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Einrichtung zur automatisch wechselnden Vorführung von Schauszenen mit gleichzeitig betätigtem
Vorhangzug und Liehtwechsel.
Nach der Erfindung wird eine beliebige Anzahl von um ihre Längsachse drehbaren Zylindern oder Prismen in verbesserter Weise so in Bewegung gesetzt, dass einzelne Teile oder Flächen solcher Körper-bzw. bei Verwendung von Hohlprismen der Inhalt der einzelnen Prismennischen-in gemessenen Zeitabständen gezeigt werden, wobei zugleich ein Vorhangzug selbsttätig den Bildwechsel- vorgang abdeckt, und eine ebenfalls mitwirkende Sehaltvorrichtung für wechselnde Beleuchtung sorgt, wodurch, je nach Ausstattung, eine teilweise oder vollständige, effektvolle Flächen-, bzw. Raum- verwandlung hervorgezaubert werden kann.
Die Erfindung, welche eine Kombination, ein Zusammenwirken verschiedener Funktionen und Vorteile darstellt, kann überall Verwendung finden, wo es sich um Vorführung verwandlungsfähiger Bilder handelt, u. zw. sowohl in zusammenhängender Fläche als Plakat, Schrifttafel u. dgl. wie auch als Raumverwandlung, und ist überall von Vorteil, wo wechselnde Dekoration, Hintergrund,
Kulissen, Decke und Boden bzw. gleichzeitiger Lichtwechsel vonnöten ist. Eine solche Einrichtung ist besonders für die Vorführung von Waren im Schaufenster von grösstem Wert ; das Schaufenster wird belebt, hat Anziehungskraft, erweckt Neugierde und Interesse, erleichtert die Auswahl und fördert die Kauflust.
In den Fig. 1, 2 und 6 ist die automatische Vorrückung, in den Fig. 3,5 und 9 der Vorhangzug, und in den Fig. 4,7 und 8 die Lichtschaltung veranschaulicht. Als Beispiel ist eine Anlage mit dreiseitigen Prismen gedacht.
Für eine absatzweise, elastisch ausbalancierte, rasch herumschwingende Vorrüekung der einzelnen Prismenseiten dient nach der Erfindung eine automatische Vorrichtung, welche bei Fig. l und 2 in Draufsicht, in Fig. 6 in Ansicht dargestellt ist. Eine Schaltvorrichtung, wie z. B. die sogenannte Malteserkreuzschaltung, zeigt in gewissem Sinne eine zermalmende Wirkung, was bei immerhin möglichen Störungen (Verklemmungen) zu schweren Beschädigungen führen kann, was erfindungsgemäss verhindert werden soll.
Der Antrieb sämtlicher, in gerader Front gereihter Prismen erfolgt von der gemeinsamen Welle 2 mittels Zahnradübersetzung oder, wie die Abbildungen zeigen, durch Schneckengetriebe 3 auf das Zahnrad 4, welches auf einer Hülsenachse 5 aufsitzt, die am Balken 1 drehbar gelagert ist ; diese Hülsenachse bildet wieder das obere Lager für die eigentliche Prismenaehse 6. Weiter unten ist auf der Hülsenachse 5 eine Scheibe 9 befestigt, die an einer Stelle mit einem exzentrischen Segmentbogen ausgestattet ist. Ein Hebel 11, der um den am Prismenkopf 17 festsitzenden Zapfen 12 schwenkbar ist, trägt an einem Ende die Gleitrolle 10, welche mittels Zugfeder 15 an die sich in der Pfeilrichtung ständig drehende Scheibe 9 bzw. an deren Exzenterbogen angedrückt wird.
Das andere Hebelende ist im Gelenk mit dem Riegel 13 verbunden, welcher im Führungsschlitz um den am Prismenkopf 17 sitzenden Zapfen 14 verschiebbar ist. Die Zugfeder 16 stellt die elastische Verbindung zwischen der sich ständig drehenden Scheibe 9 mit dem Prismenkopf 17 her, welcher durch die auf den beiden Balken 7 entsprechend den Prismenkanten angebrachten, nach abwärts reichenden Widerstandszapfen 8 a, 8 b, 8 c zeitweise aufgehalten wird. Durch 7. 3 a ist eine am Riegel 13 angebrachte Stahlfeder angedeutet, die als Stossfänger dient.
