AT156683B - Verfahren zur Behandlung von Polyvinylalkoholen und ihrer Derivaten. - Google Patents
Verfahren zur Behandlung von Polyvinylalkoholen und ihrer Derivaten.Info
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Verfahren zur Behandlung von Polyvinylalkoholen und ihren Derivaten. Es wurde gefunden, dass wasserlösliche Farbstoffe der Kongorotgruppe oder sonstige diazotierte Derivate bzw. Homologe des Benzidins, wie z. B. Benzopurpurin die überraschende Fähigkeit besitzen, die mechanischen, thermischen, kolloidchemisehen und chemischen Eigenschaften von Polyvinyl- alkoholen, insbesondere den höher polymeren Formen, und ihren Estern, Acetalen und Äthern stark zu verändern. So können nach dem erfindungsgemässen Verfahren bei solchen Stoffen beispielsweise die Viskosität, Elastizität, Zähigkeit, Reiss-, Biege-und Druckfestigkeit, Temperatur-und Kochbeständigkeit, Undurchlässigkeit gegen Gase, Dämpfe und Flüssigkeiten und die Beständigkeit gegen Wasser und organische Lösungsmittel gesteigert werden. Die die Veränderung der obgenannten Eigenschaften von Polyvinylalkoholen und ihren Derivaten herbeiführenden Farbstoffe können auf die zerkleinerten, verpasteten, suspendierten, gelösten oder geschmolzenen bzw. plastifizierten Stoffe zur Einwirkung gebracht werden ; man kann sie solchen Ausgangsmassen zusetzen und erst nach der Verformung zu Gebrauchsgegenständen durch die Zeit- dauer der Wirkung oder gegebenenfalls auch durch Temperaturerhöhung oder Belichtung zur Aus- wirkung gelangen lassen ; man kann sie schliesslich auch auf fertige Erzeugnisse, wie beispielsweise Fäden, Filme, Schläuche-insbesondere auch Schläuche für Treibstoffleitungen-, Röhren und Presslinge aller Art nachträglich einwirken lassen, und dadurch je nach Wahl der Bedingungen eine mehr oder weniger oberflächliche oder tiefgreifende Veränderung im gewünschten Sinne erzielen. Bei all diesen Einwirkungen können die Polyvinylalkohole oder ihre Derivate auch die üblichen Zusätze, wie Weichmacher, Füllstoffe, Pigmente u. dgl. enthalten oder mit andern plastischen Massen irgendwelcher Art kombiniert sein. Das Verfahren bietet deshalb auch die Möglichkeit, ungünstige Nebenwirkungen einzelner Bestandteile, wie beispielsweise eine unerwünschte Beeinflussung der Beständigkeit gegen Lösungsmittel, durch den Weichmacher oder eine durch den Füllstoffgehalt bedingte Quellbarkeit u. dgl. zu beheben. Beispiel 1 : Eine 10% ige wässrige Lösung von mittelviskosem Polyvinylalkohol wird mit der gleichen Raummenge einer l% eigen wässrigen Lösung von Kongorot vermischt. Die Viskosität der Lösung. nimmt ständig zu. Nach zwei Tagen ist sie zu einer festen Masse erstarrt. Beispiel 2 : Es wird gemäss Beispiel 1 verfahren, jedoch eine Lösung von hochviskosem Polyvinylalkohol verwendet. Dabei wird die Masse schon fünf Minuten nach der Vermischung der Lösungen fest. Beispiel 3 : Eine 10% ige. wässrige Lösung von hochviskosem Polyvinylalkohol wird vorsichtig mit einer 1 igen wässrigen Lösung von Kongorot übersehiehtet. An der Grenzfläche entsteht ein Film von hervorragenden mechanischen Eigenschaften, der sich als wasserbeständig erweist. Die unterhalb des Films abgezapfte Polyvinylalkohollösung sowie die oberhalb abgegossene Kongorotlösung können nach demselben eigenartigen Verfahren weiter auf Filme verarbeitet werden. Beispiel 4 : Einer 12% igen Lösung von hochviskosem Polyvinylalkohol werden 0-1% Benzopurpurin zugesetzt. Trotz dieses ausserordentlich geringen Farbstoffzusatzes erstarrt die Masse schon nach kurzer Zeit zu einem Gel. Beispiel 5 : Mittelpolymeres Polyvinylaeetat (Verseifungszalil 650j wird in methylalkoholischer Lösung unter Zusatz von etwas Alkali umgeestert, so dass ein Polyvinylalkoholderivat mit Acetylgruppen von der Verseifungszahl 33 entsteht. Von diesem Polyvinylalkoholderivat werden 5 g mit <Desc/Clms Page number 2> 0. 