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Druckluftbremse.
Gegenstand der Erfindung ist eine Druckluftbremse mit einem Steuerventil, das einen grossen und einen kleinen Kolben enthält, die unter dem Einfluss des Bremszylinderdruckes, einem im gleichen Richtungssinn wirkenden veränderlichen Druck, einer zusätzlichen Lösekraft und einer im entgegengesetzten Richtungssinne wirkenden fast gleichbleibenden Kraft (z. B. Druck eines Steuerbehälters) stehen und die so bemessen sind, dass sich nach jeder Änderung des Druckes in der Bremsleitung, vermittels eines von den Kolben verschiebbarem Steuerschiebers, ein entsprechend hoher Bremszylinderdruck einregelt.
Solche Steuerventile sind in verschiedenen Ausführungsformen bekanntgeworden : Z. B. das Steuerventil nach der österr. Patentschrift Nr. 122082, welches eine besondere Überwachung der Steuerkammer durch den Schieber aufweist, oder das Steuerventil nach der österr. Patentschrift Nr. 145249, das zur Erzielung einer hohen Empfindlichkeit und damit einer guten Durchschlagsgesehwindigkeit durch Vermittlung des Steuerschiebers und eines Zusatzkolbens die Lösekraft ausschaltet.
Die Ausbildung einer Druckluftbremse mit einem einzigen Steuerventil genannter Grundbaualt ist aber bisher auf Schwierigkeiten gestossen, da es nicht möglich war, alle Funktionen, die von einer Bremse, insbesondere wenn diese für Güterzüge bestimmt ist, verlangt werden, zu erfüllen.
Bei Brems-und Losestufen erfolgt z. B. der Anstieg oder Abfall des Druckes im Bremszylinder zu Beginn der Stufe sehr langsam, die Stufen treten schleichend auf. Diese verzögerte Druekänderung wird vom Führer nicht sofort wahrgenommen, so dass dieser verleitet wird, die Stufe unnütz zu vergrössern. Dann tritt die Bremswirkung in zu hohem oder zu kleinem Masse auf und der Führer ist gezwungen, den Bremszylinderdruck sofort wieder zu ändern. Ungleiche Fahrgeschwindigkeit, Stösse und Zerrungen im Zuge bei einer Gefällefahrt sind die unliebsame Folgen.
Bei Verwendung eines Hilfsbehälters, dessen Inhalt gerade zur Erzielung des höchsten Brens- zylinderdruckes hinreicht, fehlt der Bremse jede Nachspeisemöglichkeit nach einer Schnellbremsung.
Bei Verwendung eines grossen Hilfsbehälters mit genügender Nachspeisereserve hängt wieder die Löse- zeit vom Dichtheitsgrad des Bremszylinders ab, da bei erschöpftem Behälter die Wiederauffüllung desselben längere Zeit beansprucht, die Lösezeit des Bremszylinders aber von der Füllzeit des Hilfsbehälters abhängig ist. Die Lösezeit hängt auch von der Länge des Bremszylinderhubes ab, da der Hilfsbehälter bei grösserem Zylinderhub entsprechend mehr Druckluft zur Füllung des Bremszylinders abgeben muss. Die Zugslösezeit wird dadurch ebenfalls verlängert, weil bei erschöpften Hilfsbehältern das Wiederauffüllen dieser Hilfsbehälter und der Bremsleitung längere Zeit beansprucht, da von der
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Grosse Hilfsbehälter bedingen ferner eine verlängerte Entladezeit. Gerade diese soll aber so kurz als möglich sein, damit Überladungen rasch rückgängig gemacht werden können.
Bei der Druckluftbremse gemäss der Erfindung sind diese Nachteile vermieden worden. Die aufgewendeten Mittel hiezu sind ein entsprechend ausgebildeter Steuerschieber, die Teilung des Hilfsbehälters in einen kleinen und in einen grossen Behälter, die entsprechende Schaltung der Luftwege und die Verwendung zusätzlicher Drosselungen.