Die Draufsicht in Fig. 1 zeigt den Exzenterbogen der sich in der Pfeilrichtung drehenden Scheibe 9 im beginnenden Andruck. Die Gleitrolle 10 wird immer weiter abgedrückt und infolgedessen der Riegel 13 hochgezogen. Ist dies so weit geschehen, dass das untere Riegelende über den Widerstand bietende
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Zapfen 8 b hinausreicht, ist, wie Fig. 2 veranschaulicht, die Auslösung erfolgt, d. h. das Prisma ist frei geworden und wird nunmehr durch die Feder 16 nachgezogen, bis der Riegel beim nächsten Zapfen 8 a neuerlich aufgehalten wird, welcher Vorgang sich so lange wiederholt, als eben die Scheibe 9 bzw. die
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Um den jeweiligen Drehvorgang bzw.
den Lichtwechsel nicht sichtbar zu machen, anderseits um den ganzen Verwandlungseffekt zu erhöhen und die Neugierde zu steigern, wird nach der Erfindung die Schaubühne (das Schaufenster) für die Dauer des Szenenwechsels durch einen Vorhang abgedeckt.
Die Fig. 3,5 und 9 zeigen eine Vorrichtung, welche das zeitgerechte Vor-und Wegziehen eines beispielsweise zweiteiligen Vorhanges selbsttätig besorgt. Hiebei ist auf der Hülsenachse 5 des die Prismenvorrückung betreibenden Schneckenrades 4 oberhalb desselben eine Scheibe 18 fest angeordnet, die auf ihrer oberen Fläche konzentrisch einen gezähnten Ringteil 19 trägt, auf welchen das auf der Welle 22 sitzende Zahnrad 23 passt. Auf dieser Scheibe 18 befindet sieh eine um die Hülsenachse 5 mittels Schlitz und Mutterschraube 21 verstellbare Auflage 20, welche gleichfalls einen konzentrischen, gezähnten Ringteil, aber von geringerem Radius trägt, auf den das auf der gleichen Welle 22, jedoch über der entgegengesetzten Drehseite der Scheibe 18 sitzende Zahnrad 24 passt.
Je nachdem nun das Zahnrad 23 oder 24. mit dem zugehörenden Ringteil in Eingriff kommt, wird die auf dem Balken 26 gelagerte Welle 22 vor-oder zurückgedreht, welche Bewegungen mittels Zahnradübersetzung 25 auf eine am Balken 26 gelagerte Scheibe 27 übertragen werden, um welche eine Schnur 29 gelegt ist. Auf der andern Schaubühnenseite ist die Schnur mit Hilfe der Federn 34 um eine gleichartige Scheibe 28 gespannt.
Unterhalb dieser beiden Schnurscheiben befindet sich die Vorhangstange 30, auf der die Ringe 31 gleiten, welche die beiden, gegeneinanderzu verschiebbaren Flügel des Vorhanges 35 tragen. Das freie Ende des linken Vorhangflügels ist durch den Mitnehmer 32 mit dem einen Schnurteil verbunden, das freie Ende des rechten Flügels durch Mitnehmer 33 mit dem entgegengesetzt laufenden Teil der Schnur, so dass je nach Vor-oder Zurückdrehen der Welle 22 der Vorhang zu-oder weggezogen wird. Für die Erfindung bleibt es ohne Einfluss, ob ein zwei-oder einteiliger, auf Ringen oder Rollen horizontal verschiebbarer oder vertikal aufziehbarer Vorhang Verwendung findet, der Mechanismus bleibt im Grunde derselbe.
Da die einmalige Umdrehung des Schneckenrades 4 bzw. des Exzenterbogens 9 die Vorrüekung je einer Prismenseite bewirkt, kann solcherart die Betätigung des Vorhangzuges auch nur einmal erfolgen, u. zw. bei geeigneter Anordnung der Zahnringteile 19 und 20 gerade so, dass der Vorhang für die Dauer des Bildwechsels, also für ganz kurze Zeit, zugezogen bleibt, und erst weggezogen wird, wenn bereits alle Prismen wieder in Ruhestellung bzw. beleuchtet sind. Das Einsetzen bzw. die Geschwindigkeit des Zu-und Wegziehens hängt von den Grössenverhältnissen der Ringteile 19 und 20 bzw. der Zahnräder 23 und 24 ab, während die Dauer der Abdeckung überdies durch die verstellbare Auflage 20 mit der Mutterschraube 21 genauer reguliert werden kann.
Eine ebenfalls gleichzeitig mitwirkende Vorrichtung, welche in Fig. 4,7 und 8 schematisch veranschaulicht ist, schaltet während der Prismenvorrüekung bzw. Abdeckung für das kommende Bild eine andere Beleuchtung ein, so dass nach automatisch erfolgtem Wegziehen des Vorhanges im
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verlängerten Achse 6 eines Prismas sitzt die Scheibe 36, die auf ihrer Oberseite zu je einem Drittel mit drei Ringteilen 37 a, 37 b, 37 c aus Isoliermasse versehen ist, welche in stufenförmiger Entfernung vom Scheibenzentrum konzentrisch angeordnet sind. Über dieser Scheibe schwebt, durch die beiden Balken 39 getragen, eine Isolierplatte 38, auf deren Unterseite links ein durch Stromzufuhr mittels Klemme 42-negativ geladener, rechts mittels Klemme 42+ positiv geladener Metallstreifen 43- bzw.
