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Rückstellvorrichtung für Lauf-oder Treibachsen elektrischer Lokomotiven.
Die von elektrischen Lokomotiven und Triebfahrzeugen verlangte Kurvenläufigkeit lässt sich in vielen Fällen nur dadurch erreichen, dass man einzelne Achsen, sei es Lauf-oder Treibachsen, beweglieh gegenüber dem Oberrahmen anordnet. Die Laufachse werden meist in der Gleisebene verschwenkbar angeordnet, während man die Treibachsen axial verschiebbar in der Lokomotive lagert. Auf diese Weise können sich die Räder der Lauf-und Treibaehsen den Gleiskrümmungen anpassen. Durch diese Anordnung der Achsen wird jedoch die gute Fahreigenschaft der Lokomotiven auf gerader Strecke in Frage gestellt.
Man hat zwar bereits bei axial verschiebbaren Treibachsen Rückstelleinrichtungen, wie Federn od. dgl. vorgesehen, um damit ein Pendeln der Treibachsen bei der Fahrt auf gerader Strecke in den zulässigen Grenzen zu halten. Es sind ferner Vorrichtungen zur Begrenzung der axialen Bewegung einer Achse bekannt geworden, die willkürlich, z. B. durch den Fahrzeugführer, betätigt werden. Bei den neuerdings geforderten starken Gesehwindigkeitserhöhungen kommt es trotz dieser Einrichtungen zu einem starken Schleudern der Lokomotiven auf gerader Strecke, wenn nicht zu einer Entgleisungsgefahr bei unachtsamer Bedienung der Rückstellvorrichtung durch den Fahrer.
Bei Lokomotiven, welche mindestens eine Achse parallel zur Gleisebene gegenüber dem Oberrahmen der Lokomotive axial beweglich gelagert haben und bei denen eine Vorrichtung zur Begrenzung der Axialbewegung der Achse vorgesehen ist, werden diese Nachteile gemäss der Erfindung dadurch vermieden, dass die Beweglichkeit der Achse parallel zur Gleisebene bei höheren Geschwindigkeiten des Fahrzeuges zwangsläufig begrenzt, bei geringeren Geschwindigkeiten dagegen frei gegeben ist.
Die erfindungsgemäss zwangläufige Begrenzung oder Freigabe der axialen Beweglichkeit der Achse, abhängig von der Geschwindigkeit des Fahrzeuges, sichert das jeweils rechtzeitig und im richtigen Sinne einsetzende Wirken der Rückstellvorrichtungen, unabhängig von der Aufmerksamkeit des Fahrers. Die Grenzgeschwindigkeit, bei der die Seitenbeweglichkeit der Achse ausgeschaltet wird oder gerade noch vorhanden ist, richtet sich einerseits nach den Laufeigenschaften der Lokomotivgattung und anderseits nach der Linienführung der Strecke und der Besehaffenheit des Oberbaues.
Die Grenzgeschwindigkeit kann beispielsweise bei einer Geschwindigkeit von etwa 60 km je Stunde liegen ; es sind jedoch auch Fälle denkbar, in denen die Begrenzungseinrichtung bereits bei einer geringeren oder aber auch bei einer höheren Geschwindigkeit zur Wirkung gebracht oder ausgeschaltet wird. Die Begrenzung der Seitenbeweglichkeit erfolgt bei zunehmender Fahrgeschwindigkeit beim Überschreiten des eingestellten Grenzwertes. Wird dagegen die Geschwindigkeit des Fahrzeuges ver- ringe, rt und dabei der Grenzwert unterschritten, so wird die Begrenzung der Seitenbeweglichkeit der Achse wieder rückgängig gemacht.
Die Vorrichtung kann so ausgebildet sein, dass die Begrenzung und Freigabe der Beweglichkeit der Achse von einem Fliehkraftregler gesteuert ist, der in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit arbeitet.
