AT148973B - Verfahren zur Gewinnung von verflüssigtem Schwefeldioxyd. - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von verflüssigtem Schwefeldioxyd.

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  • Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Gewinnung von   verflüssigtem   Schwefeldioxyd. 



   Verflüssigtes Schwefeldioxyd wurde immer schon auf dem Wege über wässrige Lösungen gewonnen. Die Herstellung erfolgte in der Weise, dass es aus der wässrigen Lösung unter kaum nennenswertem Überdruck ausgetrieben, durch Chlorkalzium getrocknet, in einem Kompressor verdichtet und im Kühler verflüssigt wurde. Da das handelsübliche flüssige Schwefeldioxyd wegen der verlangten Transportfähigkeit in eisernen Druckbehältern praktisch vollkommen wasserfrei sein muss, war eine Trocknung unerlässlich. 



   Für viele chemische Zwecke, wie insbesondere neuerdings zum Aufschliessen von Erzen mit wässriger schwefliger Säure unter Druck, ist die kostspielige Trocknung des   S02   überflüssig. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung verflüssigten wasserhaltigen Schwefeldioxyds, bei welchem die Anwendung eines Kompressors entfällt, da das Verfahren unmittelbar aus wässrigen Schwefeldioxydlösungen flüssiges Schwefeldioxyd liefert. Dabei ist der Kühlwasserbedarf ungefähr der gleiche wie beim Kompressionsverfahren, während nur geringe Mengen niedrig gespannten Dampfes verbraucht werden und der erforderliche Druck meist nicht über 5 ata beträgt. 



   Die Erfindung besteht darin, dass eine wässrige Lösung von   Schwefeldioxyd   unter erhöhtem Druck destilliert wird und hiebei durch Einstellung des Druckes und der Temperatur der übergehenden Dämpfe die Zusammensetzung des Destillates im wesentlichen innerhalb der Löslichkeitsgrenze von Wasser in verflüssigtem Schwefeldioxyd gehalten wird. Das Destillat kann dann weiter gereinigt oder rektifiziert werden. 



   Das erfindungsgemäss erhaltene Destillat besteht aus der Phase 100-78% S02, 0-22% H2O. 



  Schwefeldioxyd ist nämlich selbst unter Druck nicht in allen Verhältnissen mit Wasser mischbar. 



  So ist z. B. bei 4 ata und einer Temperatur von 25  C aus Schwefeldioxyd und Wasser nur eine etwa   29%ige Lösung   zu erhalten, dann besteht eine   Mischungslücke   bis zirka   78%   SO,. Oberhalb dieses   S02-Gehaltes   ist dann Wasser in flüssigem   S02   gelöst, während unterhalb   29% das S02   in Wasser gelöst ist.

   Wird Wasser und flüssiges   S02   in Gewichtsteilen gemischt, welche zwischen   ho     SO,   liegen, dann bilden sich zwei getrennte Schichten, nämlich eine Schicht von Wasser, gelöst in SO2, entsprechend dem SO2-Monohydrat mit 78% SO2, von nicht wässrigem Aussehen und dem Charakter' von flüssigem SO2, während über dieser eine Schicht von   SO.,   gelöst in Wasser (zirka   29%     SO2), vom   Charakter einer wässrigen Lösung bestehen bleibt. 



   Wässrige   S02-Lösungen   haben bei   1000 C   die folgenden Dampfdrücke :
Tabelle   I   : 
 EMI1.1 
 
<tb> 
<tb> %SO2 <SEP> Atm. <SEP> %SO2 <SEP> Atm. <SEP> %SO2 <SEP> Atm.
<tb> 



  0 <SEP> 1 <SEP> 8 <SEP> 5#0 <SEP> 22 <SEP> 15#2
<tb> 1 <SEP> 2 <SEP> 9 <SEP> 5' <SEP> !) <SEP> 24 <SEP> 17'0
<tb> 2 <SEP> 2-5 <SEP> 10 <SEP> 6-4 <SEP> 26 <SEP> 19-0
<tb> 3 <SEP> 2-8 <SEP> 12 <SEP> 7-6 <SEP> 28 <SEP> 21-4
<tb> 4 <SEP> 3-3 <SEP> 14 <SEP> 9-0 <SEP> 2922-8
<tb> 5 <SEP> 3-6 <SEP> 16 <SEP> 10-4 <SEP> 82 <SEP> 22-8
<tb> 6 <SEP> 4-0 <SEP> is <SEP> 12'0 <SEP> 90 <SEP> 25-0
<tb> 7 <SEP> 4-5 <SEP> 20 <SEP> 13-6 <SEP> 100 <SEP> 27-8
<tb> 
 