43 befestigt ist. Vom negativen Metallstreifen 43-zweigen, den sich unterhalb vorbeidrehenden Ringteilen entsprechend, drei nach abwärts gebogene, elastische Metallblättehen 40 a, 40 b, 40 c ab.
Dem entgegen reichen vom rechten, positiv geladenen Metallstreifen 43+ drei Blattfedern 41 a, 41 b, 41 a frei schwebend unter die entsprechenden negativen Metallblättehen. Durch die mit den Metallstreifen 43-bzw. 43+ verbundenen Klemmen 44-bzw. 44+ kann der Strom zu den Polen der Lampen 45 a, 45 b, 45 c weitergeleitet werden.
Da die Scheibe 36 die absatzweise Drehung des Prismas mitmacht, gelangt für jede Prismenseite jeweils ein Ringteil in den Fig. 4,7 und 8 der Ringteil 37 a unter die entsprechende Kontaktfederngarnitur und drückt für die Dauer der Vorführung der einzelnen Szene seine ihm zugedachte Kontaktfeder, nach dem gezeigten Beispiel 41 a auf 40 a an, womit der Stromkreis geschlossen und die in Verbindung stehende Lampe 45 a zum Leuchten gebracht wird. Auch hier lässt die Erfindung eine beliebige Anzahl, Farbe und Verteilung von Lampen zu. Durch Umlegen der Kabel bzw. durch Austausch der Leuchtkörper können von Zeit zu Zeit immer wieder neue Wirkungen geschaffen werden, während an der Apparatur selbst nichts geändert zu werden braucht.
Die Anlage gestattet grosse Mannigfaltigkeit des Aufbaues und der Ausstattung. Es können Zylinder-bzw. Prismenelemente verschiedenen Profils, in jeder Grösse, zur Anwendung kommen, die Lagerung derselben kann horizontal oder vertikal sein, es können beliebig viele Elemente enge beisammen oder entfernter, neben-oder treppenartig übereinander gelagert sein, der Bewegungsmechanismus bleibt im Grunde derselbe, weshalb dessen einzelne Teile die serienweise Herstellung in
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einheitlichen Grössentypen, etwa für kleine, mittlere und grosse Anlagen, ermöglichen, wodurch sich die Baukosten wesentlich verbilligen. Nur Grösse und Lage der Zylinder-, bzw. Prismenkörper erfordern individuelle Anpassung und die Zurichtung von Wellen und Trägern.
Die Einfachheit des Mechanismus gewährleistet bei guter Einstellung ein sicheres Funktionieren und erfordert keine besondere Wartung.
Zum Antrieb genügt ein Motor von geringer Stärke, es genügt das Einschalten des elektrischen Stromes, bei kleineren Anlagen das Aufziehen eines Uhrwerks, alles andere erfolgt dann selbsttätig.
Nach dem vorher Gesagten ist es klar, dass man mit der beanspruchten Erfindung die verschiedensten Anordnungen und Kombinationen ausführen kann, ohne aus dem Rahmen der Erfindung herauszutreten, deren Anwendungsmöglichkeiten überaus vielseitig sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Einrichtung zur Vorführung wechselnder Darstellungen auf Zylindern oder Prismen bzw. zur Vorführung von Schauobjekten in drehbaren Kastenelementen, dadurch gekennzeichnet, dass eine absatzweise, elastische, rasch herumsehwingende Vorrückung der Prismenseiten erzielt wird, indem ein sich unausgesetzt drehendes Exzentersegment (9) auf eine Gleitrolle (10) jeweils in Andruck kommt, wobei mittels eines diese Gleitrolle tragenden, am Prismenkopf (17) schwenkbar gelagerten Hebels (11) ein Riegel (13) hochgezogen wird, welcher dabei je einen der drei ortsfesten Widerstandszapfen (8 a bzw.
8 b, 8 c) übersteigt, wodurch das freigewordene Prisma durch die einerseits am Exzentersegment (9), anderseits am Prismenkopf (17) befestigte Zugfeder (16) nachgezogen wird, bis der inzwischen mittels Zugfeder J zurückgeschnellte Riegel (13) durch eine an diesem angebrachte
Stahlfeder (13 a) gedämpft, wieder beim nächsten Zapfen aufgehalten wird, und so die zweite Prismenseite ins Blickfeld gelangt usf. (Fig. 1, 2 und 6).