Eine beispielsweise Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist in der Zeichnung schematisch dargestellt. Fig. 1 zeigt das Steuerventil in Vollösestellung im Verein mit den andern Teilen der Bremse.
In Fig. 2-7 sind verschiedene Schieberstellungen dargestellt.
Das Steuerventil enthält den grossen Steuerkolben K, den kleinen Steuerkolben kund den Steuerschieber ss, der vom Rahmen des Kolbens K ohne Spiel mitgenommen werden kann, Der besseren
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Übersicht halber ist der Steuerschieber als Kolbenschieber dargestellt, während für die wirkliche Ausführung eine Ausbildung als Flachschieber vorzusehen ist.
Eine in einer Dichtführung bewegliche Kolbenstange st verbindet die beiden Steuerkolben K
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beiden Hilfsbehälter B und R ; vor sich geht, ein bekanntes Drosselventil Dv, das bekannte Doppelrückschlagventil DRV zur Begrenzung des höchsten Druckes im Bremszylinder und das Mindestdruckventil MDV zur Begrenzung des Einschussdruckes im Bremszylinder.
Zur Vergrösserung der Steuerkammer 7 unter dem grossen Kolben K dient der Steuerbehälter Stb.
An das Steuerventil ist ferner der Bremszylinder Bz angeschlossen.
Die Wirkungsweise der Druckluftbremse gemäss vorliegender Erfindung ist folgende :
Beim ersten Auffüllen strömt die Luft aus der Leitung L in den Kanal 1 des Steuerventils.
Von diesem Kanal zweigt ein Kanal. 3 ab, der zum Drosselventil Do führt. Dieses selbst bleibt geschlossen.
Für den Durchgang der Luft bleibt nur der Drosselquerschnitt der Bohrung FB frei. Die Luft gelangt dann über diese Drossel zum Doppelrückschlagventil DRV, schiebt dieses nach rechts und strömt durch den Kanal 25 in den Raum 4 über dem Kolben K. Der Kolben samt Schieber wird in die unterste Stellung gedruckt, wenn dieser nicht durch sein Gewicht oder durch eine nicht gezeichnete Belastungsfeder bereits in diese Lage verschoben wurde. In dieser Schieberstellung, der Vollösestellung, eröffnet der Steuerschieber S über den Kanal 31 eine ungedrosselte Verbindung der Leitung L mit der Schieberkammer 4. Bei Weglassung dieser Verbindung würde der Druck im Raume 4 nur, durch FjB gedrosselt, langsam ansteigen.
Dieser langsame Anstieg würde aber ein Abklappen des Schiebers, verursacht durch den im Kanal 2 wirkenden Leitungsdruck, zur Folge haben. Vom Kanal 2 gelangt die Druckluft auch über die Empfindlichkeitsbohrung e im Schieber in den Schieberkanal 5 und von hier über die Bohrung EBi einerseits und über Kanal 26 und Rückschlagventil Rbl anderseits in den kleinen Hilfsbehälter B. Der grosse Hilfsbehälter Bs erhält Druckluft aus dem Schieberkanal 3 über die Füll-
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lüftet. Der Steuerbehälter Stb erhält aus dem Schieberkanal 5 über den Kanal 6 und Kolbenkammer 7 Druckluft.
Wird zwecks Einleitung einer Bremsung der Leitungsdruck ermässigt, so pflanzt sich diese Druckerniedrigung ungehindert bis in den Raum 4 fort, da erstens eine unmittelbare Verbindung dieses Raumes mit der Bremsleitung über den Kanal 31 besteht und zweitens auch Luft aus der Kammer 4 über das Drosselventil Dv in die Leitung L abströmen kann. Hier erfüllt die Verbindung 1, 31, 3 und 4 einen zweiten Zweck, nämlich die Empfindlichkeit des Steuerventils unabhängig von einem eventuellen Steckenbleiben des Drosselventils Dv in geschlossenem Zustande zu machen. Aus dem Hilfsbehälter J ? i und aus dem Steuerbehälter Stb jedoch kann die Luft nur über die Empfindlichkeitsbohrung e in die Leitung abströmen.