5 g Kongorot vermischt und mit 25 cm Wasser versetzt. Nach zweistündigem Erhitzen im Wasserbad entsteht eine bei gewöhnlicher Temperatur feste, stark elastische Masse. Beispiel 6 : 5 eines aeetylhaltigen Polyvinylalkoholderivates (Verseilungszahl 76), das wie nach Beispiel 5 durch Umesterung in methylalkoholischer Lösung hergestellt worden ist, werden mit 1 g Kongorot vermischt und mit 25 c Wasser durch etwa zweistündiges Erhitzen im Wasserbad in Lösung gebracht. Es entsteht eine beim Erkalten völlig feste, stark elastische Masse. Beispiel 7 : 30 g eines Acetylgruppen enthaltenden Polyvinylalkoholderivates (Verseifungszahl 132), das nach Beispiel 5 hergestellt wurde, werden mit 2. 7 g Kongorot vermischt und in 150 em Wasser in Lösung gebracht. Nach zweistündigem Erhitzen im Wasserbad wird eine bei Zimmertemperatur feste, gut dehnbare, plastilinartige Masse von ausgezeichneter Klebfähigkeit erhalten. Beispiel 8 : 25 Teile einer 50% igen wässrigen Polyvinylacetatemulsion, die geringe Mengen von Polyvinylalkohol als Emulgator enthält, werden mit der gleichen Menge Wasser verdünnt und mit 2 g Kongorot versetzt. Nach zweistündigem Erwärmen auf dem Wasserbad wird eine feste, plastilinähnliche Masse mit ziemlicher Dehnbarkeit und schwacher Klebkraft erhalten. Das erfindungsgemässe Verfahren kann mit einer Härtung bzw. Beizung, Gerbung u. dgl. mit Hilfe von Metallverbindungen, beispielsweise Chromverbindungen, gegebenenfalls unter Beförderung oder Auslösung der Wirkung durch Belichtung, und (oder) mit Anhydriden, Aldehyden, Gerbstoffen u. dgl. sowie mit thermischen Behandlungsmethoden kombiniert werden. Auf diese Weise gelingt es, den verschiedenartigsten Anforderungen zu entsprechen.
Claims (1)
- Zur Erhöhung der Viskosität von Polyvinylalkoholen oder ihren Derivaten ist zwar schon eine Behandlung mit Tannin oder Formaldehyd vorgeschlagen worden. Ganz abgesehen davon, dass Formaldehyd praktisch nur dann wirkt, wenn der Polyvinylalkohol oder seine noch hydroxylhaltigen Derivate zum mindesten an der Oberfläche des zu behandelnden Körpers in ganz andersartige Körper, nämlich Acetale umgewandelt werden, zeigen sich die oben vorgeschlagenen Farbstoffe der Kongorotgruppe solchen Mitteln gegenüber durch eine unvergleichlich intensivere und zugleich viel genauer abstufbare Viskositätssteigerung bei vergleiehweise minimalen Zusätzen überlegen.Diese Überlegenheit erweist sich auch gegenüber der Wirkung von metanitrobenzolsulfosaurem Natrium, das als Zusatz zu Reservedruckfarben aus Polyvinylverbindungen zum Reservieren beim Färben mit Küpenfarbstoffen vorgeschlagen wurde und dessen Wirkung auf einer Oxydation beruht. Ganz unwirksam im Sinne der Erfindung sind die zum Färben von Polyvinylverbindungen verwendeten wasserunlöslichen Farbstoffe PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Behandlung von Polyvinylalkoholen und ihren Derivaten bzw. von aus solchen Stoffen mit oder ohne den üblichen Zusätzen hergestellten Formlingen, dadurch gekennzeichnet, dass man auf sie wasserlösliche Farbstoffe der Kongorotgruppe oder sonstige diazotierte Derivate bzw. Homo- EMI2.1
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