Ein Ausführungsbeispiel für die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
Die Fig. 1 zeigt im Schnitt eine Begrenzungseinrichtung für die axial verschiebbare Achse 3 mit den Rädern 1 und 2, an der eine Führung 4 angeordnet ist. In der Führung ist der Hebel 8 mit einem Kugelgelenk gelagert. Am andern Hebelende ist der Stössel 11 angelenkt, der über die Befestigungsstellen der Federteller 12, 13, 14 und 15 hinaus verlängert ist. Zwischen den Federtellern sind die Federn 16 und 17 angeordnet. Die beiden Stösselenden sind mit 23 und 24 bezeichnet. Gleich-
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Zylinder werden von einem nicht dargestellten Kompressor über die Leitung 31, den Luftbehälter und ein Steuerschieberventil 3. 3 gespeist.
In die Leitungen 34 und 35 vom Steuersehieberventil zu den Zylindern 25 und 26 sind Rückschlagventile. 36 und 37 eingeschaltet. Die Auslassleitungen der
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Stange 45 mit der Muffe 46 eines Fliehkraftreglers 47 mechanisch verbunden, der über die Kegelräder 48 und 49 von einer Achse 50 angetrieben wird.
Bei geringer Geschwindigkeit befindet sieh die Einrichtung in der dargestellten Lage. Alsdann kann sich die Achse 3 in den zugelassenen Grenzen in axialer Richtung frei bewegen und etwaigen Gleiskrümmungen ohne weiteres folgen. Befindet sieh dagegen das Fahrzeug auf gerader Strecke und fährt es mit hoher Geschwindigkeit, so wird vom Fliehkraftregler 47 der Schieber 44 nach unten bewegt. Hiebei wird die Zuleitung vom Kompressor und vom Steuerschieberventil zu den Leitungen 34 und 35 frei gegeben, während die Auspuffleitungen der Zylinderräume abgesperrt werden. Diese Stellung des Schiebers 44 ist in der Zeichnung dargestellt. Die Druckluft strömt aus der Leitung 31,
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ventile 36 und 37 in die Zylinder 25 und 26. Die Kolben 27 und 28 werden durch die Druckluft oder den Dampf gegen die Stösselenden 23 und 24 zu bewegt.
Trifft bei dieser Bewegung die der Feder 29 bzw..'30 zugewendete Kolbenseite auf den Anschlag 51 bzw. 52, so ist damit die Seitenbewegliehkeit der Achse 3 völlig aufgehoben. Auf gerader Strecke oder in Kurven mit sehr grossem Krümmungshalbmesser wird auf diese Weise die Laufeigensehaft des Triebfahrzeuges beträchtlich verbessert.
Wird die Geschwindigkeit des Fahrzeuges herabgesetzt, so führt der Fliehkraftregler 47 eine erneute Verstellung des Schiebers 44 herbei. Hiebei werden die Auspuffleitungen 38 und 39 der Zylinder 25 und 26 über die Umsteuerkanäle 40 und 41 mit den Auspüffen 42 und 43 verbunden. Die Zylinder werden entlüftet und die Kolben durch die Federn 29 und 30 in die dargestellte Lage zurück- geführt. Auf diese Weise wird die Seitenbeweglichkeit der Achse wieder hergestellt.
Die Erfindung ist nicht auf elektrische Lokomotiven oder Triebfahrzeuge beschränkt, sie kann vielmehr auch bei andern Lokomotiven Verwendung finden.
Die Fig. 2 zeigt im Schnitt die Anordnung der symmetrisch zur Achse 3 liegenden Hebel 8.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. RÜckstellvorrichtung für Lauf- oder Treibachsen elektrischer Lokomotiven, bei denen mindestens eine Achse parallel zur Gleisebene gegenüber dem Oberrahmen der Lokomotive axial beweglich gelagert und eine Vorrichtung zur Begrenzung der Axialbewegung der Achse vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Beweglichkeit der Achse parallel zur Gleisebene bei höherer Geschwindigkeit des Fahrzeuges zwangläufig begrenzt, bei geringerer Geschwindigkeit dagegen freigegeben ist.