Da die beiden Behälterinhalte im Verhältnis zur Kolbenkammer 4 gross sind, entsteht am Kolben K ein Druckunterschied von unten nach oben, der eine Verschiebung dieses Kolbens samt dem Schieber und dem kleinen Kolben k nach oben bewirkt, wenn die Stellkraft des grossen Kolbens K die Widerstände der bewegten Teile überwunden hat. Zur Abstimmung der Empfindlichkeit dient die Empfindlichkeitsbohrung e. Je enger diese ist, um so empfindlicher, je weiter, um so unempfindlicher wird bei gleichem Widerstand der bewegten Teile das Steuerventil.
Die beiden Steuerkolben mit dem Schieber gehen vorerst in die oberste Lage, in die Vollbremsstellung über. Beim Hoehgang des Schiebers unterbricht der Schieber die Verbindung des Steuerbehälters mit dem Hilfsbehälter B, so dass der Druck im Steuerbehälter während der ganzen Bremsung aufrechterhalten bleibt. In der Vollbremsstellung (Fig. 7) stellt die Schieberhöhlung 5 eine Verbindung des Bremszylinders mit den beiden Hilfsbehältern Bi und jBs her. Es strömt die Luft aus diesen beiden Behältern über je eine zugehörige Einschussdrosselung in die Höhlung 5 und von da über den Kanal 14 und das offene Mindestdruckventil MDV in den Bremszylinder.
Ausserdem sind noch zwei Wege über die Drosselbohrungen BZ und BZs zum Bremszylinder eröffnet. Durch entsprechende Wahl der Drosselöffnungen EB1 und EjB kann sowohl die Luftmenge, die jeder Behälter während des Einschusses an den Bremszylinder abgeben soll, als auch die Zeitdauer für die Bildung des Einschussdruckes festgelegt werden. Die Querschnitte der Schieberdurchgänge und jene der Kanäle 12, 13 und 14 sind grösser als die Querschnitte der beiden Drosselungen EBi und JB zusammengenommen.
Wenn sich nun nach Erreichung des Einschussdruckes im Bremszylinder das Mindestdruckventil MDD schliesst, so stehen von der Höhlung 5 aus nur mehr die beiden Bremszylinderfülldrosselungen BZI und BZs zur Abströmung in den Bremszylinder zur Verfügung. Da deren Querschnitt wesentlich kleiner ist als der Querschnitt der Drosselungen Bi und EB2, entsteht zunächst im Kanal 14 ein Druckstau. Es steht aber auch der Raum 22 über dem kleinen olben k mit dem Kanal 14 über Kanal 21 in Verbindung. Die Kraft, die durch den Druckstau auf den kleinen Kolben k ausgeübt wird, verschiebt diesen samt dem Schieber und dem grossen Kolben E nach unten.
Dabei wird zunächst die Verbindung
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zwischen der Drosselbohiung EB2 und der Höhlung 5 abgedeckt, so dass der Behälter B2 vorerst an der Zylinderfüllung nicht mehr teilnimmt. Die Abwärtsbewegung wird so lange fortgesetzt, bis die Überströmung von der Höhlung 5 in den Kanal 14 so weit gedrosselt ist, dass sich der Druckstau über dem Kolben k durch den Kanal 21, 14 und Drosselbohrung BZ1 in den Bremszylinder ausgleichen kann. Im Raume über k verbleibt dann nur mehr der dem jeweiligen Leitungsabfall entsprechende Bremszylinderdruck.
In dieser Schieberstellung (Fig. 6) besteht aber noch über den Kanal 24 und die Drosselung BZ2 eine nicht vom Schieber gedrosselte Verbindung des Behälters Bi über EB1, Höhlung 5 und Kanal 12 mit dem Bremszylinder, so dass, da der Querschnitt der Drosselung EBi grösser ist als jener der Bremszylinderfülldrosselung BZ2, die eigentliche Füllung des Bremszylinders hauptsächlich über diese von der vollen Druckdifferenz zwischen Bi und Bz beaufschlagte Drosselung erfolgt.
