<Desc/Clms Page number 1>
Druckgassehalter.
EMI1.1
gaserzeugung unmittelbar vor der Löschung durch einen mit dem Schalter zusammengebauten, nur t momentan während des Unterbrechungsvorganges in Betrieb gesetzten Verdichter erfolgt. Der Herstellung von Druckgasschaltern mit Druckgaseigenerzeugung sind nur dadurch Grenze ? gezogen, dass bei höheren
Schaltleistungen und den damit verbundenen grösseren Druckgasmengen und Gaspressungen zur momen- tanen Verdichtung des Druckgases sehr grosse Kräfte erforderlich sind, die sich mit den bei Hochspannung- schaltern gebräuchlichen Einrichtungen nicht mehr beherrschen lassen.
In der Regel wird die Schaltleistung eines derartigen Druckgasschalters mit eigener Kompression durch diejenige Kompressions- arbeit begrenzt sein, welche sich mit den Kräften eines einfachen Handantriebes oder eines handbetätigten
Kraftspeicherantriebes aufbringen lässt. Da anderseits angestrebt wird, die Maximalleistung des Schalters auf der vorstehend angeführten Basis möglichst hoch zu gestallen, muss bei dieser Schalterart in noch stärkerem Masse als bei andern Druckgasschaltern dafür gesorgt werden, dass die erzeugte Druckluft nicht durch Undichtigkeiten vermindert wird, sondern in ihrer Gesamtmenge zur Durchführung des
Löschvorganges zur Verfügung steht.
Bei den Druckgassehaltern der bekannten Bauarten besteht in der Regel die Unterbrechung- stelle aus einem nach der Atmosphäre zu geöffneten Hohlkontakt, dessen Öffnung durch den beweglichen
Gegenkontakt geschlossen wird. Der Verschluss dieses Kontaktes wird aus fabrikatorischen Gründen stets sehr mangelhaft sein müssen, so dass bei der Anwendung derartiger Kontakte in Druckgassehaltern mit Druckgaseigenerzeugung ein erheblicher Teil des vom Schalter selbst erzeugten Druckgases ver- lorengeht.
Die Anwendung von elastischen Dichtungen zur Verbesserung des Dichtungsverhältnisses solcher Kontakte ist aus betriebstechnischen Gründen gewöhnlich nicht möglich, weil sich die Form des beweglichen Kontaktes infolge des Kontaktabbrandes und der Abnutzung während des Betriebes stark verändert, was nach kurzer Betriebszeit zur Vergrösserung der Undichtigkeiten und damit zur Ver- minderung der Schaltleistung führen würde.
Es sind ferner Kohlensäureschalter bekannt, bei denen eine Drucksteigerung durch den Licht- bogen selbst hervorgerufen wird und bei denen der Druckraum durch einen am Kontaktstift befestigten
Kolben unterteilt ist, wobei die beiden Teile des Druckraumes durch Umlaufkanäle miteinander ver- bunden sind. Durch die Drueksteigerung soll hiebei ein Entlüftungsventil zum Ansprechen gebracht und anderseits auf den Kolben zusätzlich eingewirkt werden. Derartige Schalter lassen jedoch mangels jeglicher Einstellmöglichkeit des Druckgases keine Anpassung an die jeweiligen Betriebsverhältnisse erzielen.
Demgegenüber besteht die Erfindung im wesentlichen darin, dass der Verdichtungsraum, in dem das Druckgas während der Ausschaltbewegung erzeugt wird, von der innerhalb des Schaltgehäuses vor- gesehenen Unterbrechungsstelle mittels eines Steuerorgans abgetrennt ist, welches das Druckgas vom
Verdichtungsraum erst dann zur Unterbrechungsstelle gelangen lässt, wenn der ventilartig wirkende bewegliche Kontakt sich bereits in Bewegung gesetzt hat. Auf diese Weise wird die Beblasung der Kontakte
<Desc/Clms Page number 2>
auf den wirkliehen Löschiiloülent, konzentriert, so dass dadurch einerseits Druckgasersparnis erzielt, anderseits Druckluftverluste bei der Kontakttrennung vermieden werden.