Bei Temperaturen'nicht weit über   100c C   können die Drücke schwächerer Lösungen ohne nennenswerten Fehler so ermittelt werden, dass zu den angegebenen   Drücken   noch die der fraglichen Temperatur entsprechende Wasserdampfspannung addiert wird. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   So hat z. B. eine   2  ige Lösung   bei 120  C eine Dampfspannung von   4'5 ara ;   eine solche Lösung, im   Gegenstromvorwärmer   angeheizt, in eine Destillationskolonne eingebracht, kann demnach oberhalb des Dephlegmators direkt ein Gas von   4'5   Atm. Pressung geben, welches schon durch Wasserkühlung 
 EMI2.1 
 



     Aus wärmewirtsehaftlichen   Gründen, die Verdampfungswärme des Schwefeldioxyds steigt bei zunehmendem Wassergehalt stark an, empfiehlt es sieh, den Wassergehalt des Destillates nicht in nennenswerter Menge über die Löslichkeitsgrenze von Wasser in flüssigem Sehwefeldioxyd steigen zu lassen, was durch die Einstellung von Druck und Temperatur der übergehenden Dämpfe erfolgt. Der Druck der übergehenden Dämpfe folgt aus Tabelle I, und die Temperatur derselben wird, wie im obigen Beispiel angeführt, durch einen Dephlegmator eingestellt. 



   So könnte auch schon aus stark verdünnten Lösungen, welche bei der Destillation zunächst sehr wasserdampfreiehe Gasgemische geben, durch kräftige Dephlegmation unmittelbar 100% iges flüssiges Sehwefeldioxyd erhalten werden. Für das Verfahren ist es demnach charakteristisch, dass selbst bei Aufarbeitung von verdünnten Lösungen von schwefliger Säure die Zusammensetzung des ersten Destillates im wesentlichen innerhalb der   nichtwässrigen   Phase (100-78%   SO,)   gehalten wird. 



  Zur Betriebskontrolle kann es mitunter wohl erwünscht sein, diese Grenze auf kurze Zeit zu übersehreiten, weil das Auftreten einer wässrigen Schichte auf dem verflüssigten Schwefeldioxyd leicht zu beobachten ist und daher dann leicht daraus abgeleitet werden kann, wie hoch die grösste Destillationsleistung des Apparates ist bzw. bis zu welchem Teil der vollen Leistung der Apparat ausgenutzt ist usw. 



   Die Temperaturabhängigkeit des Dampfdruckes der gesättigten Lösung von Wasser in flüssigem   S02   lässt sich wie folgt wiedergeben :
Tabelle II : 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Temperatur <SEP> Druck <SEP> (Atm.) <SEP> Temperatur <SEP> Druck <SEP> (Atm.)
<tb> 10 <SEP> 1-65 <SEP> 60 <SEP> 8-7
<tb> 20 <SEP> 2-6 <SEP> 70 <SEP> 11-3
<tb> 30 <SEP> 3-7 <SEP> 80 <SEP> 14-8
<tb> 40 <SEP> 5'0 <SEP> 90 <SEP> 18'5
<tb> 50 <SEP> 6-6 <SEP> IM <SEP> 22-8
<tb> 
 
 EMI2.3 
 den oben angegebenen und den für reines   S02   bekannten einfach durch lineare Interpolation proportional dem Wassergehalt zu ermitteln. 



   Im allgemeinen wird man aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht von stark verdünnten SO-Lösungen ausgehen. Das aus verdünnten Lösungen ausgetriebene   Sagas   gibt bei der Absorption in Wasser unmittelbar eine Lösung von 6 bis   10% S02, während   eine Absorption unter Druck noch höhere Konzentrationen von 15% und darüber ergibt. Lösungen von diesen Konzentrationen sind für das erfindungsgemässe Verfahren besonders geeignet. 



   Da das Verfahren die höchste Leistung aufweist, wenn man ein etwa dem Monohydrat entsprechendes Destillat gewinnt, hiebei allerdings aber durch Betriebsschwankungen auch gelegentlich die wässrige Phase im Destillat erhält, da anderseits aber die letztere bei etwa 12  C gefriert und Kühlschlagen und Ventile verstopft, so empfiehlt es sich, die Kühltemperatur nicht unter etwa 12  C sinken zu lassen und den Kondensationsdruck auf mindestens 1'7 ata zu halten. 



