AT157823B - Verfahren zur Vertilgung von Pflanzenschädlingen und zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten. - Google Patents

Verfahren zur Vertilgung von Pflanzenschädlingen und zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten.

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AT157823B
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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Vertilgung von Pflanzensehädlingen und zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten. 



   Die Verwendung von Seifenlösungen zur   Pflanzenschädlingsbekämpfung,   insbesondere zur Vernichtung der Blattläuse, ist seit Jahren bekannt. Seifenlösungen können aus festen Seifen also auch aus Schmierseifen hergestellt werden. Bisher wurden zur   Schädlingsbekämpfung   stets nur handels- übliche Seifen, die aus den üblichen tierischen Fetten, Pflanzenfetten und deren Säuren als auch aus Harz und Harzsäuren hergestellt werden, verwendet. Es ist weiters auch bekannt, dass durch Zusatz von Tabakextrakt, Petroleum und ähnlichen Mitteln die Wirkung der Seifenlösung verstärkt wird. 



   Nicht bekannt war jedoch bisher, dass rohe Tallölseife, ein Abfallprodukt aus der Natronzellulose, ohne jede weitere Veredelung als vorzügliches   Pflanzenschädlingsmittel   an Stelle der bisher verwendeten Seifenlösungen mit grösserem Erfolg als diese verwendet werden kann. 



   Da. der   Name "rohe Tallölseife" nicht   allgemein üblich ist, soll, um keinen Irrtum aufkommen zu lassen, die Gewinnung dieses Abfallproduktes zuerst geschildert werden. In den Natronzellulosefabriken wird heisse Natronlauge unter Druck auf zerkleinertes Holz einwirken gelassen. Bis auf die Zellulose löst sich das Holz auf und diese schwarze, trübe, übelrichende Lösung wird unter dem   Namen Sehwarzlauge."in grossen Behältern   aufgefangen. Nach dem Erkalten setzt sich auf der Schwarzlauge eine halbfeste, braune,   übelriechende,   schaumige Masse ab, das Abfallprodukt, dass hier als rohe Tallölseife zu verstehen ist. 



   Rohe Tallölseife kann mit einer handelsüblichen Seife, deren Gebrauch als Pflanzenschutzmittel bekannt ist, schon wegen des penetranten Geruchs und des Aussehens nicht verglichen werden. 
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 seifen sind durch Verseifung der im Holze befindlichen Harze, Harzsäuren, Fette und Fettsäuren wie Ölsäure, Linolensäuren, Palmitinsäure, Brassicasäure, Isolensäure, Oxyharzsäuren und Abientinsäuren mit der bei der Gewinnung des Zellstoffs zur Lösung verwendeten Natronlauge entstanden. Ausserdem enthält die rohe Tallölseife einen hohen Prozentsatz von Verunreinigungen, wobei die Feststellung gemacht wurde, dass einige dieser Verunreinigungen nicht ungünstig auf die Waschkraft wirken. 



  Aus dem Gesagten geht klar hervor, dass diese rohe Tallölseife mit einer   handelsüblichen   Seife nicht verglichen werden kann. 



   Aus der rohen Tallölseife wird durch Behandlung mit Säuren das "rohe Tallöl" und durch Destillation   das" Tallöl-Destillat" gewonnen. Man   hat es also hier mit drei verschiedenen Produkten zu tun : Rohe Tallölseife, rohes Tallöl und Tallöl-Destillat. 



   Dementsprechend ist auch die bisher bekannte   Verwendungsmöglichkeit   dieser drei Produkte verschieden. 



   Tallöl-Destillat wird in Finuland zur Erzeugung von Seifen verwendet. In Deutschland werden diese Seifen wegen des unangenehmen Geruches abgelehnt. Ausserdem werden entweder rohes Tallöl oder Tallöl-Destillat, je nachdem man ein reines Produkt erreichen will, für Asphaltemulsionen, Bohröle, Bohrfette, Firnissurogat usw. verwendet. Ein besonderes Anwendungsgebiet des rohen Tallöls liegt bei der Erzeugung des Obstbaumcarbolineums. 



   Rohes Tallöl und Tallöl-Destillat haben also die verschiedensten Verwendungen gefunden, nicht so die rohe Tallölseife. Durch die Umwandlung der rohen Tallölseife in rohes Tallöl und Tallöl-Destillat geht das   Natriumhydroxyd   verloren und ausserdem kosten Reinigung und Destillation soviel, dass das   Tallöl-Destillat   nicht mehr viel billiger als ein anderes Öl ist. Alle Versuche, die rohe Tallölseife zu desodorisieren und zu bleichen um die gereinigte rohe   Tallölseife   mit andern Fetten zu Kern und Schmierseifen zu verarbeiten, scheiterten an Geruch und Farbe.