Ferner wird hiebei die Lichtbogenarbeit wesentlich verringert und dadurch zugleich Kühlung des Lichtbogens begünstigt.
Die Steuerung des Druckgases kann beispielsweise so erfolgen, dass der Verdichtungsraum des Schalters gegen den die Löschkontakte aufnehmenden Schaltraum durch das Steuerorgan selbst abgetrennt ist, welches sich erst dann öffnet, wenn sieh die Kontakte des Schalters auf den gewünschten Abstand getrennt haben bzw. in eine zu dem Löschvorgang besonders günstige Stellung gelangt sind.
Zu diesem Zeitpunkt könnte in Abhängigkeit vom Druck im Verdichtungsraum oder abhängig von der Stellung des Verdiehterkolbens der Weg zu den Loschkontakten freigegeben werden und die Beblasung der Löschkontakte kurzzeitig, dafür aber mit der gesamten zur Verfügung stehenden Energie erfolgen.
In bezug auf die Wärmebelastung der Kontakte und Isolationsteile des Sehalters ist es ebenfalls günstig, den Schaltüchtbogen erst im Zeitpunkt der günstigsten Kontaktstellung zu beblasen, weil dadurch anfänglich die Spannung und damit die Wärmeentwicklung des Lichtbogens gering gehalten wird.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt die Figur einen Druckgassehalter mit einem Isolierkörper 1, der den feststehenden Hohlkontakt 2 trägt, der mit dem bewegten Stiftkontakt 3 zusammenarbeitet. Das Druckgas wird in einem Zylinder 4 durch einen Kolben erzeugt und strömt der Unterbrecbungsstelle durch einen Kanal 6 zu. Die Kupplung der Kontaktbewegung mit der Bewegung des Kolbens 5 ist durch ein Hebelgestänge 7 schematisch angedeutet.
Zwischen dem Zylinder 4 und dem Raum 6 befindet sich ein unter Federdruck stehendes Ventil 8, das
EMI2.1
einer bestimmten Stellung des Kolbens 5 von'diesem'aufgestossen wird.
Beim Ausschaltvorgang bewegt sich der Kolnen'5 nach'oben-und der Stiftkontakt 3 nach unten.
Die in dem Zylinder 4 verdichtete Druckluft kann jedoch, auch wenn an der Ausblasestelle 10 Undichtig- keiten bestehen, zunächst noch nicht abströmen, da das Ventil 8 noch geschlossen ist. Erst wenn der
Kolben 5 gegen die Stange 9 stösst, strömt das Druckgas zur Unterbrechungsstelle und bebläst den Licht- bogen : Der Beginn der Beblasung lässt sich in bezug auf die Kontaktstellung bzw. die Kontaktentfernung dadurch abstimmen, dass das Ventil 8 verstellbar gemacht ist, indem man z. B. die Stange 9 mehr oder weniger weit in den Zylinderraum 4 hineinragen lässt.
Anstatt die Ventilsteuerung in Abhängigkeit vom Kolbenhub bzw. von der Kontaktstellung vorzunehmen, kann man unter Umständen die Steuerung auch von dem erzielten Druck abhängig machen, z. B.. in der Weise, dass in oder an dem Zylinder 4 ein druckabhängiges Organ angebracht ist, das bei
Erreichen einer gewünschten einstellbaren Kompression das Öffnen des Ventils bewirkt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Druekgassehalter, bei dem das Druckgas'zwecks Liehtbögenlöschung beim Aussehaltvorgang erzeugt und die Öffnung der Unterbrechungsstelle mittels-eines in dem Schaltergehäuse vorgesehenen ibeweglichen Kontaktes geschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichtungsraum, in dem das Druckgas während der Ausschaltbewegung erzeugt wird, von der innerhalb des Schaltergehäuses vorgesehenen Unterbrechungsstelle mittels eines Steuerorgans abgetrennt ist, welches das Druckgas vom Verdichtungsraum erst dann zur Unterbrechungsstelle gelangen lässt, wenn der ventilartig wirkende bewegliche Kontakt sich bereits in Bewegung gesetzt hat.