Überschreitet nun durch diese Füllung der Druck im Bremszylinder und im Kanal 12 den vom Schieber S im Kanal 14 und über dem Kolben k eingestellten Höchstwert, so teilt sich diese Druckerhöhung auch über die Drosselung BZ, Kanal 74 und 21 dem Raum 22 mit, so dass die Kolben k und K samt Schieber noch weiter nach unten verschoben werden. Der Schieber schliesst dabei zuerst den Kanal 14 ab (Fig. 5) und kommt dann in die Abschlussstellung (Fig. 4), in welcher auch der Kanal 24 geschlossen ist. Damit ist die Bremsstufe beendet.
Wird zum Zwecke einer Verstärkung der Bremswirkung der Leitungsdruck neuerlich gesenkt, so teilt sich die Druckerniedrigung über die Kanäle 1 und 2, das sich öffnende Drosselventil Dv und den Kanal 25 der Kammer 4 mit. Die Kolben K und k mit dem Schieber bewegen sich wieder etwas nach oben und der Schieber verbindet zuerst den Kanal 24 (Betriebsbremsstellung 1, Fig. 5) und dann den Kanal 14 (Betriebsbremsstellung II, Fig. 6) mit der Höhlung 5 und damit über die Drosselung EB, mit dem kleinen Behälter Bi. Der Kanal 14 wird jedoch nur so weit geöffnet, dass im Raume 22 über
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Beim Ersatz von Druckverlusten im Bremszylinder infolge Undichtheiten spielen sich dieselben Vorgänge ab wie bei einer Bremsstufe nur mit dem einen Unterschied, dass die Aufwärtsbewegung der Kolben und des Schiebers nicht durch eine Druckerniedrigung in der Leitung L bzw. im Raume 4, sondern durch eine solche im Raume 22 eingeleitet wird. Der Luftverlust wird zuerst nur aus dem kleinen Behälter Bi ersetzt, wobei der Schieber zwischen den Betriebsbremsstellungen 1 und 11 verweilt.
Wenn aber der Druck im Behälter Bi auf den Zylinderdruck gesunken ist, so kann aus diesem der Luftverlust nicht mehr ergänzt werden. Durch den Druckabfall im Bremszylinder geht das Kolbensystem noch weiter hoch und der Schieber kommt wieder in die Vollbremsstellung (Fig. 7), in welcher die Verbindung des Behälters B2, der nur durch Abgabe von Luft bei der Einschussbildung etwas Druck verloren hat, mit dem Bremszylinder hergestellt wird.
Luftverluste aus dem Bremszylinder werden daher aus dem grossen, hochgeladenen Behälter Ba ergänzt. Sollte sich bei langen Gefällefahrten auch dieser Behälter bis auf den jeweilig eingestellten Leitungsdruck erschöpft haben, so kann in dieser Schieberstellung der i-Behalter aus der Leitung über die Kanäle 1, 2, 32, Bohrung L. Kanal 9, Rückschlagventil RB, und die Kanäle 10 und 11 nachgefüllt werden.
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höchster Bremszylinderdruek) ansteigt, ist das bekannte Doppelrückschlagventil DRV vorgesehen, das bei Druckgleiehheit im Raum 22 und in der Leitung nach links umsteuert und dadurch eine Verbindung des Raumes 22 mit dem Raume 4 über die Kanäle 21, 14, 13 und 25 herstellt, wodurch im Raume 4 kein niedrigerer Druck entstehen kann als der höchste Bremszylinderdruek, der durch das Fläehenverhältnis der Kolben K und k gegeben ist. Es kehrt daher der Schieber auch bei völlig entleerter Leitung in die Abschlussstellung zurück, wenn der höchste Bremszylinderdruck eingestellt ist.
