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Gleiehwellensendeverfahren.
Es ist bei Gleichwellensendern bekannt, Frequenzen zu vervielfachen oder zu teilen. In welchen
Fällen eine Vervielfachung, in welchen eine Teilung in Frage kommt, interessiert im Zusammenhang mit der Erfindung nicht. Sowohl die Vervielfachung als auch die Teilung kann durchgeführt werden mit selbsterregten Frequenzgeneratoren, die von einer bestimmten Oberwelle fremdgesteuert, d. h. mitgezogen werden.
Die Erfindung bezweckt, verschiedene Nachteile zu beseitigen, die den heute bekannten Ver- fahren des Betriebes solcher Generatoren anhaften.
Um ein sicheres Mitziehen zu gewährleisten, muss der Generator in überspanntem Zustande arbeiten, damit ein Schwingen stattfindet und damit im Gitter die Oberwellen in genügender Stärke auftreten. Unter dem Ausdruck überspannter Zustand"ist der Schwingzustand einer Röhre zu verstehen, bei der die Anodenspannung wesentlich kleiner als die Gitterspannung ist. In diesem Falle wechselt der Strom zeitweise vom Gitter zur Anode hinüber, so dass bei einem weiteren Anstieg der
Gitterspannung ein Abfall des Anodenstromes eintritt. Dadurch entstehen Verzerrungen der Anodenstromkurve gegenüber der steuernden Gitterspannungskurve, so dass die vorerwähnten Oberwellen den wesentlichen Teil des Anodenstromes bilden.
Dabei muss die Forderung erfüllt werden, dass bei etwa entstehenden Änderungen der Speisespannung die Anordnung nicht zu leicht ausser Tritt mit dieser Spannung kommt. Dies kann in der Weise erreicht werden, dass die Teilungs-oder Verviel- fachungsziffer nicht zu hoch gewählt wird, in der Praxis etwa zwischen 1 : 2 und 1 : 5. Ausserdem muss der Rüekkopplungsfaktor ziemlich beständig sein. Es ist an sich möglich, den Einfluss von Spannungs- änderungen, die sich im Mitziehbereich als Phasenänderungen bemerkbar machen, dadurch auszuzuschalten, dass in an sich bekannter Weise als Generatorrohr ein Schirmgitterrohr verwendet wird, dessen Anodenspannung und Schirmgitterspannung an einem gemeinsamen Potentiometer abgenommen werden.
Das Verhältnis zwischen Anoden-und Schirmgitterspannung kann dann so gewählt werden, dass etwa entstehende Spannungsänderungen keine Frequenzänderung ergeben. Es ist auch möglich, zur Konstanthaltung der Spannungen die normalen Stabilisierungsmittel anzuwenden.
Über diese Massnahme hinaus ist durch die Erfindung dafür gesorgt, dass Anordnungen dieser Art auch bei grossen Spannungsschwankungen noch einwandfrei arbeiten. Dies wird dadurch erreicht, dass der Generator, der auf einer Oberwelle fremdgesteuert, d. h. mitgezogen wird, im überspannten Zustand arbeitet und dass Mittel vorgesehen sind, um den Arbeitspunkt im Mitziehbereieh derart festzulegen, dass Phasengleichheit zwischen Fremdsteuerspannung und der die Rückkopplung aufrechterhaltenden Oberwellenspannung vorhanden ist.
Es hat sich bei Versuchen gezeigt, dass ein Mitziehen des fremdgesteuerten Generators auch dann stattfindet, wenn dessen Sehwingungskreise nicht genau auf eine Harmonische der Steuerfrcquenz abgestimmt sind. Die Erfindung liegt nun darin, die Schwingungskreise des fremdgesteuerten Generators so einzustellen, dass dieser in der Mitte des Mitziehbereiches arbeitet, d. h. in dem Zustand, in dem zwischen Fremdsteuerspannung und der die Rückkopplung aufrechterhaltenden Oberwellenspannung genaue Phasengleichheit besteht.
