AT160493B - Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe.

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AT160493B
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Leibisch Dr Gitmul
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren, radioaktive Textilstoffe herzustellen, die ihre Radioaktivität durch Waschen nicht verlieren, vielmehr dauernd und intensiv   emanieren   sollen. Bei den bekannten Verfahren dieser Art werden radioaktive Verbindungen auf diese Gewebe mit   Fällung-   mitteln als unlösliche Verbindungen ausgefüllt. Jedoch werden dabei unlösliche anorganische Substanzen hergestellt, die auf dem Gewebe nur mechanisch aufgelagert und deshalb gegen mechanische Einflüsse nicht geschützt sind. Auch wird keine gleichmässige Dosierung erzielt, so dass es vorkommen kann, dass eine an sich schon erkrankte Haut verbrennt. Auch ist es bekannt, Ammoniumsulfat zu verwenden, so dass man als Endprodukt Radiumsulfat erhält, das jedoch relativ noch löslich ist. 



  Dasselbe gilt von dem bekannten Versuch, Radium-Barium-Palmitat zu verwenden. 



   Gemäss der Erfindung werden die Nachteile dadurch vermieden, dass Radium als öl-oder fettsaures Radium gleichzeitig mit öl-oder fettsaurem Aluminium niedergeschlagen wird. Auf diese Weise entstehen kolloidchemische Vorgänge, wobei das Radium-sowohl als Radiumbromid als auch als komplexes Salz-sich in dem Fällungsprozess verteilt. Die   wasserunlösliche   Schicht wird also durch einen chemischen Prozess erzielt, und diese Schicht schützt die radioaktive Substanz vor äusseren Einflüssen. Die physiologische Wirkung durch die erfindungsgemässe organische Schutzhülle ist bedeutend milder und   Hauptbeschädigungen   können nicht vorkommen, weil verhindert wird, dass Radium oder radioaktive Substanzen mit der Haut unmittelbar in Berührung kommen. 



   Der gemäss der Erfindung sich vollziehende Vorgang entspricht der Gleichung : 
 EMI1.1 
 
Beispiel : Es wurde eine Lösung hergestellt, in welcher auf   10l   Wasser 236 g essigsaures Aluminium gelöst waren ; ausserdem wurde diese Lösung mit 50 Mikrogramm Radiumbariumbromit beschickt. 



    In diesem Bade wurde eine bestimmte Menge der verschiedenen Gewebestoffe längere Zeit bei ó00 C gebadet, danach getrocknet und dann in nachfolgender Lösung etwa eine Stunde gekocht :   
 EMI1.2 
 
<tb> 
<tb> Olsaures <SEP> Natrium <SEP> 1250 <SEP> g
<tb> Wasser <SEP> 3000 <SEP> g.
<tb> 
 



   Nach dem Niederschlagen des ölsauren Aluminiums mit dem Radiumbarium wurde das Gewebe aus dem Reaktionsbade entfernt und getrocknet. 



   Mit dem so erzeugten radioaktiven Gewebe wurden die oben angeführten   Auslaugungsversurhe   wiederholt, und es wurde festgestellt, dass nunmehr die radioaktive Substanz an das Gewebe fest gebunden und in eine im Wasser unlösliche Form übergeführt war. 



   Dieser Vorgang erklärt sich nach der Gleichung : 
 EMI1.3 
 
Das niedergeschlagene, also an das Gewebe gebundene ölsaure Aluminium hat die Radiumsubstanz, welche ebenfalls an die Ölsäure gebunden ist, beim Ausfällen mitgerissen und sie wurde auf diese Art in   wasserunlöslicher   Form auf das Gewebe gebunden. 



   Der Vorteil des beschriebenen Verfahrens vom ärztlichen Standpunkt aus ist der, dass die danach hergestellten Gegenstände wiederholt gewaschen werden können, was hygienisch sehr wichtig ist, ohne dass man Gefahr läuft, dass das Radium ausgewaschen wird, in den Körper gelangt und dann grossen   Gesundheitsschaden   anrichtet. Die Herstellung solcher Gegenstände kann auch in Verbindung 

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 mit andern Stoffen, besonders Gummi od. dgl. oder ohne dieselben aus Baumwolle, Wolle, Seide, Kunstseide, Flachs, Hanf, Jute, Ramie und Faserstoffen erfolgen. 



   Besonders bei Leibwäsche, Suspensorien, Büstenhaltern, Binden, Gesichtsmasken, Leibbinden, Strümpfen,   Wäsche,   Kompressen usw. ist das Gewebe den körperlichen Absonderungen, wie Schweiss, flüchtigen Fettsäuren und andern Zersetzungsprodukten, ausgesetzt. Durch diese Absonderungsstoffe treten chemische Vorgänge ein, wobei der Radiumträger, besonders Radiumbariumbromit, mit diesen Stoffen in Reaktion tritt und in kristalloide Form übergeht und somit wasserlöslich, d. h. auswaschbar wird. 



   Die vom medizinischen Standpunkt aus zu berücksichtigende Gefahr ist nicht allein die Auswasehbarkeit, sondern infolge der Löslichkeit entsteht ein unkontrollierbarer radiumaktiver Niederschlag auf den empfindlichen Körperstellen. Von dort aus kann er gegebenenfalls in den Körper weiter eindringen und zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen. 



   Gemäss dem neuen Verfahren bleibt jedoch das Radiumbariumbromit und das Aluminium mit der Ölsäure in komplexer Verbindung und wird dadurch fest an das Gewebe gebunden, d. h.   wasserunlöslich,   und es werden u. a. folgende wichtige Vorteile erreicht :
1. ein Verlust an Radiumsubstanz wird durch ihre   Unlöslichkeit   vermieden ;
2. die Abgabe der Emanation wird verlangsamt, da die Radiumsubstanz wie in einer Schutzdecke (Lack) im fettsaure Aluminium eingeschlossen ist, was eine aus volkswirtschaftlichen Gründen wichtige Ersparnis an Emanation bzw.

   Radium bedeutet ;
3. diese Schutzdecke verhält sich wie ein Filter, wodurch eine subtilere Bestrahlungsmöglichkeit - Dosierung-gegeben ist ;
4. nach diesem Verfahren behandelte Gewebe und Gegenstände sind infolge der obenerwähnten Sehutzdecke wasserdicht, was in Anbetracht ihrer medizinischen Verwendung von bedeutender Wichtigkeit ist, weil a) den Fäulnisbakterien der Boden entzogen wird, b) die Gewebe nur langsam von den Sekreten des Körpers beeinflusst werden und c) ein chemischer Einfluss unmöglich wird.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung radioaktiver Gewebe, bei welchem radioaktive Verbindungen auf diese Gewebe mit Fällungsmitteln als unlösliche Verbindungen ausgefällt werden, dadurch gekennzeichnet, dass Radium als öl-oder fettsaures Radium gleichzeitig mit öl-oder fettsaurem Aluminium niedergeschlagen wird.
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