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Die Erfindung betrifft eine Verbesserung des im Patent Nr. 156512 geschützten Wagenkastens für Kraftfahrzeuge aus geschichteten Kunstharzstoffen, insbesondere aus mit Kunstharz getränkten Papierlagen. Nach dem Stammpatent werden die wesentlichen Teile des Wagenkastens, wie Wagenboden, Dach, Seitenteile, Türen, Heckteil, Windlaufteile u. dgl., durch Einwirkung von Hitze und Druck je aus einem Stück in die gewünschte Gestalt gepresst und miteinander verbunden. Da für die Formgebung der Teile die Anwendung von Hitze und hohem Druck erforderlich ist, so müssen insbesondere für grosse Aufbauteile, wie beispielsweise den Wagenboden, entsprechend grosse Pressen verwendet werden, deren Beschaffung bei kleineren Serien nicht gerechtfertigt erscheint.
Es ist nun bekannt, bei den bisher üblichen Wagenkasten aus Holz oder Blech den Boden ebenfalls aus Holz oder Metall herzustellen. Der Boden wurde dabei üblicherweise auf dem Fahrgestell-
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gestellrahmen angebracht wurde. Bei Ganzstahlaufbauten, deren Teile durch Schweissen miteinander vereinigt werden, hat man den Wagenkasten durch die formsteif Verbindung der Teile untereinander so fest ausbilden können, dass der Fahrgestellrahmen fortfallen kann und der Wagenkasten selbst die Belastung unmittelbar aufnimmt.
Für einen aus Kunstharz hergestellten Wagenkasten bedeutet es nun herstellungstechnisch eine wesentliche Vereinfachung, wenn statt des nur durch teure Gesenke und Stempel herzustellenden Bodens aus Kunstharz ein Boden aus Holz oder Blech verwendet wird. Die Erfindung besteht nun darin, dass die den Wagenkastenaufbau bildenden Pressteile mit ihren unteren Pressstoffrändern mit dem Holzoder Bleehboden unmittelbar verbunden werden, während an den hochbeanspruchten Stellen, wie beispielsweise an den Türpfosten, zusätzliche Versteifungsteile zur Verbindung von Boden und Aufbau vorgesehen sind. Der Boden besitzt dabei in der übliehen Weise die notwendigen Längs-und Querversteifungen.
Ein gemäss der Erfindung zu verwendender Boden lässt sich in einfacher Weise herstellen, indem er mit den üblichen Blechpressen aus einem Stück geprägt wird und durch Aufschweissen, Aufnieten od. dgl. die notwendigen Versteifungen erhält oder indem er bei Herstellung aus Holz ohne teure Hilfsvorrichtung aus Sperrholzplatten zusammengesetzt werden kann.
Für die Herstellung eines selbsttragenden Wagenkastens lässt sich die Anordnung gemäss der Erfindung in gleicher Weise verwenden, wenn die Verbindungsmittel zwischen Wagenkastenaufbau und Boden entsprechend starr und fest ausgebildet werden, so dass ein formsteifes Gebilde entsteht, während die Längsversteifungen des Bodens so weit nach vorn durchgeführt sind, dass an ihnen der Motor und das vordere Achsaggregat befestigt werden können. Für die Herstellung eines selbsttragenden Wagenkastens kommen als Verbindungsteile, insbesondere an den hochbeanspruchten Stellen, Metallversteifungen in Frage, die den Wagenkastenaufbau besonders formsteif und verwindungsfest machen.
Durch den Fortfall des Fahrgestellrahmens bekommt der Wagen ein leichtes Gewicht, während seine Festigkeit auch den Beanspruchungen durch starke Antriebsmotore mit entsprechend höherer Nutzlast gewachsen ist.
Im Sinne des Stammpatentes können die Verbindungsränder der den Wagenkastenaufbau bildenden Pressteile durch aufgelegte, aus dem gleichen Werkstoff bestehende Streifen und durch gleich-
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zugleich eine hohe Festigkeit und ermöglichen auch eine feste und formsteife Verbindung der Teile untereinander, so dass ein Lösen der Verbindungsmittel auch bei starker Beanspruchung des Fahr-
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Holz oder aus Blech hergestellt ist, mit einer Kunstharzschicht überzogen. Diese Schicht gibt dem Boden, insbesondere bei diinnwandiger Ausbildung, eine erhöhte Festigkeit und die gleiche wertvolle Widerstandsfähigkeit gegenüber Regenwasser und sonstige schädliche Einflüsse, so dass die Lebensdauer des Wagenaufbaues trotz der Verwendung von zweierlei Baustoffen keineswegs herabgesetzt wird.
Ausserdem lässt sieh die äussere Oberfläche des Bodens durch diese Kunstharzsehicht der Oberfläche des Kunstharzaufbaues völlig anpassen.
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an einer Reihe von Ausführungsbeispielen, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Wagenkasten im Längsschnitt, Fig. 2 einen Teilschnitt nach der Linie lI-lI der Fig. 1, Fig. 3 einen Teilschnitt nach der Linie III-III der Fig. l, Fig. 4 einen Teilschnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 1, Fig. 5 eine Draufsicht zu Fig. 2, Fig. 6 eine Draufsicht zu Fig. 3, Fig. 7 einen selbsttragenden Wagenkasten im Längsschnitt, Fig. 8 eine Draufsicht des Wagenkastens, teilweise im Schnitt.