Beim Lösen nach einer Vollbremsung strömt die Leitungsluft zunächst über die Drosselbohrung F Bl auf die linke Seite des Doppelrüekschlagventils DRV und steuert dieses nach rechts um. Der Druck steigt dann auch im Raume 4. Die verminderte Stellkraft des grossen Kolbens K bedingt eine Abwärtsbewegung. Der Schieber verlässt die Abschlussstellung (Fig. 4) und gelangt in die Betriebslösestellung I (Fig. 3), in welcher eine weite Verbindung der Kolbenkammer 4 über die Kanäle 3, 26, Rückschlagventil Rbl mit dem Behälter B eröffnet ist. Es herrscht nun, da die genannte Verbindung weiter ist als die Drosselbohrung FBi. im Räume 4 der gleiche Druck wie im Behälter Bi.
Unmittelbar nach der Eröffnung dieser Verbindung wird der Kanal 29 durch den Sehieberkanal 30, über die Lösedrosselung LB und den Kanal 20 mit der freien Luft verbunden. Da der Bremszylinder wiederum mit dem Kanal 29 über MDV, 13 und 14 in Verbindung ist, strömt die Zylinderluft vorerst über die Lösebohrung LBs ins Freie.
Erfolgt der Druckanstieg im Raume 4 z. B. bei Füllstössen rascher, als dem Druckabfall im Raume 22 durch das Lösen über die Bohrung LBs entspricht, so wird der Schieber noch weiter nach unten in eine Stellung zwischen den gezeichneten Betriebslösestellungen I und II geschoben. In dieser wird durch die Muschel 15 des Schiebers eine Verbindung des mit dem Bremszylinder über MDV in Verbindung stehenden Kanals 14 mit dem Kanal 16, der mit dem Raum 28 und über den Kanal 17
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mit der Lösebohrung LB, verbunden ist, eröffnet, über den Bremszylinderluft auf einem zweiten Wege ins Freie strömen kann. Im Kanal 16 und daher im Raume 28 unter dem kleinen Kolben entsteht dabei ein Druckstau, der die Abwärtsbewegung der Kolben X und k hemmt.
Die Druckdifferenz am Kolben k wird vom Schieber von diesem Zeitpunkt an genau dem Druckanstieg im Raume 4 angepasst.
Der Schieber kann auch bei hohem Druck in der Kammer 4 nicht in die Betriebslösestellung (Fig. 2) geschoben werden, solange Zylinderdruck vorhanden ist. Ist durch Abströmen der Zylinderluft durch die beiden Drosselungen LB1 und LB2 der Druck im Raume 22 auf das der verbliebenen Druckdifferenz am Kolben K entsprechende Mass gesunken, so heben sich die Kolben wieder und verschieben den Schieber wieder in die Abschlussstellung (Fig. 4) zurück. Damit ist eine Lösestufe beendet. Dieses Spiel kann sich wiederholen, bis der Druck im Raume 4, der die Steuerkraft für den Lösevorgang hergibt, und in dem mit diesem in Verbindung stehenden Hilfsbehälter B1, dessen Füllungszustand für die Bildung des Druckes im Raume 4 massgebend ist, dessen Druck fast den Anfangswert erreicht hat.
Durch die Wirkung des Gewichtes des Kolbensystems oder durch eine eigene Lösefeder wird nämlich der Zylinderdruck schon Null, obwohl der Druck im Behälter Bi noch nicht den Wert vor der Bremsung erreicht hat.
Der Druck im grossen Behälter B2 bleibt während des ganzen Lösevorganges auf jenem Wert, den er nach der Bremsung bzw. nach einer Nachspeisung gehabt hat. Ein Auffüllen des B2-Behälters findet während dieser Löseperiode nicht statt. Erst wenn der Bremszylinder ganz entlüftet ist und der Druck im Behälter B bzw. im Raum 4 über dem Kolben K weiter ansteigt, wird der Schieber in die Betriebslösestellung 11 (Fig. 2) geschoben.