In diesem Zustand ist der geringste Einfluss von Spannungsänderungen u. dgl. auf die gesteuerte Frequenz vorhanden, während bei Nichtübereinstimmen der Phase von Fremdsteuerspannung und Rückkopplungsspannung leicht eine Frequenzbeeinflussung bzw. ein Aussertrittfallen der Anordnung eintritt.
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Das Verhältnis von Fremdsteuerspannung und Rückkopplungsspannung ist etwa 1 : 1. Um die richtige Verstimmung des Anodenkreises, d. h. die Drehung der Rückkopplungsphase zur Fremdsteuerphase, im Mitziehbereich zu erhalten, wird ein kleiner Saugkreis mit Messeinrichtung angekoppelt.
Die Erfindung ist im folgenden an einem Beispiel erläutert, das in der Zeichnung durch ein Schaltschema dargestellt ist.
Es sind zwei Elektronenröhren 1, 11 vorhanden, die je eine Frequenzvervielfachung oder-teilung bewirken. Die Gitter-und Anodenkreise dieser Röhren arbeiten in bekannter Weise in Rückkopplungschaltung. Die Schirmgitterspannungen werden in der vorstehend angegebenen Weise an einem Potentiometer P abgenommen. An die Schwingkreise S ist je ein kleiner Saugkreis K angekoppelt. Die Saugkreise sind induktiv mit je einem Indikator gekoppelt, dessen Spule L nur wenige Windungen hat.
An die Spule L sind ein Gleichrichter G und eine Anzeigevorrichtung J angeschlossen. Die Vorrichtung J ist durch einen Kondensator C überbrückt.
Die Phasengleichheit ist für das ganze Arbeiten von Vervielfachungsstufen in Gleichwellensendern wesentlich, da in diesen bei ungenauer Einstellung leicht Frcquenzschwankungen hervorgerufen werden, die sich dann bei den durch eine vervielfacht Frequenz gebildeten, ausgesandten Rundfunkwellen besonders störend bemerkbar machen.
Bei Phasengleichheit von Fremdsteuer-und Rüekkopplungsspannung ist die wirksame Steuerweehselspannung und daher auch die Anodenwechselspannung oder die Sehwingleistung am grössten.
Dies ist an dem hiebei entstehenden maximalen Ausschlag der Vorrichtung J zu sehen. Das Einstellen der Saugkreise erfolgt am besten mit Hilfe von Zeigerinstrumenten A, die unter der Wirkung des Anodengleichstromes stehen und deren Zeiger im Mitziehbereich zurückschwingen.
Die Saugkreise K ermöglichen ausserdem eine einfache Abstimmung der einzelnen Stufen. Sie befinden sich im Inneren der Apparatur und werden nur einmal eingestellt. Gegenüber den bekannten Messanordnungen haben sie den Vorteil, dass der Anodenkreis nicht verstimmt wird. Wenn hier nämlich z. B. eine Braunsche Röhre benutzt wird, bewirkt ihre Ablenkplattenkapazität, die gegen Erde liegt, eine Verstimmung. Die Saugkreise können sehr lose angekoppelt werden, so dass sich die Anodenkreise nicht verstimmen. Ihre Ankopplung ist vorzugsweise veränderlich.
Damit möglichst geringe Dämpfung entsteht, werden vorzugsweise Hochfrequenzeisenspulen verwendet.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Gleichwellensendeverfahren, dadurch gekennzeichnet, dass der Generator, der auf einer Oberwelle fremdgesteuert, d. h. mitgezogen wird, im überspannten Zustand arbeitet und dass Mittel vorgesehen sind, um den Arbeitspunkt im Mitziehbereich derart festzulegen, dass Phasengleichheit zwischen Fremdsteuerspannung und der die Rückkopplung aufrechterhaltenden Oberwellenspannung vorhanden ist.