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Ankopplung von Photozellen an Verstärker bei der Wiedergabe von Tonfilmen.
Es ist bekannt, bei der Wiedergabe von Tonfilmaufzeichnungen, bei denen die Schwingungen in
Gegentaktschrift aufgezeichnet worden sind, zwei Photozellen zu verwenden, die an eine in Gegentakt arbeitende Verstärkereinrichtung angeschaltet sind, indem die eine Photozelle an das Gitter der einen und die andere Photozelle an das Gitter der zweiten Röhre geschaltet wird. Die in einem solchen Falle vorhandenen zwei Röhren sind nachteilig, weil diese beiden Röhren in bezug auf ihre elektrischen
Daten genau symmetrisch sein müssen. Diese Bedingung kann bei der Errichtung der Anlage erfüllt werden, während des Betriebes kann es aber dann vorkommen, dass sich die eine Röhre früher abnutzt als die andere. Auf diese Weise ist die Symmetrie gestört, was Verzerrungen in der Tonwiedergabe zur Folge hat.
Diese Nachteile werden nach der Erfindung dadurch vermieden, dass die beiden Photozellen über ein gemeinsames Übertragungsglied auf ein und dieselbe Röhre arbeiten. Als gemeinsames Über- tragungsglied kommt hiebei nach der Erfindung ein Ohmscher oder Induktivwiderstand, z. B. Drossel oder Transformator, in Frage, wobei das eine Ende an das Gitter der Röhre und das andere Ende an die Kathoden der Photozellen angelegt ist. Bei der Verwendung von Induktivwiderständen können nach der weiteren Erfindung ausserdem noch zusätzliche Parallelwiderstände vorgesehen sein für die
Symmetrierung der Zellen. Die erfindungsgemässe Anordnung hat ausserdem den Vorteil, dass über eine einzige Photozelle ohne besondere Umschaltungen auch eine Aufzeichnung wiedergegeben werden kann, die im Gleichtakt aufgezeichnet ist.
Die Erfindung und weitere Einzelheiten werden an Hand der Figuren beispielsweise näher erläutert.
In Fig. 1 arbeiten die beiden Photozellen A und B über das gemeinsame Übertragungsglied 1, eine Drossel nach Art eines Autotransformators, auf die Verstärkerröhre 10. Das Gitter erhält seine
Vorspannung über die Batterie 11 und die beiden Photozellen erhalten ihre Spannung aus der gemeinsamen Batterie 9. Zwei gleiche Elektroden, z. B. die Anoden der Photozellen, sind über einen Widerstand 3 und den Kondensator 6 bzw. 3'und 6'mit den Enden der Drossel 1 verbunden. Die Widerstände 3 bzw. 3'sind ferner über weitere Widerstände 2 bzw. 2'untereinander und mit dem Punkt 7 verbunden. Die Verbindung zwischen den Elektroden der Photozelle und dem Widerstand 3 bzw. 3' geschieht in Form eines Abgriffes 4 bzw. 4'nach Art eines Potentiometers, das es ermöglicht, die beiden Photozellen auf Symmetrie einzustellen.
Diese Einstellung kann mit Hilfe eines Hebels 5 bewirkt werden, so dass die Verstellung gleichzeitig und in gleichen Beträgen möglich ist. Die Kondensatoren 6 und 6'haben den Zweck, die Photozellenspannung von dem Verstärker fernzuhalten. Die Drossel 1 ist in ihrer Mitte bei dem Punkt 8 angezapft und mit der Kathode der Röhre verbunden. Dieser Mittelpunkt kann auch mit dem Punkt 7, der die Mitte der Potentiometeranordnung darstellt, über einen Kondensator 12 oder auch direkt verbunden sein. Die Punkte 7 und 8 haben wechselstrommässig gleiches Potential. Die durch die Belichtung der Photozelle erzeugten Ströme fliessen durch die Widerstandsanordnung in Richtung der eingezeichneten Pfeile gegentaktartig, wie es für die Wiedergabe von Gegentaktschrift notwendig ist.
Die vorgeschlagene Symmetrieanordnung mittels Potentiometers hat den Vorteil, dass bei Verschieben der Abgriffe 4 und 4'die Grösse der Wechselspannung, die von der Photozelle herrührt, eingestellt werden kann, ohne dass das Übertragungsglied hiedurch beeinflusst wird.