In dieser eröffnet der Schieber eine ungedrosselte Verbindung der Schieberkammer 4 über die Kanäle 25 und 34 und den Kanal 33 im Schieber mit dem Kanal 9 und eine gedrosselte Verbindung über Kanal 3, Fülldrosselung F B2 und Kanal 33 mit dem Kanal 9. Über diese beiden Wege erfolgt nunmehr die Auffüllung des Hilfsbehälters Bibis in diesem der gleiche Druck wie im Behälter Beherrscht. Dann erst bewegt sich der Schieber unter dem Einfluss der nunmehr wieder möglichen weiteren Drucksteigerung im Raume 4 in die Vollösestellung (Fig. 1).
Der Schieber deckt hiebei zuerst den Kanal 34 ab, öffnet dann die Verbindung der Leitung L über den Kanal 31 und 3 mit der Schieberkammer 4 und gibt schliesslich den Kanal 6 zum Steuerbehälter frei.
Während des Einschusses wird aus beiden Behältern B und B2 Luft für die Füllung des Bremszylinders entnommen, während für die weitere Füllung nur Luft aus dem kleinen Bu-Behälter entnommen wird.
Der-Inhalt des Behälters Bi kann aus diesem Grunde kleiner gehalten werden als ein Hilfsbehälter, der allein den Volldruck im Bremszylinder liefern muss. Daraus folgt, dass beim Lösen für die Wiederauffüllung desselben nur verhältnismässig wenig Luft erforderlich ist und dass die Auffüllung daher auch in ziemlich kurzer Zeit möglich ist. Da die Entleerung des Bremszylinders vom Druckanstieg im Raume 4 abhängt, dieser aber wieder vom Druckanstieg im Behälter Bi abhängt, weil dieser Behälter aus dem Raum 4 gefüllt wird, so wird auch die Lösezeit des einzelnen Wagens kurz sein.
Wird für die Füllung des Bremszylinders infolge sehr grossen Hubes desselben mehr Luft benötigt, so wird diese vom grossen Behälter B2 geliefert, während der kleine Behälter Bi bei einer Vollbremsung den gleichen Druck behält wie bei einem Zylinder mit kleinem Hub.
Durch den grossen Luftvorrat des grossen Behälters B2 steht aber für die Druckergänzung bei undichtem Bremszylinder genügend Luft zur Verfügung, so dass auch nach Schnellbremsungen der Volldruck in undichten Bremszylindernlange Zeit aufrechterhalten werden kann. Durch die Möglichkeit der Nachfüllung des grossen Behälters B2 aus der Leitung in der Vollbremsstellung ist die Bremse bei Fahrten mit undichten Bremszylindern im Gefälle praktisch unerschöpflich. Da der Behälter B2 erst dann wieder aufgefüllt wird, wenn der Bremszylinder schon ganz gelöst ist, kann auch bei erschöpftem B2- Behälter die Zugslösezeit nicht ungünstig beeinflusst werden, weil für das Lösen eben nur Luft für das.
Wiederauffüllen der kleinen Hilfsbehälter Bi erforderlich ist.
Dadurch dass die Wiederauffüllung des B2-Behälters in der Betriebslösestellung 11 ungedrosselt aus der Schieberkammer 4 erfolgt und der Schieber nicht früher in die Vollösestellung zurückkehren kann, bevor der B2-Behälter den Druck im B-Behälter erreicht hat, ist verhindert, dass der Steuerbehälter vorzeitig mit dem Hilfsbehälter Bi in Verbindung kommt und der B1-Behälter vorzeitig mit der Leitung verbunden wird.
Wird schon während der Füllung des B2-Behälters wieder gebremst, so spricht das Steuerventil sofort an, weil keine Luft über die Empfindlichkeitsbohrung abströmen kann und auch nicht der kleinste Druckabfall im Steuerbehälter möglich ist.
