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Badetrikot.
Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Badetrikot, welches auf optischem Wege die Annäherung der Körperfigur des Trägers an die anatomischen Idealformen des Körpers ermöglicht. Die bisher bei Badetrikots zur Änderung des visuellen Eindruckes vorgenommenen Einrichtungen beschränkten sich auf die Anordnung von eingenähten Büstenhaltern, Gummischlüpfern u. dgl. Diese Massnahmen ermöglichten jedoch keinen befriedigenden Erfolg und bewirkten ausserdem eine erhebliche Ver- teuerung der Ware.
Die Erfindung geht nun von dem Gedanken aus, die Korrektur der Körperformen auf rein optischem Weg vorzunehmen, wobei sie von der Erfahrung geleitet ist, dass dunkle Flächen gegenüber hellen zurücktreten.
Das wesentliche Kennzeichen der Erfindung besteht darin, dass das Badetrikot verlaufend gefärbt ist, d. h. dass gewisse Stellen dunkel gefärbt sind und allmählich in hellere Flächen übergehen oder umgekehrt. Entspricht der Verlauf der Farbe den anatomischen Idealformen. so kann auf rein optischem Wege eine Korrektur der Statur des Trägers erfolgen. So wird z. B. ein Badetrikot, dessen Randteile dunkel gehalten sind und gegen die Mitte heller verlaufen, bewirken, dass die starken Hüften der Trägerin zurücktreten, anderseits kann durch ein an den Randpartien hell gefärbtes Trikot bei schwächlichen Personen der Eindruck stärkerer, körperlicher Konstitution hervorgerufen werden.
Um den Eindruck von anatomischen Idealformen zu erzielen, wird unter Umständen eine besondere Betonung einzelner Körperpartien erwünscht sein, insbesondere dann, wenn diese von Natur aus schwach ausgebildet sind. In solchen Fällen wird der Verlauf der Färbung mit Vorteil nicht parallel zu den Rändern des Kleidungsstückes, sondern gemäss der Erfindung schräg hiezu angeordnet. So wird beispielsweise eine schmalschultrige Person in einem Badetrikot, dessen Schulterpartie hell gefärbt ist und in einem spitzen Winkel gegen den Schritt verläuft, den Eindruck einer gewissen Breitschultrigkeit erwirken.
Die verlaufende Färbung von Strümpfen zur Erzielung eines geänderten optischen Eindruckes ist bereits bekannt und beispielsweise in dem österr. Patent Nr. 140381 beschrieben. Auch die amerikanischen Patente Nr. 1852138, 1943408 und 1959753 betreffen die Korrektur von Beinformen durch spezielle Färbungen.
Bisher jedoch fehlte die Erkenntnis, dass Körperteile von grosser Ausdehnung, wie es z. B. der Oberkörper ist, durch entsprechend verlaufende Färbungen in ihren anatomischen Mängeln optisch korrigiert werden können.
Den Gegenstand der Erfindung bildet weiters eine Vorrichtung zur Herstellung verlaufender Färbungen an Kleidungsstücken, insbesondere Badetrikots. Die Vorrichtung ermöglicht, gleichzeitig grössere Mengen von Waren so zu färben, dass die Farbtöne ohne sichtbare Abstufungen ineinander übergehen.
Bei der Vorrichtung gemäss der Erfindung trägt ein in lotrechter Richtung verstellbarer Träger Drahtformen. Auf diese werden die zu färbenden Waren aufgeschoben. Die Waren werden sodann durch Senken des Trägers in die Farbflotte gebracht. Der Träger wird von einer Welle durch Auf-und Abwinden von Drahtseilen, welche den Träger halten, gehoben und gesenkt.
Um einen möglichst gleichmässigen Verlauf der Farbtöne zu erzielen, ist es erforderlich, die nur teilweise in die Farbflotte getauchten Waren während des Färbens auf-und abzuschwingen. Nach der Erfindung hat der Träger mit den Drahtformen Rollen, die beim Senken des Trägers auf Exzentern zu liegen kommen. Durch Drehen dieser Exzenter wird das Färbegut in der Farbflotte auf-und
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abgeschwungen. Man kann zwei Exzenter mit verschiedener Exzentrizität nebeneinander oder ein Kegelexzenter anordnen und die Rollen des Trägers seitlich verschiebbar machen, so dass verschiedene Schwingungsweiten eingestellt werden können.
Die Welle für das Heben und Senken und die Exzenter für das Schwingen des Trägers können von Hand oder durch einen Motor angetrieben werden. Da das Färben längere Zeit dauert, stellt das Drehen der Exzenter, durch welche der Träger mit den Formen ununterbrochen auf-und abgeschwungen wird, grosse Anforderungen an die Kräfte des Bedienungspersonals. Zur Erleichterung dieser Arbeit ruht gemäss der Erfindung der gesenkte Träger auf einem Arm eines Hebels, dessen anderer Arm ein
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gewicht hält. Dadurch wird erreicht, dass eine einzige Person ohne besonderen Kraftaufwand die Drehung der Exzenterwelle besorgen kann.
