastende Bildzeile befindet, dadurch gekennzeichnet, dass diese Blendenscheibe in unmittelbarer Nähe des Bildfensters angeordnet ist und dass die Bildzerlegungseinrichtung, von der Lichtquelle aus gesehen, hinter dem Bildfenster angeordnet ist.