Bei der Anordnung nach Fig. 2 besteht das gemeinsame Übertragungsglied aus einem Transformator T mit der Primärwicklung 1, dessen Sekundärwicklung mit Gitter und Kathode der Röhre
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verbunden ist. Die Potentiometeranordnung für die Symmetrierung der Zellen ist genau so wie in Fig. 1 und mit den gleichen Buchstaben für die einzelnen Schaltelemente bezeichnet. Die beiden Zellen A und B erhalten ihre Vorspannung aus getrennten Batterien 14 bzw. 13. Ferner liegen in Fig. 2 nicht die gleichen Elektroden der Photozellen an den Abgriffen 4 bzw. 4', sondern entgegengesetzte. Die Anordnung ermöglicht, Aufzeichnungen wiederzugeben, die im Gleichtakt, also der gewöhnlichen Schriftart, aufgezeichnet sind. Sie gestattet aber auch ohne weiteres die Wiedergabe von Aufzeichnungen in Gegentaktsehrift.
Hiezu ist es lediglich erforderlich, eine der beiden Photozellen und die zugehörige Batterie umzupolen. In dem dargestellten Beispiel arbeiten die Zellen im Gleichtakt und die Ströme fliessen in Richtung der eingezeichneten Pfeile. Die Kondensatoren 6 und 6'sind in dieser Anordnung unter Umständen entbehrlich.
Das Übertragungsverhältnis des Transformators kann so gewählt werden, dass der Vorverstärker nicht in unmittelbarer Nähe der Photozellen stehen muss. Hiebei wird zweckmässig zur Ubertragung ein kapazitätannes Kabel verwendet.
Die Anordnung nach Fig. 3 zeigt eine Ankopplung, bei der als gemeinsames Übertragungsglied zwei vollkommen gleichwertige Übertrager verwendet werden, die sekundärseitig parallel oder in Reihe geschaltet sind. Die eine Leitung auf der Sekundärseite führt an das Gitter einer Röhre und die andere Leitung an die Kathode. Durch diese Anordnung kann eine weitere Verbesserung in der Symmetrierung, insbesondere nach höheren Frequenzen hin, erzielt werden. Nach höheren Frequenzen hin tritt nämlich leicht durch Streuung eine Kapazitätsdifferenz und daher sowohl eine Amplituden-als auch eine
Phasenverschiebung der beiden Photozellenspannungen gegeneinander ein.
In der Anordnung nach Fig. 4 arbeiten die beiden Photozellen A und B auf einen gemeinsamen Widerstand 15 derart, dass bei der Gegentaktbelichtung, bei welcher die beiden Zellen abwechselnd den Stromkreis schliessen, an dem Widerstand 15 über die Leitungen 16 und 17, von denen die eine an das Gitter und die andere an die Kathode einer Verstärkerröhre gelegt ist, unmittelbar die Steuerwechselspannung abgegriffen werden kann. Hiebei liegen die beiden Photozellen A und B in Reihe und werden aus getrennten Stromquellen 18 und 19 gespeist.
Die erfindungsgemässen Anordnungen können zur Wiedergabe von Gegentaktaufzeichnungen verwendet werden, bei denen entweder zwei Tonspuren vorhanden sind, von denen die eine Tonspur die eine Halbwelle und die andere Tonspur die andere Halbwelle aufweist. Es können aber auch solche
Gegentaktaufzeichnungen wiedergegeben werden, bei denen jede Tonspur die positiven und negativen Halbwellen ganz oder teilweise enthält, wobei die beiden Spuren gegeneinander um 1800 phasenverschoben aufgezeichnet sind. Die Anordnungen ermöglichen es auch, Gleichtaktfilme wiederzugeben, auf denen eine Tonspur vorhanden ist, in der die positiven und negativen Halbwellen in der üblichen Weise aufgezeichnet sind. Hiebei können entweder die Photozellen umgeschaltet werden oder es kann auch eine Photozelle abgedeckt werden.
Es ergibt sich also hiebei eine einfache Anordnung zur wahlweisen Wiedergabe der verschiedenen Arten von Aufzeichnungen.
Die erfindungsgemässen Anordnungen können auch zum Anschluss an einen bekannten Gegentaktverstärker verwendet werden.
Die beiden getrennten Photozellen können auch ersetzt werden durch zwei selbständige, in einem gemeinsamen Glaskörper untergebrachte, aus Anode und Photozellenkathode gebildete Entladungsstrecken.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Anordnung zur Ankopplung von zwei Photozellen an einen Verstärker, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Photozellen über ein gemeinsames Übertragungsglied an dieselbe Verstärkerröhre angeschlossen werden.