Um mit der Vorrichtung verschiedene Ware (Kleider, Wäsche, Badetrikots, Strümpfe u. dgl. ) färben zu können, sind die Drahtformen in Bohrungen einer Längsschiene eingesteckt und werden durch eine mittels weniger Schrauben feststellbare Leiste niedergehalten, so dass sie leicht ausgewechselt werden können.
Unter Umständen ist es vorteilhaft, die Zonen mit gleichen Farbtönen nicht parallel zum Rande des Färbegutes, sondern schräg hiezu verlaufen zu lassen. Um dies erreichen zu können, ist erfindungsgemäss die die Formen tragende Längsschiene schräg einstellbar.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfindung in einer beispielsweisen Ausführung schematisch dargestellt, u. zw. zeigen die Fig. 1 eine Seitenansicht und die Fig. 2 eine Rückansicht der Einrichtung zur Durchführung des Färbevorganges. Fig. 2 a und 2 b veranschaulichen die auswechselbare Anordnung der Drahtformen.
Die Einrichtung hat einen Rahmen 1 aus Winkeleisen od. dgl., der mit einer Tischplatte zur Aufnahme der Farbwanne 2 versehen ist. An einem Ende hat der Rahmen Gleitschienen, zwischen denen ein in lotrechter Richtung verstellbarer Träger. 3 mit Hilfe von Rollen 1. 3 geführt ist. Mit dem Träger. 3 ist mit Hilfe des schwenkbaren Hebels 4 eine Längsschiene 6 verbunden. Diese Schiene ist mit Bohrungen zum Einstecken der Formträger 7 versehen. Die Bolzen der Formträger 7 werden mittels einer durch Schrauben 6 a festgehaltenen Leiste 5 fixiert. An den Formträgern 7 sind die Drahtformen 8 befestigt ; über diese werden zu färbende Waren gezogen.
Um die Formen 8 auf einfache Weise schräg stellen zu können, greift am hinteren Ende der Hebel 4 je eine Sehraubenspindel 9 an, die mit Hilfe von Muttern 10 und Gegenmuttern 11 verschoben und festgestellt werden kann. Der Träger : ; ist an Drahtseilen 19 aufgehängt und kann mittels der Kurbel 16 gesenkt und gehoben werden. Zwecks Erleichterung dieser Arbeit ist eine Zahnradübersetzung 18 vorgesehen sowie eine Sicherung gegen Rückgleiten in Form der Sperrklinke 17. Wird der Träger. 3 gesenkt, so kommen die an dem Träger angeordneten Rollen 24 auf ein Exzenter 14 zu liegen. Durch Drehung der Kurbel 15 wird nunmehr der Träger 3 samt den Formen 8 gleichmässig auf-und niederbewegt.
Zur Erleichterung dieser Arbeit ist die Anordnung derart getroffen, dass die Unterkante des Trägers J im gesenkten Zustande auf den Hebel 26 eines Gegengewichtes 2. 3 aufruht. Da die Farbflotte eine einwandfreie Färbung nur im heissen Zustande ermöglicht, ist zur Beheizung ein Dampfrohr 21 mit Ventil 22 vorgesehen.
Die verlaufende Färbung wird dadurch erzielt, dass die Konzentration der Farbflotte unverändert bleibt und die Eintauchtiefe geändert wird. Dies wird am einfachsten durch jeweiliges Ablassen der Flüssigkeit aus der Farbwanne erreicht. Um die Farbkonzentration zu verändern, kann nach Abblasen von Flüssigkeit der zurückbleibenden Flotte neuer Farbstoff zugesetzt werden.
Ein nach der Erfindung gefärbtes Kleidungsstück ist in den Fig. 3-6 der Zeichnung in Form eines Badetrikots dargestellt.
Fig. 3 zeigt ein Trikot mit dunklen Randpartien, die sich gegen die Mitte aufhellen, Fig. 4 ein Trikot mit dunkler Mitte und hellen Randpartien. Das erstere Trikot ist für korpulente Personen bestimmt, das letztere für schmächtige.
Die Ausführung nach Fig. 5 betont die Brustpartie und lässt die Hüften zurücktreten, während
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PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Badetrikot, dadurch gekennzeichnet, dass die Randpartie dunkel oder hell und die Mittelpartie hell oder dunkel gehalten ist, wobei die Farbtöne verlaufend ineinander übergehen und der Verlauf derart angeordnet ist, dass er sich in der Querrichtung des Körpers erstreckt (Fig. 3 und 4).