   Erfindungsgemäss gelingt es auch, die Lösungen im Destillationsapparat vollkommen von   S02   zu befreien, wobei allerdings mindestens die der Wasserdampfspannung von   1'7   ata entsprechende Temperatur von   1150 C   eingehalten werden muss, und gleichzeitig   78-100% iges,   flüssiges   S02   zu gewinnen. 



   Das Austreiben des   802-Gehaltes   aus seiner Lösung erfolgt demnach bis zu einer Höchst- 
 EMI2.4 
 der zu destillierenden Lösung während des Verfahrens keine oder höchstens eine solche Wärmemenge zugeführt, als zur Aufrechthaltung der ursprünglichen Temperatur der Lösung erforderlich ist. 



   Anderseits kann die Destillation auch so erfolgen, dass das Kondensat allmählich immer tiefer gekühlt wird, so dass durch absinkenden Druck das   802   aus der Lösung herausdestilliert und nach dem Dephlegmator kondensiert. Eine   10% igue   Lösung von   1000 C   und   6'4   ata Spannung im Gleichgewicht mit einem Kondensat von   470 C (6'4 ata)   kann nun durch Senkung der Kondensattemperatur weiter destilliert werden. Bei dieser diskontinuierlichen Ausführungsform des Verfahrens wird demnach die Destillation nicht durch Erwärmung der zu destillierenden Lösung, sondern durch allmähliche Senkung der Temperatur des Destillats durchgeführt. 



   Lösungen, welche eine bedeutend höhere Dampfspannung haben wie das Kondensat, können dann in den Destillationsapparat direkt eingeführt werden, wenn die Menge der dauernd zugeführten 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 Lösung so gewählt ist, dass das aus ihr ausbrechende Gas derjenigen Gasmenge entspricht, welche im Kondensator fortlaufend verflüssigt werden kann. Praktisch wird dies am besten durch kontinuierliches Einbringen der Lösung durch Flüssigkeitszerstäuber mit regulierbarem Nadelventil, z. B. aus säurefestem Chrom-Nickel-Stahl, wie solche Konstruktionen vielfach bekannt sind, ausgeführt. Es entspannt sich die Flüssigkeit im Augenblick des Eintritts unter Verlust des ganzen Gasüberschusses bis auf die Kondensatspannung und den zugehörigen   S02-Gehalt.   Gleichzeitig verliert die Lösung einen Teil ihres Wärmeinhaltes.

   Die Flüssigkeit kann hierauf entweder im   Wärmetauscher   gekühlt und zur neuerlichen Absorption von Schwefeldioxyd verwendet werden, oder sie kann in einem zweiten Destillationsaggregat neuerlieh in derselben Weise, aber bei niedrigerer Spannung abdestilliert werden. 



   Für die Ausführung des Verfahrens kommen in erster Linie säurefeste   Chrom-Nickel-Stähle   und viele andere, in neuerer Zeit bekannt gewordene Legierungen in Betracht, welche gegen wasserhaltiges   S02   beständig sind. 



   Ausführungsbeispiel : In einem ausgebleiten Rieselturm 1 (s. Zeichnung) wird durch 
 EMI3.1 
 auf 100  C vorgewärmt und tritt hierauf durch einen Zerstäuber 4 in die erste Abtriebssäule 5 ein. 



  Hiebei bricht durch die plötzliche Entspannung eine grosse Gasmenge aus der Flüssigkeit aus. Das
Gas steigt durch die Zwisehenböden 6 der Abtriebssäule auf, während die Flüssigkeitsnebel am Aufsteigen durch die Zwisehenböden gehindert sind und niedergeschlagen werden. Im Zerstäuber tritt eine Entspannung von   7'6     ala auf 2'5 ala   ein. Die in der Abtriebssäule sieh sammelnde Flüssigkeit ist eine   3%ige S02-Lösung   mit einer Temperatur von 90  C. Diese Lösung wird mittels einer Plungerpumpe 7 neuerlich in den   Gegenstromvorwärmer. 3   eingepumpt, in diesem vorgewärmt und hierauf durch eine zusätzliche Dampfheizung 8 auf 120  C erhitzt.