   Da kam der Gedanke auf, die zu Pflanzen- 

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 bewirken, dass die rohe Tallölseife eine grössere Wirksamkeit als gewöhnliche Seifen hat, dass Tallölseife der Pflanze wegen seiner   Überfettung   weniger schadet als   gewöhnliche   Seife und dass die Bekämpfung der mit einer   Seifenlösung   zu bekämpfenden   Pflanzenschädlinge   durch die Anwendung der rohen Tallölseife mindestens um   200%   billiger wird. 



   Die Versuche ergaben die Richtigkeit der Annahme : sie wurden nach drei Richtungen geführt. 



   1. Untersuchung der Wirksamkeit der rohen Tallölseife auf Pflanzenschädlinge. Diese Versuche ergaben, dass eine   1#5%-3%ige Lösung in   Wasser genügt, um beispielsweise   Blattläuse   zu täten. 



   2. Untersuchung der Wirksamkeit der Tallöllösung in Verbindung mit Tabakextrakt, Petroleum usw. auf alle   Pflanzenschädlinge.   Es hat sich herausgestellt, dass diese Zusätze die Wirkung erhöhen. 



   3. Versuche. ob rohe Tallölseifenlösungen bis zu 3% auf Reben, Bäume und Sträucher und auf deren Früchte schädigende Wirkungen durch Verbrennen oder Beeinflussung des Geschmackes   der Fruchte hervorrufen.   Es wurde gefunden, dass keinerlei Schädigungen feststellbar waren. Pflanzen-   schädlingsbekämpfungsmittel,   welche Alkalien enthalten, rufen leicht Verbrennungen der Pflanzen hervor. Durch   die Überfettung   der rohen Tallölseifen können solche Verbrennungen nicht vorkommen. 



  Demnach hat die Verwendung von roher Tallölseife an Stelle der bisher verwendeten Fett-und Harzseifen für die Bekämpfung der durch Seifenlösungen zu bekämpfenden   Pflanzenschädlingen   folgende Vorzüge : Ein bisher fast wertloses Abfallprodukt wird, ohne dass Umarbeitungen dieses Abfallproduktes 
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 verwendeten Fett-und Harzseifen, deren Rohmaterialien zum   Grossteil   aus dem Auslande eingeführt werden müssen. Rohe Tallölseife ist in seiner Wirkung den bisher verwendeten Fett und Harzseifen infolge seines hohen Fett-und Harzsäuregehaltes überlegen. Sie ist wegen ihrer Überfettung den Bäumen, 
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 seifen.

   Rohe Tallölseife ist um ein Vielfaches billiger als die bisher verwendete Seife, so dass durch weit geringere finanzielle Aufwendung die gleiche Wirkung bei der   Schädlingsbekämpfung erreicht   werden kann. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Vertilgung von Pflanzenschädlingen wie Blattläuse,   Kirschblattläuse,   Stachelbeerläuse usw. und zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten wie die Stielfäule der Reben usw., gekennzeichnet durch die Verwendung von Lösungen der rohen Tallölseife, die sich bei der Herstellung des Natronzellstoffes an der   Oberfläche   der Sehwarzlauge als schaumige Masse absetzt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der rohen Tallölseifenlösung bereits bekannte Schädlingsbekämpfungsmittel wie Tabakextrakte. Nikotin. Petroleum usw. beigegeben werden. EMI2.4
AT157823D 1938-05-02 1938-05-02 Verfahren zur Vertilgung von Pflanzenschädlingen und zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten. AT157823B (de)

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Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1099253B (de) * 1959-01-16 1961-02-09 Phil Heinrich Wilhelm Sanderma Verwendung des bei der Destillation von Talloel anfallenden Vorlaufs als Schaedlingsbekaempfungsmittel sowie als Traeger und Hilfsstoff fuer fungicide, insekticide und herbicide Wirkstoffe

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1099253B (de) * 1959-01-16 1961-02-09 Phil Heinrich Wilhelm Sanderma Verwendung des bei der Destillation von Talloel anfallenden Vorlaufs als Schaedlingsbekaempfungsmittel sowie als Traeger und Hilfsstoff fuer fungicide, insekticide und herbicide Wirkstoffe

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