Da aber die ungedrosselte Verbindung des B2-Behälters mit der Schieberkammer 4 in der Volllösestellung wieder abgeschlossen ist und nur die gedrosselte Verbindung über FB2 offen bleibt, werden beim Füllen des Zuges die B1-Behälter rascher gefüllt und die Bremse ist früher betriebsbereit.
Für die Rückgängigmachung einer Überladung braucht nur der Steuerbehälter und der kleine
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Die Ausbildung des Schiebers im Verein mit der Anordnung der verschiedenen Kanäle und Drosselungen ergibt auch scharfe Brems-und Lösestufen.
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Die scharfen Bremsstufen kommen dadurch zustande, dass die Füllung des Bremszylinders über zwei Wege erfolgt, von denen der eine über den Kanal 14 vom Steuerschieber, dem Druckabfall in der Leitung entsprechend gedrosselt, freigegeben wird, während der zweite Weg über die Drosselung BZ2 vom Schieber nicht beeinflusst, sondern ständig offen gehalten ist und erst in der Abschlussstellung abgesperrt wird.
Wäre z. B. der Füllweg über BZ2 nicht vorhanden, so würde sich im Kanal 14 und im Raume 22 jener Druck einstellen, der dem langsamen Leitungsabfall entspricht. Vor und hinter der Drosselung ist dann der Druck nicht viel verschieden, das Überströmen der Luft in den Bremszylinder erfolgt deshalb nur langsam und die Stufen entwickeln sich schleichend.
Gemäss der Erfindung ist aber der zweite Füllweg so ausgebildet, dass der Schieber einen grossen Querschnitt freigibt ; die Drosselung BZ2 wird daher auf der einen Seite unmittelbar vom Druck des Bi-Behälters beaufschlagt, die Überströmung erfolgt unter dem grösseren Druckunterschied rascher und gibt daher scharfe Bremsstufen.
Die scharfen Lösestufen werden durch eine ähnliche Anordnung von zwei Lösewegen erzielt.
Der eine zusätzliche Löseweg über die Lösebohrung LB2 wird vom Schieber nicht gedrosselt, so dass
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zweiten Löseweg von einem Druck beaufschlagt wird, den der Schieber im Raume 28 unter dem kleinen Kolben k einregelt. Bei langsamem Druckanstieg in der Leitung und im Raume 4 wird im Raume 28 kein Druckstau entstehen, weil die Luft aus dem Bremszylinder rasch genug über die Lösebohrung LB2 entweichen kann. Bei raschem Druckanstieg in der Leitung jedoch regelt der Schieber im Raume 28 einen Gegendruck ein, der auf den Kolben k zurückwirkt und ein vorzeitiges Verschieben des Schiebers in die Betriebslösestellung 11 oder in die Abschlussstellung verhindert.
Wäre der Löseweg über LB2 nicht vorhanden, so würde das Ausströmen über die Drosselung LBi nur unter einem kleinen Druckunterschied erfolgen, der Druckabfall im Bremszylinder würde nur langsam eintreten und die Stufe auf eine längere Zeit erstrecken.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Druckluftbremse mit einem Steuerventil und mit einem grossen und einem kleinen Steuerkolben, die unter dem Einfluss des Bremszylinders, einem im gleichen Riehtungssinne wirkenden ver- änderlichen Druck und einer im entgegengesetzten Sinne wirkenden fast gleichbleibenden Kraft stehen und so bemessen sind, dass jedem Wert des veränderlichen Steuerdruckes ein ganz bestimmter Bremszylinderdruek zugeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Hilfsbehälter vorgesehen sind, welche insoweit an der Steuerung des Ventils beim Lösevorgang teilnehmen, als der kleinere Behälter (B1) während des gesamten Ventilhubes und der grössere, zur Deckung erhöhten Luftbedarfes bestimmte Behälter (B2) nur gegen das untere Ende des Ventilhubs mit den steuernden Räumen des Steuerventils in Verbindung steht.