   Mit dieser Temperatur und mit einer Spannung von 4-8 ata gelangt die Lösung in einen zweiten Destillationsapparat 9, in den sie ebenfalls durch eine Düse 10 eingespritzt und hier auf 2'5 ala entspannt wird. Die im zweiten Destillationsapparat sich sammelnde Flüssigkeit enthält nunmehr 1% SO2 und verlässt die Abtriebssäule mit einer Temperatur von 114  C, gelangt von hier in den   Gegenstromvorwärmer"),   wo sie zur Heizung der aus dem Rieselturm und aus dem ersten Destillationsapparat kommenden Lösung dient, wird dann im Kühler 11 durch Kühlwasser weiter abgekühlt und in den Rieselturm 1 zurückbefördert, wo ihr   SO, 7Gehalt   wieder auf 12% gebracht wird. 



   Die aus den Abtriebssäulen abziehenden SO2-Gase werden in den Kondensationsapparaten 12,   1. 3   verflüssigt und in den Gefässen 14, 15 gesammelt. Während 1 m3   12%ige S02-Lösung   aus dem   Riesel-   turm in die Destillationsapparate gepumpt wird, werden aus der ersten Abtriebssäule 100 kg verflüssigtes   S02   mit   90%     S02-Gehalt     (10%   H2O) und aus der zweiten Abtriebssäule 26 kg verflüssigtes   S02   mit 77-6%   S02   (22-4% H2O) gewonnen. Das erste Kondensat ist auf 15  C, das zweite auf 32  C gekühlt. In der Dampfheizung 8 werden in derselben Zeit 61   leg   Dampf benötigt.

   Die in den Gefässen 14 und 15 befindlichen Destillate werden vereinigt und ergeben zusammen 126 kg rohes Schwefeldioxyd von   88% SOs-Gehalt.   Dieses wird in einem Destillationsapparat 16 durch die aus der Abtriebssäule 9 stammenden Abwässer auf   300 angewärmt   und das sich hiebei bildende Gas durch frisches Kühlwasser im Kondensator   17   auf 10  C abgekühlt. Es bilden sich auf diese Weise   105-1 kg   verflüssigtes 
 EMI3.2 
 gehalt von 0'4% für den gewünschten Verwendungszweck noch zu hoch, dann lässt man das Gas bei der Rektifikation durch Chlorkalzium streichen und kann es dann vollkommen wasserfrei kondensieren.

   Zur Kondensierung der gewonnenen   S02-Gase   in den Kondensatoren 12,   J   und 17 und zur Kühlung der in den Rieselturm zurückkehrenden Abwässer des Destillationsapparates 9 werden während des beschriebenen Vorganges 1100   I   Frischwasser benötigt, die von 5  C auf 38  C erwärmt werden.

   
 EMI3.3 
   1.   Verfahren zur Gewinnung von verflüssigtem Schwefeldioxyd, dadurch gekennzeichnet, dass eine wässrige Lösung, vorzugsweise von 10 bis 15% Schwefeldioxyd unter erhöhtem Druck destilliert wird und hiebei durch die Einstellung des Druckes und der Temperatur der übergehenden Dämpfe die Zusammensetzung des Destillates im wesentlichen innerhalb der Löslichkeitsgrenze von Wasser in verflüssigtem Schwefeldioxyd gehalten wird, worauf gegebenenfalls eine Trocknung oder Rektifikation des Destillates folgt.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kondensationstemperatur von etwa 12 C und ein Kondensationsdruck von 1'7 ata eingehalten wird.
    3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das völlige oder teilweise Austreiben der schwefligen Säure aus ihrer Lösung bei Temperaturen bis zu 1150 C erfolgt.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zu destillierenden Lösung während des Verfahrens keine oder höchstens eine solche Wärmemenge zugeführt wird, als zur Aufrechterhaltung der ursprünglichen Temperatur der Lösung erforderlich ist. <Desc/Clms Page number 4>
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4 in diskontinuierlicher Ausführungsform, dadurch gekennzeichnet, dass die Destillation nicht durch Erwärmung der zu destillierenden Lösung, sondern durch allmähliche Senkung der Temperatur des Destillates erfolgt.
    6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5 in kontinuierlicher Ausführungsform, dadurch gekennzeichnet, dass die zu destillierende Lösung mit einem Dampfdruck, der höher ist als der des Destillates, in den Destillationsapparat durch einen Zerstäuber dauernd in solcher Menge eingebracht wird, dass die aus ihr ausbrechende Gasmenge der im Kondensator fortlaufend verflüssigten SO-Menge entspricht. EMI4.1
AT148973D 1934-05-16 1934-05-16 Verfahren zur Gewinnung von verflüssigtem Schwefeldioxyd. AT148973B (de)

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