Fig. 9 einen Teilschnitt nach der Linie IX-IX der Fig. 7, Fig. 10 einen Teilschnitt gemäss einer Ausbildungsvariante nach der Linie IX.-IX der Fig. 7, Fig. 11 einen Teilschnitt na eh der Linie XI-XI der Fig. 8, Fig. 12 eine Draufsicht zu Fig. 10, Fig. 13 einen Teilschnitt einer weiteren
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kasten 5a aus einem Stück mit der Umrahmung für die Seitenfenster 6 sowie einem Wagenheekteil 7 und einem Boden 8. Die Teile 1 bis 7 bestehen bei dem Ausführungsbeispiel aus verhältnismässig dünnwandigem Kunstharzpressstoff, beispielsweise mit geschichteten) Papier als Füllstoff und einer Schlag-
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Blech gepresst und läuft nach hinten vom Ansatz des Radkastens 5a ab in einen flachen Teil 9 aus.
Im vorderen Teil ist er durch seitliche kastenartige Versteifungen 10 in der Längsrichtung versteift, und zur Querversteifung sind Profile 11 und 12 aufgesetzt, die gleichzeitig zur Abstützung der Sitzschienen dienen. Das hintere Profil ist schräg verlaufend ausgebildet und dient auch als Fussauflage für die hinteren Sitze.
Für den Zusammenschluss untereinander und mit dem Boden sind die Teile 1 bis 7 mit Rändern 13 versehen und mit den Rändern der benachbarten Teile und den Flanschen des Bodens durch übliche Schraubbolzen oder ähnliche Verbindungsmittel verbunden. An hoehbeanspruchten Stellen, beispielsweise am vorderen Türpfosten, bilden Metallwinkel 14 die Verbindungsmittel. Diese sind U-förmig
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mit den Kunstharzpressteilen verbunden sind. Für die hinteren Türpfosten sind ähnliche Verbindungs- stücke 18 vorgesehen und ausserdem ist hier der Radkasten 5 a. durch ein Blech 19 mit dem Verbindungs- stück 18 mittels Nieten oder Schrauben festgelegt.
An den Zusammensehlussstellen, insbesondere zwischen Kunstharz und Blech, sind die Ränder der Kunstharzpressteile durch aufgelegte Streifen des gleichen Werkstoffes, wie bei 20 angegeben, verstärkt. Diese Streifen werden beim Pressvorgang mit dem übrigen Werkstoff im Sinne einer Verschweissung vereinigt und sind zweckmässig so stark, dass gewöhnliehe Treibsehrauben (Ealonsehrauben) als Verbindungsmittel benutzbar sind.
Für den Boden kann bei dieser Ausführungsform auch Sperrholz mit eingelegten Längsträgern verwendet werden.
Nach den Fig. 7 und 8 ist der gesamte Wagenaufbau der gleiche wie in den Fig. 1 bis 6 ; nur ist hier der Boden derart formsteif ausgebildet und mit dem Wagenaufbau so fest verbunden, dass ein selbsttragender Wagenkasten entsteht. Die seitlichen aufgesetzten Profile 10a des Bodens sind dabei so weit nach vorne geführt, dass sie zum Aufhängen des Motors und der Vorderräder benutzbar sind. Querversteifungen 11a und 12a sind mit entsprechend grösserer Höhe gleichfalls vorgesehen und weitere Querversteifungen 11c sind an andern hoehbeanspruehten Stellen zur Versteifung auf den Boden aufgelegt oder unterihm befestigt.
Für den Anschluss des flachen Bodenteiles 9 sind Querversteifungen 21, 22 angesetzt, die den Boden in diesem Teil so versteifen, dass eine übliche Gummiabfederung 23 für die Hinterräder an den Boden ansetzbar ist.
Nach Fig. 9 sind die seitlichen Versteifungen 10a als aus einzelnen Blechstreifen zusammengesetzte Kastenträger ausgebildet, während die Fig. 10 bis 12 und 14,16 als Längsversteifungen durchgehende U-Profile lOb zeigen. Die Unterseite des Bodens ist zum Schutze gegen Regenwasser mit einer Kunstharzschicht 24 belegt.
Fig. 11 zeigt zwischen der Tür 6a und dem Längsträger lOb ein
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durch Längsversteifungen 26 zusammengehalten, in die übliche Treibschrauben 27 zum Anschluss der Kunstharzränder festschraubbar sind. Ein Kastenteil 28 zur Aufnahme der Füsse ist hier aus Blech
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ausgeführt ; die der Fahrbahn zunächstliegende Sperrholzplatte kann hier gleichfalls mit einer Kunstharzschicht bedeckt sein oder von vornherein mit Kunstharz getränkt sein.
Die Fig. 14 und 16 zeigen die besonders formsteife Ausbildung des hinteren Bodenteiles und der Seitenwände sowie die eine gute Querversteifung ergebenden Flansche 21, an die der hintere Bodenteil 9 angesetzt ist.
In Fig. 15 folgt der verstärkte Rand 13 des Radkastens 5a dem Verlauf der zum Ermöglichen des Durchfedern der Hinterräder vorgesehenen Durchpressungen 29 des Bodenteiles 9, mit dem der Rand des Pressteiles 5a fest vereinigt ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Wagenkasten für Kraftfahrzeuge aus geschichteten Kunstharzstoffen nach Patent Nr. 156512, dadurch gekennzeichnet, dass die den Wagenkastenaufbau bildenden Pressteile mit ihren unteren Pressstoffrändern und an hochbeanspruehten Stellen, wie an den Türpfosten, mit Versteifungsteilen an einem Boden aus Blech oder Holz befestigt sind, der zugleich die notwendigen Längs-und Querversteifungen besitzt.