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Geschlossene Schmelzsicherung.
Die bekannten geschlossenen Durchschmelzsicherungen, z. B. für Wohnungsanlagen, weisen in der Regel einen Durchmesser auf, der nicht kleiner als die halbe Länge der Patrone ist, da es sieh gezeigt hat, dass, wenn man diesen Durchmesser kleiner wählt, grosse Gefahr besteht, dass sie nach dem Durchschlagen des in der Sicherung vorhandenen Schmelzdrahtes fortfährt, eine leitende Verbindung in dem Stromkreis zu bilden, in dem sie liegt. Dies soll gerade vermieden werden, da ja Durchschlag der Sicherung auf eine unzulässig hohe Stromstärke im Stromkreis hindeutet. Ausserdem tritt oft der Nachteil auf, dass die Patrone während des Durchschmelzen explodiert.
Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass dieser Übelstand wahrscheinlich auf folgendes zurückzuführen ist. Infolge der beim Durchschmelzstrom auftretenden hohen Temperatur verdampft ein Teil des Durchschmelzdrahtes in dem Augenblick des Durchschlagen. Da die Metallteilchen nicht aus dem abgeschlossenen Hohlraum entweichen können, setzen sie sich auf seiner Innenwand ab. So besteht die Möglichkeit, dass sie neuerdings eine leitende Verbindung zwischen den Endkontakte der Sicherung bilden, woraus sich die vorstehend angegebene schädliche Folge ergibt.
Erfindungsgemäss wird dieser Übelstand dadurch vermieden, dass der Durchschmelzsicherung ein im Verhältnis zu ihrer Länge geringer Durchmesser gegeben wird und dass die Innenwand des Hohlraumes, in dem der Durchschmelzdraht liegt, wenigstens in der Längsrichtung derart profiliert ist, dass nach dem Durchschlagen des Schmelzdrahtes die Entstehung einer leitenden Verbindung zwischen den beiden Endkontakten verhütet wird. Wenn die Innenwand des Hohlraumes auf diese Weise profiliert ist, haben die nach dem Durchschlagen entstandenen zerstäubten Durchsehmelzdrahtteilchen nicht Gelegenheit, eine der Wirkung der Sicherung schädliche leitende Schicht zu bilden. Man kann beispielsweise die Innenwand mit Vorsprüngen versehen.
Wenn diese Vorsprünge klein sind, erhält die Wand eine gerauhte Oberfläche, so dass die Sicherung in besonders guter Weise die gestellten Bedingungen erfüllt. Weiter ist gefunden worden, dass eine Belegung der Innenwand des Hohlraumes mit einer Schicht aus einer Kunstharzpressmasse, in die Sandkörner eingebacken sind, vorzügliche Ergebnisse gibt. Besonders wenn die Schmelzsicherung für hohe Stromstärken bestimmt ist, kann es empfehlenswert sein, den Stoff, aus dem die Patrone hergestellt ist, derart zu wählen, dass er einen kleinen Wärmeausdehnungskoeffizienten aufweist. Hiedurch wird die Gefahr, dass die Patrone im Augenblick des Durchschmelzen des Schmelzdrahtes explodiert, praktisch ganz behoben.
Die vorstehend beschriebenen Schmelzsicherungen haben den grossen Vorteil, dass sie bedeutend schmäler und infolgedessen weniger voluminös als die üblichen sind. Eine Patrone nach der Erfindung für eine Stromstärke von 6 A bei einer Spannung von 500 Volt kann z. B. bei der üblichen Länge von annähernd 40 mm einen Aussendurchmesser von nur 2, bis 3 mm aufweisen, während der Aussendurehmesser der üblichen Patronen ungefähr 21 mm beträgt.
Es ist zu bemerken, dass bereits offene Schmelzsicherungen bekannt sind, bei denen der Durchmesser der Patrone kleiner als die halbe Länge der Sicherung ist. Bedingt dadurch, dass diese Sicherungen offen sind, können die beim Durchschmelzen des Schmelzfadens zerstäubten Teilchen nach aussen entweichen, so dass im Allgemeinen keine leitende Verbindung zwischen den Endkontakte zustandekommt. Dagegen besteht die Möglichkeit, dass beim Durchschmelzen ein elektrischer Funke entsteht, der auch hinaustreten kann und Feuersgefahr herbeiführt. Deshalb können Sicherungen dieser Art nur in ganz bestimmten Fällen angewendet werden ; sie sind in der Regel für Wohnungsanlagen vollkommen ungeeignet.
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Mit der Sicherung nach der Erfindung angestellte Versuche haben ergeben, dass diese beim Ab- schalten schwerer Kurzschlüsse oder von Überlastungen die (von der I. F. K. ) gestellten Bedingungen vollkommen erfüllt.
Wenn ferner der Schmelzfaden in der Sicherung nach der Erfindung an den Kontaktkäppchen nicht festgelötet, sondern festgeklemmt ist, fällt beim Durchschmelzen des Sehmelzfadens auch der bisweilen auftretende Nachteil weg, dass infolge der in der Sicherung entwickelten Wärme das Löt- material flüssig wird, woraus sich die weiteren damit verbundenen Nachteile ergeben.
Die Erfindung ist in der Zeichnung beispielsweise näher erläutert.
In Fig. 1 ist eine Schmelzsicherung nach der Erfindung im Längsschnitt dargestellt. In dieser Figur ist mit 1 der röhrenförmige Körper bezeichnet, in dem der Schmelzfaden angeordnet ist. Der Schmelzfaden ist zu beiden Seiten mit den über den Körper 1 geschobenen Kontaktkäppchen 3 mittels
Lötmaterial 3 a verbunden. Die Innenwand des Hohlkörpers 1 ist bei dieser Ausführungsform der
Erfindung mit einer Anzahl ringförmiger Vorsprünge 4 versehen, so dass der beabsichtigte Zweck, die Verhütung der Herstellung einer leitenden Verbindung zwischen den Kontaktkäppchen 3 nach dem Durchschlagen des Drahtes 2, erreicht wird. Durch diese Massnahme wird es ermöglicht, den
Durchmesser der Sicherung klein im Verhältnis zur Länge zu halten.
Bei der Ausführungsform der Erfindung nach Fig. 2 ist in dem Hohlkörper 5 eine Schicht 6 angebracht, die aus einer Kunstharzpressmasse mit eingebackenen Sandkörnern besteht. Auch hier ist der Schmelzdraht 7 zu beiden Seiten mit den Kontaktkappen 8 verbunden.
PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Geschlossene Schmelzsicherung für kleine Stromstärken, bei welcher der Patronenkörper einen Innendurchmesser aufweist, der höchstens ein Fünftel so gross ist, als die Länge der Sicherung, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand des Hohlraumes, in dem der Durchschmelzdraht liegt, eine derart unebene Oberfläche hat, dass der Weg entlang der Innenoberfläche zwischen den beiden
Kontakten wesentlich vergrössert ist, wodurch die Herstellung einer leitenden Verbindung nach dem Durchschlagen des Drahtes verhütet wird.